Kera 360.2

Eher ist es nichts Besonderes für den Lautsprecherbauer, ein bisher unveröffentlichtes Produkt zur ersten Nutzung in einem neu zu konzipierenden Bausatz überreicht zu bekommen. Mindestens die Hälfte unserer Bausätze entsteht aus eben diesen Newcomern von allen möglichen Herstellern. Es gibt hat viele davon, die ständig auf der Suche nach neuen Käufern mit Innovationen aufwarten, meist ohne zu fragen, ob die Welt die auch braucht. Vollkommen anders geht es uns da mit dem schon seit zwei Jahren zaghaft angekündigten Eton 26 HD 1, dem neuen Hochtöner aus Neu-Ulm, der zuerst nur als Handmuster auf der High-End Messe zu bewundern war. In der Zwischenzeit hörte man keine neuen Wunderdinge, die das Teil schon konnte und wurde auch nicht, wie bei vielen fernöstlichen Herstellern üblich, zugeballert mit Messungen, die irgend ein renommierter Maler auf ein Blatt gebracht hatte, die andererseits nach eigenen Messungen das Papier nicht wert waren.

In aller Stille wurde die Serienreife erreicht und uns als besondere Ehre das erste Paar der neuen Eton-Hochtöner in die Hand gedrückt. Und schon hatten wir ein ordentliches Problem..

Bestückung

Schon seit vielen Jahren beobachten wir großem Wohlwollen die nicht alltägliche Tugend der Eton-Manager, hektische Bewegungen zu vermeiden und den eigenen Weg konsequent zu gehen, ohne einem schnell wieder verschwindenden, modischen Trend zu folgen. Lange hat man keine neuen Chassis auf den Markt gebracht, wozu auch, man stellt in einer überschaubaren Menge immer noch konkurrenzlos Spitzenprodukte her. Neue Körbe, ständig andere Membranmaterialien oder Schwingspulenträger sind nicht nötig, wenn die Fertigungsqualität stimmt. So waren wir etwas verwundert als uns Philipp Vavron, technischer Leiter der Lautsprecher-Manufaktur, auf der High-End gleich mehr als zehn neue Chassis mit den altbekannten Hexacon-Membranen präsentierte. Den Hochtöner gab er uns zum Schluss in die Hand mit der HTFronthintBemerkung, er sei zwar schon fertig, aber man arbeite trotzdem noch daran. Tatsächlich dauerte es danach noch ein halbes Jahr, bis wir das wirklich fertige, gute Stück erneut in Händen hielten. Da wir nicht ungeduldig sind, ließen wir uns für die nun anstehenden Messungen auch alle Zeit der Welt, und verbrachten die folgenden drei Minuten in aller Ruhe im Keller, wo wir uns eine kleine Schallwand im 50-cm-Quadrat mit Versenkfräsung für das Chassis anfertigten. Auch hatten wir im Weiteren genügend Geduld, wenigstens zwei der vier Schraublöcher zur Fixierung des 26 HD 1 auf der Messplatte mit Schrauben zu bestücken und das Messkabel anzuschließen. So verbrachten wir die ersten zehn Minuten mit der Weltneuheit, ohne überhaupt zu wissen, dass man es guten Gewissens als Kleinod bezeichnen darf.

HTmemvorn2Für das Auge gewöhnungsbedürftig ist der Frontplatten-Durchmesser von 90 mm, es spricht aber grundsätzlich nichts gegen das Maß. Auch der Aufbau des Schallverteilers, der aus einem gegossenen Plastikring mit vier schmalen Streben besteht, weicht vom für normal empfundenen Gitter mit eingeklebter Folie ab. Ungewöhnlich sind ebenfalls die dicken Schrauben mit Unterleg-Scheibe, mit denen die Alufront auf ihren Unterbau gehalten wird. Im Wesentlichen ist der Aufbau des Hochtöners dreiteilig. Zwischen der Front und dem Neodymmagnet mit großer Polkernbohrung, die stark abgerundet ist, befindet sich der Membranträger. Zwei unterschiedlich große Öffnungen rechts und links passen genau auf die beiden punktförmigen Erhebungen auf der Front. Dadurch ist die Mittelplatte nach dem Anschrauben zwangszentriert und HDTeiledie 25 mm Schwingspule sitzt garantiert kratzfrei im Luftspalt. Die Membran besteht aus einem Sandwich aus hochdämpfendem Magnesium und einer äußerst stabilen, syntethischen Keramik, die in einem Plasmaverfahren beidseitig aufgebracht wurde. Über eine Kunststoffsicke ist sie mit dem Schallverteiler und ihrem Schwingspulenträger aus Aluminium verbunden. Der Neodymmagnet ist in einem angeflanschten Volumen mit vielen Rippen und Kerben versteckt. Weiße Watte unterbindet Reflexionen aus dem Polkern. Dennoch zeigt sich im Impedanzschrieb als Reaktion auf die große Bohrung im Polkern eine kleine Welle bei 2 kHz. Natürlich haben wir bei Eton nachgefragt, ob es eine Möglichkeit zur Vermeidung dieses optischen Gebrechens gibt. Die Antwort von Philipp Vavron kam postwendend: “Selbstverständlich haben wir versucht mit allen uns bekannten Mitteln diese zu “bekämpfen”. Es gelang uns schon, diese zu eliminieren, jedoch immer nur auf Kosten der akustischen Qualität, zusätzliche Begleiteffekte waren negative Auswirkungen auf den Rms-Wert und Fres. Für den Anwender hat dieser “kosmetische” Fehler einen fast vernachlässigbaren Nachteil, für Leute, die den Klang mehr sehen als hören, könnte es wirklich zum Problem werden. Aber Spaß bei Seite, im Moment ist uns keine Lösung bekannt, die, wie schon gesagt, sich nicht negativ auf die Klangqualität auswirken würde.” Wesentlich einsilbiger zeigte sich der technische Leiter auf unsere Frage nach Ferrofluid im Luftspalt: “Kein!” war der eindeutige Bescheid.

MTText5Nun braucht der Hochtöner natürlich einen Partner, der ihm das abnimmt, was nicht im Namen steckt. Unser erster Plan war eine Kombination mit einem Fünfzöller, weil es den noch nicht mit ER4 im Magazin gab. Dagegen sprachen sehr energisch die fast 94 dB Schalldruck des 26 HD 1 an 2,83 V. Zwei Fünfzöller würden da schon mehr hermachen, richtig passt das aber erst mit einem zusätzlichen Bass. BlueNote gibt es aber schon, selbst die Version mit Seas NF 800 TV haben wir  ich schon auf den Markt geworfen. Gelöst wurde das Dilemma von zwei 7-360/37 Hex, deren Chassis-Beschreibung wir uns hier sparen können. Wer mehr über sie erfahren will, wird bei Duetta und MiDu fündig.

Datenblätter

Die Messungen der Chassis erfolgten im Kera 360.2-Gehäuse mit Mikrofon in Höhe des Hochtöners

26 HD 1

26hd1zeich

26HD1vorn

Ausstattung:
Membran: Magnesium-Keramik
Schwingspule: 25 mm auf Aluträger
Magnet: Neodym
Magnetische Schirmung: jein
Befestigungsbohrungen: 4
Außendurchmesser: 90 mm
Frästiefe: 6 mm
Einbautiefe: 26 mm

26hd1tsp

26hd1 AmpPha 26hd1 ImpPha 26hd1 Winkel
26hd1 kf90 26hd1 wf Winkel 26hd1 wf

7-360/37 Hex

Parameter
Fs 47. Hz7360ZeichDiameter 128 mm

Re 5.3 Ohm
Rms 1.73 kg/s
Qms 2.91
Qes 0.40
Qts 0.36
Cms 0.67 mm/N
Mms 17.0 Gramm
BL 8.14 Tm
VAS 15.5 Liter
dBSPL 88.1 dB
L 1kHz 1.12 mH
L 10kHz 0.42 mH
SD 129 cm²
MMD 16.2 Gramm
Z Min 6.0 Ohm

MTDatenAusstattung
Membran: Hexacone
Sicke: Gummi
Korb: Aluminium-Druckguss
Polkernbohrung: ja
Zentrierung: luftdurchlässige Topfspinne
magnetische Schirmung: nein
Schwingspule: 37 mm Kupfer auf Aluträger
Polplattendicke: 8 mm
Linearer Hub: 7 mm
Magnetdurchmesser: 102 mm
Befestigungsbohrungen: 8
Außendurchmesser: 186 mm
Einbauöffnung: 160 mm
Frästiefe: 8 mm
Einbautiefe: 84 mm

2 x 7_360 AmpPha 2 x 7_360 ImpPha 2 x 7_360 Winkel
2 x 7_360 kf90 2 x 7_360 wf Winkel 2 x 7_360 wf


Gehäuse
KeraStand
Nachdem das Gröbste mit der Zusammenstellung der Chassis schon erledigt war, galt es, das richtige Häuschen für die Lautsprecher zu finden. Hierbei ging es weniger um das benötigte Volumen, das wählten wir nach ein paar Simulationen mit LSPCad mit 44 Nettolitern ordentlich groß und, da wir auf keinen Fall einen Subwoofer dazustellen wollten, in reflexgetuned. Das ist schon recht happig für eine kompakte Ausführung, obwohl die Schallwand wegen der Chassisgrößen mindestens 50 cm Höhe haben wollte. Gesagt, getan. Damit die Box nicht allzu unförmig wirkt, machten wir die Front praktische 25 cm breit und hätten bei gewohnt rechtwinkligem Aufbau eine Tiefe von gut 50 cm erhalten. Also malten wir uns einen trapezförmigen Grundriss mit seitlichem 5-Grad-Winkel auf unser elektronisches Zeichenblatt und waren mit der Gestaltung des Gehäuses fertig. Naja, so ganz stimmt das natürlich nicht, denn sofort kam die Idee, auch eine Standbox gleichen Volumens und Schallwandmaßen zu Papier zu bringen, die sich mit gleichem Winkel nach hinten verjüngt.

Recht einfach ist der Zusammenbau der Bretter, wenn man die Front und Rückwand mit dem Winkel von 5 Grad zugesägt hat. Das geht schnell mit einer Tischkreissäge mit Parallelanschlag von der Hand, wer sich ein solches, praktisches Werkzeug nicht für die Anfertigung eines einzigen Lautsprecherpaares gönnen möchte, kann auch eine Handkreissäge oder die gute, alte Holzraspel benutzen. Besser wird die Passgenauigkeit jedoch, wenn ein Schreiner für den Holzzuschnitt, vielleicht auch die Fräsarbeiten bezahlt wird. Meist ist er nicht viel teurer als der Baumarkt plus neu gekauftes Werkzeug.

Unter Verzicht auf die an dieser Stelle übliche Fotostory versuchen wir nun die richtigen Worte zu finden, um den Aufbau auch ohne Bilder zu beschreiben. Auf die rechtwinklige Bodenplatte zeichnen wir uns die Position der ersten Seitenwand auf und kleben sie mit dem hinlänglich bekannten Fugenleim an diesen Platz. Ihren aufstrebenden rechten Winkel bekommt sie von der anschließend eingeklebten Rückwand. Um dem Leim ein wenig Zeit zum Abbinden zu gönnen, bauen wir nun den zweiten Holzzuschnitt bis zu Brett 3 zusammen. Es folgen im Wechsel die Fronten, die Seiten und zum Schluss der Deckel.

Über Nacht trocknet der Leim vollständig aus und die überstehenden Deckel- und Bodenplatten können mit dem Bündigfräser bündig gefräst werden. Die restliche Glättungsarbeit übernimmt der Bandschleifer. Nun ist die Entscheidung fällig, wie die Oberfläche gestaltet werden soll. Furnier, Klebefolie oder Zeitungspapier müssen vor dem Fräsen der Ausschnitte aufgebracht werden, Lackierungen erst danach. Wer noch keinen Fräszirkel besitzt, sollte sich einen nach der Bauanleitung dieses Magazines zimmern. Man(n) kann ihn sicher auch für andere häusliche Bauvorhaben gut gebrauchen. Zur Versteifung können auf die Innenwände an beliebigen Stellen schräg verlaufende Leisten hochkant aufgeleimt werden. Auch Weichfaserplatte im Bauch der Boxen ist eher nützlich als schädlich. Nach der Bastelarbeit sollte man auch den Gebrauch des Besens in Erwägung ziehen, der feine Schleif- und Frässtaub erfreut die Hausfrau eher nicht.

Kera360_2KompaktBauplan

Kera360_2Standbauplan

Weiche

Bass Weiche
HT Weiche
Zweige
Kera360_2 ImpKor

Nachdem für den Keramik-Hochtöner Mitspieler und Behausung gefunden waren, ging es daran, ihnen mittels einiger Bauteile nur die Frequenzen zukommen zu lassen, die sie auch problemlos verarbeiten können. Weil die beiden Bassmitteltöner ihren neuen Freund schön in ihre Mitte nehmen, dürfen sie sich auch die Bauteile der Weiche teilen. Der Abstand beider Chassis zum Mikrofon und damit auch zum Ohr des Zuhörers, wenn er richtig sitzt, ist identisch, auch wenn das untere näher zum Boden eingebaut ist. Der Frequenzgang der in die Box eingebauten 7-360/37 Hex ohne Beschaltung (grün) ist wie immer der Ausgangspunkt.für die Entwicklung. Darin ist ein kontinuierlicher Anstieg des Pegels von 200 bis 1100 Hz sichtbar, dem eine Senke und dann wieder ein Buckel bei 4 kHz folgt. Den Anstieg glättet eine Luftspule mit 1,4 mm Draht, die allerdings mit der Bezähmung des Buckels überfordert ist (rot). Mit der Unterstützung durch einen glatten Elko, der Kondensatorsorte, die wir mit Bedacht parallel zum Bass oder Mitteltöner bevorzugt einsetzen, fällt der Pegel ab 1200 Hz nun gleichmäßig steil und auch die Haken bei 8 und 10 kHz verschwinden im Keller (blau).

Der Hochtöner ist ein wenig lauter als die beiden Bässe (lila). Deshalb schalten wir einen sogenannten L-Regler aus festen Vor- und Parallelwiderstand (Mox, 5 Watt) in seine Zu- und Ableitungen. (grün). Zum Schutz vor zu tiefen Frequenzen legten wir dann noch einen 6 µF Kondensator (richtiger gesagt zwei Audyn Cap Q4 3,3µF und 2,7µF parallelgeschaltet), in den Signalweg (rot). Zum guten Schluss konnten wir mit einer Luftspule parallel zum Hochtöner aber vor dem Spannungsteiler den gewünschten Abfall der unteren Flanke herbeizaubern.
Der Schnittpunkt der Weichenzweige liegt bei fast exakt 2 kHz und um 6 dB unter der Summenkurve. Die leichten Welligkeiten nahmen wir wegen der guten Addition im Übernahmebereich gern in Kauf, sie werden großteils durch den Messabstand von einem Meter durch die Schallwand-Geometrie bedingt.

Da uns nach der Weiche immer noch fast 92 dB mittlerer Pegel für die Kera 360.2 übrig blieben, wäre es eine Schande gewesen, den Impedanzverlauf nicht zu linearisieren. Zwar wird immer wieder geschrieben, dass dies ausnahmslos für Röhrenamps wichtig sei, doch ist uns auch kein Transistor bekannt, der mit einem glatten Impedanzverhalten unglücklich wäre. Daher gehört die Impedanzkorrektur wie auch die Schrauben, Innenverkabelung und Dämmwatte auch immer zum normalen Lieferumfang.

kera360_2Weichenbild

Klang


KeraText3
Auch wenn du jetzt denkst, dass ich es gar nicht merke: Gerade hast du erst den Aufmacher angeschaut und jetzt bist du schon beim Klang angekommen. Hast du etwa die anderen Seiten erst einmal übersprungen? Naja, macht nichts, das haben fast alle anderen auch getan, die Neugier kann man nicht so leicht bezähmen. Mir ginge es da nicht wirklich besser, doch da ich erst ein Boxenpaar anfertigen musste, bevor ich sie hören konnte, wurde meine Geduld einer härteren Probe unterzogen. Was Eton mit der neuen Kalotte bezweckte, war klar, doch ob sie auf Grund ihres nicht ganz gewöhnlichen Konzeptes auch in die Regionen des ER4 aufsteigen konnte, musste sie in der Hörprobe beweisen. Die zog sich diesmal, wie auch diese Einleitung, in die Länge, denn gerade bei einem neuen Lautsprecher ist man nicht nur als Entwickler schnell bereit, sich von spektakulär anderer Darbietung gewohnter Geräusche blenden zu lassen. Wichtiger als die schnelle Probe, wozu der Hochtöner und mit ihm die Box fähig ist, war mir der Langzeittest, der offenbart, was in der ersten Euphorie reine Täuschung war. So nahm ich mir drei Wochen Zeit, in denen ich die Kera 360.2 immer wieder hörte, mit ER4-Boxen verglich, anderen vorführten und alle ihre Fehler kennen lernte. Es sei vorweg gesagt, dass ich an der Weiche nichts verändern musste, womit ich ehrlicherweise doch schon gerechnet hatte.

Kera360_2T1Da sind wir dann endlich bei dem Punkt, der die Butter aufs Brot bringt: Nein, ich kann nicht sagen, dass der ER4 oder der 26 HD 1 besser klingt. Der Titel “Aufbruch in neue Welten” verrät eigentlich schon alles. Der Airmotion-Transformer stellt Musik völlig unspektakulär auf einer weit nach hinten offenen Bühne dar. Alle Instrumente sind klar umrissen, Musiker haben Platz und streiten sich nicht um zu wenig Stühle. Ohne jede Anstrengung kann der Zuhörer jedem einzelnen Instrumentalist quasi beim Musizieren zusehen. Geräusche, die am Instrument durch darüber gleitende Finger oder zugehörige Bögen und Stöcke entstehen, werden so wiedergegeben, wie sie entstanden sind. Stimmen haben einen natürlichen Klang, als hätten sie gar nicht erst den weiten Umweg über das Mikrofon und den elektronischen Tisch des Tonmeisters machen müssen. Die perfekte Ablösung des musikalischen Geschehens von den Boxen gelingt dem Flacheisen wie kaum einem anderen.

Der Keramik-Hochtöner macht alles ganz genau so, nur rückt die Bühne dabei drei Meter näher an den Zuhörer, verliert aber nicht die Tiefe. Dabei hat der Zuhörer aber keinesfalls das Gefühl, von den Boxen bedrängt zu werden. Unterschiede sind natürlich auch vorhanden. Wo der ER4 eher verliebt sanft schmeichelt, analysiert der 26 HD 1 ein wenig mit mehr Härte, wird dabei aber niemals lästig, wie es vielen anderen Hartkalotten leider anzulasten ist.

Es war die Selbstverständlichkeit, mit der die Kera 360.2 jede Musik richtig darstellte, die ich dem Hochtöner mit dem neuen Verbundwerkstoff anfangs nicht glauben wollte, die kannteich bisher nur vom Faltenbalg (ER4). In den letzten drei Wochen habe ich erfahren, dass es tatsächlich möglich ist, alle Obertöne ein bisschen anders zu Gehör zu bringen, ohne in meinen an den ER4 gewöhnten Ohren falsch zu klingen. Andere Welten halt, wie sie der Liebhaber von Metallchassis vielleicht bevorzugen würde, aber ohne jede Schärfe.

Das erstaunlichste Erlebnis bescherte mir jedoch eher unfreiwillig und sicher nicht absichtlich meine Frau, als sie während einer Hörprobe, bei der von meinem Plattenspieler Pink Floyd’s “Wish you were here” angemessen laut zum Besten gegeben wurde, zu mir in den Laden kam. Sie hatte ein neues Handy bekommen und erzählte mir sogleich von den vielen Dingen, die das Ding beherrschte und die niemand braucht. Als ich sie nach ein paar Minuten fragte, ob sie die Musik noch kennt, hörte sie einen Augenblick zu: “ Klar, Pink Floyd” und unterhielt sich weiter mit mir über ihren Arbeitstag. Die Musik war wirklich laut, meine Frau hat nicht, wie immer üblich, wenn gerade das Radio an “normalen” Boxen läuft, gefragt, ob ich den Krach leiser machen könne. Als ich sie darauf ansprach, erklärte sie, dass sie die Musik gar nicht als laut wahrgenommen habe. Das war sicher so ziemlich das beste Kompliment, das ein berufener Mund der Kera machen konnte.

Udo Wohlgemuth

 

Zur Kera 360.2 im Shop

zur Kera 360.1 im Shop

 

KeraText2

kera360.2_1, keraheimkino_1

 

Holzliste in 21 mm Multiplex:

Standbox:
115,8 x 27,0 (4x) Seiten
115,8 x 22,0 (2x) Front
115,8 x 14,0 (2x) Rückwand
27,0 x 27,9 (4x) Deckel/ Boden

Holzliste in 22 mm MDF
mit 2 mm Leimzugabe:

Kompaktbox:
50,0 x 42,0 (4x) Seiten
50,0 x 22,0 (2x) Front
50,0 x 29,0 (2x) Rückwand
32,2 x 41,6 (4x) Deckel/ Boden

Front, Rückwand und Seiten
müssen mit einem Winkel von 5°
selbst zugesägt werden.

Außenfräsungen:

7-360: 7 mm tief
26HD1: 5 mm tief

Die Fase an Kera360_2T2Deckel und Boden kann mit der Oberfräse, der Handkreissäge oder dem Elektrohobel angefertigt werden.

Kera360_2_Amplitude Kera360_2_Impedanz
Kera360_2_Winkel Kera360_2_Klirr mit 90 dB
Kera360_2_Wasserfall_Winkel Kera360_2_Wasserfall

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