Torstens BlueNote

Es fiel mir ein kleiner unscheinbarer HiFi -Laden in meiner Gegend auf, cool dachte ich mir, da geh ich mal hin, wenn ich Zeit hab. Der Tag war gekommen, ich ging zur Tür rein, wurde herzlich begrüßt. Nach einem kurzen Plausch winkte der Inhaber, ich solle ihm folgen. Eine kleine Wendeltreppe führte hinab in den Keller, ein Gewölbe tat sich mir auf, das Hörstudio.

Er erklärte mir kurz was zu der Anlage. “Blues line” kannte ich zuvor nicht. Er legte The Rolling Stones  „Stripped – Love In Vain“ auf  …..ein breites Grinsen machte sich bei mir breit, dann eine alte Elvis Scheibe …alt? keineswegs das war echt der Hammer. Egal was er auflegte …Genial! Wieder Zuhause Musik an…??? wie jetzt, dachte ich, probierte noch ein wenig…nee da öffnet sich nicht wirklich ein Klangfenster…  klack aus. Das kann nicht sein dachte ich mir. Neue Lautsprecher müssen her.

Ich ging ein zweites Mal hin in diesen kleinen HiFi-Laden, um mir ein paar Lautsprecher  anzuhören. “Blues line” gegen den Rest, der da so rumstand, alles High End Kisten B&W, Martin L. usw. “Blues line” blieb mein Favorit, doch der Preis schreckte mich ein wenig ab.

Also musste mal wieder das Internet herhalten und die Suche ging los. Besuchte auch hier und da einige HiFi-Studios, es war ernüchternd.

Wie jeder hier kommt man irgendwann zu Udo, wenn man sich wieder mal entscheidet, seine Boxen  selber zu bauen. Da es nicht meine ersten waren, die ich selber baue, sollte es doch keine Schwierigkeiten geben.  Einige Tage später bestellte ich ungehört die Bluenote bei Udo, weil die angegebenen Klangbeschreibungen passten.  Verrückt oder?

Bau

Jo, so soll’s sein, schwirrte mir im Kopf …das Bild war da, meine Bluenote. Design ? Schlank  Antik Look, das sind die kleinen Ungenauigkeiten, die ich so mag, wie so ein antikes Möbelstück, es muss Wärme ausstrahlen. Die endgültige Form entstand während des Baus. Entgegen Udos Bauvorschlag habe ich das Gehäuse aus einer Kombination aus 12mm MDF und 16mm Leimholz gebaut, und zwar außen 16mm Leimholz und innen 12mm MDF, 5mm Öko-Trittschalldämmung ist später dazugekommen, so dass eine Wandstärke von 33mm entstand. Für die Verstrebungen hab ich 22mm MDF aus Reststücken verbaut.

Die erste MDF- Kiste hatte ich zusammengeleimt, da stand sie diese Kiste…neee dachte ich.

Noch mal ne Skizze auf ein Stück Karton gekritzelt. Die Front kippte ich ca. 4cm nach hinten,  die Seiten wanderten um je 1,5cm hinten nach innen, so gibt es keine parallelen Wände, stehende Wellen sollten somit auch reduziert sein. Durch die kleinen Veränderungen sind die Kisten ein klein wenig höher und tiefer geworden. Die zweite MDF- Kiste bestätigte es, die kleinen Veränderungen machten den Unterschied. Nicht mehr so klobig.

Die Leimholzplatten leimte ich flächig auf die MDF- Kisten. Klingt einfach, aber es entstanden ungeahnte Problemchen, die Kiste nach Hinten zu verjüngen Boden, Deckel und Verstrebungen mussten den neuen Winkel angepasst werden.

Die Front ist von mein Schwager gefräst worden, da ich keine Oberfräse hab.

Beim Feinschliff kam mir der Gedanke die Seiten abzurunden. Werkzeug…ein Hobel… Ecken und Kanten sollten auch dem Hobel zum Opfer fallen. Zum Schluss schleifen, schleifen, schleifen, danach hatte ich einen Müllsack voller Späne. Fertig, nun Beizen (Nussbaum-Teakgemisch). Vor den Beizen sollte man das Holz anfeuchten, damit sich die Fasern vom Holz aufstellen und man sie wegschleifen kann. Soll ja schön glatt werden. Vor den eigentlichen Beizen nochmaliges Anfeuchten des Holzes notwenig. Ganz wichtig! Holzleim nimmt keine Beize auf, bleibt hell, einfach nachschleifen.

Wachs (Antikwachs) auftragen, polieren, fertig.

Als endlich die Bausätze kamen mit den neuen 8-502/C8/32 HEX aus der Eton Symphony Serie, ging es sofort weiter. Die Frequenzweiche hab ich auf ein Stück Sperrholz montiert, ging recht fix. Chassis rein, fertig. Stolz wie Oskar schaute ich mir mein Werk an. Aus irgendeinem Grund klopfte ich die Kiste ab, etwas “topfig” hmmm, egal, erst mal testen.

Test Nr.1: OK funktionieren. Nach ein paar CDs  stand fest, gegen diesen topfigen Klang musste was unternommen werden. 5mm Öko-Trittschalldämmung besorgt, in Streifen geschnitten und durch die Bassöffnung flächig auf allen Seiten innen verklebt. Fummelig, aber es geht.

Test Nr.2: Der topfige Klang war weg. Endlich fertig.

Klang

Im Vergleich zur “Blues line”, was ja meine Reverenz ist, klingt die Bluenote dezenter aber  ebenbürtig. Nicht ganz so aufdringlich, würde sogar fast meinen Harmonischer durch den ER4. Zum Testen hatte ich eine alte JVC-Endstufe (20 Jahre alt), neuen Yamaha Receiver und vom Kumpel Marantz-Endstufe zur Verfügung. Klanglich gibt es da kaum oder keine Unterschiede, messtechnisch vielleicht ja. Für unsere Holz-Ohren unrelevant. Kritisch legten wir eine CD nach der anderen auf.  Rock, POP, Klassik, Blues, Trance usw. egal souverän! Schlechte Aufnahmen werden erbarmungslos entlarvt. Der Bass kommt staubtrocken und abgrundtief. Die Höhen entfalten sich mit der Zeit wirklich immer weiter, die Mitten scheinbar perfekt. Die BlueNote hat meine Erwartungen wirklich bei Weiten übertroffen.

Mein Fazit

High End  by Udo

Torsten

 

Der Nachfoger der BlueNote heißt Linie 53

Zur Linie 53 im Online-Shop

 

Verwandte Beiträge

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2011/07/15/torstens-bluenote/

Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment