SB 417 by Stefan

Auf der Suche nach einem neuen Projekt hab ich mich viel im Internet umgeschaut, hab viel gelesen, bin sogar den Weg zum Fachhändler gegangen, um mir Ideen zu holen. Lautsprecherbau.de war in dieser Zeit längst zur Pflichtlektüre geworden. Doch mit meinen Onkyo- Lautsprechern war ich ja eigentlich gut ausgestattet. Dann bin ich irgendwann über einen DIY-Verstärker gestolpert.

Nach wochenlanger Recherche entschied ich mich für den Bau des SymAsym Verstärkers. Nach knapp fünf Monaten Bauzeit war das Projekt im Mai diesen Jahres abgeschlossen. Die Onkyo-Lautsprecher spielten jetzt weitaus dynamischer und ich war rundherum zufrieden.

Nichtsdestotrotz las ich weiter in diversen Foren. Udo´s Magazin, seine Neuentwicklungen und die begeisterten Leserberichte weckten mehr und mehr mein Interesse. Am meisten Interessiert war ich jedoch an jedem Bericht, in dem die SBAcoustics-Chassis eine Rolle spielten. Ich Liebäugelte auch mit den Quickly´s und Firsttimes, schließlich sollte dies mein erstes Lautsprecherprojekt werden. Doch seit dem Erscheinen der SB 18 wuchs ständig die Lust, auch mal einen „Bluesklasse“ Bausatz auf die Beine zu stellen. Und wie das Leben so spielt, erschien nach der Fertigstellung meines Verstärkers im  Mai auch die SB 417, gross, imposant, bestückt mit vier 17ern. Wahnsinn diese Optik! In meinen Augen genau das Richtige. Imposanter als die SB36, doch weniger mächtig als die SB240. Die musste ich einfach Probe hören.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Udo bereits per Mail „kennengelernt“ und war positiv überrascht. Relativ spontan entschied ich mich dann, ihm im Juni einen Besuch abzustatten. Schließlich wollte ich mir selbst ein Bild der akustischen Qualitäten seiner Schallwandler machen. Der Besuch war die Anreise definitiv wert, eine absolute Empfehlung. Andere Besucher hörten sich bereits die Duetta an. Ich durfte mich dazugesellen, lauschte der Duetta, fachsimpelte mit den anderen Gästen, während Udo eine Scheibe nach der anderen auflegte. Danach wurde noch die Duetta Top gegengehört, bevor endlich die SB417 an der Reihe war. Nun stand Sie da, und durfte zeigen, dass Sie den Eton-Kreationen weit weniger N nachstand, als man vom Preis her vermuten sollte. Auflösung und Räumlichkeit waren für mein Empfinden absolut hervorragend. Doch auch der anschließende Small-Talk mit Udo bereitete mir großes Vergnügen.

Nach meinem Besuch vergingen wieder einige Tage, in denen ich hin- und her- überlegte, ob es nun die SB36 oder SB417 werden sollte. Schlussendlich entschied ich mich für die größere Portion Dynamik. Wieder verbrachte ich Stunden bei Udo im Laden, packte anschließend MEINE 417er ins Auto, und fuhr voller Zufriedenheit heim.

Zu Haus angekommen musste ich ersteimal meine Neugier befriedigen und die Chassis ein weiteres Mal „befingern“. Materialwahl und Verarbeitung überzeugten vollends! Einfach tolle Qualität!

Der Bau:

In den nächsten Tagen machte ich mich über die Frequenzweiche her. Das Layout war schnell geroutet und geätzt. Der Aufbau verlief problemlos.

Parallel dazu wurde das Gehäuse mittels CAD Software weiterentwickelt und meinem Wohnzimmer angepasst. Ich reduzierte die Höhe auf 1,10m, verbreiterte die Schallwand um 1cm und passte die Tiefe dem vorgegebenen Volumen an.

Als ich meinem Cousin Basti von meinem Vorhaben erzählte, war er sofort mit im Boot. Er war es auch, der mir den Vorschlag für´s Finish des Gehäuses machte: Ich dachte über Multiplex nach, schwarze Schallwände aus MDF, über verschiedene Furniere oder das Lackieren. Ihm war aber anscheinend langweilig,  weshalb er anfing, ein bisschen mit Massivholz zu experimentieren.

Massivholz heißt in diesem Fall Eiche! Weil Massivholz aber schnell mal reißt, haben wir uns was überlegt: Leimholz ist das Material der Wahl! Fertiges Leimholz wäre aber wiederum viel zu einfach zu verarbeiten, weshalb wir uns dann für eine Eigenproduktion entschieden haben.

Also machten wir uns daran, aus einzelnen Eichenbrettern, und vielen, vielen Abschnitten ein fettes Holzpaket zu leimen. Bei der Menge an Schnitten und der damit verbundenen Spalten sind allerdings heftigst viele Schraubzwingen von Nöten. Hinzu kommt noch ein gewisser Zeitdruck beim Zusammenbau, da der Leim nach einer Weile beginnt anzuziehen. Insgesamt hat´s dann aber ganz gut geklappt.

Nachdem wir den „Miniatur Leimbinder“ fertig hatten, wurde dieser dann wieder zersägt, und danach auf 21mm Dicke gehobelt, entsprechende Werkzeuge hat Basti zum Glück zur Verfügung!

Danach habe ich die entstandenen Bretter in Form gesägt. Apropos Form: Im Moment sind ja viele gerundete Lautsprecher im Umlauf, viele eckige Kisten, und viele CNC gefräste Kunstwerke. Ich wählte mal einen gesunden Mittelweg, indem sich die Gehäuse verjüngen. Im Vorfeld hab ich viel mit CAD-Zeichnungen experimentiert, hin und her  gerechnet, Skizzen verworfen und neu designed. Schlussendlich hatte ich einen Entwurf, an dem ich entweder rechte Winkel, oder aber 10° Winkel zu sägen hatte. Das sollte die Arbeit schon einmal ein gutes Stück erleichtern.

Als ich alle Bretter soweit fertig zugeschnitten hatte, hab ich alle mit identischem Anschlag auf Länge abgesägt. So entstehen schon mal keine Lücken beim Zusammenbau, und außerdem erspart man sich die Schleifarbeit.

Bei 1,10m Höhe neigen die Bretter möglicherwiese zum Schwingen. Um das von Vornherein auszuschließen, haben wir ein paar Verstrebungen aus 25mm Multiplex gefertigt. Dazu haben wir das Rohmaterial auf der Kreissäge in Form gebracht, anschließend mit der Stichsäge ausgeschnitten und mit der Oberfräse abgerundet. Drei Verstrebungen pro Box dürften dem Gehäuse ausreichend Stabilität geben. Für einen festen Halt der Gehäuse sorgen neben jeder Menge Leim auch noch ein paar Holznägel, die wir rundherum einfügten.Nach und nach nahmen die Gehäuse Gestalt an. Die Frequenzweichen wurden verkabelt und eingebaut.

Kurz nach dem Verschließen der ersten Box kam die technische Bauaufsicht vorbei und inspizierte die erledigten Arbeiten. Offensichtlich gab es nichts zu beanstanden und wir konnten weitermachen. 😉

Die fertigen Rohgehäuse sahen dann so aus:

Nun folgte die Feinarbeit. Schleifen, schleifen, schleifen. Bei Eiche gar nicht so einfach, wie ich es von MDF gewohnt war…

Im Anschluss daran ging’s dann direkt weiter mit der ersten Schicht Hartwachsöl. Diese sollte erst einmal gut zwei Tage ruhen, ehe man sie mit einer feinen Stahlwolle aufpoliert und eine neue Schicht Hartwachs aufträgt. Wir haben die Gehäuse zweimal komplett und einmal stellenweise damit behandelt. Der Effekt ist grandios. Das Holz wird leicht angefeuert, behält aber seinen natürlichen Look. Klasse!

Die Endmontage erledigten wir dann im heimischen Wohnzimmer. Die selbstgedrehten Füße wurden angeschraubt, Lausprecheranschlüsse ebenso. Danach folgte der Einbau der Chassis. Alles verlief problemlos. Vor dem Anschließenden Probehören war ich trotzdem nervös wie ein kleiner Junge vorm Weihnachtsbaum.

Der Klang:

Mittlerweile sind einige Tage vergangen. Keiner jedoch ohne eine Portion SB-Acoustics. Diese absolut legale Form der Bewusstsein erweiternden Droge genieße ich jeden Tag auf´s Neue. Egal ob Bluesrock von Joe Bonamassa, oder ein paar fette Gitarrenriffs von Volbeat oder Pearljam, die SB 417 bleibt stets Herr der Lage. Der Hochton fein auflösend, der Grundton absolut kontrolliert. Stimmen werden absolut realistisch dargestellt. Ehrensache, dass auch das Album „Friday Night in San Francisco“ von Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía gehört wurde. Schließlich fand dieses in Udo´s Baubericht besondere Erwähnung. Beeindruckend! Die Kombination aus SymAsym und SB 417 glänzt mit toller Teamarbeit. Selbst Deutschrap hat sich schon in meinen Player verirrt. Tief und druckvoll rollen die Beats von Samy Deluxe. Subwoofer? Nein Danke, kein Bedarf.

Auf der anderen Seite mache ich ebenso neue Erfahrungen. Beim gelegentlichen leise hören, bei dem die Musik eigentlich Nebensache sein sollte, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich genau hinhöre. Jeder Ton sitzt an der richtigen Stelle, nichts wirkt aufgedickt und nichts fällt unter den Tisch. Ganz im Gegensatz zu den oft gehörten Sub-Sat-Systemen, bei denen sich der Subwoofer geradezu aufdrängt, wenn mal leise Töne angeschlagen werden.

Alles in allem muss ich Udo absolut Recht geben. Die SB 417 ist eine absolut „Runde Sache“. Da passt einfach alles. Chapeau Udo – ich ziehe meinen Hut!

Hier ein paar Impressionen der fertigen Lautsprecher:


Schön zu sehen ist hier auch, dass wir die Fronten aus dem selben Leimholzbinder gesägt haben. Das führt zu einem einheitlichen Look, der jedoch trotzdem einzigartig bleibt!

Zu guter Letzt noch ein paar Schnappschüsse aus dem Wohnraum. Die Eichengehäuse harmonieren gut mit dem Laminat, wie ich finde. Und was die Möbel betrifft: Ich weiss ja jetzt, wie´s geht, vielleicht werde ich die auch durch Eiche ersetzen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte! 😉

Mein Dank gilt Udo, der mir jederzeit zügig und Kompetent auf meine Fragen geantwortet hat. Das ist Kundenbetreuung, wie man sie sich wünscht! Ganz großes Tennis!

Ein großer Dank gilt aber auch Sebastian, der mich während meines Projekts unterstützt hat und jede Menge Herzblut hat einfließen lassen.  Ohne ihn wären diese Gehäuse wohl nicht möglich gewesen – Riesendank!

Stefan

Dieser Bausatz ist leider nicht mehr lieferbar

 

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auf ihre Website https://www.acoustic-design-magazin.de/2011/10/15/sb-417-by-stefan/ erscheinen keine Fotos. Nur leere Stellen.

Danke für den Hinweis Paul. Wir kümmern uns drum.

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