Dirks Duetta Top

Eigentlich wollte ich mir ja ein paar “kleine” Rears bauen und hab mich dann für die Duetta Top entschieden. Aber wo drauf stellen, wenn in der Ecke nix steht und mir die normalen Standfüße irgendwie nicht gefallen… Also länger rumgrübeln, rechnen und irgendwann hat der Entwurf dann gepasst. Ich hab mich für die Spantenbauweise entschieden – gut, ging für diese Form glaub ich auch nicht anders.

Als erstes also die Frässchablone hergestellt.Die hab ich aus 8mm starken Sperrholz gefräst (sieht schwierig aus, aber außer einem selbstgebauten Fräszirkel braucht man weiter nichts). Ich hab erst die Rundungen ausgefräst und dann die geraden Kanten, dabei die Fräsbreite extra so gewählt, dass ich nachher das übrige Stück als “Abstützung” beim Fräsen benutzen kann – also etwas breiter als die kleinste Führungshülse der Fräse. Dann kippelt nachher die Fräse beim Ausfräsen der Boxenteile nicht. Die Innenfräsung ist natürlich ähnlich mit Abstützung.

So sieht das Ganze zum Schluss aus (das Innenteil nimmt dann die Stichsäge raus)

Man sieht oben die zwei Streben, die ich gelassen habe, um zum einen die Vorlage zum Fräsen aufschrauben zu können und zum anderen hab ich 3 Einzelteile mit Streben gefräst, um die Stabilität der Box zu verstärken. So, nun kommt der recht arbeitsaufwendige Teil, 3x ohne Ausfräsung in der Mitte (2x Fronblende und 1x Boden), 3x mit Verstrebung und 10x ohne Streben. Das geht allerdings nur mit Absaugung, da fallen eben ein paar Späne an!

Dann wa die Frontblende zu fräsen , das war nicht so schwer, Fräszirkel und variable Rechteckschablone, schon passt es. Apropos Frontblende – dafür natürlich die Vorlage nur da festschrauben, wo nachher die Löcher für die Lautsprecher reinkommen – also oben und unten nur mit Schraubzwinge, die dann versetzt wird, ansonsten gibt’s unschöne Löcher! Nach getaner Arbeit sieht das sieht dann so aus.

Nun geht’s auch schon ans Verleimen, ich hab immer erst 2 Platten zusammengeleimt , dann die wieder usw. In eins der hinteren Stücke hab ich dann noch einen Kanal nach unten für die Kabel gefräst. Dann hängen nachher die Kabel von oben nicht einfach so runter – sieht besser aus! Da ein Biwiring-Terminal mitgeliefert wurde, habe ich also 2 Kabel nach unten verlegt, dann kann ich vielleicht später mal diese Option nutzen.

Während die ganzen Teile beim Verkleben ja auch trocknen müssen, schon mal die Weiche zusammenbauen und auf der Rückwandverstärkung anbringen. Dabei drauf achten, dass die Grundplatte für unangenehme Eventualitäten nicht größer als wird als die Ausfräsung des Lautsprechers ( ich hoffe, das brauch ich nie !).

Vor der Schallwand noch die Dämmung rein und dann drauf damit!

Nachdem der “Rohbau” soweit fertig war, habe ich in den Fuß die Aussparung fürs Terminal gefräst. Etwas ungewöhnlich, aber da sowieso noch kleine Füße montiert werden, eine für mich recht elegante und dezente Lösung – woanders wäre für das recht große Terminal eh kein Platz gewesen.

Und jetzt kommt der wohl unangenehmste Teil des Ganzen – das Schleifen! Die geraden und mit einem Schleifer “erreichbaren” Rundungen waren nicht so ein Problem, aber die Innenrundungen schon. Da hilft nur ein passendes Stück Rohr (das übrige Ende des Reflexrohres war wie gemacht dafür), jede Menge Schleifpapier, mächtig viel Muskelkraft und ganz viel Zeit! Angefangen hab ich mit Körnung 40 – das war allerdings ein ganz ärgerlicher Fehler! Ich habe ewig gebraucht, um die Krater mit 80er wieder rauszuschleifen .Dann weiter mit 120 und 180, zum Schluss dann das Finish mit 240er, die Seiten habe ich bestimmt 6mal ordentlich gewässert und nachgeschliffen, bis ich zufrieden war. Dann habe ich die Front und Rückwand weiß gebeizt und anschließend das Ganze mit Antik-Wachs gewachst, die Seiten mehrfach richtig dick und dann poliert. Das geht super und das Wachs verschließt dann auch gleich die Fehlstellen im Multiplex.

So sieht das Ganze dann im vorläufigen Probelauf aus.

In der Mitte seht ihr auch den Hauptgrund, warum es etwas länger gedauert hat, diesen Baubericht zu schreiben bzw. endgültig fertigzustellen (es gab noch ein paar mehr – Puppenstubenbau usw.). Steht im Moment noch etwas „gedrängt“ und nicht optimal zusammen, das wird sich aber ändern, wenn das Wohnzimmer endlich vergrößert ist und das Ganze seinen vorgesehenen Platz einnehmen kann. Klanglich kann ich mich eigentlich nur allen „Vorbauern und Vorhörern“ anschließen, nach kurzer Einspielzeit höre ich meine Duetta-Top fast ausschließlich. Im direkten Blindtest gegen Eigenbau Temperance und gekaufte Sl590DC haben sich mehrere Familienmitglieder eindeutig für die Duetta-Top ausgesprochen, das sagt eigentlich alles. Ein erstaunlicher Bass (ok, für Orgelwiedergabe und diverse elektronische Attacken hab ich den Sub) und der immer als „legendär“ beschriebene Eton ER4 ist in der Wiedergabe eh nicht zu schlagen. Vor allem Klassik und Gesang sind für mich die Wiedergabestärken der Duetta-Top. Nun kommt ja bald Weihnachten, dann soll der alte auf dem Sub stehende Probeverstärker einem Röhrenverstärker weichen. Das gibt sicher nochmal einen ordentlichen Qualitätsschub.

Zum Schluss noch ein ganz dickes Dankeschön an alle hier im Forum für die schnellen und hilfreichen Antworten und extra noch ein DANKE an Udo. Schneller und kompetenter kann man auf Fragen nicht antworten, das wird mit Sicherheit nicht die letzte Box sein. Danke auch für die schnelle Nachreichung des Weichenplans.

Dirk

 

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