Sep 04 2016

Nie wieder Hifi – oder SB 417

Nie wieder Hifi!

Das war mein Gedanke vor mittlerweile fünfzehn Jahren, kurz bevor ich meinen damaligen Technics Verstärker samt Lautsprechern einem guten Zweck spendete. Dem vorausgegangen war der Kauf meiner ersten Tonstudiomonitore. Auch wenn diese aus heutiger Sicht wirklich der absoluten Einsteigerklasse entstammten (Samson Resolv), erlebte ich mit ihnen mein erstes Mal “richtig Musikhören” und genau jenes Erstaunen, welches hier in so vielen Berichten entweder nach dem Besuch in Udos Klangwerkstatt oder der Fertigstellung der neuen Lieblinge beschrieben wird. Ich entdeckte vorher nie gehörte Details und war entsetzt, wie viele Überraschungen sich bis dahin in meiner Musiksammlung vor mir versteckt hatten. Präzision, Auflösung und Räumlichkeit sind drei Merkmale anhand derer ich persönlich seitdem einen Lautsprecher beurteile. Da ich mittlerweile auch hobbymäßig Musik aufnehme und mische, ist ermüdungsfreies Hören für mich ebenfalls sehr wichtig. Bis heute genieße ich Musik auf Studiomonitoren der Marken Krk, Neumann oder Genelec. Alle Lautsprecher, welche mir über die Jahre bei Bekannten oder in Testräumen großer Elektrofachmärkte begegneten, konnten mein Herz nicht erobern. Im Gegenteil: Diese Hifi Luftpumpen mit den weichgespülten Mitten und Höhen (die bestenfalls leise genug sind, um nicht weh zu tun) können mir gestohlen bleiben. Punkt.

Punkt? Nein, kein Punkt. Sonst wäre der Beitrag hier wohl falsch. Nun entstand vor einiger Zeit bei uns zu Hause der Wunsch, auch im Wohnzimmer eine Möglichkeit zum angenehmen Musikhören zu schaffen, samt Server für die heimische Musiksammlung und einer Streamingmöglichkeit für portable Geräte sowie Tidal und Konsorten. Welche Lautsprecher eignen sich dafür? Ein paar Studiomonitore auf Ständer packen? Ist optisch wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Sowohl die Gehäuseformen als auch die zumeist eingebaute Taschenlampe in Form einer Statusanzeige-Led vermitteln kein behagliches Wohngefühl. Eine kurze Recherche im qualitativ besseren Hifi-Segment schreckte mich eher ab, da ich mir ja zwei Lautsprecher und nicht einen halben Kleinwagen vor die Couch stellen wollte. Das Thema wurde zunächst auf Eis gelegt.

Kurze Zeit später bastelte ich am ersten Diy Projekt meines Lebens. Der Nachbau eines alten Telefunken Röhrenmikrofons gelang mir überraschend gut und ich hatte neben einigen schönen Stunden an der Lötstation auch noch jede Menge gelernt und enorm viel Geld gespart. Warum ich das erwähne? Nun – es war der Weg, wie ich auf die Magazin- Seite hier gelangte. Ein Kondensator stammte nämlich aus der Produktpalette von Intertechnik.

Bens SB 417

Von purer Neugier angetrieben, welche Firma solche Bauteile fertigt, suchte ich im Internet danach und was folgte, könnt Ihr Euch ausmalen. Lesen, schauen, Links anklicken, abwägen, Berichte suchen und das Ganze von vorn. Das Konzept von ADW hat mir dabei am Besten gefallen und so habe ich die Seiten hier verschlungen. Bis der Kopf ordentlich schwirrte und die Entscheidung feststand: Ich bestelle einen Bausatz und baue meine Lautsprecher selbst.

Meine Wahl fiel auf die SB417, weil ich in meiner ersten „Lautsprecherbau-Runde“, nicht sofort einen mehr als doppelt so teuren Eton Bausatz der Gefahr der Komplettzerstörung aussetzen, mir aber dennoch die viel zitierte Bluesklasse ins Haus holen wollte. Ein Standlautsprecher sollte es sein und da passte der SB417 mit seinen Abmessungen gut ins Konzept.

Warum ich trotz meiner oben erwähnten Ansprüche trotzdem zu keinem Hörtermin fuhr, kann ich gar nicht so recht sagen. Vermutlich hat mich die Aussicht auf den Bau und neue Dinge zu lernen mehr gereizt, als das Klangerlebnis selbst. Außerdem waren die Bauberichte im Magazin für mich Garantie genug, nicht völlig daneben zu greifen. An dieser Stelle einmal vielen Dank an alle, die hier geschrieben haben. Ihr habt mich gepackt und mir als stillen Leser unheimlich viele gute Tipps und Ideen vermittelt!

Meine Gedanke war: Wenn die Boxen wirklich halten, was alle versprechen, kannst Du damit nichts falsch machen und falls du danach noch eine Klasse aufsteigen möchtest, dann fährst du auch zum Probehören.

Zudem weiß ich, dass unserem Wohnzimmer eine wichtige Komponente fehlt. Der Raum ist akustisch nicht behandelt. Der Hörgenuss wird demnach sowieso nicht perfekt. Was nützt das Edelchassis für den Bass, wenn das Zimmer, in dem es spielt, einem die Raummoden nur so um die Ohren haut, dass es (k)eine Freude ist? Wofür braucht man ein bei Neumond handgeflochtenes Lautsprecherkabel aus garantiert handgeschürftem Kupfererz, wenn die Reflexionen im Hörraum am Ende den Frequenzgang zerfetzen? Ich habe Unmengen an Zeit und einiges an Material in mein privates Tonstudio versenkt, bis der Raum keinen eigenen Klang mehr hatte. Allein der Dämmstoff für die Bass-Traps hätte vermutlich für die gesamte Tiny House Bewegung einer mittleren Großstadt ausgereicht. Sei’s drum, jetzt ist der Raum sauber und bis auf eine blöde Mode bei 42 Hz, der ich bei Gelegenheit nochmal mit einem Helmholtz Resonator auf den Leib rücken muss, passt es. Für einen Hobbyraum zumindest. Das Hörerlebnis war wirklich die Mühe wert und die Investition die Beste, die ich in den letzten Jahren machen konnte. Im Wohnzimmer werde ich wohl nur dezentes Spot-Treatment betreiben können. Wenn ich mich dort so austobte wie im Studio, wäre der WAF einer Granduetta wohl das Geringste meiner Probleme. Wenn die Anlage steht, werde ich sehen, was möglich ist. Erstmal müssen die Lautsprecher zusammengesetzt werden.

Da ich nicht der geborene Heimwerker bin, sondern mir meine Fertigkeiten regelmäßig eher mühsam antrainiere, war mein Respekt vor der Aufgabe durchaus groß. Ich bewundere jeden Baubericht, in dem ausgefallene Formen und Materialien zum Einsatz kommen. Wenn ich dran bleibe, komme ich bestimmt noch dahinter wie das Ein oder Andere funktioniert, aber für meinem Erstlingswerk habe ich mich bewusst für die einfachste Gehäusevariante entschieden. Bauplan nehmen, Bretter bestellen und stumpf verleimen. Immer her mit den MDF Platten! Einzig die Seitenteile wollte ich zwecks optischer Verschlankung absetzen und so wählte ich dafür 21mm Birke Multiplex. Dieses sollte dann gebeizt und mit Wachs versiegelt werden. Für die restlichen Sichtkanten inkl. Front wählte ich schwarzen Lack. Also frisch ans Werk.

Die zugeschnittenen Bretter lieferte mir ein Online Händler. Im Gegensatz zu den Baumärkten in meiner Umgebung hat mich dieser noch nie mit ungenauen Schnitten überrascht. Die Toleranzen bei Brettern dieser Größe liegen bei ca. einem halben Millimeter. Mein Gerätefuhrpark wurde vor Kurzem um eine Oberfräse erweitert. Nach ein paar Runden um einige Übungsbretter hatte ich Spaß an der Bedienung gefunden und genug Mut gesammelt, die “richtigen” Holzstücke zu malträtieren. Alle Ausschnitte für die Chasis gelangen dank eines Fräszirkels wirklich gut und schnell. Die Ausparungen für die HT Anschlussfahnen wurden mit einem Dremel ausgeschliffen. Um die Leistung der Hochtöner später auch gut beurteilen zu können und mir erst beim Probehören die Luft wegbleibt, verwendete ich sowohl Gehörschutz, als auch Atemmaske.

Bens SB 417 Bens SB 417

So `nen „Supermegawerkstattstaubsauger“ muss ich mir allerdings noch zulegen. Ohne ist es doch recht wüst.

Bens SB 417 Bens SB 417

Der Zusammenbau der Bretter war zum Glück kein Hexenwerk. Mit dem vielzitierten Fugenleim klappte alles prima.

Bens SB 417 Bens SB 417

Die Seitenwände habe ich – wie oft empfohlen – etwas zu groß bestellt, damit diese beim Verleimen zur Not etwas “schwimmen” konnten, ohne mein Nervenkostüm zu ruinieren. Den Überstand habe ich dann später mit einem Bündigfräser abgenommen. Meine Definition von „ausreichend Leim“ kann man hier sehen.

Bens SB 417 

Die Fasen sind ein optisches Gimmick. Wenn man einmal die Oberfräse in der Hand hat, ist es wirklich schnell und einfach gemacht. Mir war bewusst, dass ich mit meinen Mitteln die Schnittkanten vermutlich nicht auf Dauer verschwinden lassen kann. Deshalb habe ich sie mit einem Schattenfugenfräser hervorgehoben. Optisch nicht die edelste Variante aber eine gute Möglichkeit die Problematik zu umschiffen. Mein Fazit an dieser Stelle: Ich sollte mich dringend mit dem Thema Gehrungschnitt beschäftigen.

Bens SB 417Bens SB 417

Danach ging es ans Schleifen. Gewässert habe ich auch, obwohl es zumindest bei diesem MDF nicht nötig war. Hatte in der Vergangenheit schon ziemlich pelzige Exemplare, die sich gegen Kontakt mit Flüssigkeit jedweder Art erstaunlich hartnäckig wehrten.

Es war Zeit, eine Basis für den Lack zu schaffen. Meine Recherche im Vorfeld hatte viele Fragen beantwortet und noch mehr aufgeworfen. Welche Grundierung? Wie die Schnittkanten vom Mdf versiegeln? Wie die Poren füllen? Welchen Lack verwenden? Wie viele Schichten? Wie auftragen? Welche Oberflächenqualität kann ich erreichen? Und: Werde ich mit dem Ergebnis zufrieden sein?

Die kurze Antwort auf diese Fragen für einen wie mich, der noch nie in seinem Leben etwas lackiert und hohe Ansprüche hat, lautet: Geh zu einem Profi, gib ihm Geld und lass Dir die Lautsprecher lackieren! Nun impliziert aber der Begriff Lautsprecherselbstbau in meinen Auge schon irgendwie, dass man es zumindest selbst versucht. Auf der anderen Seite habe ich ja auch nur einen Bausatz bestellt. Die Entwicklungsarbeit, welche nunmal Kunst und Leistung des Ganzen ist, wurde schon erfüllt. In meinem Fall von Udo. Ihm gebührt alles Lob für diesen Lautsprecher und dieser Stelle meinen herzlichsten Dank für seinen freundlichen und hilfsbereiten Service. Ich muss eigentlich nur zusehen, dass ich es beim Zusammensetzen nicht versaue. Also flott voran Richtung Super Gau.

Auf einem Testbrett habe ich verschiedene Aufbauten probiert und mich daraufhin für Folgenden entschieden.

Bens SB 417 Bens SB 417

Im ersten Schritt habe ich die Oberfläche mit West Grund versiegelt. Die Schnittkanten vom Mdf waren schon nach zwei Anstrichen völlig dicht. Alternativ hätte ich sofort mit Clou Schnellschleifgrund auf das MDF gehen können, aber beim Testbrett hat es mir kantenseitig zu viele Schichten gebraucht, bis es keine Flüssigkeit mehr aufgesaugt hat. Mit Kombifüller aus der Dose gab es beim Probieren auch gute Ergebnisse, doch zum einen ist die Reichweite viel geringer als mit einer vergleichbaren Menge Schnellschleifgrund und zum anderen hat letzterer ein sehr schnelle Trockenzeit, was den Schichtaufbau enorm erleichtert. Letztendlich waren es am Ende drei Schichten Schleifgrund, welche ich immer feiner geschliffen und am Ende mit 400er Schleifpapier bearbeitet habe. Dann ging es an den eigentlichen Lack. Bei meinen Trockenübungen habe ich weder mit Pinsel, noch mit Rolle ein für mich akzeptables Ergebnis erreicht, so dass ich Spraydosen für das Mittel meiner Wahl hielt. Drei Schichten schwarzen Lackes, eine davon mit Zwischenschliff, sahen dann wie folgt aus.

Bens SB 417 Bens SB 417

Ich war wirklich begeistert vom Ergebnis, auch wenn ich mehr Dosen verbrauchte, als ursprünglich geplant, und die Warterei auf das Trocknen der Schichten für mich eine Geduldsprobe war. Die Oberfläche war wirklich sauber und gleichmäßig. Viel besser, als ich es mit Pinsel oder Rolle hinbekommen hätte. Diese Arbeit ist insgesamt doch wesentlich filigraner, zeitaufwendiger und anspruchsvoller, als ich erwartet hatte. Ich zolle hiermit jedem meinen größten Respekt, der eine gut lackierte Oberfläche in Eigenleistung herstellt. Ihr seid meine Helden! Ich jedenfalls war durchaus abgeschreckt von dieser Komponente des Selbstbaus. Ich wurde immer ungeduldiger.

Aufgrund verschiedener Faktoren gab es einen bestimmten Zeitpunkt, zu dem ich fertig sein wollte und musste. Je näher der Termin rückte, desto unkonzentrierter wurde ich und jede kleine Abweichung reizte mich unnötig. Beim nächsten Mal nehme ich mir die Zeit, die ich brauche.

Also in aller Hektik matten Klarlack drauf. Dabei habe ich absoluten Mist gebaut und das Ergebnis hätte fleckiger nicht werden können. Bringt halt nichts, wenn man den Lack mit Gewalt drauf bekommen will. Also den Mattlack wieder abschleifen.Wenn man das mit einem hochroten Kopf und einem zum Zerreißen gespannten Nervenkostüm macht, schafft man es auch, die Farbe an einer Stelle bis auf den Schnellschleifgrund herunterzuschleifen… Ich konnte die Explosion nicht aufhalten! Nachdem mein Wutschrei unter meiner akustisch unbehandelten Veranda verhallt war, wurde es dort sehr still … War ich doch in den Baumarkt verschwunden und machte einen Notfalleinkauf.

Zwei Stunden später hatten die Lautsprecher ein Mäntelchen aus feinstem Granit Effekt Lack. Da dieser wesentlich heller als schwarz ist, hatte sich die graue Beize für die Seitenwände leider auch erledigt. Der Kontrast wäre zu gering ausgefallen. Also zwei Schichten Hartwachs drauf, polieren und fertig.

Bens SB 417

Bens SB 417

Da stand ich nun mit meinen Gehäusen. Kurz vorm Ziel in die Notfallspur gebrettert. Weder Fisch noch Fleisch – auch nicht wirklich hässlich, aber halt nicht das Finish, das ich mir vorgenommen hatte. Die Chassis, welche schon ganz bedröppelt dreinschauten, beruhigte ich: “Ihr kommt jetzt erstmal da rein und wenn ich etwas mehr Zeit habe, baue ich Euch ‘ne neue Wohnung.”

Gesagt, getan. Das Layout der Frequenzweiche war schnell aus Udos Baubericht abgeschaut und die Teile zusammengelötet. Dabei habe ich erstmals in meinem Leben mit Heißkleber rumgematscht und es macht tatsächlich Spaß. Schnell, einfach, hält. Ab sofort nur noch Selbstbauprojekte mit Schmelzkleberanteil!

Bens SB 417

Um mir später das Herumlöten im engen Halbdunkel nahe der Reflexöffnung zu sparen, brachte ich direkt etwas Kabel an den Polklemmen an. Die Weiche konnte so per Steckverbindung mit den Polklemmen verbunden werden.

Die Hochzeit selbst war so unspektakulär, wie man sich eine solche Zeremonie im Drive thru in Las Vegas vorstellt. Weiche und Dämmstoff rein, Chassis anlöten und verschrauben. Fertig! Keine Überraschungen oder Unfälle mehr. Sehr angenehm. Als Unterlage für die Boxen verwende ich provisorisch Teile einer Gummimatte, welche eigentlich zum Einsatz Waschmaschinen gedacht ist. Bei Gelegenheit kommen da noch mal ein paar Gummifüße drunter.

Bens SB 417 Bens SB 417

Wie klingen sie nun? Nun – um es vorweg zu nehmen: Die Lautsprechern dürfen bleiben und sehr gern ein Teil unserer Inneneinrichtung werden!

Bens SB 417

Zum Testlauf im Keller wurde ein lange Zeit arbeitsloser Marantz Receiver aus der Mitte der Achtziger Jahren beordert. Und siehe da: Ein Wasserfall! Zur Abwechslung mal nicht als Diagram, sondern als Geräusch. Blöd. Scheinbar bekam das lange Ignorieren des Kastens einigen Bauteilen doch nicht so gut. Das Problem konnte zum Glück mittels Ausweichens auf andere Ein- und Ausgänge kurzfristig geparkt werden und schon ertönte Musik im Raum. Etwas fiel sofort auf und meine allergrößte Sorge war verpufft. Die Bässe spielen sauber. Danke, danke, danke, lieber Udo! Es dröhnt nichts, es wird nichts aufgeblasen und es schallen keine Strömungsgeräusche aus den Reflexkanälen. Kick kommt, schlägt augenblicklich in die Magengrube und ist wieder weg. Ein Traum! Die Tiefton-Eskapaden einiger Beyonce Nummern habe ich sehr genossen. Nachdem ich den Lautsprechern ein Wochenende Internetradio zum Einspielen gegönnt hatte, verbrachte ich sie an ihren Bestimmungsort. Dort aufgebaut mussten sie eine Menge Material über sich ergehen lassen. Und es ist wunderbar! Das Verhältnis zwischen den Frequenzen bleibt unabhängig von der Lautstärke ausgewogen. Ich oute mich jetzt mal als sehr analytischer Musikhörer. Wie im Tonstudio kann ich in die Musik eintauchen, die Arrangements sezieren, die besonderen Feinheiten aufspüren. Das habe ich so bei einem Hifi Lautsprecher noch nicht erlebt. Ortbarkeit ist super, die Bühne angenehm tief und breit. Gute Aufnahmen klingen fantastisch, schlechte Mischungen werden schon abgestraft. Leider mag ich auch viele nicht so gute Aufnahmen, weil dort entweder geniale Ideen verwirklicht oder einfach nur magische Momente eingefangen wurden. Naja – da muss ich dann halt durch. Natürlich bin ich nicht so nah dran wie im Studio, aber das zu Vergleichen ist schon unfair. Dort sitze ich im Nahfeld und bekomme den berühmt berüchtigten linealmäßigen Frequenzgang ans Gehör gepfeffert. Je nach Aufnahme tut das manchmal auch ziemlich weh. Die SB417 spielen gefällig und für mich ist das gut so. Zum Entspannen und Genießen genau richtig.

Bens SB 417

Mittlerweile habe ich viele Stunden mit den neuen Schätzchen verbracht und es gefällt mir immer mehr. Egal ob großen Sinfonien, Motown Klassiker, moderne RnB & Soul Nummern oder die von mir so heißgeliebte A Cappella Musik – die SB417 spielen jederzeit unangestrengt auf.

Wie vermutet stört der Raum ein bisschen aber das gehe ich noch an. Die Moden halten sich zum Glück in Grenzen. Eine kleine Überhöhung bei ca. 50 Hz am Hörplatz ist je nach Material sogar ziemlich sexy. Die Reflexionen von Decke und Rückwand könnten gern weniger sein. Sie zermatschen hin und wieder grenzwertige oder komplexe Aufnahmen in den oberen Mitten. Aber das ist ein anderes Thema.

Die erste Runde Boxenselbstbau ist Dank Udos Entwicklung zumindest aus musikalischer Sicht erfolgreich abgeschlossen. Nur den Virus hab ich jetzt wohl auch. Die Bausätze von Duetta und Co. klopfen schon vorsichtig in dem einen oder anderen meiner Träume an die Tür. Wenn es eine Steigerung im Hochton gibt, will ich sie haben. Das Duetta Sparschwein ist vorsichtshalber schon einmal gekauft.

Nochmals vielen Dank an alle, die mir mit ihren Berichten Mut gemacht und meine Begeisterung geweckt haben! Ohne Euch hätte ich mich nicht daran gewagt.

Bens SB 417 Bens SB 417

Einen Fehler (zumindest für meinen Geldbeutel) möchte ich gern noch teilen. Haben aus Spaß mal einen Film über die Anlage geschaut… Ups! Ich muss jetzt viel lesen und lernen zu folgenden Themen: AVR Receiver, Amp Switch, Stereo Röhrenverstärker und einen Weg Richtung 5.0

Fortsetzung folgt also…

Ben

 

Zur SB 417 im Shop

sb417_2

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2016/09/04/nie-wieder-hifi-oder-sb-417/

Hinterlasse einen Kommentar

9 Kommentare auf "Nie wieder Hifi – oder SB 417"

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sebastian
Mitglied

Ich finde dein Granit Lack kommt zusammen mit dem Multiplex richtig gut. Gefällt mir, das muss ich mal im Hinterkopf behalten. Tolle Lautsprecher hast du da gebaut.

Lg Sebastian

n8flieger
Mitglied
Hallo Ben, nachdem ich deine Säulen in Eschborn gehört und auch betastet habe, finde ich das “Finish” doch ziemlich gut gelungen. Und klingen tun sie auch. Lediglich die Höhe der Speaker könnte ich meiner besseren Hälfte nicht verkaufen, sehr schade für mich 🙈 Aber im Ernst, tolle Lautsprecher hast du… Read more »
JoKa
Mitglied
Hallo Ben, habe Deinen Bericht mehrmals gelesen, weil er sehr unterhaltsam, informativ und direkt ist. Und furchtbar ehrlich. Herrlich nachvollziehbar die Schilderung Deines Wutausbruchs mit anschließender Konversation mit den Chassis 🙂 da wird’s beim Bauen dann irgendwann persönlich – (ich kam mal an den Punkt, da hab ich den beiden… Read more »
Köter
Mitglied

Hi Ben,

gratulation zu deinem gelungenen Einstand hier im Forum. Ich nutze die SB 417 selber seit Jahren und bin immernoch begeistert ob ihrer qualitäten.

Viel Spaß mit den beiden!

Köter

Matthias (DA)
Mitglied

Ja prima,
Ich find sie optisch gelungen, viel Freude damit!
Und ja, ordentliches Stereo aus dem AVR ist unverhältnismäßig teuer.

Bin gespannt auf Deine Suetta Bericht 😉
Oder wirds doch eine Seas?
Teste auf jeden Fall auch mit deinen schwierigen Aufnahmen, Eton kann die einem ganz schön aberziehen…

Matthias

wpDiscuz