SB 224 – Ralfs Umbau der SB 24 ACL

Schon in meinem Bericht zur SB 24 ACL erwähnte ich, dass ich mein Ziel in Etappen erreichen werde. Dies ist nur der nächste Schritt, aus der gut klingenden SB 24 ACL wird die schlanke SB 224.

Die Idee hinter der Erweiterung der SB 24 ACL war, durch einen Basslautsprecher die beiden SB 12 NRX von der Pflicht zu entbinden, auch den Bass wiederzugeben. Dadurch versprach ich mir einen besseren, entspannter aufspielenden Mittelton, tiefere Basswiedergabe und höheren Maximalpegel. Ab und zu möchte man doch mal sein Lieblingslied ein bisschen lauter spielen, ohne dabei die Lautsprecher zu zerstören oder durch hörbaren Klirr den Genuss zu reuen.

Das Ziel war also klar definiert. Jetzt müssen die Ideen noch eine Machbarkeit und Sinnüberprüfung überstehen. Ich hatte zuerst die Idee eine „Little Princess“ mit SB Chassis zu bauen. Nach der Berechnung folgte die Zeichnung und danach die Sinnüberprüfung mit Udo. Diese ergab, dass mich die Erweiterung mit 2 x SB 17 nicht wirklich weiterbringen würde.In Sachen Pegel schon, Entlastung für die SB 12 ebenfalls, nur keine wirkliche tiefere Basswiedergabe.

Udo schlug vor, dass ich seine Idee der SB 284 aufnehmen sollte. Verlockender Gedanke, nur leider in meinem Wohnraum nicht umsetzbar. Ich musste an dem Prinzip schlanker Standboxen festhalten.

Da die SB 17 NRX mir nicht weiter helfen, ging ich zu dem nächst größeren Chassis aus der SB-Palette über. Ein SB 23 NRX, in die Seite verbaut, könnte mich meinem Ziel näherbringen. Kurz mit Udo besprochen, abgenickt, und einen Plan erstellt. Ca 8 Liter für die beiden SB 12er und 45 Liter für den SB23. Dazu ein 70er BR-Rohr welches um 2cm gekürzt wurde. Das Dämmmaterial von 1,6 m Länge erst halbiert und danach gedrittelt. Ein Drittel zusammengerollt in die Kammer hinter dem Mitteltonabteil, ein weiteres Drittel unterhalb des BR-Rohrs und ein Drittel locker verteilt hinter dem Bass. Die kleine Mitteltonkammer habe ich mit dem Dämmmaterial aus der ACL gefüllt. Eine einfache Sketchup-Zeichnung ohne seitliche Schrägen gibt es auch, sogar der Holzlistenrechner wurde auf die SB 224 angepasst.

Ich bin ab und zu beruflich im Raum Düsseldorf unterwegs und schlug Udo vor, während meines nächsten Aufenthalts die neuen Lautsprecher nach Bochum zu bringen. Da ich in der Planung schon an den nächsten Evolutionsschritt dachte, eine vollaktive Ansteuerung mittels Symasym, habe ich mir mit dem Terminal ein bisschen Arbeit gemacht.

Das Terminal besteht aus einer 8 mm starken Plexiglasplatte und 6 schraubbaren Terminals. Jeder Lautsprecher bekam seinen Anschluss nach außen verlegt. Mit einem solchen Aufbau erleichterte ich Udo den Aufbau der Weiche und mir später die Verbindung zu den Aktivmodulen. Zumindest brauchte er sich nicht bemühen die Anschlüsse durch die BR-Öffnung nach außen zu ziehen.

Nach Ostern wurde es ernst. Ich hatte noch 4 Tage für die Fertigstellung der Gehäuse. Da ich die Platten von meinem Schreiner auf Gehrung geschnitten bekam, habe ich den Trick mit dem Paketklebeband versucht. Bei dem ersten Versuch war ich nicht zufrieden. Deshalb habe ich das Paketklebeband durch Tape ausgewechselt. Klebt besser, stabiler und leichter zu verarbeiten. Ein besseres Resultat und weniger Schleifarbeit war die Folge.

Ich habe in der Mitte schwarzes MDF gewählt um es mir bei den Ausfräsungen später leichter zu machen. Ich bin kein Schreiner und habe auch keine CNC Fräsmaschine im Keller. Daher kommt es regelmäßig dazu, dass die Ausfräsungen ein wenig größer ausfallen, wie sie seien müssten. Da ich aber schwarzes MDF genommen habe und die Chassis ebenfalls schwarz sind, fällt es kaum auf.

Für die Oberfläche habe ich mir ein Furnier der Marke Easywood/Kernbuche ausgesucht. Meine Idee dahinter war, die Seitenwände und die Front mit einem Blatt zu furnieren. Also die Kanten ein wenig abgerundet, aus dem Blatt Furnier das schönste Stück rausgeschnitten und drauf damit. Für diese Arbeit habe ich mir die Unterstützung meines Sohnes geholt. Eher gesagt, ich habe ihn unterstützt, da er bereits Erfahrungen mit dem Furnieren von Lautsprechergehäusen gesammelt hat.

Nach dem Furnieren habe ich zum Schutz die Gehäuse einmal mit Osmo Dekorwachs überpinselt. Am Dienstag ging es dann nach Bochum. Eine Woche später – Udo hatte die Weiche bereits am Wochenende fertig gestellt – durfte ich meine „neuen Alten“ Probe hören. „Neuen Alten“ deshalb, weil die Frequenzweiche nur im Bass erweitert wurde. Soll heißen, dass der SB 23 NRX einen 12dB Tiefpass und die SB 12 NRX einen 12db Hochpass für die Trennung rund um 130Hz bekamen. Die Trennung zwischen dem Mittelton- und Hochtonzweig bleibt unverändert. Aufgrund der Phasendrehung, die Bauart bedingt auftritt bei einer Frequenzweiche 2. Ordnung (12db Weiche), ist der SB 23 NRX „verpolt“ anzuschließen.


Messungen:

Wie ist denn nun das Resultat, sprich Klang; Der Umbau mit der Erweiterung durch den SB 23 NRX hat sich wirklich gelohnt. Alles das, was ich mir von dem Umbau versprochen habe, ist eingetreten. Mein erster Eindruck war: Jetzt klingen sie so groß, wie sie sind. Und der Zweite: Die Lautsprecher klingen nun auch bei geringer Lautsprecher so entspannt, nichts fehlt, was einem durch höhere Lautstärke hinzu gefügt werden muss. Eine rundherum gelungene Abstimmung. Ich nehme den Mund wohl nicht zu voll, wenn ich behaupte, dass es für rund 500 Euro/Stück inklusive Gehäuse kaum Besseres für die Ohren gibt (rein subjektiv und bedarf daher keines Beweises).

Manch einer von Euch wird fragen, warum eine passive Version, wenn doch eine aktive Lösungen das Ziel ist. Zum einen sei gesagt, dass es eine passive Lösung nicht geben würde, wenn Udo mit dem Resultat nicht selber zufrieden wäre. Zum anderen muss ich gestehen, dass ich mit dem Musik hören nicht so lange warten, wollte bis ich die Aktivaufbauten fertig gestellt habe. Und über alles sei erwähnt, dass es nun die Möglichkeit gibt mit den SB 12_6L oder ACL, als Rear und den SB24 für den Center ein tolles und nicht zu großes Surroundsystem aufzubauen.

Die beiden abschließenden Bild stellen die Lautsprecher in ihrer nun gewohnten, wenn auch nicht optimalen Umgebung mit einer zweiten Schicht Wachs dar.

Ralf

Zur SB 224 im Online-Shop

Verwandte Beiträge

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/2018/05/06/sb-224-ralfs-umbau-der-sb-24-acl/

13
Hinterlasse einen Kommentar

Please Login to comment
6 Comment threads
7 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
8 Comment authors
neuste älteste
Kai

Klasse Umsetzung, schöne Optik. Wusste gar nicht, dass Udo auch in Seitenbass macht.. 😉

Udo Wohlgemuth

Hallo Kai,

wie sagte die Lindenstraßen-Else doch so richtig: “Wenns schee macht, …”

Gruß Udo

Kai

Da schmunzel ich von Herzen mit dir.

bu

Na das ist doch mal ein schöner Zwischenschritt zur 284.

HaZu

Hallo Ralf, toll sind sie geworden. Ich fand diesen Aufbau schon immer interessant, da die Draufsicht so schön schlank ist. Mich würde ein (subjektiver) Vergleich zwischen aktiver und passiver Weiche interessieren.
Viele Grüße, Tim

derFiend

Spannende Sache und sehr schön gebaut! Das Finish gefällt mir 😉

MartinK

Hallo Ralf. Sehr schönes Design!!!! Und eine gelungene Konstruktion mit Seitenbass. Gruß Martin

Icke

Hallo Ralf,

Schon Deine Sb24 fand ich überaus gut gelungen. Die Sb224 sieht auch super aus. Mein Respekt! Bei der Aufstellung muss man aber sicher beachten, dass sie zur Seite des Tieftöners hin freistehen müssen, nicht war?

Viele Grüße