Es geht auch kleiner – Schülzkens Move-Pump 12

Nachdem ich den Move-Pump 15 gebaut hatte, ließ mich der Gedanke nicht mehr los, einen weiteren zu bauen.  Aber das gleiche nochmal? Nee, lieber was anderes, am besten etwas, was hier im Forum noch keiner hat oder vorgestellt wurde. Udo gefragt, was hast noch da und muss weg? Seine schnelle Antwort, nimm den Move12 und das SAM2 gleich mit, damit du testen kannst. Also rein damit ins Auto und los.

Mein noch vorhandenes Gehäuse für den einst gebauten MDS 12 knöpfte ich mir vor. Es hatte 65 Liter Volumen und einen 20 cm tiefen Reflexkanal, der einem HP 100 entspricht. Ein paar Versteifungen waren auch drin, das war schon eine ordentliche Grundlage.

Erst nochmal in die Simulation geschaut und verglichen mit 45L und 65L. In 65L gefiel mir das besser, trotz leichter Überhöhung bei etwas unter 40Hz sollte mir -3dB bei 32Hz mehr als ausreichend sein. Das wird ordentlich drücken, dachte ich mir. In 45L ist der -3dB Punkt bei ca. 38Hz und hat ne mächtige Überhöhung bei 47Hz. Für meinen doch relativ großen Raum halte ich das für nicht passend.

 

Also das Chassis ins Gehäuse pflanzen. Ups, Außendurchmesser ist groß genug, aber innen muss bisserl aufgeweitet werden. Ab damit auf die Terrasse, Gradschleifer mit Gummikörper und Schleifhülse vorbereitet, nach dem Aufweiten noch bisserl entgraten mit einer gebrauchten Gitternetzscheibe, keine 10 Minuten später konnte ich das Chassis einsetzen. Ich überlege noch, eine zusätzliche kleine Kammer einzusetzen und mit Sand zu füllen, damit durch etwas mehr Gewicht das Gehäuse stabilisiert ist. Dazu später mehr.

Bevor das Chassis eingesetzt wird, muss noch darauf geachtet werden, dass wie beim Move15 die Schwingspulen (2x 2 Ohm) in Reihe geschaltet werden. Jetzt noch Rollen drunter schrauben und schon ist der nächste Radaubruder einsatzbereit.

Das Einspielen des Chassis sollte der normale Einsatz übernehmen. Auch hier fütterte ich die Kiste erst mal mit Sinustönen über das SAM2. Jetzt wusste ich ja schon, wie ich vorgehen musste, um nicht wieder zu erschrecken.

Wie zu erwarten, geht auch das 12“ Chassis mit Druck und Wucht zu Werke, was dem 15“ sehr nahe kommt. Jetzt nicht nur Tiefbass bis 40 Hz, sondern die Trennung im AVR von 40Hz rauf auf 80Hz. Der Zwölfer hämmert bei Daft Punk gut los und zieht sehr wuchtig mit Punch nach vorne. Rhythmisch langsamer geht’s mit Malia weiter. Die tiefen Bassläufe bei Touching Ghosts kommen deutlich zur Geltung und wirken völlig unangestrengt. Tief runter geht’s bei Cameron Carpenters Passacaglia and Fugue in C Minor, druckvoll kommt der 32‘ zur Geltung. Man könnte fast glauben, da spielt das dicke Ding. Schaltet man diesen dann dazu, wird sofort klar, wer Chef im Ring ist. Beide zusammen bei hohem Pegel können für die Zuhörer sehr anstrengend werden. Aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, da fehlt was, das geht besser. Vielleicht liegt’s ja am nicht eingespielten Chassis. Udo war so freundlich die TSPs durchs LSPCad zu schicken. Heraus kam 50L HP100 mit 27cm Länge.

Also doch, das vorhandene Gehäuse musste verkleinert werden. Schnell waren die Maße für paar Brettchen ermittelt und der Baumarkt nicht weit. Da die vorhandenen oberen Streben schon mal drin sind, drehte ich das Gehäuse auf den Kopf, füllte den Bereich mit Sand und verschloss die Öffnung, ähnlich der Version beim Move15. Schwupps war ich bei 50L Volumen und 36Kg Leergewicht. 

Als nächstes wurde der BR Kanal um 7cm verlängert und die Montageöffnung und die Magnetstütze bekamen die Aufmerksamkeit. Vorher habe ich die unteren Verstrebungen etwas gekürzt, um das Brettchen für den Reflexkanal besser kleben zu können. Wenn ich jetzt schon soweit bin, dann kann ich auch gleich die Kabel im Inneren tauschen. Jeder Strang verdrillt für + und – hat jetzt 2×1,5qmm² = 3qmm², ebenso die Brücke für die Schwingspulen.

Dann das Chassis rein und rauf auf die Waage mit dem Ding, puh 53Kg, oh mein Rücken. Jetzt sollte ich eigentlich die Beplankung kleben, aber meine Neugier ließ keine Ruhe. Wie arbeitet der SUB jetzt, war die zu beantwortende Frage?

Nun denn, erst mal anschließen, dann sind wir schlauer. Gleiche Prozedur wie vorher mit Daft Punk, Malia, usw. Huch, aber was ist das? Die Bässe klingen knackiger mit mehr Punch, haben aber ihre Wucht und Bauch nicht verloren. Auch der Tiefgang ist nicht weniger, obgleich ich das Volumen verkleinert habe, hat er an Präzision gewonnen. Wie kommt das? Ich bin von 65L auf 50L, den BR100 verlängert von 20cm auf 27cm, da sollte die Abstimmung eigentlich relativ gleich sein. Meine Vermutung ist die Rückstellkraft, wo das Chassis ein besseres Ein- und Ausschwingverhalten zeigt. Aber warten wir die Messungen ab. Subwoofer ins Auto und ab zu Udo.

Dort gab es die üblichen Diagramme, die uns Auskunft über das Bassverhalten geben.

Wie die Messungen zeigen, ist der Charakter dem Move15 sehr ähnlich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich im Prinzip auch nichts anderes erwartet, es bleibt eben die gleiche Familie. Ich will jetzt nicht wieder in einem Redeschwall verweilen und mich wiederholen wie in der Klangbeschreibung des 15“. Der 12“ macht seine Sache richtig gut und man wird mit abgrundtiefen Bässen belohnt, die ihres gleichen suchen. Den meisten Boardies wird die Kiste bei Weitem reichen und wohl eher selten ans Limit gebracht werden.

Die vorhin erwähnte Beplankung wurde natürlich auch noch verarbeitet, so dass jetzt auch die Seiten und der Deckel mindestens 22mm dick sind. Die Gehäusesteifigkeit ist gut ausgeprägt, da gibt’s eigentlich nichts zu meckern. Grund dafür ist die Magnetstütze die die Seiten verbindet, sowie die Volumenverkleinerung durch die Verschließung des Sandfachs. Im Normalfall baut man das Gehäuse neu, dann muss man den Aufwand des Umbaus nicht betreiben.

Mit schwarzem Lack verschönert wurden beide Move-Pumpen von meinem Kollegen Michael, schlichtweg ein großer Meister seines Fachs. Nach meiner Schleifung packte er erst die Grundierung, dann den Lack auf.

Über die Move-Reihe schreibt Eton auf seiner Internetseite:
“MOVE it! ETON gelingt mit der neuen MOVE Subwooferserie die spektakuläre Verschmelzung von Klang- und Wettbewerbssubwoofern. Die Klangsubwoofer aus ETONs HEX Serie sind legendär und gelten als „die“ Wahl für Menschen, die gestochen scharfen, trockenen Bass lieben. Die HEX spielen blitzartige Lautstärkensprünge oder komplexe Bassläufe mit Leichtigkeit und erhielten folgerichtig zahlreiche Bestnoten und begeisterte Bewertungen wie „ein toll verarbeitetes Schmuckstück mit exzellenten Klangfähigkeiten“ (Car&Hifi 02/2012)

“Nicht minder erfolgreich aber komplett anders stellt sich die FORCE Subwooferserie dar. Die SPL Woofer räumen reihenweise Siege in sämtlichen Klassen ab, in denen es auf Schalldruck und pure dB Power ankommt. Nun ist ETON das Kunststück gelungen, aus den scheinbar völlig gegensätzlichen Subwoofern eine Symbiose zu entwickeln – die MOVE Subwoofer. Die Kombination aus dem Besten der beiden Welten –die Performance der FORCE und das Klangerlebnis der HEX – macht aus dem MOVE den ultimativen Alleskönner. Einen Subwoofer, der sowohl brutal laut kann, wie auch zum feinen, genussvollen Musikgenuss geeignet ist.”

Wie man hört, hat Eton seinerzeit nicht nur Worte gemacht, sondern Taten folgen lassen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass der 12“ noch ne Weile erhalten bleibt. Vom 15er ist leider nur noch ein begrenzter Vorrat vorhanden.

Und jetzt baut das Ding und lasst euch von massiven Impulsen traktieren.

Gruß Schülzken

Zum Move-Pump 12 im Online-Shop

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Niklas

Schöner Bericht und toller Subwoofer,
diese Version kann ich schon deutlich eher in meinem Zimmer rechtfertigen.
Schuelzken wie viel zusätzliches Gewicht hältst du für ausreichend (Als Füße sollen Udos Aluminiumfüße mit Gummi dienen)?
Ich finde deine Idee mit der Steinplatte beim Move-Pump15 ganz praktisch und würde diese gerne in einer kleineren Version hier integrieren.
Außerdem würde ich den Verstärker gleich mit integrieren wollen (separate Kammer) oder seht ihr dort Nachteile durch die starken “Bewegungen”?

Gruß Niklas

Michael

Hallo Niklas,

die Subwoofermodule sind extra so gebaut das sie direkt in das Lautsprechergehäuse mit integriert werden können. Das stellt kein Problem dar.
Intern oder Extern? Jede Art wie man das Subwoofermodul verbaut bietet Vor- und Nachteile.

Beispiel:
Steht der Sub weit weg vom Verstärker, so muss das Signal über ein sehr langes Chinchkabel zum Modul gebracht werden. Hier ist der Weg mit einem Lautsprecherkabel einfacher zu bewältigen.
Oder:
Man will mit verschiedenen Module spielen und testen.

Einfach beim planen mal drüber nachdenken welche Variante einem am besten Gefällt oder am praktischsten für die örtlichen Bedingungen ist.

Gruß
Michael

Rincewind

Hallo Niklas!

Genau Richtig deine Überlegung mit der separaten Kammer.
Die meisten Plate-Module (die mit dem Reglern und Anschlüssen auf der Alu-Platte) könnten ggf. Dichtigkeitsprobleme bekommen, wenn der Move einen Impuls abgibt.

Grüße
Rincewind

Niklas

Guten Abend,
danke für euer schnelles Feedback, werde mir das alles mal durch den Kopf gehen lassen und dann entscheiden 🙂

Fabian_1988

Klasse sache wenn jetzt der 12er auch so eine gute figur abliefert wie der 15er, dann frage ich mich ob der 10er auch für sowas geeignet ist? Gibt es dafür auch schon ein gehäusevorschlag? Würde gerne 2 davon unter meine duetta tops setzen. Wirklich geil finde ich das der mit sehr wenig volumen auskommt.

Udo Wohlgemuth

Hallo Fabian,
einen Gehäusevorschlag haben wir dafür nicht, der könnte aber auf den Eton-Seite zu finden sein. Aufbauen, Modul dran und Bericht schreiben, leg los!

Gruß Udo

Fabian_1988

Hallo Udo
Habe mal nachgeschaut stehen leider keine Liter angaben oder ähnliches. Vielleicht ist ja jemand so nett und rechnet den mal durch.

Monti
Fabian_1988

Hallo Chris
Ups die pdf Datei ist anscheind an mir vorbei gegangen vielen dank dafür.
Krasse sache nur ca 40 liter braucht der 10er

Fabian_1988

Nabend Schülzken die duettatop hat glaube ich auch schon 25 liter da ist es auch kein problem mit dem kanal. Man muss halt mehr in die tiefe gehen.
Gruß Fabian

Fabian_1988

Habe mich vertippt sorry

bu

Die Kiste ist gerade auch wegen ihrer Kompaktheit interessant.

Im Shop wird der Subwoofer mit den dickeren Aktiv Modulen (SAM-2 und 500) kombiniert.
Hat das einen bestimmten Grund? 300W sollten doch auch zum Antrieb genügen?

Udo Wohlgemuth

Hallo bu,

natürlich kann der Move-Pump 12 auch mit dem SAM-300 D angetrieben werden, dann bestellt man den “nackten” Sub und dazu das Modul. Wir denken aber, dass er durchaus die dicken Antriebe verdienst, deshalb haben wir nur sie als Optionen gelistet.

Gruß Udo

Michael

Toller Bericht. Gestern durfte ich den Move 12 live hören, oder besser gesagt erleben.

Ein wirklich toller Sub. Ob im Heimkino oder als Unterstützung im Stereo, einfach der Hammer.

Gruß Michael

derFiend

Seh schon, wo Schülzken ist, ist auch Ghetto-Bass 😉
Erneut schönes, interessantes Projekt, danke!