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Antwort auf: Plattenspielerjustage für Nicht-Raketenwissenschaftler

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Karl-Heinz

Hallo zusammen,

wieder ein toller Bericht von Sparky und sehr hilfreich. Ich möchte gerne ein paar ergänzende Punkte zu diesem Thema beitragen. Ob die nun wichtig sind oder nicht, das könnt ihr selber entscheiden. Das was geschrieben wurde ist völlig ausreichend. Aber man kann sich ja mal ein paar Gedanken machen und ausprobieren. Nun denn.

Es gibt 3 Mathematiker nach denen die meisten Drehtonarme bzw. die Geometrie eingestellt werden. Baerwald, Löfgren und Stevenson. Wie es so üblich ist haben alle 3 auch eine andere Vorstellung was die Nulldurchgänge angeht.

Was sind Nullduchgänge? Es gibt einen äußeren und einen inneren Nulldurchgang. Dort ist die Wiedergabe einer Schallplatte absolut verzerrungsfrei. Dazu hier die Daten:

Baerwald: 66,0 und 120,89 mm
Löfgren: 70,29 und 116,6 mm
Stevenson: 60,325 und 117,42 mm

Diese Werte sind je nach Schablone, die man für die Einstellung benutzt vorgegeben und eingezeichnet. Soweit so gut.

Jetzt könnte man meinen, OK, ist probiere mal die verschiedenen Werte aus und sehe bzw. höre was passiert. Zu erwähnen ist, das dann der Überhang und Kröpfungswinkel ebenfalls angeglichen werden muß. Diese stehen im direkten Zusammenhang mit den vorgegebenen Nulldurchgängen. Also etwas mehr Arbeit. Lohnt sich das ?

Naja, die Abtastpunkte vor und nach den Nulldurchgängen verändert den Klirrfaktor. Allerdings sind diese Abweichungen nur meßbar und nicht hörbar. Voraussetzung ist natürlich eine genaue Einstellung des Tonabnehmers bzw. des Tonarms.

Was noch zu erwähnen ist. Die Einstellung des Überhangs, Kröpfungswinkel und Azimuth ist vorzunehmen wenn Antiskating auf 0 steht.

Antiskating entspricht in etwa der Einstellung, die man für das entsprechende Tonabnehmersystem verwenden. Ich meine damit die Auflagegewicht. Ein Tipp um die Antiskatingeinstellung zu überprüfen ist folgender:

Nach den ganzen Einstellungen legt man zentriert eine normale CD falsch herum mittig auf den Plattenteller. Man startet den Plattenspieler und führt den Tonarm zur Mitte der CD und senkt diesen langsam ab. Dabei ist die Hand unbedingt am Tonarmlift zu belassen um schnell reagieren zu können. Warum zeigt sich relativ schnell. Bleibt die Nadel nach dem absenken ruhig auf der CD stehen und der Tonarm bleibt in seiner Stellung, dann ist Antiskating richtig eingestellt. Ist es zuviel oder zuwenig, dann rutsch die Nadel entweder nach innen oder nach aussen. Dann heißt es reagieren. Passieren kann nichts.

Warum das ganze? Antiskating ist die Kraft, die den Tonarm nach innen zieht. Vereinfacht ausgedrückt. Ist diese Krafte zu groß, dann kann eine einseitige Abnutzung des Diamanten erfolgen, was unter dem Mikroskope sichtbar wird. Deshalb sollte die Nadel immer senkrecht auf der Schallplatte stehen. Siehe dazu: Azimuth. Eine einseitige Abnutzung muß ja nicht sein. Vom Schaden abgesehen ist die Wiedergabe auch nicht die Richtige und hörbar.

Gruß Karl-Heinz

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