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Antwort auf: Hypex Aktivmodule

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Rundmacher

Hallo,

Nora Jones singt in Mono und Joe Cocker hat Aussetzer, nein nicht seine markante Stimme, da stimmt etwas nicht, was ist passiert?

Ich spiele wie oft über meinen kleinen rein digitalen Plattenspieler Xduoo (so die Werbung des fernöstlichen Herstellers) meine Flac- oder gar Wav-Dateien über ein Toslink Kabel zur aktiven Duetta.

Die rechte Box ist als Master konfiguriert, als Eingangsquelle ist logischerweise Toslink definiert. Über ein S/PDIF Kabel mit 75 Ohm Wellenwiderstand, aufgedruckt am Kabelmantel, geht es von der rechten Masterbox S/PDIF OUT zur linken Slavebox in den S/PDIF IN.

So funktioniert es seit der Inbetriebnahme. Der Master erhält per Toslink den S/PDIF Stream via Toslink, er splittet das Signal auf, selber gibt er den rechten Kanal wieder und leitet den linken Kanal zur Wiedergabe an den Slave.

Einige HiRes-Stücke fanden dieser Tage den Weg zu mir, auch diese müssen die Aktivmodule verarbeiten. (sie tun es auch)

Der Joe Cocker kann ein ganzes Album mit 88,2 kHz / 24 Bit präsentieren, Camille Thurman wartet bereits mit „September In The Rain“ und 96 kHz / 24 Bit und die Nora Jones bietet eine Auflösung von 192 kHz / 24 Bit.

Im Bild ist mein kleiner Zuspieler abgebildet, das mitgelieferte Adapterkabelchen von Mini-Toslink male auf Mini-Toslink male ist zu nichts zu gebrauchen. Daneben das verwendete längere Toslink Kabel von Mini-Toslink male auf den normalen Toslink Stecker welcher in die Toslink Buchse des Aktivmodules passt.

Toslink

Die HiRes Stücke werden nicht sauber wiedergegeben, darüber wurde bereits in diesem Forum berichtet und das die eingesetzten Kabel die Ursache sind. Ich kann berichten das der Joe Cocker (88,2/24) eine deutlich wahrnehmbare kratzende Wiedergabe produzierte, Camille Thurman (96/24) bereits hörbare Aussetzer verzeichnete und Nora Jones (192/24) im linken Kanal stumm war. Wieso links, ich habe doch ein zertifiziertes S/PDIF Kabel von rechts nach links ?

Im Blockschaltbild von Hypex ist ersichtlich das die drei digitalen Eingänge der Multichannelmodule allesamt auf den gleichen digitalen Receiver gelegt sind. Wer sich ein wenig mit der S/PDIF Schnittstelle beschäftigt erfährt sofort das der logical Layer von S/PDIF und Toslink absolut identisch sind, bei Toslink wird der Stream lediglich mit optischen Sendern – Lichtleiter- optischen Empfängern übertragen. Gerade diese beiden Bauteile waren in der Vergangenheit die Frequenzflaschenhälse, erst 10 Mbit/s, dann 16 Mbit/s und heute geht es noch höher, 25 Mbit/s werden genannt. HiRes Streams verlangen solch hohe Frequenzen, daher die Hypex Angaben das optisch bei 96 kHz Schluss ist.

Hypex

Also müsste ich mit Coaxkabel  S/PDIF Zuspielung bei HiRes auf der sicheren Seite liegen.

Der Coax S/PDIF Ausgang des Zuspielers ist vom Konstrukteur als Mini Klinke 3,5 mm ausgelegt, ob das S/PDIF konform ist entzieht sich meiner Kenntnis. Das wieder beigelegte Adapterkabelchen von Miniklinke auf Miniklinke ist für mich nutzlos, immerhin hat es einen Coax typischen Außendurchmesser. Der kleine Adapter von Miniklinke auf Coaxbuchse erlaubt den Anschluss eines zertifizierten S/PDIF Kabels zum Aktivmodul, im Bild zur Demonstration ein 1 m Kabel.

Das endgültig verwendete 10 m Kabel brachte den Erfolg, 192 kHz mit 24 Bit wie gewohnt in allerbester Duettaqualität. Warum die linke Box gezickt hatte, keine Ahnung.

SPDIF

Ich möchte noch eine Schippe drauf legen und eine weitere Verkabelung ins Spiel bringen. Sowohl mein kleiner Zuspieler als auch die Aktivmodule haben AES/EBU Ein- und Ausgänge.

S/PDIF ist der Consumer Ableger von AES/EBU, beide unterscheiden sich wie folgt:

                                                 AES / EBU                               S/PDIF (IEC-958)
Cabling                              110 ohm shilded TP              75 ohm coaxial or fiber
Connector                        3-pin XLR                              RCA (or BNC)
Signal level                      3..10V                                    0.5..1V
Modulation                      biphase-mark-code                biphase-mark-code
Subcode information     ASCII ID text                            SCMS copy protection info
Max. Resolution             24 bits                                     20 bits (24 bit optional)

Der wieder beiliegende Adapter von Mini AES/EBU auf den normalen AES/EBU kommt diesmal zum Einsatz und ist schnell an ein handelsübliches, professionelles AES/EBU Kabel angeschlossen. Die wertigen, überaus stabilen Steckverbinder lassen keinen Zweifel an Robustheit aufkommen, der Wellenwiderstand von 110 Ohm ist auf dem Kabelmantel aufgedruckt. Da der Signallevel 6…10 mal höher als bei der Consumervariante ist sind hier weit größere Kabellängen zulässig, es wird von mehreren dutzenden Metern berichtet.

AES/EBU

Ich habe jetzt dieses 10 m Kabel im Einsatz.

Fazit:

  • Unspezifizierte S/PDIF Kabel, im schlimmsten Fall Audio Cinch Kabel sind sowohl als S/PDIF Zuspielkabel oder als Querverbindungskabel vom Master zum Slave ungeeignet
  • Relativ sicher ist man wenn auf dem Kabelmantel Coax und 75 Ohm aufgedruckt ist
  • Wie von Hypex genannt ist bei einer Zuspielung über Toslink bei 96 kHz Schluss
  • AES/EBU Kabel mit XLR Steckern und aufgedruckten 110 Ohm stellen die sicherste Verbindungsart dar, sowohl als Zuspielkabel als auch beim Querverbindungskabel

Da werde ich wohl noch ein 5 m AES/EBU Querverbindungskabel ordern. 😊

 

G Rundmacher

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