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Rincewind

Hallo!

Ich hole da mal gaaanz weit aus. Die CD wurde erfunden um dem Vinyl das Licht des Lebens auszublasen. Danach wurden weitere Tonträger-Formate erfunden um die jeweilige Vorgänger-Generation obsolet werden zu lassen. Erstaunlicherweise lebt das Vinyl trotz Spotify, Tidal und Co wieder auf. Zombie mit 331/3 RPM?

CD versus Vinyl und beide gemeinsam gegen den Netzwerkplayer (auch DIY). Oder alter Wein in neuen Schläuchen.

Ich habe Anfang der 90er Jahre meine kleine Sammlung von Mainstream-Schallplatten verschenkt und mir einen “hochwertigen” CD Player gekauft (Technics SL-P212A)… Das Gerät lebt heute noch.
Mittlerweile habe ich eine ganze Reihe an “mainstream” CD Playern durch. Von preislicher Einsteiger-Klasse bis Top-Geräten des Jahrgangs
Besonders gut gefielen mir die Marantz CD-67SE und 72SE (ohne MK), irgendwann bekam ich einen Technics SL-P900 in die Finger. Der gefiel mir so gut, dass die anderen gehen durften. Das Ding hat das Soundig, das ich mag: Analytisch mit ein wenig Wärme, breite Bühne nicht zu Tief aber mit erkennbarer Tiefenstaffelung.

Ich habe den Raspi B (ohne irgendwas) mit dem ersten HiFi Berry zusammenglötet, dann einen CurryMan-DAC mit super rauscherarmer Stromversorgung, einen Raspi B+ mit DAC Pro und einen Raspi 2 (und auch 3) mit HiFiBerry DAC+ Pro
Die Raspi-DACs gewinnen klanglich immer mit einer sehr rauscharmen, stabilen Stromversorgung. Aber das gilt auch für die DACs in CD Playern… Die HiFiBerry DAC’s sind gegenüber schlechteren Spannungsquellen z.T. toleranter durch eingebauten rauscharmen, Präszisions-Spannungsregler. Aber die Spannungsregler können keine Wunder vollbringen und die zu 98% für Audio ungeeigneten Steckernetzteile nicht kompensieren.

Wie ich bei den CD-Playern mir das passende “Sounding” rausgesucht habe, so ist es auch bei den Raspi DAC’s. Der HiFiBerry DAC+ Pro gefällt mir bisher am Besten: Analytisch, neutral, die Bühne ordentlich. Es fehlt dem “Sounding” für meine Musik manchmal etwas Wärme.
Suche ich deswegen weiter? Nein. Es gibt immer mehr Hersteller von Raspi-DACs, die sich an die DIY Enthusiasten interessieren, besonders für deren Kontostand 😉
Man kann sich jetzt natürlich auf den Standpunkt stellen: Hersteller X hat mit Produkt Y im Jahre JJJJ die Weisheit des Klangs gefunden. Erstaunlicherweise macht das Hersteller X2 mit Produkt Y2 im Jahre JJJJ+1 das Gleiche. Irgendwie erinnert das Muster an die 80er und 90er Jahre bei CD Playern mit den ihren DACs (16Bit 4fach Oversampling, 18Bit 8fach Oversampling, MASH, HADM usw.)
Man kann auch den jeweiligen DAC am Raspi mit Netzteil XY gegen einen CD-Player der eigenen Wahl antreten lassen. Der klanglich gefälligere bekommt den Ehrenplatz 😀

Erstaunlicherweise werden nur noch sehr selten die Diskussionen um den “RICHTIGEN, WAHRHAFTIGEN” Tonabnehmer bei der Rillenfräse geführt. Da kann man am schönsten Experimentieren und sich den Tonabnehmer, der dem eigenen Geschmack am besten trifft heraussuchen. Und dann nicken die meisten Gäste: Hast dir was schönes ausgesucht.
Meine Wahl fiel auf Technics SL-1300 mit Goldring 1022GX mit Oehlbach XXL PhonoPreamp ULTRA. Gefällt mir am besten.

Ob meine Wahl des “Soundings” jedem anderen gefällt ist mir mittlerweile schnuppe. Ich sitze davor, ich höre die Musik und es muss mir gefallen. Es ist eine ziemlich snobistische Einstellung aber warum soll ich etwas anderes nehmen, nur weil gerade XYZ angesagt ist und es mir nicht gefällt?

Am Ende sollte jeder mal nachdenken was ein guter CD Player heute neu kostet oder ein Top-Good-Old-HiFi CD Player. Ein Raspi mit HiFiBerry DAC+ Pro mit Tomanek Netzteil ist für ca. 180 – 190 Euro zu haben, ein 30 Jahre alter Marantz CD Player kann teurerer sein aber auch passender zum eigenen Geschmack?

Daher einfach mal zurück lehnen, Musik genießen und in seinen Geldbeutel schauen ob man wirklich was vermisst 😉

Grüße
Rincewind

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