Grundlagen


Guten Tag, lieber Leser,

Udo-TitelLautsprecher selber bauen ist das Motto dieser Seiten, die kostenlos und somit für jedermann (leider seltener -frau) frei verfügbar den Weg in ein interessantes Hobby erleichtern sollen. Bausätze aller Preisklassen, die ich mit interessanten Chassis ausgesuchter Hersteller entwickelt habe, werden hier vorgestellt. Dabei liegt das Augenmerk nicht auf wissenschaftlichen Erklärungsversuchen, sondern vielmehr auf der verständlichen Darstellung der handwerklichen Praxis und der Vorgehensweise bei der notwendigen Weichenentwicklung.

Der Gehäusebau wird in bekannter Weise durch Wort und Bild erklärt, so dass selbst der geborene Doppellinkshänder seine Scheu vor der Eigenproduktion verliert. Werkzeuganwendung und Oberflächengestaltung gehören natürlich ebenfalls zu den regelmäßigen Themen. Allerdings wird dabei der Aufwand in Grenzen gehalten und es wird jedem handwerklich Vorgebildeten gelingen, ein noch schöneres Gehäuse zu gestalten. Das zeigen die vielen Eigendesigns meiner einfachen Holzkisten-Vorgaben immer wieder eindrucksvoll.

Meine Bausätze habe ich in verschiedene Kategorien eingeteilt, die zwar fließende Grenzen haben, aber dem Leser bei der Orientierung helfen sollen, obwohl sie keine Leistungsklassen darstellen. Eine Klasse wird dabei von den “Spaßboxen” gebildet, deren Aufbau als Fingerübung im Umgang mit Holzwerkstoffen dient. Hier werden vornehmlich Breitbänder verwendet, die ohne großen Weichenaufwand auskommen, um trotzdem gut zu klingen. Dafür dürfen die Gehäuse ruhig etwas mehr Handarbeit einfordern.

Der Klasse der Einsteigerboxen sind meine U_Do-Bausätze zugeteilt. Diese an der unteren Preisgrenze angesiedelten Sets ermöglichen einen kostengünstigen Einstieg in den Selbstbau von Lautsprechern, verzichten aber nicht auf das mehr an Klang, was für die aufgewendete Arbeitszeit sicher entschädigt. Als Mehrwege-Konstruktionen verlangen sie natürlich nach Weichenschaltungen, die den Chassis den passenden Frequenzbereich zuweisen. Sie sind dafür konzipiert, Heimkino-Verstärkern auch musikalische Qualitäten zu entlocken, wofür die meisten der dazu mitgelieferten Chassis in Plastikdosen völlig ungeeignet sind. Auch preiswerte bis mittelpreisige Stereo-Anlagen kommen als Zuspieler für die Einsteiger natürlich in Frage, daher werden sie nicht nur als komplette Surround-Sets vorgestellt.

Wer mehr Geld für seinen Musikgenuss investiert hat, wird in der Aufsteiger-Klasse mit kleinen bis großen Aufbauten bedient. Voraussetzung zur Aufnahme in diese Kategorie ist gute Fertigung und Serientreue, womit eine deutlich geringere Neigung zu Klangfehlern einher geht. Nicht zwingend ist dagegen ein aalglatter Frequenzschrieb, an dem ein Lineal geeicht werden kann. Verschiedenem Hörgeschmack soll hierin ebenso Rechnung getragen werden wie auch dem zweitwichtigstem Thema des Boxenbaus, dem Frauen-Akzeptanz-Faktor, auf Neudeutsch WAF.  Klanglich bietet diese Klasse ein hohes Niveau, allerdings ist der Dynamik-Umfang begrenzt. Bei sehr geringem Pegel klingt der Bass etwas “dünner”, bei sehr großem reißt der Hochtöner aus.

Und über allem thront der “Blues”, die Musik die zu Herzen geht und den Zuhörer in seinen Bann zieht. Wie kann eine Klasse besser benannt werden als nach dem Emotionalsten, was die Musik je hervorgebracht hat. Meist besungen wird die zehrende Liebe eines Mannes zu einer Frau und, auch wenn es auf den ersten Blick etwas weit hergeholt erscheint, ein wenig davon verbindet den Zuhörer mit der Wiedergabequalität seiner Boxen. Dass in dieser Kategorie schlechtere Aufnahmen oder Anlagenteile schneller enttarnt werden, kann manchmal enttäuschen, doch dafür entschädigt der Genuss besserer Hard- und Software in besonderem Maße. Hier spielt die Musik nicht aus den Lautsprechern, der Zuhörer ist live dabei.

Einteilungen in gut oder besser wird es nicht geben, denn viel zu oft habe ich erlebt, dass der eine die gehörte Box überragend, der andere dagegen unerträglich fand. Zum Maßstab für Hörgeschmack werde ich mein eigenes Empfinden nicht erklären, jeder darf sich sein persönliches Urteil selber bilden. Wer über Klang urteilen will, muss mit eigenen Ohren die Objekte seines Begehrens kennen lernen. Daher führe ich einen Teil meiner Konstrukte während der gewohnten Öffnungszeiten meines Ladens in Bochum vor.

Udo Wohlgemuth

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Tools

Zwei kleine Tools, die immer wieder gern gestellte Fragen schnell beantworten, können als Tabellen-Kalkulationen im ODS-Format (Open Office) herunter geladen werden. Gern hätte ich sie als Online-Rechner ins Magazin gestellt, aber dazu fehlen mir die geistigen Mittel. Der verbesserte Holzlisten-Rechner liefert je nach Bauweise verschiedene Zuschnittslisten. Vorn steht jeweils das Brett, das die anderen überdeckt, …

Werkzeug

Seit es Menschen gibt, wurde jedes Zeitalter der Erdgeschichte nach deren Werkzeugen benannt. Heute leben wir im Zeitalter der Elektrowerkzeuge und ihrer Abarten, der Akkuschrauber. Diese sind sehr nützlich, ersparen sie uns doch anstrengende Tätigkeiten wie das Sägen oder Schleifen per Hand. Weiterhin erfreut sich ist das Werkzeug einer weiten Verbreitung, was es uns leicht …

Gehäusearten

Warum brauchen Lautsprecher eigentlich Gehäuse? “Nur wer nichts macht, macht auch keine Fehler!” Zugegeben: Es gibt Lautsprecherchassis, die sind so schön, dass man viele Abende damit zubringen kann, sie anzuschauen und sich an ihrer Schönheit zu erfreuen. Hier gilt es anzumerken, dass für diese Art der Anwendung der Name des zu betrachtenden Gegenstandes vielleicht ein …

Gehäusematerial

Jeder feste Körper schwingt, wenn er durch ein Schallereignis angeregt wird, in Eigenresonanz aus. Die von der Lautsprecherrückseite abgestrahlte Schallenergie versetzt die Gehäusewände in Resonanzschwingungen. Nun wirken aber schwingende Gehäusewände wie Schallquellen, deren Schallanteile sich zu dem von den Lautsprechern abgestrahlten Schall addieren. Die Folge sind, je nach Materialdichte, mehr oder weniger deutliche Klangverfärbungen. Im …

Gehäusedämmung

Die beiden größten Feinde des Lautsprecherbauers sind die Gehäuseschwingung und der Durchtrittsschall. Außer der Wahl des geeigneten Baumaterials helfen andere Maßnahmen erfolgreich, diese Störenfriede bei ihrer Aufgabe zu behindern und sie zur selben zu zwingen RINGVERSTEIFUNGEN Aus einem genau nach den Innenmaßen des Gehäuses geschnittenen Brett, das (sogar besser) nicht aus dem Gehäusewerkstoff sein muss, …

Gehäuseformen

Das Motto kann hier nur heißen ,,Erlaubt ist, was gefällt” Es muß nicht die rechteckige Einheitskiste Marke “Kindersarg” sein, die alle anderen auch schon haben. Eine außergewöhnliche Gehäuseform ist nicht nur Blickfang, sie kann sogar klangliche Vorteile haben. Gehäuse, deren Wandflächen unterschiedlich groß sind oder nicht parallel verlaufen, neigen weniger zu Wandschwingungen und im Gehäusekörper …

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Verstärker-Tipps

Wer seine Bluesklasse adäquat mit Signalen versorgen will, braucht einen guten Verstärker, vielleicht sogar noch einen beseren. Dafür gilt jedoch nicht, dass nur alles, was neu und teuer ist,  als Zuspieler geeignet ist. Es gab schon vor vielen Jahren erstklassige Verstärker, die heute immer noch so manches Neugerät alt aussehen lassen. Eine gute Anleitung zum …

Weichenbau

Häufig finden wir in unseren Mails eindeutige Hinweise, dass wir mit unserem Magazin mittlerweile längst nicht mehr ausschließlich Hobby-Bastler mit reichlich Selbstbau-Erfahrung erreichen. Den Anfang machten Fragen zum Gehäusebau, die meist in engem Zusammenhang mit dem verwendeten Fugenkleber und den nötigen Hilfsmitteln standen. Vieles wurde durch die Berichte unserer Leser zum Bau der eigenen Boxen …

Duetta bauen

Der Aufbau der Duetta Damit keiner auf die Ausrede verfällt, er wisse nicht wie eine Duetta gebaut wird, habe ich in altbekannter Manier die einzelnen Bauabschnitte mit Bildern und erklärenden Texten dargestellt. Mein besonderer Dank gebührt dafür meinen Lehrmeistern Britta Peters und Dirk Beumer (Fotografie) sowie Michael Müller (Graphik), denen ich bei K+T oft genug …