Peter baut ja immer. Interessante Boxen, Rundstrahler, Breitbänder …was auch immer. Das fasziniert. Diese Boxen müssen natürlich auch adäquat angetrieben werden. So musste das wohl eine Arylic-Platine tun und sie tut es gut.

Was ihr mangelte, war ein hübsches Gehäuse und so kam eine Idee (Peter), eine CAD-Zeichnung (Michael) und ein 3D-Drucker (Henning) zusammen (online), um das umzusetzen. Und es wurde umgesetzt. War die Version 1 leider noch nicht wirklich passend, weil von einer mangelhaften Vorlage im Web ausgegangen wurde, so wurde die Mark II – Version die neu angepasste und auch passende Ausführung dieses Vorhabens.
Hier komme ich (Henning) dann kurz ins Spiel. Ich sollte das drucktechnisch umsetzen. Nicht, dass ich der Einzige der Gruppe mit 3D-Drucker bin, sondern leicht … druckverrückt und sowieso gerade zuhause greifbar. Also tat ich.
Geplant wurde das Case in PETG zu drucken, wegen der möglichen Abwärme. Michael hatte zwar genug Löcher für die Abluft geplant, aber wir wollten sichergehen. PLA verträgt nicht über 60° Temperatur und PETG geht immerhin bis 80° – sollte die Platine wärmer werden, haben wir sowieso ein Problem.
Also PETG für die Schönen und damit wählte ich meinen Bambulab P1S aus, weil er im Gegensatz zu unseren anderen Printern der automatischen Materialzuführung, AMS, ein heizbares Gehäuse verpasst bekommen hat. PETG will tunlichst vor der Verarbeitung getrocknet werden oder in diesem Fall auch während des Druckes. Im Gegensatz zu PLA, welches zumindest nicht zwingend getrocknet werden muss. Außer im feuchten Umfeld. Nur zur Vollständigkeit.
Der Slicer war demnach auch Bambulabs BambuStudio. Dieser bietet neben seiner Funktion als Frontend für die Drucker auch eine Möglichkeit der Bearbeitung. Nicht wie ein CAD Programm, aber man kann sich damit schon ordentlich helfen.
Die Füße habe ich im Slicer umgemodelt. Das ging mit dem Schneidetool [C] und dem Montagetool [Y] und natürlich mit dem Skalierungswerkzeug [S], eigentlich wunderbar. Da ich noch nicht sonderlich fit mit meinem FreeCAD bin, eine riesige Erleichterung.

Die Füße gehen stramm zu stecken in die von Michael vorbereiteten Bohrungen und haben den Vorteil, schnell ausgetauscht werden zu können. Mich hat die Notwendigkeit, die Füße zu schrauben ein wenig genervt und so konnte man diese prima einfachst auch noch farblich variieren. Alles für die Optik.
Für eben diese Optik habe ich Peters Wunsch übernommen, die Gehäuse zwei- oder mehrfarbig anzulegen. Waren in Mark I die Deckel und Böden noch Einzelteile, die ebenfalls montiert werden mussten, und so auch separat farbig gedruckt werden konnten, so war das bei Mark II nicht mehr der Fall – Ober- und Unterteil sind jetzt jeweils aus einem Guss und mussten damit eingefärbt werden.

Aber auch das ist natürlich im Slicer kein Problem. Ich denke, in Slicern wie Orca oder Cura wird es ähnlich sein. In BambuStudio benutze ich das Maltool [N], wähle meine Farbe im AMS aus und mit „Ausfüllen“ und „Kantenerkennung“ geht das fast wie von selbst. Damit ist man schon druckbereit.
Ich benutze als Profile für die PETG-Filamente entweder die „Generic“-Profile oder in meinem Fall habe ich auch PETG von anderen Herstellern im Zugriff und benutze deren Profilvorgaben (Unger, Nobufil, etc.). Aber das Profil von Bambulab funktioniert auch.
Worauf ich jedoch achte, ist mein PETG sehr langsam zu drucken und mit der Düse bei obligatorischen 255°. Als Druckkbett benutze ich die Build Plate CryoGrip Pro Frostbite oder die Glacier Pro des gleichen Herstellers, die auch bei PETG eine hervorragende Druckbetthaftung haben. Ich fahre die Platte mit den üblichen 70° und alles ist gut.
Übrigens, waren in Mark I noch Stützstrukturen und ein Schrägstellen des Bodies notwendig, entfällt dies hier völlig. Achte nur drauf, die jeweilige Unterseite auf das Druckbett zu legen, sonst will er Stützstrukturen haben und das Entfernen dieser kann hässliche Stellen hinterlassen! Der komplette Druck dauert einfarbig 3,5h und zweifarbig etwa 5h auf meinem Bambulab P1S, auf einem Bambulab A1. (und Mini), etwa genauso lange.
Hier sind die Ergebnisse meiner Drucke:




So endet ein mal nützlicher Druckjob – keine Deko, keine LED-Leisten oder Lampen – in Zufriedenheit.
Danke an Peter und Michael für ihre Idee und Vorarbeit und Danke, dass ich helfen durfte.
Henning
Peter’s kleine Ergänzung
Die Arylic-Zweiplatten-Behausung für den Up2Stream Amp ist funktional, für mein Auge aber eher nicht wirklich für das Wohnzimmer tauglich.

Da mir (noch) ein 3D Drucker fehlt, hatte ich Henning gefragt, ob er mir ein Gehäuse drucken könnte. Der SPDIF-Eingang wird nicht benötigt und kommt weg. Der Rest ist ja dank Hennings Bericht bekannt. Ich hatte die Ehre, das Gehäuse mit Elektronik zu füllen. Für die Verschraubung habe ich Blechschrauben genommen: 2,9 x 6,5 mm für die Füße und 2,9 x 13 mm für das Gehäuse

Vorsicht beim Anschrauben der Füße: Nach Fest kommt Ab. Wenn die Schraube zu fest angezogen wird, gibt das PETG nach und der Fuß ist wieder lose. Korrektur ist entweder neuen Fuß drucken oder den Fuß ankleben

Das Anschrauben des Deckels, der gleichzeitig auch die Up2Stream Amp Platine fixiert, sollte mit Gefühl erfolgen. Denn wie bei den Füßen gelernt: Nach Fest kommt Ab.

Das Endergebnis ist definitiv für mein Wohnzimmer tauglicher.

Danke an Henning und Michael für Eure Unterstützung!
Peter Gawrych aka Rincewind
Die Druckdateien hat Henning selbstverständlich auch zur Verfügung gestellt.



Hallo,
also wenn das kein Zufall ist!
Da hat doch der junge Mann, mein Enkel (jaja, der, dem man voriges Jahr beim Event hier in Nordhausen die weißen Ohrstöpsel heraus operieren musste) es nun endlich fertig gebracht hat mich zu fragen welche Boxen er sich zu seinem Geburtstag wünschen darf.
Das war vor 20 Stunden.
Das es die Point Source 95 plus dem Arylic wird stand schon immer für mich fest.
Ja, wenn man sie erst einmal gehört hat.
Für den Arylic wird jetzt ein schickes Gehäuse präsentiert, das ist einfach toll.
Dass der junge Mann sich ein paar Boxen zulegen will hat mich etwas erstaunt, auf die Frage was er denn anschließen will kam die Antwort: “Na einen Plattenspieler, den muss ich noch kaufen.”
Ich soll wohl komisch geguckt haben. Sind da doch ein paar Gene weitergegeben?
Ach so, wo bekomme ich solch ein Gehäuse her?
VG Rundmacher
Hallo Peter,
für die Point Source 95 brauchst du ein etwas größeres Häuschen, weil sie vom Up2Stream 2.1 angetrieben wird. Michael wird sicher gern auch dafür einen Plan malen und Henning sucht doch laut seinem Kommentar nach Beschäftigung. Frag die beiden doch einfach mal.
Gruß Udo
Hat alles ziemlich Spaß gemacht. Es hat mich auch einiges im Slicer und sogar in freeCad gelehrt.
Da ich eigentlich hier schon eine Vollausstattung von Udo‘s Boxen habe, bin ich so langsam auf Entzug. Dennoch. Sobald ich gesundheitlich wieder hergestellt bin, MUSS ich wieder was bauen. Da mir dramatisch die Räume ausgehen, denke ich an Upgrade zur Big5. Nicht, dass das nötig wäre… 🤷♂️
Guten Morgen aus Köln,
vielen Dank dafür! Das werde ich mit Sicherheit auch (nach)machen.
Lg
Peter