Zurück zu Netzteil für Hifi-Berry

Antwort auf: Netzteil für Hifi-Berry

Startseite Foren Verstärker und Co Netzteil für Hifi-Berry Antwort auf: Netzteil für Hifi-Berry

#3019
Sparky

Guten Abend,

ich habe dieses Thema noch einmal überflogen und werde das Gefühl nicht los, dass ab der Mitte alle aneinander vorbei schreiben.
-Einer hat wilde Ideen bzgl. Spannungsversorgung
-Einer spricht davon, die 5V zu entstören.
-Einer ist verwirrt, weil er den daraus resultierenden Spagat zwischen 230V AC und 5V DC verpasst hat

Ich biete nun mal den Service der Entwirrung an, korrigiert mich, falls ich falsch liege.

Andreas DO schrieb:

Die notwendigen Akkus und weil der vom Linear-Netzteil kommend erneut durch ein fast Netzteil geschickt wird. Ich glaub es ist besser die Schalt-Netzleiste zu umgehen.

Ich vermute, Du meinst eine 12V-Akkumulator-gestützte 230V-USV, welche bei netzseitigem Spannungsausfall über einen Wechselrichter 230V AC nachspeist, bis die Akkus leer sind oder die Spannung zurück kehrt. Deinen Beitrag verstehe ich so, dass du den Aufwand für nicht gerechtfertigt hälst und keine Vorteile in der Qualität der Spannungsversorgung siehst.

Da gebe ich Dir recht, denn eine gute servertaugliche USV ist kostspielig, eine günstige hat oft eben solche Wechselrichter verbaut, die dann mit irgend einer dürftig entstörten Chopper-Schaltung arbeiten und am Ausgang etwas “Sinusartiges” liefern 🙂 Unabhängig davon musst Du trotzdem nach wie vor durch das 5V-Netzteil vom Pi, welches für sich ja maßgeblich an der Qualität der 5V beteiligt ist, da in einem Schaltnetzteil die Spannung vom Netz ja ohnehin vereinfacht gesagt gleichgerichtet, zerhackt und dann mit er gewünschten Spannung neu zusammen gesetzt wird.

Was bedeutet, dass ein gutes Schaltnetzteil einigen Müll aus dem Netz ausfiltern kann, ein schlechtes wiederum aus einem guten Netz eine mäßige Ausgangsspannung wandelt… Also einfach so lassen wie es ist.

Weiterhin schreibst Du:

Kurze Abschweifung ich habe verdammt viele externe Netzteile im Einsatz für Plattenspieler, Vorverstärker, Vor-Vorverst. wg MC-System, DAB+ Radio, und dann noch 2 ! Kann man das nicht alles in eine Kiste packen?

Hierin vermute ich den Wunsch, etwas mehr Ordnung zu erhalten und mit den vorhandenen Netzteilen eine Art Verteiler zu bauen, den man dann einmal einsteckt und der dann die verschiedenen Geräte versorgt.

Davon ist aus folgenden Gründen abzuraten:
-Die ganzen Netzteile werden für sich warm und sind herstellerseitig meist an der oberen grenze ausgelegt – packst Du die nun alle dicht an dicht und ohne Frischluft in eine Kiste, steigt dadurch die Brandgefahr und die evtl. darin enthaltenen Kondensatoren werden “ausgekocht”, was deren Lebensdauer herabsetzt.
-Du wirst dadurch unflexibel, musst Du mal eines der Geräte tauschen und das neue hat ein anderes Netzteil, bist Du immer an dieser Kiste am herumfrickeln, um da alte Netzteile aus- und neue wieder einzubauen.

Schlamperl schrieb:

Ok! Das verstehe ich noch, im Altbau und in jedem Lichtschalter, Schalter eine?
Irgendwie komme ich nicht mit, nach solchen Dingen wurde doch nicht gefragt. Habe ich was übersehen? Funkenstörung, ein Bereich der EMV

Rincewind sprach von einem 5V-Verteiler mit selektiver Entstörung. Dies ist auch der einzig sinnvolle Weg,ein empfindliches Gerät auf 5V-Basis zu schützen. Auf der netzseitigen 230V Ebene Maßnahmen zu ergreifen, wird immer mehr ein Kampf gegen Windmühlen.
Die Schaltspitzen, die bei Betätigen von Schaltern mit der Einschaltspitze von was-immer-auch daran hängt in das Netz haut, ist da schon bald nebensächlich….

Privathaushalte stören mittlerweile das Netz in Summe oft stärker als ein Industriebetrieb mit gleichem Strombedarf.
Warum?
-Netzfilter leiten im privaten Bereich nur “das Nötigste” nach Erde ab, da sonst bei mehreren Filtern der Leckstrom nach Erde so groß wird, dass das RCD im Sicherungskasten auslöst. Somit ist deren Filterwirkung bei manchen Geräten mehr Augenwischerei als wirklich ausreichend.
-Günstige Schaltnetzteile, wie sie in vielen Energiesparlampen, LED Lampen, Ladegeräten etc. vorkommen und Gleichrichter am Netz betreiben, verseuchen dieses mit der 3. Harmonischen.
Auch dieses wird in Kauf genommen, da man der Lage einfach nicht Herr werden kann.
-Mancherorts wird noch über das Netz rundgesteuert, worauf hochempfindliche Geräte ebenfalls reagieren können, diese Rundsteuersignale auszufiltern ist aber aus “Gründen” verboten.
-Mancher nutzt für sein hausinternes Netz D-LAN oder andere Applikationen, welche das Lichtnetz als 2-Draht Bus “missbrauchen” und dort etwas auf-modulieren.

Das bedeutet:
Hast Du ein Gerät, das empfindlich auf Netzstörungen reagiert, hat es wenig Sinn, das Netz im Haus zu entstören. Es ist günstiger und zielführender, dann ausschließlich die Spannungsversorgung dieses Gerätes störfest zu gestalten.

Eine Möglichkeit dazu meinte Rincewind geräteseitig mit einer Strom-kompensierten Drossel. Bei Geräten mit hohem Energiebedarf wird das aber unwirtschaftlich, also ist diese Methode eher etwas für kleine Geräte wie ein Raspi oder eine Phono-Vorstufe oder….

@ All:
Eigentlich gehört das aber alles nicht hierher, denn es geht um Lautsprecher und in diesem speziellen Fall um den Raspberry, bzw. wie man dessen Signalqualität aufwerten kann.
Ein Kurs in Elektrotechnik ist dabei sicherlich mehr verwirrend als förderlich, zumal jeder ohne die passenden Grundlagen dann nachfragen muss, was dieses und jenes ist.

Daher denke ich, eine Empfehlung auf Basis von käuflichen oder mittels DIY einfach umzusetztender Lösungen (Ström & Co) ist da zielführender.

Darum alles in allem zusammengefasst:
-Es macht Sinn, den Raspi an ein gutes Netzteil mit ausreichend Strom und sauberer Ausgangsspannung zu hängen.
-Für besonders hohe Ansprüche, die über die Anforderungen an “normale” Netztele hinaus gehen, lohnt eine individuelle Lösung wie z.B. “Ström”von Rincewind.

-Das Lichtnetz im Haus generell entstören zu wollen macht aus genannten Gründen wenig Sinn, auch wenn es Läden gibt, die einem dafür “kryogenisch behandelte” Schmelzsicherungen und anderes Schlangenöl andrehen wollen.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/Lautsprecher-selber-bauen/Antwort/3019/