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Antwort auf: Auswahl DIY-Lautsprecher für Integration in Trockenbauwand und Board

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#36785
Hesse

Moin.

Vielleicht kann der eine oder andere etwas damit anfangen. Bezüglich der Inwalllösungen habe ich einige positive und negative Erfahrungen gemacht, die ich gerne weiter gebe.

Das Problem der Inwalllösungen ist die Einbindung in die Umgebung und die mechanische/dynamische Belastung des Gesamtsystems durch die Bass- und Tiefmitteltonchassis. Die Chassis setzen, bekannterweise, nur ca. 1 – 1,2% der zugeführten Energie in “Schalldruck” um, der nicht ganz unbedeutende Rest wird in Wärme und dynamische Energie im Treiber selbst umgesetzt. Das kann natürlich nicht unberücksichtigt bleiben.

Bei Einbau in stabilem Mauerwerk fast vernachlässigbar, bei Leichtbauwänden, z. B. Ständerwände aus Metall- und schwachen Holzständerwerken jedoch recht problematisch. Kommen diese Leichtsysteme in Resonanz, also in Schwingungen, die im Ursprungssignal nicht enthalten sind gibt´s nichtlineare Verzerrung. Ebenso steigen die linearen Verzerrungen an. Vereinfacht wird das oft im Klirrfaktor dargestellt. Bei geringen Lautstärken “hört man einfach darüber hinweg”, wenn es über Zimmerlaut geht, kommt es zu tonalen Verfälschungen, Klangspitzen oder Aufweichungen, je nachdem, wie das Gesamtsystem wirkt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Mit einer Menge Multitonmessungen kann man Maßnahmen erarbeiten, die das Ganze doch deutlich entschärfen. Das Chassis sollte mit geeignetem Schaumstoffband sorgfältig gelagert werden. Wenn man es ganz richtig machen will, können die Chassis auf eine Vorsatzplatte montiert werden, die als Ganzes mit dauerplastischem Material auf dem Grundkörper aufgebracht und mit in Dübel gesetzte Schrauben gesichert wird, aber maximal 6 Schrauben. Die Dübel fangen nochmals Schwingungen ab, besser auf jeden Fall, als in Material geschraubt. Das Gitter deckt dann alles ab, über Kantendiffraktion brauchen wir im Inwallbereich weniger Hirnschmalz verbraten.

Beplanken sollte man mit Fermacell oder Fireboard-Platten, die bringen zusätzlich Masse ins Spiel, die beruhigend wirkt. Die Platte an den Seiten halbe Breite der Ständer überstehen lassen und mit Trennband verschrauben.

Hört sich kompliziert an, aber wenn ich das hinbringe, kann das fast jeder. Aber die Absenkung der Störfrequenzen ist erheblich, die Klirr- oder Verzerrungsspitzen gehen in erträgliche Bereiche.

Wie gesagt, Vielleicht kann der eine oder Andere, gute Inwalllösungen sind im Kommen ……. Ansonsten schönen Restsonntag.

KH

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