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Antwort auf: Kaufberatung: preiswerter Verstärker

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#6245
Sparky

Guten Abend Jakob,

NAD ist wie Guinness, mag man oder mag man nicht.
Der Hersteller hat den Geräten ein starkes “Sounding” verpasst, dass eng mit der Marke verbunden ist.
Ob Dir das zusagt, kannst Du erst entscheiden, wenn Du nen NAD gehört hast. Hier wirst du zwei Leute fragen und drei Meinungen dazu bekommen, der eine will nichts anderes als NAD, der andere sagt daran fehlen die Griffe um ihn in den Kübel zu werfen.

Was mir persönlich nicht gefällt: NAD verbaut lineare Lautstärkepotis. Anhänger der Marke sagen, das gehört zum Konzept, nur arbeitet das Gehör leider nicht linear. Subjektiv bedeutet dass, dass der NAD zwar rein elektrisch alles richtig macht und die Lautstärke gleichmäßig anhebt, Du aber das Gefühl hast, da kommt am Anfang ganz schnell ganz viel “Wumms” und dann geht ihm irgendwie die Puste aus…

Verstärker mit logarithmischen Potis erhöhen die Lautstärke näher an der verbogenen “Kennlinie” des menschlichen Gehörs, weshalb man den Eindruck hat, die Lautstärke stiege gleichmäßig an.

Falls Du die Möglichkeit hast, mal einen NAD zu hören, würde ich mir definitiv ein eigenes Bild machen, denn nur Du kannst entscheiden, ob dir die Marke zusagt oder nicht 🙂

Offtopic:
Der “König” freilich ist die so genannte gehörrichtige Lautstärkeregelung, dabei werden über zusätzliche Weichenkreise je nach Gesamtlautstärke sogar noch die Höhen und Tiefen unterschiedlich beeinflusst. Dazu braucht es aber leider komplizierte Potis mit mehreren Mittenabgriffen, wird aus Kostengründen schon lange nicht mehr produziert. Moderne Verstärker bieten manchmal die Möglichkeit, sich das per Equalizer selbst hinzufummeln. Ich habe einen alten Philips Saturn Tonmeister mit zwei SB12-6L wiederbelebt, das Teil stammt aus dem Ende des Zenits der Röhrerära und hat sogar schon ein paar Germaniumtransistoren verbaut, Schnittbandtrafos, Mehrsystemröhren…
Und besagte Lautstärkeregelung. Klingt einfach Sahne 😉

Gruß,
-Sparky

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