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Antwort auf: Lautsprecher richtig aufstellen…

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geloescht

„Tonale Ausgewogenheit ist alles was wir erwarten können, korrekte räumliche Abbildung ist mit Lautsprechern nicht zu erreichen. Audioprodukte sollten einen Disclaimer tragen:
“ Vorsicht, die Wiedergabe ist nicht lebensecht! “

Diese Aussage von Barry Wills kann man nur unterstreichen.
Was wir bei Wiedergabe über zwei Lautsprecher hören, nichts als Phantome, denn dort, wo wir z. B. die Sängerin in der Mitte hören, ist nichts, was den Ton erzeugen könnte. Wir hören also die Illusion, die der Toningenieur den Signalen mitgibt. Wir könnten jetzt über die Bearbeitung der Töne im Gehirn diskutieren und über den IACC Interaural Cross Correlation Coeffizient sprechen, alles sehr abstrakt. Daher zu dem Praktischen.

Unterschiedliche Lautsprecherkonzepte, z. B. Vergleich Air-Motion-Transformer zur Kalotte, haben sehr unterschiedliche Abstrahlverhalten. Daher taugen manche auch für Nahfeldhören, andere nicht. Bitte keine Diskussion über ER4 anzetteln. 🙂

Ich persönlich würde einen Bändchenhochtöner nicht im Nahfeld oder in einem kleineren Raum benutzen, da er schnell nerven kann. Bei größerem Hörabstand verwischen sich die Nickeligkeiten. Daher hat Sparky auch die beste Performance bei näher zusammen stehenden und etwas entfernteren Lautsprechern.

Ich habe einen Lautsprecherabstand von rund 190 cm. und sitze rund 2 Meter entfernt. Da meine Lautsprecher zweitgeteilt sind, d. h. der Mittel-Hochtonbereich ist vom Bass völlig entkoppelt, kann ich auch für eine phasengenaue, auch gedrehte oder gekippte Aufstellung sorgen. Das hört man. Die Plastitiztät des „Phantomschallbildes“, richtige Lautsprecherposition vorausgesetzt, ist immer wieder umwerfend. Mit „schärferen“ oder breit abstrahlenden Hochtöneren ist das nicht zu erreichen, auch eigene Erfahrung. Erfordert halt auch einige Erfahrung und ein wenig Gewurstel und Geschiebe. Diesen Effekt hat man auch in größeren Räumen, wenn die geometrischen Proportionen eingehalten sind.

Dort kommen jedoch noch mehr die Rumbeschaffenheit, die Nachhallzeit, Moden und ähnliche Verdächtige ins Spiel, was man aber durch eine Zweiteilung elegant vermindern kann. Einwinkeln, kippen etc. bringen oft nicht nachvollziehbare Verbesserungen oder auch Verschlechterungen. Das faszinierende an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass man das Phantomschallbild so manipulieren kann, dass es nicht mehr „wandert“, sondern sich in Richtung des Zuhörers dreht, wenn man seine Position im Raum ändert. Phantome halt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der nicht die Mutti mit dem Besenstiel neben sich hat, neudeutsch „WAF“, durch Veränderung der Lage des Lautsprechers erhebliche Vorteile erzeilen kann. Auch unter dem Blickwinkel, dass wir keine Lautsprecher hören, nur das von ihnen mehr oder weniger gut reproduzierte Phantomschallbild.

Hesse

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