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Lautsprecher richtig aufstellen…

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  • Dieses Thema hat 14 Antworten und 9 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Jahre, 8 Monaten von geloescht.
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    • #25846
      Axel Hurow

      Hallo.
      Ich bin neugierig.
      Seit dem Hörevent experimentiere ich wieder und wieder herum. Ich bevorzuge die Aufstellung als gleichseitiges Dreieck.Im großen Saal habe ich die Duetta so aufgestellt, die erste Sitzreihe dementsprechend platziert, es war für mich richtig gut. Prompt haben sich die ersten Hörer in die zweite Reihe gesetzt und kurz danach die Stühle der ersten nach hinten gestellt. Ich nehme an, die meisten bevorzugen einen geringeren Abstand der Lautsprecher zueinander und einen etwas weiteren Hörabstand. Mich würde interessieren, wie Ihr das so macht und warum.
      Bestimmt kommt hier auch der ein oder andere Tip zur Aufstellung ans Licht.

      Viele Grüße Axel

    • #25851
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Axel,

      ich bevorzuge eine kleinere Basis in Bezug zum Hörabstand. Dabei hat sich Faktor 3 zu 4 ergeben, was die Bühne breit und tief macht. Stehen die Boxen weiter auseinander, fehlt Tiefe, bei weniger Abstand Breite. Die Lautsprecher stelle ich dabei parallel zu den Seitenwänden auf, dafür sind sie abgestimmt.

      Gruß Udo

    • #25852
      Vadder
      Verwalter

      Moin Udo,

      also ich bevorzuge in Deiner Klanghöhle 3:4,x 🙂
      In der zweiten Reihe ist der Bass etwas präsenter.
      Vielleicht lag daran auch das Stühlerücken bei Axel.

      Gruß Vadder

    • #25853
      Sparky

      Mahlzeit Axel,

      “richtig” Aufstellen richtet sich auch stark nach dem Raum, respektive dessen Geometrie und Bedämpfung.
      Ich persönlich bevorzuge z.B. auch eher das “spitze” Dreieck, also die Boxen näher zusammen.
      Das liegt daran, dass ich die GranDuetta in die schmale Seite des Rechtecks des Raumgrundrisses stelle.

      Hier die Aufstellung:
      https://www.acoustic-design-magazin.de/wp-content/uploads/2018/01/Aufstellung_GD.jpg

      Bei der Aufstellung sollte eine gute Stereo-Bühne das Ziel sein, also den Boxen die Möglichkeit geben, die Stereo-Illusion bestmöglich wiederzugeben, ohne sich dabei irgend welche Moden einzufangen. Wenn das gelingt, dann nimmt man bei entsprechenden Aufnahmen Geräusche aus Richtungen war, wo gar keine Box steht (“Die Sängerin steht zwischen den Boxen, das Schlagzeug rechts daneben in der Wand”) etc.

      Als wichtige Merkmale habe ich dabei den Abstand der Boxen zu ihrer Rückwand, den Abstand der Seitenwände, Abstand des Hörers zu seiner rückwärtigen Wand, Deckenhöhe des Raumes und dessen Bedämpfung (“hart” oder “weich”) ausgemacht. Meine bisherige Erfahrung hat mir gezeigt, dass in vielen Räumen die Boxen von einer eher engeren Aufstellung zueinander profitieren, da dann die Immersion der Bühne besser funktioniert. Stellt man sie dann weiter auseinander, geht es eher in “PingPong-Stereo” über, sprich die Position der Boxen ist klarer zu erhören (logisch), das “Dazwischen” und “Drumherum” nimmt aber ab. Mir gefällt die Illusion der durchgehenden Bühne gut, daher halt die eher enge Aufstellung, dabei berücksichtige ich eine Geometrie, die sich symmetrisch zum Raum verhält, das sorgt bei mir für die beste Wiedergabe.

      Das “optimale” Stereo-Dreieck richtet sich aber halt nach den örtlichen Gegebenheiten. Somit kann nur jeder so lange die Boxen durch die Gegend schieben, bis er den für seinen Geschmack besten Klang hat. Und viele stehen dann vor der Herausforderung, dass sie dann eine Box vor´m Kühlschrank, die Andere halb im Fernsehbild stehen haben 😀

      Gruß,
      -Sparky

    • #25854
      michael gebel

      Ich bin auch auf Faktor ca.3:4.5 angekommen.etwas eingewinkelt.Lautsprecher stehen dabei ca.200cm auseinander und an meiner Längstseite des Raums.Raummoden werden bei mir keine mehr angeregt,obwohl ich unser Wohnzimmer nicht mit Dämmung oder akustikstoff verunstaltet habe.

      Gruss aus mönchengladbach

    • #25855
      michael gebel

      Habe jemanden in meinen Freundeskreis,der bevorzugt das gleichschenklige Dreieck.Er sitzt aber auch nur1,5 Meter entfernt.Diese Musikdarbietung ist sowas von realistisch und alle Instrumente und die virtuelle Bühne ist sogar Sicht und greifbar.Leider ist mir diese Aufstellung von der Regierung noch nicht genehmigt worden,aber ich arbeite daran auch mein Wohnzimmer zur virtuellen Bühne umzustellen.

      Gruss aus mönchengladbach

    • #25863
      geloescht

      „Tonale Ausgewogenheit ist alles was wir erwarten können, korrekte räumliche Abbildung ist mit Lautsprechern nicht zu erreichen. Audioprodukte sollten einen Disclaimer tragen:
      ” Vorsicht, die Wiedergabe ist nicht lebensecht! ”

      Diese Aussage von Barry Wills kann man nur unterstreichen.
      Was wir bei Wiedergabe über zwei Lautsprecher hören, nichts als Phantome, denn dort, wo wir z. B. die Sängerin in der Mitte hören, ist nichts, was den Ton erzeugen könnte. Wir hören also die Illusion, die der Toningenieur den Signalen mitgibt. Wir könnten jetzt über die Bearbeitung der Töne im Gehirn diskutieren und über den IACC Interaural Cross Correlation Coeffizient sprechen, alles sehr abstrakt. Daher zu dem Praktischen.

      Unterschiedliche Lautsprecherkonzepte, z. B. Vergleich Air-Motion-Transformer zur Kalotte, haben sehr unterschiedliche Abstrahlverhalten. Daher taugen manche auch für Nahfeldhören, andere nicht. Bitte keine Diskussion über ER4 anzetteln. 🙂

      Ich persönlich würde einen Bändchenhochtöner nicht im Nahfeld oder in einem kleineren Raum benutzen, da er schnell nerven kann. Bei größerem Hörabstand verwischen sich die Nickeligkeiten. Daher hat Sparky auch die beste Performance bei näher zusammen stehenden und etwas entfernteren Lautsprechern.

      Ich habe einen Lautsprecherabstand von rund 190 cm. und sitze rund 2 Meter entfernt. Da meine Lautsprecher zweitgeteilt sind, d. h. der Mittel-Hochtonbereich ist vom Bass völlig entkoppelt, kann ich auch für eine phasengenaue, auch gedrehte oder gekippte Aufstellung sorgen. Das hört man. Die Plastitiztät des “Phantomschallbildes”, richtige Lautsprecherposition vorausgesetzt, ist immer wieder umwerfend. Mit “schärferen” oder breit abstrahlenden Hochtöneren ist das nicht zu erreichen, auch eigene Erfahrung. Erfordert halt auch einige Erfahrung und ein wenig Gewurstel und Geschiebe. Diesen Effekt hat man auch in größeren Räumen, wenn die geometrischen Proportionen eingehalten sind.

      Dort kommen jedoch noch mehr die Rumbeschaffenheit, die Nachhallzeit, Moden und ähnliche Verdächtige ins Spiel, was man aber durch eine Zweiteilung elegant vermindern kann. Einwinkeln, kippen etc. bringen oft nicht nachvollziehbare Verbesserungen oder auch Verschlechterungen. Das faszinierende an der ganzen Geschichte ist jedoch, dass man das Phantomschallbild so manipulieren kann, dass es nicht mehr “wandert”, sondern sich in Richtung des Zuhörers dreht, wenn man seine Position im Raum ändert. Phantome halt.

      Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der nicht die Mutti mit dem Besenstiel neben sich hat, neudeutsch “WAF”, durch Veränderung der Lage des Lautsprechers erhebliche Vorteile erzeilen kann. Auch unter dem Blickwinkel, dass wir keine Lautsprecher hören, nur das von ihnen mehr oder weniger gut reproduzierte Phantomschallbild.

      Hesse

    • #25872
      Matthias (DA)

      Moin Axel,
      Unabhängig von Udo’s Plänen hat sich hier auch eher 3 zu 4 ergeben.
      Das gute alte gleichseitige Dreieck kenne ich noch aus früheren Zeiten mit meinen Phonar, da hat das besser gepasst, die wollten aber auch eingewinkelt werden. Status quo klingt aber besser als die Erstlautsprecher, sogar wenn ich beide Dütten irgendwo hinters Sofa stelle 😉
      Und das trotz Folientöner mit wenig Abstand.

      Sofa was von der Rückwand weg und Bücherregal dahinter reduziert Moden (Wandabstand) und Echo (Billy-Diffusor)

      Matthias

    • #25888
      geloescht

      Moin Matthias.

      Am AkademieDac und mit Chavela Vargas fällt das auch gar nicht auf. 🙂 Chabela, phonetisch wie Chavela, bezeichnet im Spanischen ein Mischgetränk aus Wein und Maisbranntwein. Prost.

      Hör Dir mal Atahualpa Yupanqui an, der ist noch ein Zacken schärfer als die Kleene.

      Wenn Du aber einmal richtig liest steht da oben, Zitat ” Ich persönlich würde einen Bändchenhochtöner blabla”, was Andere tun, ist mir recht egal. Aber durchaus ernst zu nehmende Lautsprecherhersteller wie Dali, T+A, Furuyama bauen mittlerweile Hybridhochtöner aus Jet-Konstruktion und Gewebekalotte. Vermutlich aus Langeweile. Aber Sinn macht das, meiner Meinung nach, schon.

      KH

    • #25961
      Axel Hurow

      Hallo zusammen.
      Vielen Dank für eure Antworten. Ich denke, probieren ist der Weg. Ich habe vor Jahren mal irgendwo gelesen, dass im Tonstudio die Monitore mit dem Abhörplatz des Toningenieurs ein gleichseitiges Dreieck bilden, da diese im Wohnfeld am leichtesten in verschiedensten Maßstäben nachzubilden sei. Aber ein großes Stück weit ist es wohl Geschmacksache, natürlich wird man auch von den Räumlichkeiten eingeschränkt.

      Gruß Axel

    • #25984
      geloescht

      Moin Axel.

      Nach langem Arbeitstag noch einige Worte. Kurz wie immer. 🙂

      Ich durfte in den Siebzigern das Tonstudio im Taunus entwerfen, in dem Frank Farian die ersten Hits von Boney M aufgenommen hat. Da habe ich viel über Akustik und Lautsprecher gelernt und nie mehr vergessen. Weil mich das einfach interessiert.

      Das Gebäude wurde einige Male deutlich verändert, da es am Ende “um die Lautsprecher” herum gebaut ist. Dann kamen die Toningenieure, haben die Wandbekleidungen, Deckenbeschichtungen, Mobiliar etc. mitbestimmt. Sehr spannend.

      Die damals verbauten Studiomonitoren, meist von der Firma xxxxx und xxxxxxx, gab es in Kleinformaten für das Nahfeld im gleichseitigen Dreieck (Räumlichkeit), mittelgroße für Hörabstände von 2 – rund 4 Meter und dann die Dickschiffe fürs Hören aus der Ferne (sauberer Bass, Impulsfestigkeit), Hörabstand deutlich größer als Basis. Alle Aufnahmen sind in allen drei Abständen geprüft und teilweise anders abgemischt worden. Am Ende stand dann da noch ein Hörtest in Wohnraumumgebung. Die Jungs haben sich noch echt Mühe gegeben. Aber… Studiomonitore klingen steril, sie geben die Töne zwar fast perfekt wieder, aber die Musikalität und die Seele fehlt.

      Frappierend war immer, welche Unterschiede sich beim Abhören im optimierten Raum und im normalen Raum offenbarten.

      Die Lautsprecher wurden dann vor Ort noch der Unterschiede zwischen Entwickler- und Aufnahmeraum beraubt. Richtig Arbeit. Udo stimmt seine Lautsprecher so ab, dass sie parallel zur Wand aufgestellt werden können. Das funktioniert gut, aber auch nicht immer. 30 – 40 Prozent macht der Aufstellraum aus, ein Topp-Lautsprecher klingt in einem schlechten Raum genauso besch…. wie ein weniger Guter. Daher ist immer auch die Eigeninitiative des Users gefordert, der seinen Liebling dreht, kippt, höher oder tiefer stellt usw. Eine Schablone gibt es aber leider dafür nicht.

      Der High-Ender versucht, seinen Raum zu “zerklüften”, der viel gepriesene Teppich oder der Wandbehang taugen wenig, da sie akustische Vorgänge nur wenig beeinflussen können und nur kleinteilig wirken. Der Königsweg ist, nach meinen Erfahrung, die Schallimpulse in den kritischen Bereichen zum Halbwellenzustand zu zwingen, damit eine Eliminierung stattfindet, die ich immer gerne “Schadkanibalisierung” nenne. In der Elbphilharmonie ist das perfekt realisiert, daher gilt sie auch als einer der drei besten akustischen Räume überhaupt.

      Ich mag Lautsprecher, die auch im Nahfeld sehr gut klingen, meine xxxxxxxxx kann das wirklich super. Fast wie Kopfhörer hören. Durch die Zweiteiligkeit lässt sich auch viel mit geometrischen Veränderungen anstellen, daher ist diese Bauweise so interessant. Versuch macht kluch.

      Hesse

      Upps. So ganz kompakt ist der Beitrag doch nicht. 🙂

    • #26028
      rodscher

      Moin.

      Hesse
      Jetzt hab ichs verstanden, warum Du so gerne Boney M hörst und den Bobby beim Tanzen zur Lala aus der Sb23 gibst;-)

    • #26029
      geloescht

      She´s crazy like a fool, bye bye Daddy cool 🙂 🙂 🙂
      Den Bobby habe ich noch persönlich kennen gelernt, der konnte alles, außer singen.

      Rodscher, Du bist mir einer.

      KH

    • #26562
      Roman Lachenicht

      Hallo ,ich persönlich nutze auch das gleichseitige Dreieck . Habe es irgendwann mal gelesen daß man Lautsprecher so aufstellt ….
      Habe meine ” Damen ” dementsprechend im ersten Versuch so aufgestellt. Sie stehen ca. 2,70 Meter auseinander und von meinem Hörplatz aus stehen die Ls jeweils 2,80 Meter entfernt. Habe leider nur wenig Spielraum ( Dachgeschoss und Schrägen) , muss aber sagen ich bin sehr zufrieden .Allerdings habe ich die Ls nach meinem Geschmack eingewinkelt aufgestellt und auch das Oberteil ist mittels Stellfüße höhenverstellbar und ist gekippt zum Hörplatz ausgerichtet. Alles so wie es ist, ganz nach meinem Geschmack :)) . Gruß Roman

    • #26570
      geloescht

      Moin.

      ROman, genau der richtige Weg. Nur ein kleiner Teil der Raumzuschnitte lässt andere Aufstellungen zu. Das mIT dem variablen Oberteil bringt auch eine ganze Menge.

      Weiterhin viel Spass beim räumen. 😂.

      H.

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