Zurück zu Münchner Kaffeekränzchen

Antwort auf: Münchner Kaffeekränzchen

Startseite Foren User trifft User Münchner Kaffeekränzchen Antwort auf: Münchner Kaffeekränzchen

#25935
max

Hallo zusammen,

auch von mir erstmal ein herzliches Dankeschön an Georg für die Zurverfügungstellung seiner Räumlichkeiten + Bewirtung. Und natürlich auch an alle anderen Teilnehmer, die wieder reichlich Material angeschleppt haben. Es war ein äußerst kurzweiliger Sonntag und es hat mich gefreut wieder neue nette Boardies kennen zulernen.

Ich habe mir diesmal ein paar stichpunktartige Notizen gemacht, um in der Sammlung von 10 Paar LS (?)+4 Subs den Überblick zu behalten.

Einstieg war mal wieder die Mona 2.1:
Zurecht oft gebaut und für gut befunden – für kleine Räume ein tolles Set. Insbesondere wenn noch kein Stereoequipment vorhanden ist, eine sehr gute Wahl für Einsteiger und Zweit/Drittanlagen

Als nächstes spielte die SB12 ACL auf:
Und wie die aufspielte. In kleinen Räumen (ich schätze den kleinen Hörraum auf grob 12-15m²) braucht man einfach nicht mehr Lautsprecher. Tolle Feinzeichung und es ist einfach immer wieder erstaunlich, welch voluminösen, druckvollen Bass die kleinen Spargel in den Raum drücken. Subwoofer überflüssig.

Dann wurde übergeben auf die CT193:
Leider nicht wirklich mein Fall. Ich bin wohl einfach kein Breitbandfan – auch mit Needles und den AX-6 bin ich nie so wirklich warm geworden. Gerade wenn man etwas außermittig sitzt, fällt der Hochton deutlich hinter der SB12 zurück und auch im Bassbereich gefiel mir diese deutlich besser. Irgendwer hat spaßhaft gemeint, die klingt als wäre ein Eimer davor, das konnte ich nachvollziehen. Aber hier nochmal eine Warnung: Das alles ist Geschmackssache und vor allem „lästern“ auf verdammt hohem Niveau!

Dann kamen wir kurz zu den ganz kleinen:
SB12 5L: Hochmittelton ebenbürtig mit SB12ACL und damit auf sehr hohem Niveau. Bass natürlich deutlich zurückhaltender, aber in Wandnähe/auf dem Schreibtisch für viele evtl. ausreichend.

Symphony 4: Ohne Bassunterstützung in meinen Ohren nicht wirklich nutzbar. Auch die Ankoppelung des Subs will gekonnt sein, da man verhältnismäßig hoch trennen muss. Die Kombination aus S4, Deeplink und einfachem Aktivmodul passte nicht wirklich. In Kombination mit dem Stonewallsub am einfachen Aktivmodul gelang das dann zum Schluss schon so einigermaßen – aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass das noch deutlich besser geht. Mittel- und Hochton ist aber wirklich hervorragend – Live feeling pur. Der Einsatzbereich ist natürlich, nicht zuletzt wegen der deutlichen Preissteigerung ggü. SB12, etwas speziell. Als Rear in Linie 4 Heimkino oder in höchstwertigen 2.1/2.2 Setups aber eine sehr gute Wahl.

Subs:
Deeplink und U_Do7 spielen Tief, zumindest der Deeplink braucht aber auch viel Leistung und Kontrolle. Gerade am kleinen Amp klang er eher wummrig. Der Stonewall-Sub war aus der Sammlung mein klarer Favorit, trotzdem ist mir ein „kleiner“ PA Sub immer noch am liebsten. Tiefgang brauch ich nicht, aber druck muss sein.

Dann sind wir rüber ins große Zimmer. Hier nahm die große Verwirrung ihren Lauf.
Verschiedene Aussagen wurden mehr oder weniger einstimmig getroffen (zB „LP spielt sehr frech nach vorn, fast schon etwas scharf, Chorus eher relaxt“). Einige Später mussten wir dann Gegenteil konstatieren. (Jetzt ist plötzlich die C52 zu scharf und LP spielt relaxter). Manchmal lag die C52 vor der LP, manchmal lag letztere vorn.
Ein paar beispielhafte Stellen: Die bekannte CD von Martin: Die unplugged Stücke (2-5, also StairwaytoHeaven, I’m Ready, Fine Days und Layla) gefielen mir auf der LP besser, das klang irgendwie runder und präziser. Bei den hinteren Stücken (LaGrange, Too Proud und vor allem das eher schlecht aufgenommene Back From Cali) gefielen mir auf der C52 besser.
Oft konnten wir aber nicht mal zuverlässig raushören, welcher LS gerade spielt. In Summe passt die LP etwas besser zu meinem Musikgeschmack, aber die Unterschiede sind eher marginal. (achja – aber dann war da ja noch Faktor drei im Preis…)

Allgemein lässt sich festhalten, dass alle der vertretenen Lautsprecher auf sehr hohem Niveau spielen. Besser oder schlechter lässt sich da sicher nicht mehr pauschal sagen – jeder hat seine eigenen Stärken.
Außerdem machen Rahmenbedingungen dann fast mehr Unterschied als die LS selbst. Beispiel: Chorus52 stand ganz außen – das greift den kleinen Chassis im Bass sicherlich etwas unter die Arme (Bollerbass ist mit zwei 5″ern eh kein Problem), allerdings war die Stereobasis in meinen Ohren zu breit, Simmen waren zumindest auf dem Sofa etwas zerrissen. Außerdem sind wir leider erst zu spät auf die Wirkungsgradunterschiede gekommen, da Peters 3fach Umschalter im Handling wesentlich einfacher war als die A/B Vergleichsvariante mit Pegelangleich.
Die Chorus hatte (gefühlt!) den höchsten Wirkungsgrad. Etwas dahinter die LP, zur SB23 war dann ein deutlicher Unterschied. Die daraus resultierenden Lautstärkeunterschiede beim Umschalten verwaschen die Aussagen zum LS selbst zusätzlich. Am deutlichsten wurde das beim Umschalten auf die SB23 – die klang dann immer irgendwie lahm. Wenn man sich aber mal ne Minute an den Pegel gewöhnt (oder entsprechend nachgeregelt) hat, sieht die Welt wieder ganz anders aus. Keiner der anderen LS spielte so relaxt und tief wie die SB23.

Ich hab mir notiert zu den einzelnen LS:

Chorus52: Bass nicht ultratief aber trocken und druckvoll (begünstigt durch Aufstellung)? Hochmittelton nicht ganz so feinzeichnend wie bei LP, aber sehr gut! Chorus TMT sind echt schön. P/L Tipp in der Bluesklasse!

LP: Trockenster Bass, beste Feinzeichnung. Bringt Bühne schön nach vorn, spielt Dynamiksprünge mEn am besten. Sehr gute Auflösung im Hochmittelton, bei manchen Stücken (hart angerissene E-Gitarre) manchem etwas zu viel des Guten, muss man mögen.

SB23: Tiefster Bass, weniger Punchig im direkten Vergleich, deutlich niedigerer Wirkungsgrad, blüht bei relaxtem Blues zur Hochform auf. Toller Lautsprecher, Stefans Weiche TOP!

U_Do: Die Kombination aus Top und Sub konnte zwar viel Bass, klang aber in meinen Ohren im Oberbassbereich nicht wirklich rund. Der „richtige“ Verstärker wertete die Top deutlich auf. Ohne Sub natürlich prinzipbedingt weniger Tiefton als die anderen, aber der Rest ist echt gut. Wahnsinnige Preis/Leistung. 7.2 Kino zum Preis einer einzelnen LittlePrincess und durfte bis zum Schluss mit den Kollegen aus der Bluesklasse spielen. Mehr Lautsprecher brauchen 98% der Bevölkerung nicht!

## tl;dr:
Meine „Lessons learned“:
– Hinter den Avataren stecken nette Menschen!
– Dass 2.x Sub Kombis sehr gut funktionieren können weiß ich, „plug and play“ funktioniert das aber nur mit der Mona.
– SB12ACL ist nach wie vor der absolute Gewinner was „Klang pro Größe“ angeht.
– In der Bluesklasse machen Raum, Musikgeschmack und Tagesform mehr aus, als zB der Schritt von Chorus auf Linie.
– ACL funktioniert, warum auch immer.
– Banpasssubs kommen tief und lassen sich optisch schön verstecken, mein Herz gehört aber dem knochentrockenen Punch wirkungsgradstarker PA-Pappen!
– Aus Butter, Tomatenmark und ner großen Hand voll Knoblauch entsteht hervorragender „Tomatenbaatz“

Gruß Max

Edit: schrottige Handybilder:
MUC1
MUC2
MUC3

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/Lautsprecher-selber-bauen/Antwort/25935/