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Antwort auf: Plattenspielerjustage für Nicht-Raketenwissenschaftler

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#26491
Sparky

Guten Abend Justus,

danke für den Link, ich habe es mal herunter geladen und ausgetestet.
Was daran praktisch ist, ist die Einbeziehung der tatsächlichen Tonarmgeometrie.
Da ja nicht jeder Hersteller die exakten Maße verwendet, sind die trigonometrisch wichtigen Parameter der effektiven Tonarmlänge und Abstand vom Tonarmschwenkpunkt zum Plattenzentrierdorn oft abweichend vom mathematische Referenzmodell – somit sind dann die meisten der Standardschablonen auch mehr oder minder „ungenau“, da sie sich auf die Nulldurchgänge der Platte, nicht aber auf den effektiven Radius der Abtastnadel zur Platte beziehen.

Mit dem Programm habe ich zwei Erkenntnisse gewonnen:
1) Mein Drucker druckt maßhaltig, das ist gut zu wissen, wenn man mal maßstäbliche technische Zeichnungen drucken will.
2) Ich habe jetzt eine „geometrisch korrekte“ TA-Schablone für einen Dual 731Q

Für das Folgende würde ich in anderen Foren vermutlich gesteinigt, aber: Empirische Tests ergaben, dass zur hörbaren Wahrnehmung bei „Musik“ der Spurfehlwinkel fast zweistellig, bei definierten reinen Sinus Testtönen um die zwei Grad betragen muss. Somit ist im „hörbaren“ Bereich schon fast egal, ob die Schablone den Normen der IEC oder DIN entspricht oder den verschiedenen mathematischen Philosophien der Nulldurchgänge…. Meine Ortofon SME Schablone ist beispielsweise für den DJ-Bereich mit Bajonett-TAs ausgelegt – und funktioniert dennoch auch gut mit anderen Systemen. Der 731er ist da eh ein Sonderling, weil die Schwarzwälder hier den Tonarm leicht eingekürzt haben, weshalb es zur Befestigung „normaler“ Halbzoll-Systeme einen Adapter benötigt…. alles wieder zusätzliche „Fummel-Faktoren“. Abgesehen davon vermag ich es auch nicht, eine TA-Nadel zehntelgenau auf eine Schablone zu setzen, eine so ruhige Hand vermag vermutlich nicht einmal eine Flasche Regent zu gewähren und auch, wenn ich kein Spekuliereisen auf der Nase trage, ist mein Augenlicht begrenzt. Die oftmals im Netz zu findenden Parameter betrachte ich daher als homöopathisch 🙂
(Wie gesagt, steinigt mich)

-Dennoch gibt es ein gutes Gefühl, die „passende“ Schablone für seinen Dreher zu haben – und mit dem Programm ist eine solche kinderleicht zu erstellen.

Gruß,
-Sparky

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