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Antwort auf: Große Treiber in kleinen Räumen

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#28964
Monti

Tach zusammen,

um mal die Angst zu nehmen: also messen ist kein Hexenwerk. Das habe ich gesehen, als Daniel letztes Jahr mit seinem Messmikro inkl. Rechner und entsprechender Software, die es für den Hobbymesser auch als Freeware gibt, zu Besuch war. Das Aufstellen des Mikros und Anschluss an die Anlage hat nur wenige Minuten gedauert. Schon flogen die ersten Sinuswellen durch mein Wohnzimmer und wenige Sekunden später spuckte die Software eine erste Schalldruck-Kurve aus.

Auch die Interpretation des visuellen Ergebnisses empfinde ich als überschaubare Herausforderung angesichts unseres Hobbys. Ich hatte in meinem Raum am Hörplatz eine Senke bei 70 Hz und bei 140 Hz. Schnell mal das Mikro woanders hingestellt, neue Messung, 2 Minuten später wussten wir, dass dort die akustischen Verhältnisse anders sind. Ein verschieben der Lautsprecher um 20 cm nach vorne brachte in Anbetracht der problematischen Wellenlängen erwartungsgemäß keinen Effekt.

Hinterher hab ich dann mal Wikipedia bemüht und theoretisch bestätigt bekommen, was wir gemessen haben: die beiden gemessenen Raummoden passten ziemlich gut zu den errechneten Werten im idealen Raum.

Ich habe das Glück, dass ich in meinem Raum keine größeren Buckel im Mittel- und Hochtonbereich habe. „Was nun aber tun?“, fragte ich mich.

Variante a: nüscht.

Variante b: einfach auf gut Glück rumprobieren, Mobiliar verrücken, Subwoofer auf den Hörplatz stellen und bei basslastiger Musik durch den Raum krabbeln, Lautsprecher von der Längs- auf die Querseite stellen oder umgekehrt, etc. pp. Auch wenn das sehr hemdsärmelig klingt, man wird Erkenntnisse über das eigene Hörempfinden und den Raum gewinnen. Inwieweit die Bewohnbarkeit gewährleistet sein muss, muss jeder für sich selbst entscheiden (lassen).

Variante c: durch akustische Maßnahmen gezielt bestimmte Probleme angehen. Und da kommt man ums Messen nicht mehr herum, weil die Resonatoren für mehr oder weniger enge Frequenzbereiche ausgelegt werden. An dieser Stelle bin ich dann nach einer mehr oder weniger intensiven Recherche im Netz ausgestiegen. Hochton-Probleme können durch hübsche Bilder mit kleinen, feinen Resonatoren recht gut bekämpft werden. Wo diese Teile dann die größte Wirksamkeit entfalten, weiß man entweder als Hörraumakustiker aus Erfahrung oder man experimentiert wieder mit Gehör oder anderem Equipment. Damit hab ich aber bei mir kein Problem.
Je tiefer die Frequenzen dann allerdings werden, desto wohnraumunfreundlicher werden die Abmessungen. So‘n Kubikmeter Basotect ist nicht gerade toll. Alternativ das Wohnzimmer in ein Bällebad verwandeln hätten vielleicht meine Kinder eine Zeit lang cool gefunden. Vielleicht experimentiere ich noch mal mit nem selbst gebauten Helmholtz-Resonator…

Variante d: mittels DSP die Schalldruckpegel im Frequenzgang so verbiegen, dass am Hörplatz die persönlichen Idealbedingungen herrschen. Für mich keine Option.

Variante e ist es dann geworden: ein neues Sofa kaufen. Die Anschaffung war zwar mehr der Tatsache der größer werdenden Kinder und dem Wunsch nach gemeinsamen Familienabenden auf selbigem geschuldet, hat aber akustisch einen positiven Nebeneffekt gehabt. 🙂

Eigentlich hätte ich trotzdem mal wieder Lust auf eine kleine Mess-Session in meinem Wohnzimmer. Einfach aus Neugier, weil‘s Hobby ist und Spaß macht…

Just my 2 ct.

Ciao
Chris

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