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Antwort auf: SB18 – Erstbetrieb klingt dumpf

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Sparky

Mahlzeit Tim,

Ich habe nun auch ein paar Videos auf Youtube geschaut zum Loeten, was ich davon mitgenommen habe ist in meinen folgenden Notizen widerzufinden (Notizen habe ich leider nur auf Englisch):

Deine Notizen sind goldrichtig und eigentlich schon würdig, in den Grundlagenbereich aufgenommen zu werden, daher habe ich sie hier mal übersetzt für alle, die des Englischen (und Lötens 😉  )nicht mächtig sind:

 

Nutze Lötzinn, welches eine Flussmittelseele besitzt und idealerweise ein solches, welches bleihaltig ist. Blei sorgt dafür, dass es wesentlich leichter fließt. Eine gute Zusammensetzung besteht aus 60% Zinn und 40% Blei.
(Anmerkung: Für elektronische Lötarbeiten eignet sich am besten so genanntes Radiolot, welches ein mildes Flussmittel wie Kolophonium besitzt. Dieses wirkt nicht korrosiv und verätzt somit nicht das zu verlötende Metall. Auf Grund der Regularien der RoHS-Richtlinien darf verbleites Lot allerdings nicht mehr vertrieben werden, da das enthaltene Blei umweltschädlich ist, wenn es nicht fachgerecht entsorgt wird.)

Nutze folgende Benetzungstechnik: Trage etwas Lötzinn auf die Spitze Deines Lötkolbens auf und halte sie dann unter den Anschluss des Bauteils, welches Du verlöten willst. Führe dann von oben das Lötzinn zu. Das Lötzinn wird den Anschluss nun ordentlich umschließen und so gut wie keine Lücken hinterlassen.

Das Lötzinn auf die Spitze aufzutragen, bevor man damit den zu lötenden Anschluss berührt, beschleunigt außerdem den Wärmetransfer in den Anschluss, damit das zugeführte Lötzinn schneller mit diesem verschmilzt.

Wenn der Anschluss des Bauteils, welches Du verlöten willst, schon lange der Luft ausgesetzt war, könnte er eine unsichtbare Oxydschicht gebildet haben, welche verhindert, dass das Lötzinn gut an ihm haftet. Reinige den Anschluss in einem solchen Fall trocken mit einem abrasiven Mittel wie Stahlwolle („Topfschwamm“).

Entferne, falls vorhanden, alle alten Lötzinnreste und nutze neues Lötzinn.

Nutze beim Löten eine hohe Hitze für kurze Zeit, keine geringe Hitze für lange Zeit
(Anmerkung: Viele elektronische Bauteile reagieren empfindlich auf Hitze und können dadurch
zerstört werden. Ein extremes Beispiel hierfür sind beispielsweise Germaniumdioden, bei denen
auf Grund ihrer Empfindlichkeit ein Hitzeeintrag zu vermeiden ist)

Die Hitze des Lötkolbens richtet sich nach dem Schmelzpunkt des Lötzinns und dem zu verlötenden Material (Metall)
(Anmerkung: Wer regelmäßig Lötarbeiten ausführt, sollte in eine Lötstation investieren. Diese müssen auch nicht teuer sein, wenn man keine Markenware kauft. Die Temperatur kann dann optimal eingestellt werden. Hier zeigt sich auch der Vorteil des eingangs erwähnten verbleiten Lötzinns, da es im Gegensatz zum heute umweltfreundlichen unverbleiten Lötzinns bereits bei ca. 180°C schmilzt und somit schonender in der Anwendung ist, wenn man empfindliche Bauteile verlötet.)

Um Kabel miteinander zu verlöten, verdrille diese zuerst und nutze so lange die oben erwähnte Benetzungstechnik, bis die gesamte verdrillte Strecke von außen und im Inneren mit Lötzinn benetzt ist.

 

Gruß,
-Sparky

 

P.S. Annehmend, dass Du in den Niederlanden geboren bist auf Grund des derzeitigen (übrigens sehr unterhaltsamen 🙂 ) Gesprächsverlaufs, habe ich mal aus Spaß meinen Kommentar dem großen Bruder zur Übersetzung gegeben. Benetzungstechnik = „bevoichtigingstechniek“? – Die von Rincewind befürchteten „internationalen Missverstädnisse“ funktionieren in beide Richtungen gut, aber sind sehr lustig 😀

..Und ein Hertog Jan Grand Presitige würde ich auch mal gerne wieder trinken. Ich hoffe, dass diese sch**ß Pandemie auch irgendwann mal wieder ihr Ende findet.



		
	

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