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Bambus-Leimholz für Lautsprecherbox geeignet?

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Dieses Thema enthält 7 Antworten und 6 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Gipsohr vor 1 Woche, 5 Tagen.

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  • #41616

    labert

    Zunächst mal: Tach zusammen!

    Ich bin seit 2014 stolzer und zufriedener Besitzer eines Paares Bluestone Twins in zeitloser MDF roh-Optik. Nun habe ich seit kurzem die Möglichkeit auch mal lauter Musik zu hören, wobei den kleinen 4-zöllern schnell die Puste ausgeht. Also muss etwas Neues mit mehr “Bums” her: Ein Paar U_Do 4!

    Da es sich nun um mein zweites Bauvorhaben handelt, möchte ich mich dieses Mal auch um die Optik kümmern. Folgende Idee schwebt mir vor:

    • Schallwand, Rückwand, Deckel, Boden in MDF schwarz durchgefärbt
    • Wände in Bambus Leimholz (Link zur Platte)

    Am Ende soll es also aussehen wie Udos aktivierte Duetta, nur eben mit Bambus-Leimholz statt Multiplex. (Link zu Udos Artikel)

    Udos zweifarbige Duetta

    Folgende Fragen stellen sich mir im Vorfeld:

    • Ist Bambus-Leimholz für mein Bauvorhaben geeignet? Man liest immer wieder Horrorgeschichten von Leimholzplatten, die sich mit der Zeit verziehen…
    • Splittert das Bambus-Leimholz möglicherweise beim Zuschnitt? Die dünne “Deckschicht” bereitet mir Sorgen
    • Welche “Idiotensichere” Oberflächenbehandlung könnt Ihr empfehlen? Das Schwarze MDF soll so dunkel wie möglich und die Maserung des Bambus angefeuert werden

     

  • #41617

    Fabian_1988

    Nabend also kann dir Baubuche Paneel ans herz legen, kann dir jeder Baustoffhändler bestellen, ich rede nicht von den Standart Baumärkten wie Obi und Co.

    Preislich relativ günstig um die 30 euro netto.

    Hier Mal ein Link

    https://www.pollmeier.com/de/produkte/baubuche/baubuche-paneel.html#gref

    Sonst einfach Mal nach googeln sehr hart und stabil. Für mich eins der schönsten leimholzplatten.

    Lässt sich auch gut lackieren. Ölen habe ich mit Osmo Hartöl ausprobiert und gute Erfahrung gemacht.

    Mfg aus dem Münsterland

  • #41619

    Peterfranzjosef

    Hallo labert,

    dem Bild nach sind die geplanten Bambusplatten wie Tischlerplatten aufgebaut. Die quer zueinander verleimten Schichten sperren sich gegenseitig gegen Schüsseln.

    Weiterhin sind es dünne Elemente, welche verbaut wurden.

    Nachdem Du relativ kleine Flächen mit den Seiten hast, kann da im Gegensatz zu m²-großen

    Platten auch nix passieren. Kannst ja vorsichthalber zu Deiner Beruhigung innen noch Querversteifungen aufleimen oder mit Resten aufdoppeln.

    Wenn du ölst oder lackierst wird die Oberfläche versiegelt, so kann Nässe nix anhaben. Holz arbeitet bei Feuchtigkeitsschwankungen, d.h. quellen und schrumpfen.

    Mein unbehandeltes Bambusküchenbrett ist seit Jahren kerzengerade geblieben.

    Was ich beachten würde bei Baumarkt Platten:

    Sind die in Folie eingeschweisst, können durchaus noch Krümmungen entstehen. Im Container gestapelt bleiben sie gerade, der Trocknung ohne Folie und Aufpressdruck ausgesetzt, leichte Krümmung.

    Leichte Krümmung bekommst Du mit Schraubzwingen noch gerade.

    Also lieber wenns geht bereits ausgepackte nehmen.

    Horrorgeschichten schreiben meist die stabverleimten Plattenkonstruktionen. Ist mir bei den Quickly 18 einmal selbst passiert.

    Ob die Platten splittern, weis ich nicht. Bambus ist bockhart, also vorher fleissig ins Netz gehen und informieren.

    Wie immer keine stumpfen Werkzeuge verwenden, quer zur Faser vorsichtig sein, an Reststücken probieren.

    Ich würde Hartwachsöl nehmen.

    Peter

  • #41620

    bauerwilkins

    Hallo,

    längs verlaufende Bambusfasern im Deckfurnier sind nicht offenporig, mit (Hartwach-)Ölen könntest Du da Probleme bekommen. Ggf. eher lackieren, auf jeden Fall Probeanstrich machen.

    BW

  • #41621

    Monti

    Tach,

    ich habe meine RS 100 ACL mit Bambusfurnier von SaRaiFo eingekleidet. Die Fasern am Rand splittern relativ stark, da muss man beim feilen der Kanten gegen die Maserung sehr vorsichtig sein und ausreichend Geduld und eine scharfe Feile mitbringen.

    Ölen mit Osmo Hartwachsöl war kein Problem, das Material hat ausreichend Öl aufgenommen.

    Ciao
    Chris

  • #42844

    labert

    Hallo nochmal,

    entschuldigt die lange Funkstille. Ich hatte in der Zwischenzeit viel um die Ohren, habe das Projekt aber inzwischen abgeschlossen! Für einen ausgewachsenen Baubericht reicht es nicht, trotzdem möchte ich Euch, bzw. denjenigen, die diesen Forenthread finden, meine Erfahrungen nicht vorenthalten.

    (die Accessoires sind leider notwendig, um den WAF auf ein akzeptables Level zu heben)

    Zu den Fragen:

    Verzieht sich Bambusholz?

    Ich habe bisher keine Langzeiterfahrung, aber leider kamen meine Platten direkt schief und krumm bei mir an. Mit ausreichend Leim und Schraubzwingen ließen sie sich allerdings in die richtige Form pressen. Bis jetzt ist alles gut gegangen, drastische Klimawechsel (raus aus der Bude, 12 Stunden im Partyzelt bei Regen, rein in die Bude) haben sie ohne Schäden über sich ergehen lassen.

    Wenn sich mit der Zeit noch Probleme ergeben, werde ich das an dieser Stelle nachtragen.

    Wie vertragen die Platten den Zuschnitt?

    Die Schnittkanten splittern tatsächlich ein bisschen. Mit Schleifen und in meinem Fall einer Ladung Hartwachsöl sieht das am Ende aber niemand mehr.

    Welche Oberflächenbehandlung?

    Ich habe mich für Osmo Hartwachsöl entschieden. Bin wie folgt vorgegangen: Habe mich von 80er Körnung zu 240er hochgearbeitet und dazwischen jeweils mit einem feuchten Lappen abgewischt. Zum Schluss das Hartwachsöl mit einer Rolle satt aufgetragen und nicht nachgewischt. Das Öl wurde vollständig aufgenommen und es es sind keine klebrigen Stellen geblieben. Das Holz wurde wie erwartet dunkler und die Maserung ist schön hervorgetreten.

    Zusatzfrage: Sind die Platten tatsächlich massiv?

    Eine Frage kam mir erst nach meinem Post in den Sinn: Sind die Platten wirklich massiv, oder wurde in der Mitte Material gespart? In meinem Fall war (fast) alles gut, an einigen Stellen gab es kleine Zwischenräume mit unschönen, weißen Kleberresten. Diese konnte ich mit einem scharfen Messer entfernen und letzendlich mit Holzpaste zuspachteln. Nach der ersten Ölung sieht man nix mehr.

    Link zum Album mit allen Bildern: https://imgur.com/tAKq4XS

    An dieser Stelle nochmal danke für die Antworten. Wenn sich Folgefragen ergeben, schaue ich bestimmt nochmal vorbei und versuche, sie zu beantworten 🙂

  • #42845

    labert

    Bonusbild mit Bluestone-Twin in MDF roh und High-End Goldohren-HiFi-Kette 😉 (Intel NUC -> USB -> Aune X1 DAC/KHV -> SMSL SA-50):

  • #42877

    Gipsohr

    …nach der Schlacht mit dem Material ist das Wesentliche auf der Strecke geblieben…

    Wie klingt‘s denn jetzt unter den Blumentöpfen?

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