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Bau einer Chorus 71

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      Moin aus dem hohen Norden,

      wie versprochen ist hier nun die Bau Doku von meiner Chorus 71.

      Ich muss aber gestehen, dass die beiden schon fertig sind. Ich hatte leider keine Zeit um hier zwischenzeitlich mal vorbei zu kommen.

      Zu allererst kam erstmal die Platte Multiplex in Buche mit Möbelbauqualität, die ich bei einem bekannten Tischler geordert hatte.

      Als ich dann die ersten Brettchen für die Chorus angezeichnet hatte ging es dann auch schon zum groben Zuschnitt mit der Handkreissäge, ich lies immer 5mm zwischen den einzelnen Brettern damit ich sie später an der Tischkreissäge auf das Endmaß bringen konnte. Ich bin immer mit der Maserung gegangen. Da ich auf Gehrung “sägen” wollte, habe ich die jeweiligen Bretter immer 2cm größer/länger zugeschnitten.

      Als ich dann alle Bretter, mit dem gleichen Maß in einem Anschlag, an der Tischkreissäge auf das Endmaß gebracht habe, ging die eigentliche Arbeit los.

       

       

      Da ich keine Möglichkeit hatte, eine “vernünftige” Gehrungssäge zu nutzen, habe ich mich entschieden, die Gehrung mit der Oberfräse und einem 45° Fräser zu fertigen. Exakter geht es ja nicht. Das Problem war nur, dass der Fräser nicht annähernd die Kantenlänge hatte, die ich brauchte, um ein 20mm dickes Brett über die gesamte Gehrungsfläche zu fräsen. Dies bedeutete, dass ich in mehreren, kleinen Schritten alle 4 Seiten mit dem Fräser ins volle Holz ging.

       

       

       

       

      Als das dann geschafft war, musste ich den Bandschleifer schwingen und den Rest der Kanten auf ca. das gleiche Maß bringen. Da man mit dem Bandschleifer ja bekanntlich nicht so genau arbeiten kann, habe ich mich dafür entschieden, die gefräste Fläche nicht zu berühren und lieber der Winkel etwas flacher ab zuschleifen und später mit Leim etwas aufzufüllen, als den exakten 45° Winkel zu zerstören.

       

       

      Das Fräsen und Schleifen hat am längsten gedauert, beim nächsten Mal würde ich immer eine Gehrungssäge vorziehen.

      Egal, das Ergebnis zählt. Als ich endlich alle Bretter fertig geschliffen hatte, ging es endlich zum verleimen. Dazu kann man wenig sagen, deshalb lasse ich einfach die Fotos sprechen.

       

       

       

      Wie man auf den Bildern erkennen kann, hat sich die Arbeit gelohnt – die Winkel passen perfekt.

      Ich habe immer damit angefangen, dass ich eine Seite und eine Front/Rückwand mit 90° Gehrungszwingen zusammen geleimt habe, damit ich eine stabile Grundlage habe. Wenn das richtig trocken war, habe ich die restlichen Bretter nach und nach zusammen gefügt.

       

       

       

       

       

       

       

       

      Immer wenn der Leim trocken war, habe ich mit einer weiteren Schicht die Lücke zwischen den Brettern geschlossen. Das Ganze waren ca. 3-4 Schichten. Schlussendlich waren die Kisten fast fertig und nur eine Seitenwand fehlte noch.

       

      Als ich soweit war ging, der Rest ganz fix. Ich hab erst die Vertiefungen für den Korb gefrässt (allerdings 1mm tiefer als in der Bauanleitung), dann das Loch für das Chassis und Bassreflexrohr. Leider musste ich feststellen, dass trotz der teuren Multiplexplatte bei einem Gehäuse ein wenig Rinde mit drin war und zwar genau dort wo der Korb eingefrässt ist und abdichten sollte. Dieses unvorhergesehene “Loch” habe ich mit etwas Bastelkit aufgefüllt, den Rest macht das Moosgummi vom Chassis. Zum Schluss kamen die Aussparungen für die Anschlussfähnchen der Hochtöner, die ich mit einem dremelartigen Multitool mit Holzfräser formte. Achso, ich bin jetzt mit 240´ger Schleifpapier noch mal rundrum gegangen, damit es schön glatt wird. Ich möchte das Holz unbehandelt lassen.

       

       

      Danach war´s ganz einfach. Weiche gelötet, Hochtöner, Tieftöner und Weiche eingebaut und fast fertig. Als ich die Terminals sah, waren die mir etwas zu weit aus dem Gehäuse raus, da habe ich sie einfach kurzer Hand mit einem Forstnerbohren ca. 5mm versenkt, so dass noch die Bohrungen für die Anschlusskabel frei sind.

       

       

       

      Zu guter Letzt noch das Sonofil rein, ich hab es zugeschnitten, und die letzte Seitenwand rauf. Ich hab sie mit sehr viel Leim auf der Gehäuseseite und auf dem Brett selbst eingeschmiert, dann mit den Zwingen befestigt und auf die Unterseite gelegt, damit der Leim jetzt schön in die vorhandene Lücke läuft. Als der Leim getrocknet war hab ich jetzt die Seite, die noch nicht geschliffen war, schön glatt gemacht.

       

       

       

      Zur Zeit spielen die beiden, als Rear gedachten, Chorus 71 als einzige Lautsprecher im Wohnzimmer an einer CarHifi Endstufe und machen schon echt was her. Die Positionierung und Lage ist noch nicht das Optimum, aber die Umgestaltung des Wohnzimmers ist erst in Gange. Ich bin sehr zufrieden mit den Lautsprechern und hoffe das ein Receiver den Rest des Klanges raus holt, da ich zur Zeit ja keine Einstellmöglichkeiten habe.

       

       

       

      Ich hoffe das ich euch gut und plausibel den Bau schildern konnte. Ich habe ca. 10 Arbeitsstunden pro Gehäuse investiert, die sich meines Erachtens aber sehr gelohnt haben. Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir bitte.

      Bis zum nächsten Mal

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