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Pimp my miniAmp

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  • Dieses Thema hat 27 Antworten und 12 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Jahre, 6 Monaten von Rincewind.
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    • #14959
      Rincewind

      Als Udo seinen Mona Bausatz vorstellte, hat er auch einen kleinen 2.1 Verstärker bei Amazon ausgesucht. Der damals empfohlene minAmp hat meine Neugier wegen der geringen Abmessungen und großen Funktionsumfang geweckt. Bei einer kleinen Hörsession in bei Yoga wurde mir klar, ich brauche das kleine Spielzeug.

      Es ist unglaublich Überraschend was aus diesem kleinen Kästchen rauskommt.

      Hörsession bei Yoga: SB36C + MDS Sub + MiniAmp an Raspi

      Das kleine, rote Kästchen mit der weißen Antenne, hat kein Problem ein „erwachsenes“ 2.1 Setup anzutreiben. Wie ein TV-Held zu sagen pflegt: LÄUFT!

      Das Sub-Modul (auf dem Subwoofer) kam im Übrigen nicht zum Einsatz.

      Flugs habe ich nach der Session auch so ein Kästchen bestellt plus ein günstiges Laptopnetzteil aus China mit 24V Ausgangsspannung (laut Hersteller)

      Der kleine Amp wurde schneller geliefert als das China-Netzteil, daher habe ich mir von meiner Frau ihr Laptop-Netzteil ausgeliehen. Der miniAmp war schnell an PC Lautsprecher (Micro 2006) angeklemmt und diente auch dem PC als externe Soundkarte. Nach zwei oder drei Tagen der Begeisterung folgte langsam die Ernüchterung. Es fehlte was am Sound und es war nicht Langzeit-tauglich.

      Ein paar Tage später kam auch das China-Netzteil. Schnell angeschlossen, Freude über mehr Lautstärke und Frust über das Zusammenbrechen des PowerLANs in der Wohnung. Da der Hersteller des 24V auf sämtliche PFC (Leistungsfaktorkorrekturfilter [https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsfaktorkorrekturfilter]) Maßnahmen verzichtet hat und auch seine Schaltung extrem Kostenoptimiert realisiert hat, wurde das Netzteil zur einer 1A Störquelle. Raus aus der Wohnung damit.

      Zähneknirschend in ein 19V Netzteil von MeanWell mit aktiver PFC investiert. Der Versender aus Sande lieferte wie gewohnt prompt. Angeschlossen, läuft (auch das PowerLAN).
      Tja nur der Sound läuft nicht wie ich es gerne hätte. Was nun?

      Erstmal Nachdenken. Wie funktioniert ein Schaltnetzteil? Abgesehen von einem Artikel in Wikipadia: https://de.wikipedia.org/wiki/Schaltnetzteil bietet das Internet einiges an Informationen. Ich finde die Seiten von http://schmidt-walter-schaltnetzteile.de/ hilfreich. Auch gut ist dieses Dokument http://ww1.microchip.com/downloads/en/DeviceDoc/dsPICSMPS%20AC_DC%20Users%20Guide.pdf
      Zugegeben, es ist nichts für den Einsteiger aber mit einigen Kenntnissen der Physik und Elektrotechnik sind die Zusammenhänge schnell verstanden. Wer will kann sich dann weiter in die Materie vertiefen um vielleicht sein eigenes Schaltnetzteil zu bauen.
      Für alle die keine Lust haben sich mit Schaltnetzeilen zu beschäftigen hier eine stark simplifizierte Erklärung.

      Ein Schaltnetzteil ist Effizienter als klassisches ungeregeltes Netzteil, da es:

      • Die Frequenz der Netzspannung VOR dem Transformator hochsetzt. Dies hat zur Folge, dass ein kleinerer Trafo benötigt wird und die Spannungswandlung effizienter erfolgt (weniger Verluste)
      • In der Regel arbeitet ein Schaltnetzteil mit Puls-Weiten-Modulation (ähnlich Class D Verstärker) und Regelt darüber die abgegebene Leistung.

      Ich versuche es zu erklären anhand vom Lied „TriCycle“ der Gruppe „Flim & The BB’s“.

      Der Dynamikumfang der Digitalen Aufnahmetechnik der 80er Jahre wird in diesem Lied voll ausgenutzt und daher klingen die ersten Akkorde auf dem Piano recht leise. Auf dem Bild sieht man links die letzten Töne des ausklingenden Akkords und im markierten Bereich einen Sprung in der Dynamik (dB Skala).
      Angenommen im Beispiel wird wohl am Anfang, bei den ersten Akkorden ca. 1W geliefert. Für einen 10dB Sprung muss mal eben das 10 fache an Leistung bereitgestellt werden also 10W. Für 20dB Sprung das 100 fache an Leistung also 100W. Im markierten Bereich ist der 20dB Sprung.
      Der Sprung in der Lautstärke muss der Verstärker mit seinem Netzteil abbilden. Hier kommen viele klassische Verstärker oft an ihre Grenzen. Erst recht die Class D China-Platinen mit ihren Schaltnetzteilen. Während in der „Good-Old-HiFi“ Welt die dicken Elkos die Energie vorhalten ist und daraus diese Sprünge versorgt werden, sieht es auf der modernen Seite etwas Mau aus. Hier wird an dicken Elkos gespart, da das Schaltnetzteil ja NACHregeln kann. Daher klingt dieses Stück auf vielen preiswerten Verstärkern, naja schwächer als bei alten Boliden.

      MiniAmp Innen
      Kein Platz für dicke Elkos

      In der Praxis hat man eher mit wiederkehrenden Pulsen meistens im Bass-Bereich zu tun. Hier wird das Schaltnetzteil mit seiner Regelung gefordert: Der Bass-Puls kommt, der Leistungsbedarf steigt, also wird der Regelkreis die PWM ändern, damit mehr Strom fließt. Nur der Bass-Anschlag ist schnell wieder weg. Also muss jetzt der Regelkreis ganz zackig reagieren und die PWM drosseln sonst wird die Ausgangsspannung zu hoch! Dumm nur, dass in der Zwischenzeit der nächste Bass Impuls beginnt.

      Das Klangbild wirkt dadurch öfters verwaschen, z.B. Gitarren-Akkorde, besonders der Anschlag oder trockene Base-Drum usw. Einen Unterschied hört derjenige, der auch die gute Variante kennengelernt hat.

      Als Ausweg bietet sich an die fehlenden Energie-Speicher zusätzlich einzusetzen: Ein oder zwei Elkos plus etwas MKT Kapazitäten (MKP geht auch). Damit werden die Energie-Sprünge abgemildert und das Schaltnetzteil muss im besten Fall weniger regeln. Mit der Kapazität der Elkos sollte man nicht übertreiben. Zum einen steigt mit zunehmender kapazitiver Last der Einschaltstrom, zum anderen ist nicht klar wieviel kapazitive Last, der Regelkreis des Schaltnetzteils verträgt. Bei Industrie-Schaltnetzteilen wird der Wert für maximale kapazitive Belastung angegeben. Bei den Überlegungen sollte man nicht vergessen, dass der MiniAmp bereits Elkos enthält.
      Schaltplan V_Udo_Device
      V_Udo_Device (Entspricht nicht ganz den Schaltplan, da in der Elektro-Grabbelkiste die passenden Elkos nicht vorhanden waren. Daher mussten ein paar parallel Geschaltet werden)

      Die kleine Platine ist schnell aufgebaut und der erste Test zu Hause ergibt klingt besser. Nun ja, hier kommt Psychoakustik ins Spiel: Ich höre, was ich erwartet habe. Frage ist, kann ein Außenstehender einen Unterschied hören und diesen beschreiben?

      Platinchen V_Udo_Device (ausgesprochen: Voodoo-Device ;-)) nach Bochum gefahren. Ein paar Besucher lauschten gerade der Mona 2.1, dem idealen Testobjekt. Platine angeschlossen und das Mona-Teststück Nr. 1 (Marcus Miller – Jean-Pierre) laufen lassen. Udo attestierte dem Klang eine eindeutige Verbesserung im Bass-Bereich auch die anwesenden Hörer haben ähnliche Eindrücke geschildert.

      Nun, was man Hören kann sollte sich auch messen lassen. Zum Messen ist aber ein Musikstück ungeeignet, da es zu viele verschiede Frequenzanteile hat. Damit sieht man auf einem Oszilloskop nur ein wildes gezappel. Jetzt wünschte ich mir einen programmierbaren Wellenform-Generator … Leider ist so ein Teil für ab und zu Hobby-Nutzung deutlich zu teuer. Da ich auch kein professionelles Messequipment habe muss eine andere Lösung her.

      Die Wellen-Pakete erzeuge ich mit dem freien Programm „Audacity“ und als Ausgabe dient der HiFiBerry DAC.
      Test-Ton Wellenpaket
      Das Wellen-Paket besteht aus einem 1kHz Grundton mit drei aufmodulierten Bassimpulsen. Quasi eine Simulation der normalen Musik.

      Wenn man einen MiniAmp bzw. generell Class D Endstufen messen möchte, darf nicht vergessen werden, dass diese gerne mit einer virtuellen Masse arbeiten. Damit ist gemeint, dass das Ausgangssignal seine eigene Masse hat. Wenn man nun einfach das Oszilloskop mit seiner Masse an den Minus-Pol anschließt und den Tastkopf an Plus-Pol dranhängt, kann man einen prima Kurzschluss über den Oszilloskop erzeugen. Schlimmstenfalls ist die Class D Endstufe aufgrund eingebauter Strombegrenzung heil und das Oszilloskop hin.
      Daher will ich den Spannungsabfall an einem Ohm’schen-Widerstand messen.
      Was erwarte ich bei der Messung? Der Unterschied zwischen Schaltnetzteil mit V_Udo_Device und ohne sollte bei den Bass-Pulsen sichtbar werden. Die Wellenform mit V_Udo_Device hat dem Test-Tonsignal besser entsprechen als ohne.
      Da es sich mit 4 Händen besser messen lässt kam auch Sparky um zu helfen.
      Erste Mess-Session, Sparky am Oscar
      Leider konnten wir am Oszilloskop nichts außer hochfrequenter Signale erkennen (weit über 20 kHz). Mit anderen Worten, wir sahen nur die PWM Signale des minAmps 🙁

      Einzig das Multimeter bescheinigte dem V_Udo_Device eine Wirkung. Die gemessene Ausgangsspannung der getesteten Schaltnetzteile sackte weniger stark ab als ohne, wenn die Bass-Pulse kamen. Je nach Schaltnetzteil konnte ein Unterschied bis zu 1,5V gemessen werden (China-Netzteil mit nomineller 24V Ausgangsspannung)

      Was war nun die Ursache für diese Fehlmessung?

      1. Gesehen wurde am Oszilloskop der HF-Anteil des Ausgangssignals des MiniAmps. Dieser basiert auf dem Texas Instruments Chip TPA3116 (Datasheet: http://www.ti.com/product/TPA3116D2) Besonderheit: KEINE Ausgangsfilter notwendig! Die Weiche und die Lautsprecherspulen reichen.
      Um dennoch das Audio-Signal messen zu können ist ein Tiefpass-Filter notwendig (siehe Anleitung von Texas Instruments http://www.ti.com/lit/pdf/sloa068)

      2. Olles, altes Oszilloskop ist nicht dafür geeignet auf komplexe Signale (siehe Abbildung 7) zu triggern. Für die nächste Session braucht es andere Test-Signale

      Also ran an die Arbeit und die nächste Session vorbereiten.

      Tiefpass für einen Kanal

      Derart gerüstet konnte die nächste Session, diesmal bei Sparky statt finden. Ich habe in der Zwischenzeit in einem China-Store einen weiteren miniAmp gekauft.
      miniAmp Nr. 2 - Nur Stereo
      Der winzige miniAmp reicht um ein Küchenradio oder Schreibtisch-Lautsprecher anzutreiben. Bei 19V Eingangsspannung liefert der Kleine etwa 12W pro Kanal an 4,3 Ohm
      Der Tiefpass funktioniert super und auf dem Oszilloskop sieht man wunderbar ein sauberes Ausgangssignal.
      miniAmp 2 mit V_Udo_Device bei 4,3 Ohm Last und maximaler Lautstärke
      Das neue Mess-Setup funktioniert und wir können an den beliebten 2.1 miniAmp ran.
      Leider folgte hier die Ernüchterung. Der berechnete Tiefpass funktionierte nicht wie erwartet am 2.1 miniAmp. Ein Teil der PWM Signale des miniAmps war im Messsignal immer noch zu sehen. Daher konnten wir keinen Unterschied auf dem Oszilloskop zwischen miniAmp 2.1 mit und ohne V_Udo_Device feststellen.
      Messung ohne V_Udo_Device an 2.1 miniAmp
      Messung mit V_Udo_Device am 2.1 miniAmp
      miniAmp mit V_Udo_Device
      Wenn man nach den Stichworten Tripath-Amp bzw. SA-50 und linear Netzteil sucht, findet der Google einige Forenbeiträge. Da wird häufig von einer Verbesserung des Klangs mit einem linear Netzteil berichtet. Nach den Ausführungen zum Schaltnetzteil, ist es anzunehmen, dass ein Netzteil nach alter Bauart mit gut dimensionierten Bauteilen Vorteile haben kann. Das lineare Netzteil regelt nicht, die benötigte Spitzenleistung wird in Kondensatoren vorgehalten. Damit entfällt das NACHregeln.
      Ein klassisches Netzteil ist schnell aufgebaut. Trafo, Gleichrichter, paar Elkos und Folien-Kondensatoren sind schnell verlötet. Schalter und paar andere Kleinteile finden sich auch in der Elektro-Bastelkiste. Nur passen sollten sie schon 😉

      Ich hatte noch einen alten 2x 12V Trafo mit 120VAC, darauf basierend habe ich die restlichen Bauteile dimensioniert.

      lineares Netzteil Schaltplan

      Am Ende kann das Netzteil 16,8V Spannung liefern bei ca. 100W Dauerleistung.

      Experiment-Aufbau des linearen Netzteils für Messungen (Foto by Krishkat)

      Die Messung war ebenfalls nicht sauber, da der Tiefpass nicht mit dem 2.1 miniAmp harmoniert. Daher sieht das Oszilloskop-Foto ähnlich dem Bild von V_Udo_Device.

      miniAmp mit linearem Netzteil

      Vergleicht man Bilder vom Oszilloskop bei miniAmp mit V_Udo_Device mit “Screenshot” Oszilloskop mit linear Power, dann fällt auf, dass das Signal auf der Messung mit linear Power schärfer ist und der Sinus-Signal besser erkennbar wird.

      Hoertest

      Daher folgte noch ein Hörtest mit SB12 6L. Als musikalischer Testsound wurde das Lied „Night Ride Home“ aus dem gleichnamigen Album von Joni Mitchell gewählt. Es wurde das Setup der Messungen wiederholt: 2.1 miniAmp mit 19V Schaltnetzteil, dann mit V_Udo_Device und anschließend mit linearen Netzteil.

      Da die Teilnehmer der Hörsession in ihrer Erwartungshaltung durch Messungen vorbelastet waren, hier nur eine knappe Zusammenfassung: Der 2.1 miniAmp klingt am SB12 6L am Besten mit linearen Netzteil.

      Das Resümee der Veranstaltungsreihe „Pimp my miniAmp“ ist durchwachsen. Für eine saubere Messung mit Class D Amps benötigt man eine ganze Reihe an Vorbereitungen und entsprechend professionelles Equipment. Mit Methoden aus der Hobby-Amateur-Liga ist hier keine wirklich verwertbare Messung möglich. Es kann höchstens ein Trend aufgezeigt werden, der den persönlichen Hörerfahrung nahe kommt. Falls jemand, der diesem Artikel liest über ein professionelles Messequipment verfügt und dieses für eine Messung zur Verfügung stellen würde bitte um eine PN.
      Ein „gepimpter“ miniAmp kann durchaus besser Klingen. Hier sollte aber berücksichtigt werden, dass das V_Udo_Device je nach miniAmp und Schaltnetzteil unterschiedlichen Einfluss haben kann. Von gar nichts bis sehr viel.

      Das lineare Netzteil kostet ohne Gehäuse ca. 50 Euro, daher stellt sich die Frage ob es den Aufwand lohnt für den wahrgenommenen Klang-Gewinn. Aber bei DIY entscheidet jeder selbst. Für mich war der Spaß am Experimentieren wichtiger als das Ergebnis. Daher hat sich für mich der ganze Aufwand gelohnt.

      Viel Spaß beim Nachbau und experimentieren!

      Peter Gawrych
      Aka
      Rincewind

    • #14971
      Andre

      Hallo Peter,

      da ist es ja, mein Netzteil!

      Gruß
      Andre

      P. S. Eine Menge Input das ist 😉

    • #14979
      sirstrom

      Ja viel Input. Respekt wers selber macht!

      Gruß an Euch, Uwe

    • #14999
      Audicz

      Hallo rincewind,
      Gilt die Betrachtung sobald man an die Grenzen des Verstärkers oder des Netzteiles kommt?
      Die Mona höre ich über den Chinesen mit dem 24V Netzteil. Klanglich kann ich mich eigentlich nicht beschweren, der Verstärker läuft aber auch nur mit 1/3, da ich ca. 80cm davorstehe.
      Dynamik gibt’s beim Streaming über Ipad auch nur begrenzt denke ich.
      Allerdings hängt am Raspberry DAC auch das Polnische.
      Gruß Dino

      • #15000
        HaZu

        Dein iPad hat keinen Einfluss auf die Dynamik wenn du damit streamst. Der D/A Wandler zu dem hingestreamt wird allerdings schon. Nur können die allermeisten deutlich mehr als 20dB. Das geht eher so in Richtung 80+, selbst bei billigen.

      • #15002
        Rincewind

        Hallo Dino!

        Die Dynamik hängt in der Regel von der Aufnahme ab. Wenn Du mal sehen willst, was Dir bei deiner Musik an Dynamik zur Verfügung steht, dann besuche diese Webseite:
        http://dr.loudness-war.info/

        Beispiel:
        Adele, Album 25: http://dr.loudness-war.info/album/view/99200

        Kaum Dynamik…

        Marcus Miller, Album “Tutu revisited”: http://dr.loudness-war.info/album/view/23862

        Dynamik ist gut

        Flim & The BB’s: Tricycle – http://dr.loudness-war.info/album/view/58280

        Extrem viel Dynamik

        Daher ist der DAC i.d.R. nicht der limitierende Faktor, wenn bei guter, dynamischer Aufnahme etwas fehlt. Es ist meistens dann der Verstärker (wenn man Udo’s Lautsprecher nutzt)

        Grüße
        Rincewind

        • #15124
          Audicz

          Hallo ihr beide,
          Danke für Eure Antworten. Dennoch denke ich ist meine Frage nicht beantwortet worden.
          Ich formuliere das nochmal anders, gelten Deine Betrachtungen im Threat im Bereich, falls das Eine oder Andere an die Grenzen kommt? Ist das auch im “Teillastbereich” so, daß es zu Veränderungen des Signals kommt, natürlich nur oben genannte Effekte betrachtet?
          Gruß Dino

        • #15126
          Sparky

          Mahlzeit,

          der Effekt gilt für den gesamten Leistungsbereich.
          Dynamik bedeutet, dass sich das Signal sprunghaft verändert.
          Ein Schaltnetzteil ist ein Regler, dieser muss dann eine Sprungantwort liefern, sprich, sich auf diesen neuen Lastzustand einregeln. Er zieht also nach, sprich die angeforderte, höhere Leistung steht nicht sofort zur Verfügung.

          Ein “konventionelles” Netzteil hat mehr Energie gespeichert, sprich, es kann den Bedarf schneller decken. Es hat aber einen geringeren Wirkungsgrad als ein Schaltnetzteil, da es höhere Umladeverluste im Trafokern besitzt und sich nicht so gut “herunterregeln” kann, wenn gerade nicht die volle Leistung abverlangt wird.

          Gruß,
          -Sparky

        • #15128
          Audicz

          Verstanden, Danke.
          Dann bastel ich das V_Udo_Device mal zwischenrein und höre was sich tut.
          Gruß Dino

    • #15003
      KTM-Tod

      Hallo Ricewind,

      sehr interessant zu lesen, man kann nur dazulernen:-)

      Da ich sehr gute Erfahrungen bei der Mona Mobile mit einer Powerbank gemacht habe, bei der das Netzteil nicht den Namen wert war, stellt sich für mich die Frage, in wie weit der Einsatz eines Akkus diese Problematik kompensieren könnte.
      Mich würde jetzt mal deine fachliche Meinung dazu interessieren, dass ein Akku nicht unerhebliche Kosten verursacht und nur begrenzte Lebensdauer hat sollte dabei erst mal außen vor bleiben.

      Gruß Torsten

      • #15004
        Rincewind

        Hallo Torsten!

        Eine PowerBank nutzt einen Spannungswandler um die Spannung möglichst konstant zu halten, also ähnlich einem Schaltnetzteil…

        Ein nackter Akku ist was anderes als eine PowerBank. Hier hängt die Spannung vom Ladezustand des Akkus ab. Es besteht auch die Gefahr, dass der Akku bei der Nutzung zu tief entladen wird, da es keine Elektronik gibt, die den Ladezustand oder zumindest die Spannung überwacht.

        Wenn Du vor hast einen Akku für den 2.1 miniAmp zu Nutzen, dann besorge dir ein Drehspul-Messwerk damit du siehst, wenn die Spannung zu gering wird. Wenn Du noch Stromsparen willst, dann benutze einen Taster um die Spannungsmessung zu aktivieren

        Da Akkus und Batterien für eine konstante Stromabgabe konzipiert sind, solltest Du zwischen den Akku und den miniAmp ein “V_Udo_Device” stecken.

        Mir ist es bewusst, dass ich deine Frage “Ist nun ein Akku besser?” nicht beantwortet habe. Im Prinzip kann man sagen: Ein Akku mit sehr geringen inneren Widerstand kann besser sein als Schaltnetzteil. Nur bei welchen Akku wird der innere Widerstand angegeben?

        Grüße
        Rincewind

    • #15007
      KTM-Tod

      Hallo Ricewind,

      danke für die Infos, mir war beim Betrieb nur aufgefallen, dass das Netzteil so gering dimensioniert war, dass es beim reinen Ladevorgang der Powerbank schon fast den Hitzetot gestorben ist. Aber ob nur im Akkubetrieb oder Akku leer mit Netzteil im Ladevorgang, der kleine Amp zeigte sich klanglich auch bei hohen Pegeln sehr unbeeindruckt davon, welche Schwerstarbeit seine Stromversorgung gerade zu leisten hatte.
      Da ich täglich mit der Lösung von technischen Problemen beschäftigt bin, wollte ich einfach mal einen anderen Denkanstoß bringen, da die besten Lösungen manchmal so einfach sind, aber man sieht oft den Wald vor lauter Bäumen nicht:-)

      Grüße Torsten

    • #15008
      Sparky

      Guten Abend,

      “Klassische” Akkus auf Blei- und anderer Basis haben einen recht hohen Innenwiderstand, darum kochen die so gerne, wenn man sie kurzschließt. Lithium-Akkus sind da etwas fortschrittlicher, aber dennoch nicht der Weisheit letzter Schluss in dieser Frage. Rincewinds Einwand bzgl. der Tiefenentladung ist sehr wichtig, Bleiakkus sulfatieren da zu Tode, NiCd und NiMh-Akkus können den Effekt eine Weile überstehen, tiefen entladene Lithium-Akkus hingegen sind im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich und können bei erneutem Laden spektakulär im Flammen aufgehen. Bei Letzteren sollte definitiv eine Ladeschaltung eingesetzt werden.

      Akkus sind eine Quelle “echter” und absolut rippelfreier Gleichspannung, das mag ein Vorteil sein, ansonsten ist deren Einsatz meiner Meinung nach aber aus Kostengründen noch eher dem mobilen Einsatz vorbehalten. ich selbst hoffe ja auf den weiteren Forschungserfolg in Puncto Brennstoffzelle oder Supercap. Aus dem gleichen Grund halte ich (noch) nichts von Elektromobilität.

      Gruß,
      -Sparky

    • #15010
      KTM-Tod

      Guten Abend Sparky,

      ich glaube unsere Antworten haben sich etwas überschnitten, und gebe dir natürlich recht, dass der Akku eine vernünftige Regelung bedarf. Aber dafür haben wir ja Freaks die mit einem Oszillator umgehen können:-)
      Interessanter finde ich eigentlich die Tatsache, das ich als Fan von Verbrennungsmotoren für meine Kinder nichts sehnlicher herbeiwünsche, wie den Serieneinsatz der Brennstoffzelle:-)

      Grüße Torsten

    • #16268
      Sparky

      Guten Abend,

      als Rincewind hier war, um die Tauglichkeit verschiedener Netzteile und seines “V_UDO-Device” zu messen, hat mich der klangliche Zugewinn mit einem klassischen Transformatornetzteil am Miniamp der Mona 2.1 überrascht und überzeugt. Mit Rincewinds Entwurf für ein “Eisenschwein” mit integriertem “V_UDO-Device” klang die kleine Kippenschachtel an meinen SB12_6L richtig gut.

      Aus diesem Grunde habe ich es kurzerhand nachgebaut, VDE-gerecht im Metallgehäuse und fingersicher.

      https://www.acoustic-design-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Netzteil1.jpg
      https://www.acoustic-design-magazin.de/wp-content/uploads/2017/05/Netzteil2.jpg

      Am Fernseher betreibe ich auf Grund des unterirdischen Originaltons der Glotze ein Paar SB12ACL an einem SMSL Q5 Pro. Dieser läuft jetzt ebenfalls mit dem von Rincewind ersonnenen Netzteil und der erhoffte Zugewinn macht sich auch mit dem SMSL bemerkbar. Durch die zusätzlichen 5 Volt und die unmittelbare Leistungsverfügbarkeit des Netzteiles gewinnt der kleine Class-D Amp an Dynamik, Präzision und Detailreichtum.

      Wer also ein wenig basteln will und nicht scheut, die moderne Class-D Technik mit einem “Dinosaurier” als Netzteil zu verheiraten, kann durchaus belohnt werden.

      Gruß,
      -Sparky

    • #16269
      Henning

      Hi Sparky,

      das traue ich mir zu. Scheint überschaubar. Stellst du die Einkaufsliste ein oder gerne per PM.

      Dieses Forum kann man nicht eine Stunde aus den Augen lassen…

      Gruß, Henning

    • #16270
      derFiend

      An der Einkaufsliste wäre ich auch interessiert!

    • #16280
      Rincewind

      Hallo!

      Ich habe zwei verschiedene Versionen berechnet.

      Version 1: Ausgangsspannung 16,8V DC und Dauerleistung von ca. 100 Watt
      Diese Version reicht i.d.R. vollkommen für den 2.1 miniAmp aus dem Mona Artikel.
      Der Warenkorb bei Reichelt https://www.reichelt.de/my/1335361 , enthält alle elektronischen Komponenten. Alles andere fehlt und muss selbständig hinzugefügt werden.

      Schaltplan ist im ersten Beitrag angegeben.

      Version 2: Ausgangsspannung 20,5V DC und Dauerleistung von ca. 130 Watt
      Diese Version reicht i.d.R. vollkommen für die S.M.S.L und andere T-Amps aus.
      Der Warenkorb bei Reichelt https://www.reichelt.de/my/1335687 , enthält alle elektronischen Komponenten. Alles andere fehlt und muss selbständig hinzugefügt werden.

      Schaltplan aus dem ersten Beitrag ist auch hier die Grundlage. Änderungen für Version 2:
      – Nur ein Elko statt drei
      – zwei MKP statt einen
      – angepasste Widerstandswerte für die Bleeder

      WICHTIG! Für das Netzteil muss der sichere Umgang mit 230V~ und VDE eingehalten werden! Ansonsten drohen schwerste Verletzungen. 230V~ sind tödlich!

      Wer sich nicht sicher ist, der tut sich besser den Gefallen und fragt einen Elektriker. Ansonsten wird man schnell zum Kandidaten für der Darwin Award!

      Ansonsten: Viel Erfolg beim Nachbau eines völlig ineffizienten und teuren Netzteils 😉

      Grüße
      Rincewind

    • #16303
      Sparky

      Mahlzeit,

      dazu dann noch ein passendes Gehäuse. Leider lohnt es sich auf Grund des Raubrittertums des gelben Paketdienstes nicht mehr direkt in China zu bestellen. Es empfiehlt sich ein Gehäuse vom innereuropäischen (EU) Händler. Das ist die gleiche Chinaware, nur teurer, jedoch relativiert sich das ganz schnell, wenn man zum Händlerpreis aus Fernost die Einfuhrumsatzsteuer, Kapitalbereitstellungsprovision & Co. hinzufügt.

      Es sollte ein geschlossenes Gehäuse wegen des Berührungsschutzes verwendet werden, ist dieses aus Metall, muss es leitend mit dem Schutzleiter verbunden sein.

      Ggf. ist das Gehäuse noch zu bearbeiten (Ausschnitt für Kaltgerätebuchse, Durchführung für Kabel zum Amp und Netzschalter)

      Gruß,
      -Sparky

    • #23031
      Ollum

      Hallo liebe Elektro-Profis,
      für meine neuen SB36 Center habe ich meinen alten T-Amp mal rausgekramt, den ich vor über 10 Jahren mal wegen des Hypes gekauft habe: http://www.6moons.com/audioreviews/sonicimpact/t.html (schöner Artikel).
      Ist tatsächlich eine Steigerung zu meinem 15 Jahre alten Yamaha Mittelklasse-AVR – der Bass ist kontrollierter, die höhen viel feiner und etwas aggressiver, toll z.B. beim Gitarrenanschlag.
      Weil ich das seinerzeit mitgelieferte China-Netzteil nicht gleich gefunden habe, befeuere ich das feine Teil mit 8 AA Batterien bzw. Eneloop-Akkus. Das klingt soweit gut, soooo viel Zeit zum konzentrierten Hören habe ich leider nicht, ab und an schnelladen stört mich bisher nicht.
      Was mich nun interessiert: Was ist davon theoretisch zu halten? Live-Konzerte mit viel Dynamik (Roger Waters…) klingen besser als am AVR, grade der Wechsel von leise/laut wirkt irgendwie “sauberer”.
      Nach einigen Forenbeiträgen hatte ich schon befürchtet, mir ein Netzteil für den 3-fachen Preis des Verstärkers leisten zu müssen, meine Ohren sagen mir jetzt, dass ich das vielleicht gar nicht muss. Andererseits haben meine Ohren das Ding noch nicht mit gutem Netzteil gehört. Dazu muss man sagen, dass der Raspi/hifiberry, der den Ton liefert, auch mit China-Netzteil betrieben wird. Noch.
      Also theoretische Frage – sind eneloop-Akkus besser oder schlechter als “gute” Netzteile? Sorry wenn die Frage doof ist, bin da einfach nicht vom Fach 🙂

    • #23033
      Sparky

      Guten Abend Ollum,

      ein Grund für ein gutes Netzteil ist möglichst rippelfreier Gleichstrom, den viele “billig” Schaltnetzteile nicht gerade zur Verfügung stellen. (Hohes Restrauschen).
      In dieser Kategorie gewinnen Akkus klar, denn sie liefern absolut “reinen” Gleichstrom.

      Was theoretisch “gegen” Akkus und Batterien spricht, ist ihr vergleichsweise hoher Innenwiderstand. Somit muss ihre Stromabgabe richtig dimensioniert werden. Wo ein “dicker” Zwischenkreiskondensator bei einer geforderten Impulsspitze seine gespeicherte Energie mehr oder weniger “schlagartig” zur Verfügung stellen kann, ist die Batterie eher träge; dafür passt (derzeit noch) viel mehr Energie hinein. Wenn das Batterie oder Akkupack jedoch genug Strom für Dynamiksprünge des Verstärkers liefern kann bzw. dieser seinerseits eine ausreichende Siebung hat, um diese zu bedienen, spricht nichts gegen diese Lösung.

      Nachteil ist, man muss die Akkus halt zwischendurch wieder aufladen 😉 Wenn es darum geht, Gleichstrom “erster Güte” zu beziehen, sind sie aber eine effektive Lösung.

      Also Kurzantwort: Lösung ist gut, wenn ausreichend dimensioniert.

      Gruß,
      -Sparky

    • #23035
      MartinK

      Guten Abend. Das ist doch der DTA 1, vorgestellt mit der RS100 PC. Habe ihn auch oft in Betrieb. Mit Akku oder Batterie besser als mit Steckernetzteil. Nähe Volllast merkt man die etwas geringere Leistung und Kontrolle bei den Akkus durch die fehlenden 1,6 Volt. Habe das Gefühl, es ist eine leichte Bassanhebung drin. Gruß Martin

    • #23036
      Ollum

      Wow, das ging schnell, danke! Und wieder was gelernt. Ihr Jungs seid so viel besser und netter als Google 😉

      • #23038
        Sparky

        Guten Abend,

        das liegt vermutlich daran, dass wir keine virtuellen StaSi Akten anlegen oder anderer Leute Interessen und Einkaufsverhalten analysieren 😉

        Der große Bruder ist nützlich, aber doch recht unpersönlich….

        Gruß,
        -Sparky

        P.S.
        Udo war schneller 😀

    • #23037
      Udo Wohlgemuth
      Verwalter

      Hallo Ollum,
      vor allem sammelt hier niemand deine Daten, um dich später mit Batterie-Werbung vollzuknallen 😉

      Gruß Udo

    • #23043
      Rincewind

      Hallo Ollum!

      Ich habe beim Erscheinen der ersten HighPower LEDs (so ab 250 Lumen) mich dem Basteln von StepUp Wandlern beschäftigt. Denn eine HighPower LED beginnt oft erst ab ca. 3,2V zu leuchten. Um entsprechende Ströme zu liefern (bei einer 5W LED sind bei 3,2V ca 1,5A notwendig) braucht es einen Akku mit niedrigen Innenwiderstand. Die ENELOOP Akkus waren mit die ersten, die in der Lage waren lange hoche Amperzahl zu liefern. Dieses geht, weil die Eneloops einen besonders niedrigen Innenwiderstand haben.
      Für meine bevorzugte LED Taschenlampe (ca. 1000 Lumen) nutze ich EneloopPro Zellen. Nur diese können wirklich viele Ampere liefern.

      Falls Du also noch ein wenig mit Akkus rumexperimentieren magst, hol dir die EneloopPro Zellen.

      Grüße
      Rincewind

    • #23152
      Ollum

      Da wollte ich eigentlich kein Geld für ein Netzteil ausgeben, weil es mit Akkus toll klingt, und habe grade für 30€ Akkus bestellt!
      Danke Rincewind 😉

    • #23161
      Rincewind

      Hallo Ollum!

      Beim Einsatz von Akkus sind zwei Punkte zu beachten:
      – Immer eine Spannungsüberwachung einbauen. Tiefentladene Akkus sterben früher. Daher rechtzeitig wechseln.
      – Chemie in Akku ist Träge. Damit Du vernünftige Dynamik hast, müssen die Akkus mit Elkos und MKTs gepuffert werden. Meine Bastelregel ist: bei 10 000µF Elko sind 2x 5µF MKTs (z.B. von WIMA) als Starthilfe nötig. (Elkos sind auch bisschen Träge)

      Viel Erfolg beim Frickeln
      Rincewind

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