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Sauberer Strom

  • Dieses Thema hat 28 Antworten und 12 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Monaten von Oli L..
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    • #61067
      Rincewind

      Hallo,

      wer sich mal im AAA Forum oder anderen HiFi affinen Plätzen (außer hier) umgesehen/aufgehalten hatte, der wird sicherlich auf die Optimierung der Stromversorgung für HiFi Geräte gestoßen sein.

      Da wird von HiFi-Esoterik empfohlen Gardena-Gartenschlauch-Dicke-Stromkabel zu verwenden oder spezielle Steckdosen mit Feen-Staub zu verwenden.

      Für Feen-Staub oder Mondpulver gebe ich kein Geld aus. Für funktionierende Technik bin ich durchaus Bereit Geld auszugeben.

      Da ich mit meinem Equipment durchaus zufrieden bin, blieb halt derzeit eine HiFi-Steckdose übrig – Männer-Spielzeug.

      Auf der Suche nach einer (halbwegs) Sinnvollen und auch funktionierenden Steckdosenleiste bin ich, so der Zufall es will, bei der Firma Tomanek stecken geblieben. (Genau, der Hersteller von Ström).

      Die Wahl fiel auf schmale 6 Steckdosen-Leiste mit Filter und Gleichstrom-Unterdrückung. Da es mir mit meinem alten HiFi Kram tatsächlich Geräte begegnet sind, die Potentialausgleich bei falscher Phasenlage über Gleichstrom durchgeführt haben, war der „DC-Blocker“ in der Steckdosenleiste sehr willkommen. Denn ich habe einen speziellen DAC durch diesen Potentialausgleich verloren (ungeschützte J-FETs am Ausgang mögen audiophil sein, doch vertragen können sie sonst nix diese Mimosen).

      Das Gerät bestellt, bevor mein Geld nix mehr Wert ist.

      Paket ist schnell mit GLS angekommen. Kiste ausgepackt und die Steckdosenleiste in die Hand genommen. Erstaunlich schwer (1,7 kg) jedoch extrem Stabil dank ca. 2mm Starken und beschichteten Metall.

      Erster Gedanke: was ist sonst drin?

      1. Jede Steckdose hat seinen eigenen Hochfrequenz-Filter

      2. Gleichstrom hat keine Chance dank Hochpass-Filter

      3. Wenn man die Kaltgerätebichse korrekt beschaltet ist an jeder Steckdose die Phase abzulesen.

      Fazit: Wertiger Aufbau, Funktion wie beschrieben. Dabei ist die Funktion besser als bei vielen anderen Produkten, wo EIN Hochfrequenz-Filter am Eingang ist und es KEINE Gleichstromunterdrückung gibt.

      Garantiert sauberer Strom für HiFi Krams.

      Was hat es bei mir gebracht? Nun ja, der Kabelsalat hinterm Regal ist nur ein klein wenig besser geworden. Dafür sind nahezu Alle Katzenhaare verschwunden 😉

      Ich habe den Eindruck, dass mein Gerätepark mehr feine Details spielt. Auch das Klangbild scheint deutlich „Kontrastreicher“ zu sein. Ob ich das irgendwie messen kann? Keine Ahnung. Doch meine Ohren freut’s.

      Grüße

      Rincewind

       

    • #61072
      Rincewind

      Kleine Ergänzung zum vorherigen Post: einen Gartenschlauch-Dicken-Stromkabel habe ich nicht und werde sowas auch nicht benutzen. Einfach weil ich Gartenschlauch-Stromkabel hässlich finde.

       

      Und so sieht es jetzt hinterm Regal aus:

       

    • #61074
      Matthias (DA)

      Moin Rincewind,

      Spannend zu hören, insbesondere mit deinem fachmännischen Segen!

      Subwoofer und AVR Kram plane ich an einer master slave Kombi zu betreiben, eben weil besagter Potential Ausgleich bei mir dem Subwoofer ein Dauersignal vorgaukelt und ihn nicht ausschalten lässt.

      Keine Ahnung wo das im alten Haus herkommt…

      Ob diese Steckdose bei mir elektrischen Frieden schaffen würde?

      Aktuell liegen bei mir zwischen den Gehäusen von AVR und hypex, wenn nur der Strom eingeschaltet ist, sonst keine Verkabelung, um die 80V Wechselstrom an, Stecker drehen ändert wenig daran… Beide an der gleichen Steckdose…

      Matthias

    • #61075
      Rundmacher

      Hallo,

      schon wegen den Drosseln sollte sich der Kauf gelohnt haben. Was macht der Elko (oder mehrere?) da? Gibt es evtl. sogar einen Schaltplan von dem Ding?

      VG Rundmacher

    • #61076
      Rundmacher

      Ah, etwas gefunden:

      TOMANEK AUDIO POWER Modell TAP 6S+. Eine 6-polige Steckdosenleiste für Audiogeräte

      Die Steckdosenleiste ist mit 5 Steckdosen mit Filter und 1 Steckdose mit DC-Blocker ausgestattet, die Ausgangssteckdosen sind vom Typ Schuko und 1 Eingangssteckdose vom Typ IEC.

      Der Störungsschutz der vom TAP 6S+ versorgten Geräte ist in Form von fünf unabhängigen Schaffner-Filtern realisiert, die jedes Gerät von der Stromquelle und von einander trennen.

      Diese Kombination ergibt eine sehr hohe Entstörungseffizienz und erlaubt eine hohe Strombelastung der Leiste (5 A für jede Steckdose, aber nicht mehr als 16 A insgesamt für alle Steckdosen).

      Daher können wir Geräte mit hohem Stromverbrauch, wie z. B. Leistungsverstärker, sowie alle anderen Komponenten des Audiosystems mit Strom versorgen.

      Eine Steckdose in der Steckdosenleiste ist mit den so genannten DC-Blockern ausgestattet, die für Verstärker mit herkömmlichen Transformatoren bestimmt sind.

      Der DC-Blocker ist ein Gerät, dessen Aufgabe es ist, den unerwünschten Gleichstromanteil der 230V-Stromversorgung zu eliminieren. Gleichstrom ist ein allgegenwärtiges Phänomen, das hauptsächlich durch Impulsgeräte (z. B. Impulsnetzteile) und alle Arten von Umrichtern verursacht wird. Im Haushalt können z. B. automatische Waschmaschinen, interne Netzteile von Fernsehgeräten, Ladegeräte für Telefone, Computer- und Laptop-Netzteile usw. die Ursache sein.

      Der Gleichstrom wirkt sich negativ auf Transformatoren in Audiogeräten aus – er führt zu einer Magnetisierung des Trafokerns, was zu einer deutlichen Erhöhung der Betriebslautstärke des Transformators (Brummen), einer stärkeren Erwärmung des Transformators und einer Verzerrung der Sinusform der Spannung führt. All diese negativen Auswirkungen des Vorhandenseins der Gleichstromkomponente im 230V-Netz führen zu einer Verschlechterung der Parameter von Leistungsverstärkern und anderen Audiogeräten. Ein Nebeneffekt ist auch ein erheblicher Anstieg des Stromverbrauchs von Audiogeräten, der größtenteils in Form einer übermäßigen Erwärmung des Transformators und einer Erhöhung des Volumens ihrer Netztransformatoren verloren geht.

      Der DC-Blocker beseitigt alle negativen Auswirkungen von Gleichstrom. Einfach zwischen die 230-V-Steckdose und den Gerätestecker einstecken.

      Mit DC-Blockern ausgestattete Steckdosen haben eine Belastbarkeit von bis zu 5A pro Steckdose.

      Konstruktion: Das Rückgrat der Leiste ist ein massives, schwarz pulverbeschichtetes Stahlblech mit den Abmessungen 70 x 90 x 310 mm. Eine solche Konstruktion gewährleistet eine sehr hohe mechanische Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen elektromagnetische Störungen. Die Schaffner-Filter befinden sich auf einer gemeinsamen Platine im Inneren des Gehäuses.

      Die Sockelleiste wird ohne Stromkabel geliefert. Wir ermutigen Sie, das Angebot unserer professionellen Audio Power TPC, Power TPC Serie Kabel oder Standard Netzkabel zu nutzen.

      Technische Daten:

      Anzahl der Ausgangsbuchsen: 6
      5 Steckdosen mit Schaffner-Filter, 1 Filter für jede Steckdose mit Trennung
      1 Buchse mit DC-Blocker (Konstantteilfilter)
      Typ der Ausgangsbuchsen: Schuko
      Anzahl der Eingangsbuchsen: 1
      Typ der Eingangssteckdose: IEC
      Gehäusematerial: Stahlblech
      Farbe: schwarz pulverbeschichtet
      Maximale Steckdosenbelastung: 5 A
      Maximale Tragfähigkeit der gesamten Steckdosenleiste: 16 A
      Abmessungen (mm): 70 x 90 x 360
      Gewicht (kg): 1,6
      Garantie: 24 Monate

      Schaffner Filter, super.

      G Rundmacher

    • #61113
      ufo46

      Vielen Dank für die Produktvorstellung!

      Ich hätte dazu zwei Fragen:

      1) An die DC Dose schließe ich meinen Verstärker und an die anderen die Quellen an?

      2) liefert die Firma direkt nach Deutschland?

      • #61117
        Rincewind

        Hallo Unbekanntes Flug Objekt 46 😉

        Antworten:

        zu 1): JA

        zu 2): JA

        Bezahlt habe ich per PayPal und die Bestellug über EMail an info@tomanek.net.pl gesendet. Englisch geht, Deutsch wird wohl intern über Google Translator durchgejagt – funktioniert für eine Bestellung trotzdem.

        Grüße

        Rincewind

    • #61270
      Sparky

      Mahlzeit,

      neugierig geworden auf den „audiophilen“ Stromverteiler habe ich mir auch einen bei Tomanek bestellt.
      Wie Rincewind sagt, die Leute da sind sehr nett, die Zahlung erfolgt unkompliziert per PayPal in Zloty und das Paket ist zwei Tage später und sehr sorgfältig verpackt da.

      Ich hab mal in das Teil geläuert, sehr sauber verarbeitet, alle Leiterbahnen durchverzinnt und mit hochwertigen Komponenten aufgebaut, die Verarbeitung ist ihr Geld allemal wert, zumal wenn man bedenkt,
      was man hier für eine bei Vollmond von Jungfrauen gelötete Audiosteckdose bekannter HiFi-Marken berappen muss.

      Bisher nutze ich generell normale Steckdosen eines bekannten Herstellers, diese haben ein zentrales Netzfilter und Blitzschutz, aber keinen DC-Blocker. Der DC-Anteil im Stromnetz wird dank immer mehr Billig-Schaltnetzteilen im Haushalt unabhängig von Neu- oder Altbau immer höher, daher kann das schon was bringen. Daher haben manche Bausätze wie der SYM schon DC-Blocker an Board. Doch gerade wer gern „Alteisen“ hört, da war das noch kein Thema.

      Und einzelne Netzfilter für jedes Gerät sind ein nice-to-have, zumal Schaffner hier marktführend ist, schweizer Qualität eben.

      Von Netzfiltern direkt im Verstärker rate ich teils eh ab, wenn man das Gehäuse neben der Erde auch mit der Gerätemasse verbindet, um es als Schirm zu nutzen, dann können die Ableitströme über die Y-Kondensatoren schon mal den Weg über die Cinche recht attraktiv finden. Vor der Zuleitung finden sie jedoch den Weg nur über Erde entspannter, da gehören sie auch hin.

      Wer also mal eine sinnvoll aufgebaute „High-Ente“ Steckdose haben will ohne irgend eine Marketingabteilung sinnlos mit Geldscheinen zu bewerfen, das Gerät ist zu empfehlen 🙂

       

      Gruß,
      -Sparky

    • #61271
      Matthias (DA)

      Moin, danke für die zweite Meinung dazu 🙂

      Wie nutzt man das Gerät am schlauesten?
      <p style=“text-align: left;“>Also welches Gerät braucht welchen Filter, DC filter für die Endstufe und Schaffner für alles andere?</p>
      Da ich den Subwoofer und avr an master slave habe, beide zusammen an einen Schaffner?

      Verwirrte Grüße

      Matthias

      • #61275
        Sparky

        Moin Matthias,

        da viele Audio-Geräte mittlerweile schon selbst Schaltnetzteile haben, hängt man die am besten an ein Filter. Der DC-Blocker hat parallel kein Filter, er ist für Geräte mit einem dicken guten alten „Eisenschwein“ gedacht, wenn es dort hörbare Probleme mit Gleichstromsättigung gibt (Trafobrummen etc.)

        Alles Andere hängst Du hinter ein Filter, das Filter ist ja im Grunde nur ein Tiefpass.
        Der Charme der einzelnen Netzfilter ist halt, es ist ja auch möglich, dass man einen „Störenfried“ in der eigenen Kette hat. Normal reichte es, einfach die ganze Anlage an ein Netzfilter zu hängen, aber wie gesagt, es kommen ja immer mehr Schaltnetzteile zum Einsatz, dicke Trafos sterben langsam aus. Ein vernünftig konstruiertes Schaltnetzteil stört nicht rückwärtig das Netz, aber es gibt auch schwarze Schafe. Die Tomanek-Steckdose ist was das angeht schon overkill, die „putzt“ mit den Filtersteckdosen jede einzelne Spannung, ob rein oder raus.

        Aktuell liegen bei mir zwischen den Gehäusen von AVR und hypex, wenn nur der Strom eingeschaltet ist, sonst keine Verkabelung, um die 80V Wechselstrom an, Stecker drehen ändert wenig daran… Beide an der gleichen Steckdose…

        Dieses Problem löst aber weder ein Netzfilter noch DC-Blocker. Das klingt wirklich nach Ausgleichsstrom. Haben beide Geräte einen Stecker mit Erde? Sind sie durch Cinch-Kabel verbunden?
        Hier kann ein Massetrennfilter helfen, was nichts anderes ist als ein Zwischenübertrager (Audio-Transformator) im Verhältnis 1:1. Der trennt dann beide Geräte galvanisch und unterbricht die Brummschleife.

         

        Gruß,
        -Sparky

        • #61280
          Sparky

          P.S.

          Weil es hier gerade so gut hinpasst: Ich lese öfters (hier Gott sei Dank nicht, die Boardies hier sind nicht lebensmüde und klug) dass es eine genitale Idee ist, einfach überall den Erder abzukneifen, um die Brummschleife loszuwerden.

          TUT DIES NICHT
          Lebensgefahr / Brandgefahr / grob fahrlässig.

          Dies sei hier für die Nachwelt notiert, die irgendwann diesen Thread findet, weil sie Probleme hat mit ihrem Lichtnetz. Wenn irgend jemand den „Tipp“ gibt, einen Schutzleiter abzukneifen / abzukleben etc., dies ist grob fahrlässig und solche „Tipps“ nicht befolgen. Auch keine  Lösung dieser Natur kaufen, mir ist mal ein „Adapter“ in die Hände gefallen geerdete Kaltgerätebuchse auf Eurostecker, *schauder*….. Wer sowas bei sich findet, bitte ab in die Tonne.

        • #61291
          Matthias (DA)

          Moin Moin,

          In der Tat Ausgleichsstrom, und schade, dass die Wunderdose damit nix macht…

          Dann werde ich wohl bei Gelegenheit alles neu verdrahten und bei jedem zusätzlichen Gerät wieder neu messen müssen um den Schuldigen zu finden ..

          Ein paar Geräte, die per Konstruktion ohne Erde sind werden dabei sein.

          Ich weiß, dass ich es vor Jahren schon Mal von 120V Ausgleich auf 50V runter bekommen habe durch richtiges stöpseln…

          Akut geworden ist es jetzt wieder dadurch, dass hypex ein wenig brummt und ständig denkt es würde ein Signal anliegen, entsprechend auch nicht in sleep geht

          Liebe Grüße

          Matthias

           

    • #61297
      dirk

      Hi Rincewind,

      schau doch mal bitte ob Du Unterschiede an verschiedenen Tageszeiten hörst oder am Wochenende  mit und ohne Filter Leiste. Bei mir klang die Anlage tagsüber nervöser und Abends entspannter. Die Ursache war meine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Entsprechenden Einzel Filter vor jedem Gerät ( denn sonst gibt es Rückstreuungen ) und schon spielt die Anlage 24/7 gleich auf.

       

      gruss Dirk

      • #61302
        Sparky

        Moin Dirk,

        welche Wechselrichter sind im Einsatz? Markenware wie SMA oder Noname?
        Ist eine Drossel nachgeschaltet?

        Man mag mich jetzt steinigen, aber wg. solcher Gegebenheiten wird mein Ohr mit dem ganzen Class D Gedöns einfach nicht „warm“

        Solaranlagen erzeugen Gleichstrom. Dieser muss zur Einspeisung aber ein sinusförmiger Wechselstrom mit Nulldurchgang werden, dafür wird er „zerhackt“. Wenn das nicht „sauber“ läuft, gelangt Gleichstrom ins Netz und wir sind neben Störungen durch das Rechteck-Signal bei oben genannten Problemen. In dem Fall kann so eine,
        Zitat Matthias „Wunderdose“ dann wiederum durchaus nützlich sein.

         

        Gruß,
        -Sparky

    • #61301
      Rincewind

      Hallo Dirk,

      die eingebauten Filter in der Steckdosenleiste arbeiten 24/7…

      Mit diesem Wissen im Kopf gibt’s für mich keine Veränderung im Laufe des Tages am Verhalten meines HiFi Gedöns beim Musik-Hören. Ist wohl Auto-Suggestion 😉

      Viele Grüße

      Rincewind

       

       

       

    • #61622
      Matsche

      Hallo zusammen,

      ein sehr interessantes Thema und ich kann sagen, dass bei sauteuren HiFi-Anlagen (die die ich hörte lag bei ca. 30k€) man einen sauberen Strom tatsächlich hören kann. Einbildung lasse ich außen vor, das muss nicht nochmal durchgekaut werden.

      Letztens war ich kurz davor den Bestell-Button für einen DC-Blocker und Netzfilter Bausatz zu drücken. Dann dachte ich mir folgendes:
      #1 Wo kommt bei mir überhaupt DC her? Viele Nachbarn haben Photovoltaik, das kann gut sein.  Mein Gegenargument ist, dass DC im Wechselrichter hängen bleibt und heutige Wechselrichter Schaltfrequenzen im Bereich von einigen 10kHz haben. Das entspricht einer Pulslänge von maximal 100µs oder 0,1ms, eher weniger. Wenn man das bei Wagners Ritt der Walküren hören kann, Hut ab.

      #2 AC-Filter machen auch nur Sinn, wenn man die Frequenzen kennt, die es zu filtern gilt. Hier sind die Quellen noch vielfältiger, sei es andere Elektronik oder der Kühlschrank. Ein einfacher Tiefpass (oder Hochfrequenz-Filter, je nach dem wie man hoch definiert) lässt eben auch noch „tiefe Frequenzen“ durch.

      Das klingt alles nicht so mega zufriedenstellend. Und wenn Photovoltaik wirklich Ärger machen würde, dann müsste der Fernseher auch ein anderes Bild machen. Tut er das?

      Ich denke am Ende ist die effektivste Lösung ein echtes Powerplant, das nicht nur filtert sondern neu aufbereitet. Kostet natürlich deutlich mehr und irgendwie sind echt wenig Bauteile in so einem Teil. Hm, dann vielleicht doch die günstigste Variante und sich einfach an den Klang gewöhnen. Vermutlich hat ein Teppich oder Vorhang mehr Wirkung. 😉

       

      Freundliche Grüße
      Matsche

    • #61629
      RaCo

      Hallo zusammen,

      nachdem ich hier schon länger mitlese, hier nun mal meine Erfahrung zu dem Thema.

      Seit letztem Herbst ist bei uns eine recht große Solaranlage mit großem Batteriespeicher und 3 Batteriewechselrichtern (für echten Drehstrom) eines namhaften Herstellers in Betrieb. Rund um die Inbetriebnahme habe ich wenig gehört, da hatte ich keinen Vergleich. Die Erkenntnis kam dann im Winter, wenn während dem abendlichen Hören der Batteriespeicher abschaltete, das Klangbild deutlich unruhiger wurde und die räumliche Auflösung deutlich an Schärfe verlor (hat eine Zeit gebraucht, bis ich diesen Zusammenhang erkannt hatte). Die Batteriewechselrichter scheinen das Netz erheblich zu säubern. Solange die laufen klingt es so, wie sonst nur nachts an Wochenenden, wenn viele industrielle Störquellen nicht laufen und auch keine Solarwechselrichter arbeiten.

      In der Tendenz wird es etwas schlechter, wenn auch die Solarwechselrichter laufen. Am ungünstigsten ist es, wenn der Speicher voll ist, die Solaranlage den Momentanverbrauch locker erzeugt und die Batteriewechselrichter inaktiv sind.

      Die Solaranlage loggt auch die Netzspannung. Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass die teilweise bis über 245V ging. Das ist noch innerhalb der Norm, aber so eine Abweichung nach oben hätte ich am letzten Anschluss einer Straße nicht erwartet. Vor allem ältere Geräte, die noch für 220V ausgelegt sind und die ggf. nicht alle Betriebsspannungen regeln, werden mit sowas schon deutlich neben den geplanten Betriebspunkten liegen und vermutlich dann auch anders klingen, als vom Entwickler mal vorgesehen. Dafür habe ich dann durch Zufall im Profibereich was nettes gefunden. Der t.racks power conditioner 12 ist ein Autoformer (15kg Ringkerntrafo mit vielen Abgriffen, die je nach Netzspannung im Nulldurchgang so geschaltet werden, dass sich sekundärseitig ~230V ergeben), der sowohl zu niedrige als auch zu hohe Netzspannungen kompensiert. Zudem fungiert er als Trenntrafo, blockt also DC-Anteile. Allerdings könnte das Teil selber einen DC-Filter vertragen. Ohne brummt der mitunter erheblich.

      Schöne Grüße

      RaCo

       

      • #61679
        Matsche

        Eigentlich ist das gar nicht so unlogisch. Bei Batteriebetrieb wird das „verseuchte“ öffentliche Netz rausgehalten. Dann wird aus störungsfreier Gleichspannung ein Sinussignal erzeugt. Klingt nach einem Powerplant. Wenn das die Hersteller und Anbieter wüssten…

        Im Umkehrschluss könnte man sogar fast provokant sagen, dass die Photovoltaik (mit Speicher) nicht die Ursache, sondern vielleicht eine Lösung ist. 😉

    • #61630
      Sparky

      Moin,

      unser Stromnetz hat halt mit Situationen zu kämpfen, die es „Anno dazumal“ nicht gab.
      Ein Trafo macht halt Sinus rein / Sinus raus, mit anderem Verhältnis von Spannung und Strom.

      Das hat sich mit Schaltnetzteilen und generell allem schaltenden geändert, ein Schaltnetzteil richtet den Netzstrom erst gleich, zerhackt den mit Hochfrequenz und schafft es so, den mit ner viel kleineren Induktivität zu transformieren. Zudem sind die meisten weitbereichsgeeignet, da kann man 110V oder 230V, 50Hz oder 60Hz reinkippen, alles kein Problem dank moderner Regelelektronik.
      Aktuelle Technik kommt mit dem aktuellen Netz gut klar, sie ist an moderne Standards angepasst.

      Zu leiden haben darunter halt oft Altgeräte.

      Ein Trafo für 230V 50Hz „erwartet“ eben genau Dieses, und getreu dem Motto „shit in / shit out“ kann er auch bis zum Exitus alles Andere transformieren, es kommt aber im Übersetzungsverhältnis hinten das raus, was man vorne reinsteckt.

      Und er mag keinen Gleichstrom wegen der Vorsättigung. Class-A Ausgangsübertrager haben dafür einen Luftspalt im Kern, normale Trafos verständlicherweise nicht. Und dabei wäre das Problem gar nicht gegeben, wenn der Markt nicht so von Billigelektronik überflutet wäre. Am ekeligsten sind Netzteile mit netzgeführtem Einweggleichrichter im Eingang, schön günstig, somit in vielen Wegwerfprodukten wie Lampen etc. verbaut. Denn die belasten den 50Hz-Sinus unsymmetrisch, und wenn man das in zig Haushalten tut mit beliebiger Phase, dann kommt da ein bunter Mix bei rum.

      Im Sternpunkt addieren sich alle Phasen auf Null.
      Notfalls mit Sternpunktverschiebung….

      Moderne Geräte juckt dies glücklicherweise nicht.

      Gruß,
      -Sparky

    • #62339
      Markus (SL)

      Hallo Alle,

      ich beschreibe mein Problem mal hier, habe kein passenderes Thema gefunden.

      Ich habe eine überholten alten Yamaha CA-2010, an dem ein SAT-Receiver über Cinch, ein TV über Klinke-Cinch und ein Hifi-Berry über Cinch angeschlossen ist / werden soll.
      Alle Geräte einzeln an allen Eingängen laufen problemlos.
      Sobald ich aber eine zweite Quelle an die Cinch-Eingänge anstöpsele, hört man deutlich ein krispeln und zischeln.
      Hänge ich das dritte Gerät an, werden diese Nebengeräusche noch lauter, egal welchen Eingang ich anwähle.

      Bin für jeden Tip dankbar.

      Grüße aus dem Saarland
      Markus

    • #62348
      Peterfranzjosef

      Besteht noch eine Verbindung zwischen Sat-Receiver und TV?

       

      Peter

      • #62349
        Markus (SL)

        Hallo Peter,

        der Receiver und TV sind mit einem (nicht billigen) HDMI-Kabel verbunden.

        Gruß Markus

    • #62352
      Sparky

      Mahlzeit Markus,

      Hallo Alle,

      ich beschreibe mein Problem mal hier, habe kein passenderes Thema gefunden.

      Ich habe eine überholten alten Yamaha CA-2010, an dem ein SAT-Receiver über Cinch, ein TV über Klinke-Cinch und ein Hifi-Berry über Cinch angeschlossen ist / werden soll.
      Alle Geräte einzeln an allen Eingängen laufen problemlos.
      Sobald ich aber eine zweite Quelle an die Cinch-Eingänge anstöpsele, hört man deutlich ein krispeln und zischeln.
      Hänge ich das dritte Gerät an, werden diese Nebengeräusche noch lauter, egal welchen Eingang ich anwähle.

      Bin für jeden Tip dankbar.

      Grüße aus dem Saarland
      Markus

      Damit sind wir beim leidigen Thema Ausgleichsströme über Cinch.
      Wenn der Cinch 1:1 der Gerätemasse entspricht, können sich darüber verschiedene Geräte in´s Gehege kommen, vorallem, wenn Geräte dabei sind, deren Masse Erdpotential hat.

      Prüfe einmal die folgenden Punkte:
      1. Raspberry:
      Wie ist dieser verbunden mit dem Netzwerk? WLAN oder LAN-Kabel? Wenn LAN-Kabel, hat dieses einen metallischen Kragen am Stecker? Geht es über eine Wand-Dose, also ist auf ein Patchfeld geführt? Patchfelder gehören geerdet, in diesem Fall hilft dann ein „billiges“ LAN-Kabel mit einem Vollkunststoffstecker, so wird die Cinch-Masse des Raspberry von der Erde entkoppelt

      2. SAT-Receiver:
      Tritt das Problem auch auf, wenn alles außer dem Receiver angeschlossen ist?
      Auch eine Satellitenanlage gehört geerdet. Wenn der Coax Anschluss für das LMB intern mit der Cinch-Masse Verbindung hat, kann auch hier Ausgleichsstrom fließen.

       

      Generell: Wenn das Problem unabhängig von Punkt 1 und Punkt 2 auftritt, egal in welcher Kombination nur zweier Geräte, gibt es keinen einzelnen Störenfried.
      Dann kann noch eine galvanische Trennung über ein Massetrennfilter helfen.

       

      Gruß,
      -Sparky

       

    • #62382
      Markus (SL)

      Hallo Alle,

      Sparky hat mich im Hintergrund noch etwas unterstützt. Jetzt sind für TV und Receiver zwei Massetrennfilter von Monacor eingebaut und alles läuft ohne lästige Störgeräusche.
      Baue ich jedoch den dritten Filter in den Raspi-Zweig, spielt die Lautsprecherschutzschaltung verrückt. Egal, funktioniert jetzt, und alles muss ich in meinen Alter auch nicht mehr verstehen.

      Gruß Markus

    • #62385
      Sparky

      Guten Abend,

      EMV-Probleme sind der Angstgegner jeder Elektrofachkraft, weil es kein Handbuch mit Schritt 1-42 gibt,
      wie diese zu beheben sind. Bei „schwarzer Magie“ hilft manchmal nur Rumprobieren und über die Jahre immer mehr Kniffe zu kennen, woran es liegen „KÖNNTE“. Leider entspricht das Vorgehen oft halt keiner „Wenn – Dann – Sonst“ Logik, sondern hat einen Hauch von Handauflegen.

      Galvanische Trennung ist für mich die Ultima-Ratio, man könnte noch ausphasen und machen und tun, doch eine leitende Verbindung über diese Methode zu trennen, ist bei unsymmetrischen Verbindungen wie Cinch das „Penizillin“, wenn man das „Bakterium“ nicht kennt – klappt immer.

      Das Phänomen mit LS-Schutzschaltung, Trennfilter und Raspi finde ich interessant.
      Hab da ne lose Theorie zu, aber dazu müsste ich mit dem Oszilloskop ran.
      Wenn es aber in der jetzigen Konstellation funktioniert und Markus ist zufrieden damit,
      belassen wir es dabei 🙂

      Fazit: Wenn jemand eine Masseschleife hat und alle „normalen“ Tipps versagen, sucht nach Massetrennfiltern, bevor ihr einen kryogenisch behandelten Amethysten auf den Lautsprecher stellt 😉

       

      Gruß,
      -Sparky

       

      P.S. An dieser Stelle möchte ich mal ne Lanze für all die armen Säu…. Öhm, fleißigen Mitarbeiter brechen, die für den Großkonzern arbeiten, der so ähnlich heißt wie ein großer südamerikanischer Strom, der Amazonas, zu selbstverständlich bestmöglicher Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Diese Menschen rackern sich täglich ab, damit man etwas bestellen kann, was oft am nächsten Tag da ist.
      Wenn hier jemand mitliest, der für diesen Konzern im Versand oder als Kurier arbeitet: Man kann sich von Dank nichts kaufen, aber Danke dafür.

      • #62388
        Karl-Heinz Stock

        Wenn hier jemand mitliest, der für diesen Konzern im Versand oder als Kurier arbeitet: Man kann sich von Dank nichts kaufen, aber Danke dafür.

         

        Dem schließe ich mich vorbehaltlos an.

         

        Hesse

    • #62391
      Oli L.

      Hi zusammen,

      interessante Diskussion:

      ich verwende ebenfalls einen Hifiberry in einem Netzwerkspieler. Der Hifiberry ist in ein metallenes Gehäuse eingebaut. Das Gehäuse des Netzwerkspielers hat nochmal eigene Cinch-Ausgänge, an die die Hifiberry-Cinch-Ausgänge mit kurzen Kabeln angeschlossen sind.

      tl;dr:

      Sobald ich die Cinch-Buchsen des Netzwerkspielers mit der Gehäuse-Masse verbinde, zischt und säuselt es leise in den Lautsprechern. Da der Hifiberry aber in ein Gehäuse gemäß Schutzklasse 1 eingebaut ist, müssen alle leitenden „Gehäuseteile“ an Erde angeschlossen sein!

      Ich glaube die modernen DA-Wandler liefern eine sehr gute Tonqualität, sind aber konstruktionsbedingt anfällig für Erdschleifen (bei USB-DACs habe ich ähnliches festgestellt).

       

      Frage:

      Wie machen das die bekannten Hersteller bei ihren Netzwerkspielern mit Schukosteckern?

      Da muss es doch simple Lösungen geben…

      Gruß Oli

      PS: Alternativ hol ich mir einfach auch so einen Massetrennfilter…

       

      • #62432
        Sparky

        N’Abend Oli,

        eigentlich ziemlich einfach: „Sei nicht päpstlicher als der Papst“…
        Die meisten Hersteller setzten die VDE so um, dass die Geräte einen sicheren Mindeststandard einhalten um zugelassen zu werden. Sprich das Gehäuse ist bei SK1 geerdet, die Audio-Masse aber nicht mit dem Gehäuse verbunden oder zumindest per Autogroundlift oder einfach nur Kondensator entkoppelt….
        Da kommen dann sicherheitsisolierte kleine Trafos oder Schaltnetzteile rein und es ist gut, oder aber die Audio-Masse auf der Platine selbst ist noch mal eine andere als die Masse der Spannungsversorgung, dann kann man den Trafo sekundärseitig erden.
        In Deinem Aufbau sehe ich bspw. ein Meanwell-SNT, die Dinger sind gut. Allerdings, wenn erforderlich, bereits intern sekundär geerdet. Miss mal nach, ob die Cinch-Buchsen versehentlich leitend zu diesem ins Gehäuse geschraubt sind und ob die verwendeten Netzteile an der Ausgangsmasse eine Verbindung zur Erde haben.
        Wenn nicht, trenn einfach die Audiomasse von der Erde.
        Wenn ja, nimm nen Massetrennfilter.

        Gruß,
        -Sparky

        • #62788
          Oli L.

          Hi Sparky, danke für deine Rückmeldung.

          Der Masse-Ausgang (5V) der Meanwell-Netzteile ist tatsächlich mit dem Masseanschluss verbunden. Wäre mir mit einem Trafo-Netzteil vermutlich nicht passiert…

          Aber ich habe mich bewusst dazu entschieden ein Schaltnetzteil zu verwenden. Ich habe schon einen Streamer mit klassischem Netzteil, der soll dann gegen den Neuen antreten 🙂

          Werde den DA-Wandler nun wohl als Modul vom Streamer entkoppeln (obem drauf stellen …). Dann kann ich auch nach belieben den Wandler ändern.

          Gruß Oli

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