Jörgs Doppel 7

Schon sehr lange war ich fasziniert von den bekannten Boxen mit den lustigen Hochtonhörnchen oben drauf. In unserer Familie war ich damit allerdings ziemlich allein. Da unser jüngstes Familienmitglied noch regelmäßig mit Bobbycar und Buntstiften im Wohnzimmer unterwegs ist, hatte ich es mit einer Neuanschaffung auch nicht so richtig eilig. Das änderte sich ziemlich plötzlich, als unverhofft unser AVR kaputt ging. Das war irgendwann letztes Jahr. Nun sollte doch mal etwas Richtiges her, Standboxen, Stereoverstärker, weg vom 5.1. Pseudokino und hin zu richtiger Musikwiedergabe.

Zunächst wurden die alten Frontlautsprecher aus meiner ersten Stereoanlage, die ich mir zur Konfirmation gekauft hatte, und die Surround-Cubes eines sehr bekannten Herstellers, die bei der Renovierung des Wohnzimmers meiner Eltern aussortiert worden waren, mitsamt dem nicht dazu passenden Subwoofer verkauft. Nachdem wir ziemlich lange diese zusammengestückelte Heimkinoanlage hatten und ich über Jahre regelmäßig die einschlägigen Fachmagazine durchgewälzt hatte, war es jetzt an der Zeit, eine erst zunehmende Kette zusammenzustellen, was sich als gar nicht so einfach herausstellen sollte.

Alternativen zu meinen Wunschboxen mit den Hörnchen drauf, mit denen sich meine Frau nicht anfreunden wollte, schien es reichlich zu geben, also folgten Hörtermine bei diversen High-End-Fachhändlern. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass es schwer bis unmöglich war, Lautsprecher zu finden, die im preislichen Rahmen lagen und dazu klanglich meine Erwartungen erfüllten. Es wollte einfach nicht der richtige Lautsprecher dabei sein. Irgendwann nutzte ich die Ge- oder Verlegenheit, ein Paar günstigere Boxen zum Markteinführungspreis zu erwerben. Ausreichend zum Musik hören, aber auch günstig genug, um sie ohne Verlust weiterverkaufen zu können. So war der Plan.  Als ich mich an die Kompromisslösung fast gewöhnt hatte und mit dem Thema neue Lautsprecher eigentlich schon durch war, stieß ich zufällig auf Udos Seite.

Bei Eigenbau dachte ich bis dato eher an braune Holzkisten mit Universalweichen aus dem Onlineversand als an High-End. Obwohl in Foren oft erwähnt, schien es für mich anfangs irgendwie keine Alternative zu sein. Warum kann ich gar nicht sagen. Die Worte Blues-Klasse und Queen of Blues weckten aber doch recht schnell mein Interesse und ich begann, nächtelang die Webseite hoch und runter zu lesen. Zunächst begeisterten mich die Bauberichte vor allem wegen der tollen handwerklichen Umsetzung und dem Potential, sich an einem großen Holzbauprojekt zu verkünsteln, aber auch die Klangbeschreibungen schienen irgendwie das zu bieten, was ich suchte. Es führte also kein Weg dran vorbei, ich musste die Reise nach Bochum antreten.

Na gut Bochum… Kohlezechen, Zweitligafußball, Grönemeyer… und ein ganz besonderes Hörstudio. Die Wahl des Lautsprechers fiel mir eigentlich nicht sonderlich schwer. Bluesklasse, das war klar! Nach all den Bauberichten, die ich so gelesen hatte, sollte es von Anfang an ein Lautsprecher mit dem ER4 als Hochtöner werden. Als Alternative ohne ER4 hatte ich anfangs kurz die Little Princess ins Auge gefasst, hatte diese doch eher die Proportionen, die mir für unser Wohnzimmer vorschwebten, als eine ausgewachsene Duetta. Als aber direkt die Duetta loslegte, war die Entscheidung ziemlich schnell gefallen. Ich mache es kurz: so muss Musik in meinen Ohren klingen. Wer den ER4 gehört hat, weiß, was ich meine. Aufgrund der Größe kam die Duetta für mich allerdings nicht in Frage, die logische Wahl war daher die Doppel 7. Die Doppel 7 versprach im Vergleich zur Duetta Top mit ihrer Doppelbestückung etwas mehr Druck und Schnelligkeit im Bassbereich. Aufgrund meiner langen Anreise blieb ich den ganzen Mittag im Hörstudio auf dem Sofa sitzen und konnte so noch mit anderen Kunden die Audible 34, die SB36, eine Symphony irgendwas Regalbox und zum Schluss noch die Little Princess hören. Dazwischen immer mal wieder die Duetta. Zu jedem Lautsprecher erzählte Udo ein paar Sätze, während er sie anklemmte. Alle samt herausragende Lautsprecher, die ohne Zweifel in einer anderen Liga spielen, als die englischen Pressspanplastikkisten, die ich mir als Übergangslösung angeschafft hatte. Das Schönste, was mir von diesem Nachmittag in Erinnerung bleiben wird, waren alle zufriedenen und sichtlich stolzen Gesichter, wann immer die Duetta aufspielte. Also, mein Entschluss stand fest, es sollte die Doppel 7 werden und ich nehme es schon mal vorweg, ich habe es nicht bereut.

Beim Durchstöbern der Bauberichte war ich immer wieder an Dirks Duetta Top in Multiplex hängen geblieben. Vielen Dank an dieser Stelle für die Inspiration und die Beantwortung meiner Emails. Wenn man die Baubericht durchsieht, könnte man meinen, dass auch Wolfgangs Vota 2 Modell gestanden hatte, tatsächlich habe ich seinen Baubericht aber erst gelesen, als meine Boxen schon beim Lackieren waren. Manchmal sind Geschmäcker doch gar nicht so verschieden.

Eine gut ausgestattete Werkstatt und passendes Werkzeug sowie Erfahrung mit allen Arten von Holzverarbeitung habe ich ausreichend, daran sollte es nicht scheitern. Während ich allerdings üblicherweise alles ohne Bauplan und aus dem Kopf heraus baue, zeichnete ich diesmal wenigstens ein paar Entwürfe auf Millimeterpapier, um mir einen groben Eindruck von den Proportionen zu verschaffen. Spantenbauweise sollte es werden, eckige Boxen wollte ich nicht, also wurden die Boxen oben und unten rund geplant. Damit ergab sich allerdings das Problem, dass eine runde Box nicht stehen bleibt. Die Lösung lieferte ein Kanal an der Unterseite, in den man einen Quader einlegen kann, der die Box trägt. Als Standfüße sollten Rändelschrauben herhalten. Sie sind aus Aluminium gefräst und haben ein M8 Gewinde. Somit können jederzeit auch Spikes in die Rändelmuttern eingedreht werden, sollten wir irgendwann mal kein Parkett unter den Boxen haben.

Zunächst baute ich den Frästisch. Er besteht aus einer Unterlage (Spanplatte), einem Rahmen (21 mm Multiplex) und der Frässchablone (9 mm MDF). Ich entschied mich für 21 mm Multiplex-Platten und bestellte vier ganze Platten, zusammen stattliche neun Quadratmeter, aus denen dann 32 handliche Stücke zugesägt wurden. Ich habe den Frästisch so gebaut, dass die eingelegten Rohlinge seitlich nur knapp über die Kopierhülse heraus ragen. So hatte die Fräse nur die langen Seiten zu glätten und die Werkstücke nicht aus der ganzen Platte herauszuarbeiten. Es dauerte zwar einen halben Tag, bis alles zusammengekauft und –gebaut war, aber es sollte die Arbeit deutlich erleichtern.

Die Rohlinge wurden zum Fräsen mitsamt der Frässchablone auf vier von unten kommende kurze Gewindeschrauben gesteckt und die Schablone mit weiteren Schrauben fixiert. Die Löcher waren später dafür gedacht, beim Leimen die Spanten auf lange Gewindestangen aufzufädeln, damit sie beim Pressen nicht gegeneinander verrutschen. Ein großes Problem war allerdings die Härte der Multiplexplatten. Ein paar Ausschnitte fräsen ist das eine, 32 Ringe mit Innen- und Außenkonturen ausfräsen etwas anderes. Es wurde Millimeter für Millimeter abgetragen, sodass ein Werkstück bis zu zwanzigmal umrundet wurde. Dies erleichterte zwar auf der einen Seite die Arbeit, war aber sehr zeitaufwändig und verschliss die Fräser vor allem an deren Spitze. Man konnte ihnen förmlich dabei zusehen, wie sie von Runde zu Runde stumpfer wurden. Ich habe bewusst auf Qualitätsfräser von Bosch zurückgegriffen und so versucht, den Verbrauch irgendwie in Grenzen zu halten. Hat nicht wirklich geklappt. Nach gut zwei Wochen und täglich mehreren Stunden Staub fressen waren die groben Fräsarbeiten geschafft.

Die Schallwand wurde in der oberen Hälfte gedoppelt, womit die zweite Schicht automatisch die Hinterwand der Hochtonkammer bildet. Da der Steg zwischen den beiden 7ern nur ein cm breit ist erhält die Schallwand durch die Aufdopplung auf 42 mm im Bereich der Chassis etwas mehr an Stabilität. Die komplette Schall- und Rückwand zu doppeln hielt ich für etwas übertrieben. In die mittlere und letzte Schicht wurden je drei Querverstrebungen zur zusätzlichen Stabilisierung oder Gewissensberuhigung eingeplant. Somit hatte ich auch gleich eine Auflage für die Befestigung der Frequenzweiche. Für den ER4 hatte ich einen einfachen Fräsrahmen aus Vierkantleisten zusammengeleimt und die runden Ausschnitte mit dem Fräszirkel ausgefräst. Da ich Angst hatte, die fertigen Boxen beim Ausfräsen der Ausschnitte aufs Spiel zu setzen, wurden alle Ausschnitte vor dem Verleimen in die Schallwand gefräst. Zusätzlich erhielten Schall- und Rückwand eine 45°-Fase.

Ich verwendete für meine Boxen Fugenleim von Ponal, bei dem angeblich kein Pressen nötig ist. Nach dem, was mir mein Opa in Sachen Holzverarbeitung beigebracht hatte, kommt Leimen ohne Pressen allerdings einem Sakrileg gleich. Da einige der Werkteile minimal verzogen waren, stellte sich glücklicherweise die Frage hier erst gar nicht und ich kaufte zusätzliche zehn große Schraubzwingen mit einer Spannweite von 50 cm. Beim Verleimen der Schallwand kamen sogar 17 Schraubzwingen gleichzeitig zum Einsatz.

Das Verleimen der einzelnen Schichten war wesentlich aufwändiger als erwartet, da die Löcher aus irgendeinem Grund leichte Abweichungen hatten und das Auffädeln auf die Gewindestangen zu einem zum Teil deutlichen Versatz führte. Daher habe ich auf die Gewindestangen verzichtet und Schicht für Schicht verleimt. Das Bestreben der Werkstücke zu verrutschen war dabei recht groß, was viel Geduld und Fingerspitzengefühl beim Anziehen der Klemmen erforderte. Dazu ein paar seitliche Klemmen – man sollte das auf jeden Fall vorher mal ausprobieren, denn man braucht viel Übung oder mehr als zwei Hände dafür. Der außen austretende Leim wurde direkt nach dem Festziehen der Schraubzwingen mit einem scharfen Messer abgezogen. Eine Ausnahme machte ich bei den Fußteilen, die später den Kanal bildeten. Diese wurden erst zu einem Stück verleimt und dann die Fläche des Kanals vor dem Verleimen ins Gehäuse glatt geschliffen. Ingesamt brauchte ich pro Schicht, bis alles passte, gute 30 Minuten, zuzüglich der Trocknungszeit zog sich das Verleimen der Gehäuse so über fast zwei Wochen.

Zum Bearbeiten der Oberfläche hatte ich mir aus der Werkstatt meines Nachbarn einen Schreinerhobel sowie einen Festool Rotations- und Schwingschleifer mit Absaugung ausgeliehen. Vor dem Hobeln und Schleifen hatte ich großen Respekt, entgegen aller Befürchtungen war es mit dem Profiwerkzeug aber doch der vermeintlich leichteste Teil des Boxenbaus und die Hauptarbeit an zwei Nachmittagen erledigt. Da Multiplex ziemlich teuer ist und ich eine große Menge benötigte, hatte ich die niedrigste Qualitätsstufe mit kleinen Fehlern im Deckfurnier und den Zwischenschichten genommen. Die wenigen kleinen sichtbaren Fehler in den Schnittkanten wurden mit Clou Holzpaste in verschiedenen Farbtönen verschlossen. Zunächst wurde mit 80er Körnung in Rotation geschliffen, dann in der Exzenter-Einstellung bis 200er Körnung. Der Feinschliff erfolgte von Hand mit 400er Lackpapier.

Die Blenden wurden aus zwei Schichten MDF 5 mm gefräst, aufeinander geleimt und passend zur Front eine 45°-Fase gefräst. Bezogen wurden sie mit hellem Akustikstoff, den meine Frau zu einer Art Strumpf mit Rundungen zusammen genäht hatte. Zur Befestigung hatte ich in die Schallwände von hinten Löcher bis ca. 1 mm unter die Oberfläche eingefräst und jeweils zwei Neodymmagnete eingelassen. Ich hatte keine Lust, die Magnete von oben zu versenken und zu verspachteln, da ich unsicher war, wie gut eine dünne Schicht Spachtelmasse auf den Magneten halten würde und ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie viel vor dem Lackieren noch runtergeschliffen würde. Mittlerweile gefallen uns die Boxen ohne Blenden sehr gut, somit werden sie künftig wohl nur noch bei Kindergeburtstagen und ähnlichen Anlässen die Chassis verdecken.

Was den Unterbau angeht, hatte ich viele Ideen im Kopf. Zuletzt hatte ich mich eigentlich für Quader aus geschliffenem schwarzem Granit mit Spikes entschieden. Da unsere Nachbarin beim Friedhofsteinmetz arbeitet, hätte ich diese wohl auch recht günstig aus Reststücken geschnitten bekommen. Als Provisorium mussten aber zunächst Quader aus Holz her, um die Boxen zumindest probeweise schon mal stellen zu können. Da sie uns so ganz gut gefielen wurden sie geschliffen und mit dem Forstner-Bohrer mit Vertiefungen für die Aufnahme der Rändelmuttern versehen. Die Lösung mit den Granitquadern wurde danach erst mal verworfen und auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bezüglich des Oberflächenfinish hatte ich ebenfalls lange hin und her überlegt. Lackieren, Beizen, Wachsen, Ölen. Nichts hatte mich vollends überzeugen können. Ich habe in meinem Leben schon einiges lackiert und war daher skeptisch, ob ich die Oberfläche wirklich zu meiner vollen Zufriedenheit hinbekommen würde. Da mein Nachbar zufällig als Schreiner und Lackierer arbeitet, habe ich die Sache nach dem aufwändigen Gehäusebau doch lieber in Profihände gegeben. Jetzt sollte einfach alles perfekt werden. Die Lackarbeiten wurden in einer Möbelschreinerei mit Lackierkammer durchgeführt. Aufgetragen wurden vorn und hinten zunächst eine Schicht Füller als Grundierung, dann wurde geschliffen, um eine perfekte glatte Oberfläche zu bekommen. Danach folgten eine Schicht Farblack (weiß RAL 90/10) sowie zwei Schichten Klarlack. Zum Schluss wurden die gesamten Gehäuse komplett mit weiteren drei Schichten mattem Klarlack überzogen. Somit erhielten Schall- und Rückwand insgesamt sieben Lackschichten, die farblosen Seiten erhielten drei Schichten. Was auch immer hier im Forum schon über verschiedene Lackiertechniken, Kniffs und Tricks geschrieben wurde, ein solches Ergebnis ist mit Heimwerkerausrüstung sicher nicht zu erreichen.

Da ich bekennender Lötkolbenlegastheniker bin, ließ ich mir gegen einen kleinen Aufpreis die Frequenzweichen vorlöten. Getreu dem Motto „form-follows-function“ und in der Hoffnung, die Frequenzweichen nie wieder zu sehen, wurden diese dann mit Kabelbindern nachgerüstet, mittels Montagekleber auf etwas längere Brettchen geklebt und schließlich auf die Querverbindungen geschraubt. Der Rest war ziemlich unspektakulär und wurde in anderen Bauberichten schon ausführlich genug beschrieben. Sonofil rein, Chassis verschraubt, fertig.

Zum Klang möchte ich gerne ein sehr schönes Zitat anbringen, welches ich in einem anderen Forum über die Duetta gefunden habe: „Man weiß spätestens, wenn man beim ersten Weinen einer Les Paul Gänsehaut bekommt, dass alles an der richtigen Stelle sitzt“.

Damit ist eigentlich fast alles gesagt. Klangbeschreibungen sind subjektiv und der Einfluss von Raumakustik und Elektronik enorm. Außerdem können andere so etwas sicher deutlich besser umschreiben als ich. Bei uns spielt die Doppel 7 im Bassbereich sehr definiert, antrittschnell und knackig, wobei die ganz tiefen Frequenzen der Duetta fehlen. Ich vermisse sie jedoch nicht. Der Mitteltonbereich und die Stimmen klingen natürlich und sauber aufgelöst, der Hochton… naja, ich denke der ER4 ist hier im Forum schon genug geheiligt worden: unglaubliche Feinauflösung, Transparenz, Detaildarstellung und Räumlichkeit, wie ich sie bislang von bezahlbaren Fertiglautsprechern nicht kannte.

Als die Doppel 7 zum ersten Mal angeschlossen wurde, war es als ob eine spanische Wand vor den Boxen weggezogen worden wäre. Meine Interimslösung war ja schon recht passabel, aber die Musik stand mit einem mal mitten im Raum und hatte sich merklich von den Boxen gelöst. Und das bereits im nicht eingespielten Stadium. Zum Thema Einspielzeit der Eton-Chassis kann ich bestätigen, dass sie tatsächlich sehr lange brauchen. Das mag in meinem Fall vielleicht daran liegen, dass ich weder Pegelhörer noch Bassfetischist bin. Anfangs war mir der ER4 fast zu dominant und leicht kratzig, während die Tief-Mitteltöner eher zurückhaltend spielten. Ich war schon drauf und dran, mit der Sonofil-Menge zu experimentieren. Es dauerte tatsächlich einige Wochen und deutlich länger als die oft genannten 100 Stunden, bis die Tief-Mitteltöner mit dem ER4 zu einem seidig weichen und ausgewogenen Klangbild verschmolzen.

Was mir persönlich besonders gut am ER4 gefällt und schon oft beschrieben wurde, ist das Phänomen, dass er im Gegensatz zu manch anderem Hochtöner nie kratzt oder nervt, egal bei welcher Lautstärke. Wie das geht, weiß ich nicht, aber es ist verblüffend. Bluesgitarren à la Clapton, SRV, Gilmour, Beck, Knopfer oder Bonamassa werden nie anstrengend, der ER4 stellt sie unglaublich entspannt und plastisch in den Raum. Bei Stücken, die recht weit runter gehen, (beispielsweise Pink Floyd) oder klassische Aufnahmen (beispielsweise mit Orgel), glänzt die Doppel 7 auch mal mit einem erstaunlich soliden Bassfundament.

Bleibt nur noch zu sagen: Chapeau, einen solchen Ausnahmelautsprecher im Programm zu haben und ihn dann nicht hier im Magazin vorzustellen, ist wahrlich meisterhaft und zeigt eindrucksvoll, auf welchem Niveau sich die Lautsprecher von Lautsprecherbau.de bewegen!

PS: ich habe auch bei der Elektronik nicht gekleckert und sehr teure Geräte getestet, gekauft und wieder verkauft. Ein High-End-Verstärker im deutlichen vierstelligen Bereich war an der Doppel 7 zu kontrolliert, analytisch und kalt. War zwar irgendwie eindrucksvoll, aber doch seelenlos. In meinen Ohren darf Musik gerne klingen, und da haben gute Vintage-Geräte zweifellos ihre Stärke. Sie machen vielleicht nicht alles richtig, aber in meinen Ohren einfach musikalischer. So dürfen sich mittlerweile ein Sansui AU-70 Röhrenverstärker aus den 60er Jahren und ein Sansui AU-999 Transistor-Amp den Dienst an meiner Doppel 7 teilen.

Jörg

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