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Antwort auf: Raumakustik

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BigBernd

Hallo zusammen,

nachdem Jo seine Selbstbau Diffusoren so schön in Szene gesetzt hat, möchte ich auch etwas zu dem Thema beitragen. In der Vergangenheit habe ich einige Projekte verwirklicht, um die Raumakustik zu verbessern. Sicherlich werden viele Wunschvorstellungen durch Geld- oder Platzmangel, den WAF oder andere Gründe eingeschränkt aber alles ist besser als ausschließlich schallharte Wände im Raum, die einem die Reflexionen nur so um die Ohren pfeffern. Wer es ausprobieren möchte, verteile einfach mal ein paar schwere Decken, Matratzen und Kissen im Raum und staune, wie sich das positiv auf das Hörerlebnis auswirkt.

Das man dabei nicht zwangsweise wissenschaftlich und empirisch belegt vorgehen muss, beweißt Udos Ladenlokal eindrucksvoll. 😉 Es sei denn, er outet sich hier in dem er bestätigt, dass er seine Warenbestellungen & -lagerung ausschließlich nach raumakustischen Gesichtspunkten tätigt.

Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, sollte mal nach den Stichworten LEDE oder DELE (life end, dead end und umgekehrt) in Verbindung mit der Gestaltung von Tonstudios suchen.

Eine Stellschraube ist meist die Wand hinter dem Hörplatz. Ob man nun Diffusoren oder Absorber benötigt hängt vom Raum selbst ab. Ich entschied mich für Absorber und gestaltete sie wie folgt:

1. tiefe Rahmen bauen

Rahmen für Absorberbilder

2. Rahmen mit Leinwandstoff bespannen

Absorberbild bespannt

3. das Absorberbild mit Sonorock füllen und luftdicht mit Folie verschließen

Absoberbild mit Sonorock gefüllt

4. einen Künstler nach Wahl mit der Gestaltung des Bildes beauftragen

Kunst auf Rahmen

5. Absorberbilder aufhängen, fertig

Absorberbilder an Wand

Wer mit solchen Maßnahmen tieferen Frequenzen auf den Pelz rücken will, muss natürlich mehr Materialeinsatz zeigen. Getreu dem Motto: Viel hilft viel, kann man da Einiges bewegen. Die im Handel erhältlichen Bassfallen sind aus meiner Sicht unverschämt teuer, sodass ich mich auch hier für den Selbstbau entschied. So entstanden u.a. Bassfallen für die Raumecken meines “Spielplatzes”.

1. dreieckige Rahmen aus Kanthölzern bauen

Rahmen Bassfalle

2. Sonorock schneiden

Sonorock für Absorber

3. Sonorock luftdicht verpacken und in Bassfallen und mobile Absorber füllen

Bassfallen gefüllt

Absorber gefüllt

4. Rahmen für Bassfallen bauen und diese sowie die Absorber mit Stoff bespannen

* Ganz offensichtlich fehlt mir dazu ein Foto. Ich weiß noch dass diese Arbeit in Gesellschaft von Freunden und Alkohol stattfand. Vielleicht liegt’s daran…

5. Selbstbau Akustikelemente und gekaufte Absorber installieren

Absorber und Bassfallen installiert

6. Und weil das Prinzip mit dem akustisch wertvollen Kunstwerk so gut geklappt hat, hier noch mal eine Alternative.

Absorber als Kunstwerk

Nach viel Ausprobieren und Verschieben ist es nun perfekt. Bis auf eine Mode bei ca. 50 Hz welche elektronisch bekämpft wurde (Da hilft auch noch mehr Dämmwolle nix. Da muss ich mich wohl mal an den Bau eines Helmholtz-Resonators wagen.) ist der Hörplatz nun modenfrei und angenehm reflexionsarm. Es ist wirklich ein Genuss. Man sitzt in einer Hülle aus Klang.

Sicherlich viel Aufwand für einen kleinen Platz mit perfekter Akustik aber wie gesagt: Alles ist besser als eine kahle Wand! 😉

Viele Grüße BigBernd

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