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Antwort auf: Eton Orchestra Bausätze

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#15118
Marcus Intertechnik

Hallo zusammen,

natürlich ist der Beitrag bei Lautsprecherbau da und dort vielleicht ein wenig spitz geraten, der Entwickler ist eben auch sehr speziell, da muss man ein wenig nachsicht haben.
Zum technischen gibt es in der Tat Besonderheiten, die ihr trefflich herausgefiltert habt, die Weichenkonstruktionen sind nicht minimalistisch, sondern eher ein wenig üppig ausgefallen, die Frequenzgänge der Orchestra Boxen ist nicht super linear und die Gehäuse sind auch nicht wie immer aufgebaut.
Warum das alles so ist, dazu gibt es eine wenig Theorie, die durchaus angezweifelt, aber die auch angehört werden kann.
Rechteckige Schallwände / Gehäuse führen durch die Beugung der Schallwellen an den Kanten zu einem welligen Hochton, das wurde schon mehrfach dokumentiert, in Fachbüchern, oder einfach hier im Internet (und nicht von uns) http://www.lautsprecher-berlin.de/schallbeugung.html jedenfalls ist es nicht sehr abwegig, dieses Wissen für die Gehäusekonstruktion zu nutzen.
Ein weiteres Thema ist und bleibt die Bedämpfung der Gehäuse. Zweifelsfrei ist es einfach mit Sonofil das Volumen zu bedämpfen. Die Frage nach dem Tiefbass wird dann jedoch spannend:
Hierbei hat Udo sein ganz eigene Variante damit umzugehen, die, wir ihr sie kennt, einem gefällt oder nicht so sehr. In unseren Orchestra 27 haben wir das Volumen durch gelochte Platten in seiner Homogenität gestört, damit wir mit weniger Sonofil einen dynamischeren Bass erzeugen können. Ob das “besser” oder “schlechter” ist, als ein Schlitz in Bodennähe und damit die Anregung auf einer Raumoberfläche mit einem Pegelgewinn von 3dB, das kann man so auch nicht pauschal bewerten. Letztlich ist das Thema Tiefbass besonders Raum abhängig und bei Intertechnik haben wir kleinere, eben nur Zimmer große Hörräume, in denen die Orchestra 27 sehr angenehmen Bass erzeugt.
Und da kommen wir schon zum unlinearen Frequenzgang. Das ist sowieso ein sehr schwieriges Thema, das erklärt der Entwickler so:
In Tonstudios wird mit Monitorboxen – die einen linearen Frequenzgang haben sollten – die aufgenommene Musik abgemischt. Dort wird nahezu nur das direkte Schallfeld der Monitore gehört und Raumeinflüsse durch Schall absorbierende Wände und Decken vermiden. In normalen Hörräumen kommen zudem die Raumreflexionen – die durch den Nachhall beschrieben werden – hinzu, welche ein diffuses Schallfeld erzeugen und das zum direkten Schallfeld der Lautsprecher gemixt gehört wird. Diese Hörsituation führt daher dazu, dass eher realistisch gehört wird, wenn die Lautsprecher höhere Pegel bei höherer Bündelung und niedrige Pegel bei geringer Bündelung abgeben – oder wie das oft formuliert wird: Der Lautsprecher hat eine Präsenzsenke. Diese Senke ist letztlich nur der geringeren Bündelung des einsetzenden Hochtöners geschuldet, damit dieser nicht zu laut spielt.
So und zum letzten Punkt: Intertechnik ist ein Frequenzweichenbauteilehersteller und daher bauen wir die Weichen so auf, dass wir davon ausgehen, mit den Weichen die Chassis optimal beschaltet zu haben – das bedeutet nicht: viel hilft viel. Sondern manchmal darf es auch mehr sein, wenns denn gut klingt.

Gruß Marcus

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