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#16916
Sparky

Moin,

die Class-D Technik ist ja nichts grundsätzlich Neues. Letzten Endes handelt es sich dabei um eine Abwandlung der Frequenzumrichtertechnologie, welche die Industrie schon vor meiner Geburt nutzte.
Da dort die Anforderungen an die EMV wesentlich höher sind als im Privatbereich, gibt es einige Standard-Maßnahmen, um hochfrequente Abstrahlung zu vermeiden.
– Abgeschirmte Leitung (die Länge ist wegen der kapazitiven Verluste begrenzt)
– Kommutierungsdrossel (“frisst” die HF, weshalb eine Schirmung der Motorleitung entfallen kann)

Leider dürften diese Konzepte nur bedingt für Class-D umsetzbar sein. durch die wesentlich höhere Modulationsfrequenz nimmt im Fall einer geschirmten Leitung der kapazitive Verlust zu, oder anders gesagt, die maximale Leitungslänge ab.
Einige Class-D Konzepte nutzen den Lautsprecher, bzw. dessen Frequenzweiche selbst, als Senke für die Umwandlung von dem HF-Gekröse in Sinus (artige) Signale. Daher wäre eine Kommutierungsdrossel in dem Falle kontraproduktiv.
Oder anders ausgedrückt: Sollten jemals Industrienormen für die Class-D Technik greifen, heißt es für deren Konstrukteure “zurück an’s Zeichenbrett” 😉

Offtopic: Die deutschen Energieversorger planen, unsere Hausanschlüsse zukünftig mit so genannten “Smart-Metern” auszurüsten. Das sind Stromzähler, die im Gegensatz zu den klassischen Ferraris-Drehscheibenzählern auch den Blindstromanteil messen (und berechnen).
In der Industrie bezahlt man den Blindstromanteil schon lange, daher gibt es dort so genannte Kompensationsanlagen.

Ich will jetzt nicht weiter ins Detail gehen, aber günstige China-Schaltnetzteile ohne aktive Leistungsfaktorkorrektur können den Nutzer künftig teuer zu stehen kommen… In Hinsicht auf Beleuchtung würde das schon einmal heißen: Zurück zur Glühlampe 😉 Bei den meisten Class-D Verstärkern relativiert sich dann auch die Frage, ob der Wirkleistungsfaktor einer Röhre mittelalterlich ist oder nicht 😛

Gruß,
-Sparky

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