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Antwort auf: Dolby Atmos

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#21571
Jakal

Hallo zusammen …

Heimkino? 3D-Sound? … mein Thema! 😉

Ich befasse mich damit nun schon seit etwa 2 Jahren und werde das Thema auch selbst beim nĂ€chsten Umzug angehen – es also umsetzen. Da hier erstmal nur auf Dolby Atmos eingegangen wurde (Eingangsfrage) möchte ich nun nochmal den Tipp erteilen einen Blick auf die beiden anderen Formate zu legen, DTS:X und Auro3Dl Denn Dolby Atmos ist zwar das, was die Industrie pusht – spiegelt jedoch auch die schlechteste der 3 3D-Sound-Varianten wieder.

Woran das liegt?
Einfache Antwort: die Quellen sind schlichtweg unzureichend, um das abzubilden, was ĂŒber die Techniken möglich ist. Das Problem aller drei Tonformate ist, dass es letztendlich auf der Quelle immer eine spezielle Tonspur geben muss, die das Format auch tatsĂ€chlich abbildet. Außerdem muss diese spezielle Tonspur dann auch noch sinnvoll abgemischt sein und nicht einfach als Placebo gelten. Mittlerweile ist zwar der erste Punkt, nĂ€mlich das Vorhanden sein einer speziellen, also nativen Tonspur fĂŒr z.B. Dolby Atmos bei einigen BluRay oder auch im Streaming möglich. Aus diesem Grund fĂŒhlt es sich auch so an, als wenn Dolby Atmos tatsĂ€chlich eine gute Wahl wĂ€re. Macht man dann allerdings einmal die Probe aufs Exempel und testet diese nativen Tonspuren in Dolby Atmos, macht sich schnell ErnĂŒchterung breit. Denn leider setzen die Toningenieure den 3D Sound nicht vernĂŒnftig um. Habe da persönlich erst vor gut 4 Wochen wieder bei einem Vergleich aller drei Formate in einem Heimkino, in dem alle 3 Formate verbaut wurden, um vergleichen zu können, diese Erfahrung machen dĂŒrfen. Dazu werden zum Vergleich stets die Endstufen der unteren Ebene abgeschaltet. Nativ ist dann leider oft einfach “nichts” zu hören. Es scheint dahingehend auch keine Besserung in Sicht, da sowohl die Filme aus 2016 als auch aus 2017 sehr inkonsequent in 3D umgesetzt wurden. Man gewinnt den Eindruck, dass die Möglichkeiten gar nicht ausgeschöpft werden, da die Ingenieure den Aufwand dazu scheuen. Ein Problem von Dolby Atmos ist außerdem, dass es rein objektbasiert arbeitet und damit schlichtweg gar nicht so viel abbilden kann, wie es bei Auro z.B. der Fall ist, welches kanalbasiert arbeitet und dementsprechend mehr als nur eine bestimmte Anzahl an Objekten auf die oberen KanĂ€le verteilen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Industrie schreibt zwar Dolby Atmos auf die Quellen drauf, aber es ist schlichtweg kaum bis hin zu gar keinem Mehrwert drin. Gut verkaufen lassen tut es sich natĂŒrlich … denn man kann ja ein tolles neues Logo auf seine Hardware kleben, welches der Konsument natĂŒrlich gern kauft.

Also ist 3D Sound eine Nische?
Das kommt auf die Definition von Nische an. Nimmt man einen Allgemeinkonsumenten, dann wird es wohl immer eine Nische bleiben. Das liegt einfach an der Akzeptanz mehrere Lautsprecher in einem nicht dedizieren Heimkino, welches wohl in den seltensten FĂ€llen vorhanden ist. Da ist das Heimkino das Wohnzimmer und da spricht es schon oft gegen den WAF mehr als 2 Lautsprecher aufzustellen. Zwar habe ich mittlerweile das GefĂŒhl, dass sich ein 5.x System mittlerweile gut verkaufen lĂ€sst, wenn man es in den Wohnraum integriert. Nochmal 4-5 mehr, wird sich allerdings allein der Optik wegen nicht durchsetzen.Der Vergleich mit 3D-Bild ist an dieser Stelle ja schnell genannt und passt wohl auch. Denn da war schlichtweg das Problem, dass es unpraktisch erschien stĂ€ndig eine Brille zum TV-Schauen aufzusetzen. 3D-Bild hĂ€tte nur Zukunft gehabt, wenn es eben ohne zusĂ€tzliche Hilfsmittel möglich gewesen wĂ€re. Es ist einfach beides ungewohnt …
GrundsÀtzlich sind also beide 3D Formate auf ihre Art und Weise eine Nische.

Aber: Upmixing!
Was beim 3D-Bild schlecht bis gar nicht umgesetzt wurde, den 3D-Sound aber sehr interessant macht, ist das Upmixing. Also eine Quelle von Stereo oder 5.x auf 3D emulieren. Upmixing umgeht das Problem der fehlenden nativen Quellen, welche wie oben erwĂ€hnt bei Dolby Atmos unzureichend vorhanden und wenn vorhanden einfach schlecht umgesetzt sind. Gerade in diesem Bereich lohnt sich erneut ein Vergleich der 3 Formate, da es eben direkt wirkt und den Mehrwert abbilden kann. Leider ist da der Dolby Surround Upmixer schlicht kein Mehrwert. Wird dieser aktiviert, ist einfach ein verwaschenes Echo aus den oberen KanĂ€len zu hören, welche die unteren KanĂ€le wiederspiegeln. Der DTS Upmixer macht das ganze schon etwas besser. Dazu muss man allerdings sagen, dass DTS gut ein Jahr lĂ€nger an der Technologie gearbeitet hat und demnach auch Dolby und Auro analysieren konnte. Die oberen KanĂ€le bieten bei DTS im Upmixing einen Mehrwert, welcher einen umhĂŒllenderen Klang abbildet – also das, was 3D Sound darstellen soll. Die Auromatic hingegen, also die Technik, welche Auro3D als Upmixing benutzt, schafft es hingegen eine Kuppel zu erzeugen, welche die oberen KanĂ€le ohne Schleier abbildet. Zwar ist mein Geschreibsel dazu nun absolut subjektiv, bestĂ€tigt wird dies jedoch von allen weiteren Personen, die sich einmal diesen Vergleich gönnen. Die Auromatic schafft es außerdem, bei aktuellen Quellen mit Dolby-Atmos Tonspur, einen subjektiv umfassenderen Klang zu erzeugen, als die native Tonspur dies zulĂ€sst … und das sollte der letzte Punkt sein, der die Entscheidung von Dolby Atmos ablenken sollte.

… jut: genug Werbung und nein ich arbeite nicht fĂŒr Auro. Mir ist es einfach nur ein Anliegen diese Erlebnisse weiter zu geben, da es soweit ich weiß nicht viele Möglichkeiten gibt dies objektiv vorgefĂŒhrt zu bekommen.

Umsetzung … wie?
3D Sound lebt wie Surround-Sound von HomogenitĂ€t. Die Wahl der Lautsprecher und damit des Bausatzes ist damit ebenso wie bei der Umsetzung von 5 KanĂ€len, auch bei der Umsetzung von 9 oder mehr KanĂ€len auf das homogene Klangbild angewiesen. Das erzeugt man mit der Wahl vergleichbarer BausĂ€tze. Die SB-Serie ist da sicher ne gute Wahl … wobei ich in der Front stets zur SB240 greifen wĂŒrde, ohne Sub, aber das ist eine Glaubensfrage … soll es Eton sein, also als Erweiterung zur Duetta hat Udo uns ja mit den Chorus die perfekten Alternativen geliefert. Ob dann “Wall-Bausatz” oder normaler Bausatz, kommt einfach auf die Position des LS an … bei den Deckenlautsprechern, oder speziell bei Auro auch hohen Wandlautsprechern, ist man auf Grund der dezenten Integration wohl mit der Wall-Variante auf nem guten Weg. Was definitiv nicht fehlen darf sind externe Endstufen fĂŒr zumindest die Front-Lautsprecher. Denn es wurde hier ja auch schon erwĂ€hnt, dass ein AVR schlecht alle KanĂ€le im 3D-Setup wie im Leistungsblatt aufgefĂŒhrt versorgen kann. Zugute halten muss man den AVR noch fix, dass gerade die oberen, also die 3D-KanĂ€le, nie die Leistung benötigen werden, welche in den unteren KanĂ€len abverlangt wird – sich also die Leistung des AVR nicht gleichwertig auf alle LS verteilen wird. Die Front werden jedoch bei keinem AVR ausreichend versorgt, sofern es sich nicht nur um reine 2-Wege Satelliten handelt. Die hochwertigen 3D-Sound AVR (hier genannt ja, der Denon 4300) bieten jedoch stets auch PreOuts, wodurch der Anschluss eines externen VerstĂ€rkers ja dann leicht möglich ist. Ohne dem, kommt mir ein Mehrkanalsystem nicht mehr ins Haus und ich kann es aus eigener Erfahrung sagen: es ist auch im 5.x notwendig.

Soweit erstmal … hab eh schon wieder genug getippt … bei Fragen, ich halt mir den Thread warm 🙂

GrĂŒĂŸe

PS @TE: der “nicht-parallele” Raum ist ein Genuss fĂŒr die Raumakustik, aber das ist nochmal ein weiteres Thema, was nix mit 3D-Sound zu tun hat 🙂

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