Zurück zu Wallstreet 3 oder 4 für die seiten, welche Ergänzung für die Rear und die Front?

Antwort auf: Wallstreet 3 oder 4 für die seiten, welche Ergänzung für die Rear und die Front?

Startseite Foren Kaufberatung (Stereo, Surround usw.) Wallstreet 3 oder 4 für die seiten, welche Ergänzung für die Rear und die Front? Antwort auf: Wallstreet 3 oder 4 für die seiten, welche Ergänzung für die Rear und die Front?

#21838
geloescht

Moin.

Obwohl ich von Heimkino und dem ganzen Krempel wenig Ahnung habe, mische ich mich einmal ein. Wenn man zwei gute Frontlautsprecher hat, kann man durchaus auf den Center verzichten, das habe ich ausgetestet. Die zweigeteilte SB 23 und eigentlich auch alle variabel aufgebauten Lautsprecher haben den entscheidenden Vorteil, dass man verschiedene Klangszenarien erreichen kann.

Durch Verdrehen, Verschieben oder Kippen der Komponenten Bass, Mittelton und Hochton kann man z. B. auch die Stimmen in die Mitte oder in den Vordergrund rücken oder zurücknehmen, je nach Bedarf. Z. B. meine SB 23 produziert eine lückenlose Wand aus Musik, Bühne in der Breite, der Tiefe und auch der Höhe. Der dreidimensionale Effekt ist so stabil, dass er in fast jeder Position des Zimmers wahrzunehmen ist. Der provisorisch eingefügte Center hat nur genervt und gestört.

Zum ER4 ein paar Worte. Das Prinzip der Air-Motion-Transformers, verwandt mit Bändchenhochtönern und Folien-Magnetostaten, beruht auf der sehr geringen Masse der Membran. Beim ER4 ist die eine gefaltete, dünne Folie mit aufgedampften Leiterbahnen, Gesamtgewicht rund 0,1 Gramm, eine 25 mm. Kalotte hat ca. die dreifache, bewegte Masse.

Durch diese geringe Masse ergibt sich eine exorbitant gute Impulsverarbeitung, eine sonst unerreichbare Auflösung selbst kleinster Ereignisse, eine hervorragende Abstrahlung und einen nach oben erweiterten Frequenzbereich. Es gibt mittlerweile Kalotten, die ähnliche Eigenschaften haben, sich aber auch in höheren Preisregionen bewegen. Weltklasse kostet Geld. Eton ist es darüber hinaus gelungen, das ganze System so stabil zu gestalten, dass die Resonanzfrequenz sehr tief liegt (ich glaube 450 Hz.), dass der ER4 ein weites Einsatzgebiet hat. Der Einsatz von Neodym-Magneten bringt den Rest und eine perfekte Umsetzung der Lorentzkraft.

Ohne Zweifel spielt das Gerät in der Weltklasse und in sehr erlauchtem Umfeld.

Einen Nachteil hat das Teil aber bauartbedingt. Er leuchtet die Tiefe nicht so wunderbar aus, wie eine sehr gute Gewebekalotte à la SB. Ich habe bei keiner Vorführung der Eton-Konstrukte mit ER$ die Raumtiefe wie bei mir zuhause gehört. Bei mir stehen oft Protagonisten des Musikgeschehens auf dem angrenzenden Hof, während man die Sängerin anfassen könnte.

Die Fa. Dali, die ja auch sehr erfolgreich Magnetostaten einsetzt, hat dem Rechnung getragen und baut in die Spitzenmodelle eine zusätzlich Kalotte in den Träger des Magnetostaten ein. Der Hybrid leuchtet den Raum in der Tiefe scheinbar deutlich besser aus. Die Leute von Dali sind ja auch nicht auf der Brennsuppe daher geschwommen.

Jedem Narren seine Kappe, werden ER4 liebt, wird damit glücklich sein, ich bin mit meiner schofeligen SB-OSB-Diva genauso glücklich. Das liegt nicht nur an der Einsparung an Liquidität, eine Duetta liegt durchaus im Schlagbereich unserer Haushaltskasse, ich brauche es einfach nicht. Trotzdem zähle ich mich weiterhin zu den audiophil verseuchten Hai-Viehisten.

Hesse, gerade mit Malia auf Vinyl beschäftigt.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.acoustic-design-magazin.de/Lautsprecher-selber-bauen/Antwort/21838/