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Antwort auf: Das ungeliebte Kind: der Seitenbass

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geloescht

Bass aus Lautsprechern breitet sich normalerweise bis rund 130 Hz. recht kugelförmig aus, im Mitten- Hochtonbereich fangen die Lautsprecher an, die Schallimpulse zu richten. Somait könnte man theoretisch davon ausgehen, dass es egal ist, wo der Bass sitzt, man muss nur die Phasenlage richtig wählen, damit es nicht im Übergangsbereich Bass/Mitten zu Auslöschungen oder Interferenzen, also aperiodische Überlagerungen kommt. das hört man auch deutlich als Verzerrung.

Als Beispiel dafür: Udo gibt sehr oft an, dass er den Bass verpolt anschließt, um ihn in das Gesamtsystem einzubinden. Wenn ich z. B. jetzt den Bass, der ja theoretisch irgendwo sitzen könnte geometrisch um 180 drehe, also auf die Rückseite, ändert sich natürlich die Phasenlage auch um 100% und der Bass müsste wieder verpolt werden, damit die Phase stimmt.

Bei einem Seitenbass tritt dieser Extremeffekt zwar nicht ein, aber die Phasenlage verändert sich unweigerlich, es treten Laufzeitfehler auf, die zu einer “Aufweichung” oder Verzerrung im Tief-Mitteltonbereich führen. Bei den rund 15 Fastsystemen, die ich gehört habe, war dieser Effekt deutlich zu hören. Bei einer Normalverbraucherkette mag das für viele Hörer ein “seidiges Klangbild” indizieren, ich nenne es unpräzise. Je hochwertiger die Kette wird, umso deutlicher tritt dieses Manko zutage, auch weil es sich in einem hörempfindlichen Bereich zeigt.

Es gibt sogar Anbieter, die jenseits 400 Hz. trennen, das grenzt dann schon an Verarsche. Udos Vorschlag der aktiven, steilflankingen Trennung bei sehr tiefer Frequenz erscheint mir hier der Königsweg zu sein. Passiv in diesem Bereich zu trennen – die Weiche mit gigantischen Bauteilen kann dann schnell mehr kosten als der Bassbooster mit aktiver Trennung.

Dann kann man auch über einen kompletten Neubau denken, der die Schallwandbreite ermöglicht, finde ich aber dumm, die Duetta-Bestückung hat eine Chance verdient.

Das ist meine unvoreingenommene Meinung, die durch Reinhören in die Dinger unterlegt ist. Schlecht ist das System nicht, wenn es von Anfang an durchdacht und angepasst ist, ein Eton-Konstrukt dahingehend umzubasteln erfordert Änderungen an der Weiche und eine Menge probieren und das alles ergebnisoffen.

Hesse

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