Start › Foren › Gehäuse- und Weichenbau › Gehäuseprinzip "ACL" verstehen und anwenden › Antwort auf: Gehäuseprinzip "ACL" verstehen und anwenden
Moin.
Jo, ich bin wieder ein kleines Stück weiter, die Sache ist noch viel interessanter, als ich vorab gesehen habe. Mein Denkmodell war folgendes: Jede einzelne Kammer wird als eigener Lautsprecher im Helmholtz-System betrachtet, die Überschneidungen der Brettchen bilden die Bassreflexöffnung. Die entstehende Energieladung der Pseudobassreflexöffnungen überträgt sich, analog einer Membran, auf die nächste Kammer. Dann kommt man schon auf ganz gute Endwerte und so kann man auch die Auffüllung des Frequenzgangabfalls erklären.
Auf jeden Fall ist das System sehr unanfällig gegen Schadereignisse auf die Rückseite der Membran, das scheint einer der Schlüssel.
Also vier “Membranen” bedienen die Abschnitte und kaskadieren. Die erste Kammer bestimmt das Impulsverhalten, die anderen geben die Energie (Energieerhaltungssatz) abzüglich der verbrannten Energie durch den Fitzel Dämmwolle und geringste Schwingungen der Gehäusewände, nahezu verlustlos bis an das endügltige Bassreflexrohr weiter, bauen aber auch die entsprechende Feder für den Lautsprecher auf. Für die untere Grenzfrequenz zählt das Gesamtvolumen, für den entsprechenden Bumms die Auslegung der ersten Kammer. Eine andere Erklärung habe ich nicht gefunden, aber anders ist das Phänomen auch nur schwerlich zu erklären. Meines Wissens gibt es keinen Passivlautsprecher auf dem Markt, der so irre Eigenschaften hat.
Nennenswerte Schallabstrahlung unterhalb der Freiluftresonanz eines Chassis hat man normalerweise nur bei stark entzerrten aktiven Geräten.
Daraus folgert, mein Kumpel und ich überprüfen das noch praktisch, dass durch Parameteränderungen an den Übergangsunkten von Kammer zu Kammer, z. B. durch Vergrößerung der Überlappungszone, Lautsprechergehäuse beliebig auf Chassiseigenschaften abgestimmt werden könnten. Das System scheint stabil und verträgt ebenso Abweichungen der Lautsprecherparameter. Wichtig scheint nur, oben für gutes Impulsverhalten im Bereich Thiele/Small oder Hoge zu sorgen.
Es gibt hier eine n hoch dingenskirchen große Zahl an Stellmöglichkeiten. Als nächstes peile ich eine SB 30 in dieser Form an. Wenn mich nicht alles täuscht, könnte das ein richtiger Burner werden. Wie das Ding mit Eton-Konstrukten geht, wird man auch einmal checken müssen. Die Chorus Linie sind ja auch schon richtige Lautsprecher. 🙂 Schaun wir mal. So Dinge interessieren mich einfach.
Das wird richtig spannend. Ist jedoch, jetzt in dieser Phase, kein Projekt für eine Selbstentwicklung, man muss eine Menge Zahlen verarbeiten und nicht jeder kann integral rechnen. Wenn alles steht, mache ich gerne ein Leserprojekt.
Hesse