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Antwort auf: Gehäuseprinzip "ACL" verstehen und anwenden

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#24707
Udo Wohlgemuth
Verwalter

Hallo Jungs,

um auch einmal dem ACL einen praktischen Sinn zu geben, müssen wir überlegen, was das Prinzip bewirken soll. Nun, einem kleinen Chassis soll mehr Tiefgang angezüchtet werden, damit wir auch daraus nahezu vollwertig Musik hören können. Die sinnvolle Grenze liegt bei grob 40 – 45 Hz, darunter sind kaum mehr Grundtöne aus natürlichen Instrumenten vorhanden. Ein 12 oder 15 cm Chassis hat meist eine Resonanzfrequenz um 60 Hz (+/- 5 Hz), wir müssen seinen Frequenzgang also nach unten ausdehnen. Notgedrungen geht das auf Kosten der erforderlichen Baugröße, der Belastbarkeit und des daraus resultierenden Pegels. Dabei darf die Rückstellkraft durch die Luftfeder im Gehäuse nicht außer Acht gelassen werden, damit der Treiber nicht anschlägt. Wir müssen also einige Kompromisse eingehen, die bei kleinen Bässen sicher noch vertretbar sind. Wird die „natürliche“ Grenze von 40 Hz vom Chassis auch ohne sportliche Anstrengungen erreicht, erübrigt sich für mich die Frage nach ACL schon bei 17ern, zumal ich die Box dafür auf das vierfache Volumen aufblasen muss.

Gruß Udo

PS: Um eine belastbare Theorie für ein (scheinbar) funktionierendes Prinzip zu finden, reicht Nachdenken allein nicht aus. Tausende Messungen mit dokumentierten Veränderungen des Aufbaus sind eine Fleißarbeit, die erst einmal für das Verständnis der Vorgänge nötig ist. Ohne die Klärung der Frage, wie die zweite bis vierte Kammer in Schwung gebracht werden, ob nicht vielleicht auch drei reichen oder acht besser sind, geht es eher nicht weiter.

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