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Sparky

Mahlzeit,

einige der für mich wohlklingendsten Verstärker waren auf dem Messstand dermaßen besch***en, das man sich fragen musste, wie die Dinger unter elektrotechnischen Gesichtspunkten die Markteinführung geschafft haben. Verzerrungen, Leistungseinbrüche, etc.pp. …

Man kann einen Verstärker aus dem Lehrbuch bauen und er wird anstandslos aus leise laut machen. Was danach folgt, ist wie Rincewind schon sagte, Praxiserfahrung. So doof das auch klingt, kann man das Ganze als “Instrument” betrachten, wo die Materialauswahl in manchen Bereichen das Klangbild in Nuancen beeinflussen kann.

Noch lustiger wird das bei “Alteisen”, wo durch Alterung der Bauteile Arbeitspunkte und Durchlass Verhalten verändert werden, was dann nochmal Einfluss auf das Ganze hat.

Ich kenne Fälle, da lebte das Gerät nach der (fachmännischen) Revision geradezu auf was Dynamik und Klirrverhalten angeht, aber auch andere, wo es dann hieß, der klingt ja jetzt ganz flach auf einmal.

Auch gibt es ja solche Kandidaten, die z.B. einen kompletten “ReCap” ihrer Geräte vornehmen, da es “besser” klingende Elkos als die originalen gibt….. Da ist es wie mit den Additiven im Sprit, es macht was, wie viel, muss jeder selbst entscheiden.

Als Elektrickser in der Industrie setze ich auf Industrieware, ein Kondensator für 10 Cent/Stk. ist merklich besser als einer für 0,1 Cent, einer für 10 Euro mit den gleichen Werten aber nicht proportional besser zum Preis. Als Selbstfrickler einiger Röhrenverstärker kann ich auch sagen, dass “Sounding” wie “damals” gut möglich ist, man muss die Schaltung dazu aber bewusst “schlechter” bauen in Hinblick auf die aktuell “angewandte Lehre”.

Ein “reinblütiger” E-Techniker, der eine Schaltung mit Tabellenbuch und Simulator baut, wird eine sauber arbeitende Schaltung hinbekommen, die solide arbeitet und messtechnisch nicht zu beanstanden ist. Wie die dann aber “klingt” hängt davon ab, wie experimentierfreudig und musikalisch der Erbauer ist.
In dem Punkt durfte ich feststellen, das sauber aufgebaute Schaltungen vom Konsumenten oft als “linear” und “analytisch” empfunden werden und solche, die eigentlich nicht das gelbe vom Ei sind, dann auf einmal “Schmelz” haben. Da muss man eben akzeptieren, dass Theorie und Praxis unterschiedlich sein können 😉

Unter dem Strich, gerade was auch “Good old HiFi” angeht, lässt sich nicht sagen “Gerät X klingt so und so”, denn das ist dann auch von der Pathologie des Gerätes abhängig.

Selber hören, gut finden, mitnehmen.

 

Gruß,
-Sparky

 

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