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Neuzeit Verstärker mit Klangcharakter ähnlich Sansuis?

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Dieses Thema enthält 28 Antworten und 13 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Hesse vor 2 Monate, 4 Wochen.

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  • #34781

    Michael M.

    Hallo liebe Leute,

    Da sich hier ja durchaus viele mit dem Thema Verstärker beschäftigen hatte ich mal gedacht ich frag euch mal. 😉

    Würde mir gerne in absehbarer Zeit mal einen neuen Verstärker kaufen. Ich sag wie es ist, der/die alten Kisten stinken mir einfach, ja genau sie stinken! Hör 1/2Stunde und es fängt unangenehm zu riechen an, nach alter Elektronik. Gibt ja Nostalgie Freaks die drauf stehen, es geht mir auf den Sack, in einer Wohn/Esszimmer Kombi einfach kagge! Der Geruch ist jetzt auch nicht schnell mal weg, das Ding dünstet ja nach…

    Jetzt aber zu meinem wirklichen Problem. 😀

    Nichts hört sich so gut an den Linie 54 an als die Sansuis, hab einen 5050 (A-9500 ist noch immer eine Baustelle)
    Auch andere alte Verstärker hab ich schon getestet, Pioneer A-777, Technics SU-???, und einen Kennwood, kommt klanglich einfach nicht an den Sansui ran. Da red ich jetzt nicht vom Pegel oder so, da fehlt irgendwie die Wärme?

    Ganz schlimm ist es mit dem „neuen“ Onkyo A-5VL, der ist digital und so kalt das einfach 0 Emotion aufkommt.
    Der Yamaha RX-A3030 HK-Receiver geht solala, der schaffts aber auch nicht wirklich ran.

    Jetzt würde es mir schon weiterhelfen wenn ich von euch einen Tipp kriege wo ich zu suchen anfangen könnte, ach ja, das ganze soll erschwinglich bleiben, gerne Gebraucht! (Preisrahmen 1000€)

    Natürlich sollte dann eine FB auch dabei sein, das ewige aufstehen geht mir mittlerweile auch auf den Zeiger… 😀

    danke
    Michael M.

  • #34783

    MartinK

    Hallo Michael. Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. An einem alten Marantz habe ich mal eine Intensivreinigung probiert. Es wurde deutlich besser. Teilzerlegung, Heißwasser mit Seife/Pinsel und Bürste unter der Dusche. Danach Druckluft zum Trocknen und viiiiieeeelll Kontaktpflege.
    Ganz geruchlos wird es so nicht. War aber als Experiment ganz OK.
    Aber zu Deiner Ursprungsfrage:
    Ein Röhrenverstärker könnte Dein Dilemma beenden. Den von Dir vermissten Schmelz sehe ich sonst nur noch bei Altmetall. Aber bei Deine Budget sollte da bei einem Sanierungsprofi durchaus was machbar sein. Incl. Motorpoti für die Lautstärke zum Nachrüsten.
    Gruß Martin

    • #34785

      derFiend

      Ein Röhrenverstärker könnte Dein Dilemma beenden.

      Beim Lesen ging mir genau das als erstes durch den Kopf. Würd ich definitiv mal ausprobieren wenn irgend möglich.

  • #34786

    Michael M.

    Hallo Martin,

    Danke für deine Antwort.

    Eine Röhre würde das ganze nur schlimmer machen, das ist einfach nichts für mich, ich will es unkomplizierter, also Transistor vor. 🙂

    Auch das Reinigen bzw. eine Revidierung kommt nicht in Frage, der Kleine 5050 wurde schon überholt, nicht wie du schreibst pinibelst gereinigt, aber defekte Bauteile wurden ersetzt und auch die Ströme oder was auch immer neu justiert. Ich hab auf sowas einfach keine Lust mehr, das Ding muss einfach spielen.

    Couch -> Smartphone -> Volumio -> Musik – so meine jetztige Einstellung zu den Dingen 😀

    Schmelz meinst du?

    Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, gibt welche die nennen es Wärme? Irgendwie spielen sie “lebendiger” die Instrumente und Stimmen klingen nicht so fade, keinen Plan wie man das beschreiben soll

    mfg

    Michael M.

  • #34789

    MartinK

    Als Schmelz beschreibe ich es. Wärme etc. sagt man auch. Keine Röhre, OK.
    Ein anderer Denkansatz:
    Modernes Netzwerkgerät (z. B. von Block aus Oldenburg oder so etwas wie DerFiend benutzt, plus Sansui als versteckte Endstufe. Netzanschluss über Master – Slave Steckdosenleiste. So habe ich es mir eingerichtet. Klappt mit jeder modernen Technik und ich habe den Sound des geliebten Yamaha.
    Gruß Martin

  • #34790

    schuelzken

    Nabend Michael,

    Oh, Oh, Oh, da hast dir was angetan!
    Und jetzt findest nichts gescheites weil der Sansui Sound dich gefesselt hat.
    Ich wünsche dir viel Glück bei der nicht endenden Suche.
    Selbst überholte Sansuis sind Dauerbaustellen und dadurch kostenintensiv.
    Ein sehr guter Kollege von mir hat beruflich damit zu tun und kann oft nur den Kopf schütteln was die Leute so anschleppen.

    Wenn auch ein RöhrenAmp (wobei es da auf die Schaltung, Röhre, Röhrenchrakteristik ankommt) nicht in Frage kommt, bleibt nur Selberbauen.

    Gruß Schülzken

  • #34791

    Michael M.

    @Martin

    Ich hab ja schon Volumio über Raspy und externen Dac. Dieser ist via Toslink verbunden da geht leider die Lautstärkenregelung nicht mit, daher auch der Wunsch eines Verstärkers der reglebar über FB ist. 😉

    Und wie gesagt kein gebastelt mehr…

    Die Zeiten von, ich sags jetzt übertrieben, schnellen Mopeds/Motorrädern tiefen Autos mit lautem Endtopf sind vorbei. 🙂

    @schuelzken

    Es ist ja nicht so als würde ich nicht mit den anderen Verstärkern hören könnte, das tu ich ja auch, zumindest TV und Hintergrundberieselung laufen über den Yammi AVR. Nur beim ernsthaft Musik hören komm ich an den Sansui nicht rum, leider.

    Aber wie gesagt, ewiges zum Service bringen und stinken und…

    Ach ja, beim 5050 geht wieder eine Glühlampe in der Anzeige nicht, eine Kleinigkeit, aber es nervt.

    Der AU-9500 hat in meinem Besitz jetzt den 3ten Ausfall, von den anderen Alten will ich gar nicht reden… 😀

    mfg

    Michael M.

    • #34801

      derFiend

      Ja, dann wär mein persönlicher Tipp: schau dir den Elac Elements mal an. Der müsste sicher auch mal unverbindlich zum Testen herzubekommen sein. Ob er jetzt die “wärme” hat die Du dir versprichst kann ich dir nicht sagen. Bei mir hat er nahtlos einen NAD 317 ersetzt, dem man diese Wärme ja durchaus nachsagt.

      Sag doch mal aus welcher Ecke du so kommst, am ende lässt sich hier wohl unkomplizierter die eine oder andere Testsession organisieren, und naja alles andere ist jetzt eh stochern im Nebel. Verstärker find ich da noch schlimmer als Lautsprecher, weil die Unterschiede deutlich geringer sind…

  • #34797

    bauerwilkins

    Hallo Michael,

    nichts riecht wie ein Sansui – und nichts klingt wie ein Sansui. Wer den analogen Klang sucht, sollte sich auch keinen DAC kaufen.

    Sicher haben die Sansui einen markentypischen Geruch, den habe ich bei allen Geräten, die ich bislang hatte, mehr oder weniger wahrgenommen. Bei einem gewissenhaft revidierten Gerät, und da gehört eine vernünftige Grundreinigung von innen dazu, ist er verschwindend gering. Bei mir spielt eine CA-3000 Vorstufe an der Endstufe eines AU-X1. Zusammen fast ein Zentner Altmetall, das viel Abwärme, aber sicher keinen Gestank, produziert.

    Auch wenn es nicht der Weg ist, den Du einschlagen willst, empfehle ich Dir dennoch eine Komplettrevision des AU-9500. Warum?

    1. Der AU-8500 gehört klanglich schlichtweg zu den besten Verstärkern, die ich kenne. Relativ linear, neutral und trotzdem diese magische Wärme im Klangbild, die es nur bei Sansuis gibt. Er nimmt sich im Vergleich zum 9500 nichts. Du hast die Messlatte sehr hoch gelegt, die Suche könnte ziemlich frustran verlaufen.

    2. Der AU-9500 ist technisch recht einfach konstruiert, wenn er so oft ausfällt wie bei Dir, wurde er nie revidiert. Den stabil zum Laufen zu bekommen, ist mit überschaubarem Aufwand möglich. @schülzken: “Selbst überholte Sansuis sind Dauerbaustellen und dadurch kostenintensiv”. Sorry, aber ist schlichtweg falsch.

    3. Es wird Dir keiner den Verstärker empfehlen können, der Dir gefällt. Warum sollte das bei Verstärkern anders sein, als bei Lautsprechern? Aber das weißt Du sicher selbst.

    4. Selbstbau? Woher weiß man vorher, wie er am Ende klingt? Macht für mich keinen Sinn.

    Sollte ich Dir eine Alternative vorschlagen, würde ich Dir einen RG9 MK III oder ähnlich empfehlen. Den hatte ich eine Weile, er hatte für mein Empfinden einen ähnlichen Schmelz wie die Sansuis. Nun wird es nicht lange dauern, bis Dir die ersten von Symphonic Line abraten, da gehen die Meinungen weit auseinander. Mir gefallen sie…

    Viel Erfolg auf Deiner Suche

    Grüße bw

    PS: vergiss alles was ich da oben geschrieben habe und schicke mir ein faires Angebot für Deinen runtergeranzten AU-9500 per PN, ich nehm ihn gern 🙂

     

     

  • #34802

    Michael M.

    @derFiend

    Bin aus Österreich nähe Linz 😀

    @bauerwilkins

    Ohne DAC geht bei mir gar nichts, weil nur digitale Quellen vorhanden sind, so viel Retro muss nicht. 😉

    1.)

    Das hab ich mittlerweile schon rausgefunden 😀

    2.)

    Ich hatte ihn schon mal in DE bei einem bekannten Spezialisten weil defekt ->nach nicht mal einem Jahr anderer Defekt. Dann bei einem mir bekannten Verstärker Schrauber, naja das hat auch nicht lange gehalten. Egal darum gehts ja auch nicht. 😉

    3.)

    Es gibt ja einige hier die viel Zeit mit tüfteln und testen verbringen und schon so einiges durch haben. Das mir hier DER Verstärker aufgezeigt wird von dem ging ich ja sowieso nicht aus. Geht ja gar nicht wegen der von dir schon erwähnten Gründe. Aber vll. eine Richtung in die ich schauen könnte.

    4.)

    Selbstbau, wie gesagt kein Bock, keine Zeit, usw… 🙂

    ps:

    Wo schreib ich das die Verstärker runtergeranzt sind und/oder ich den AU-9500 verkaufe? 😀

     

    mfg

    Michael

    • #34803

      derFiend

      Bin aus Österreich nähe Linz 😀

      Solltest Du mal an München vorbei kommen bist herzlich zum Probehören eingeladen 😉

  • #34804

    bauerwilkins

    Hallo Michael,

    tut mir Leid, Du hast offensichtlich ziemlich Pech mit Deinem Sansui. Aber ein “mir bekannter Verstärker Schrauber” ist auch nicht das, was ICH unter einer professionellen Revision verstehe.

    Du sollst ja gar nicht auf Deinen DAC verzichten, das war ein Vergleich. Wenn man analogen Klang möchte, muss man analog wiedergeben. Gleiches gilt für den Verstärker. Wenn man Vintage-Klang sucht, sollte man bereit sein, ein Vintage-Gerät zu betreiben. Ohne wird es schwierig. Ich erinnere mich an ein kleines Hörevent vor Jahren, als mein AU-8500 bei einem Hifi-Akadmie-DAC zu Besuch war. Außer dem Gastgeber waren sich damals alle Anwesenden einig, dass der Sansui deutlich bessser “klingt”. Klingen hin im direkten Sinne, denn er reproduziert nicht nur, sondern er soundet.

    Dein AU-9500 hat optisch zumindest einen sehr hässlichen Einschlag am Gehäuse, zudem fällt er wie Du schreibst ständig aus. Klingt für mich ziemlich abgeranzt. Habe ich vielleicht falsch verstanden!

    Grüße bw

  • #34805

    Monti

    Hmm,

    also ich verstehe die ablehnende Haltung gegenüber der Röhre nicht. Mein Verstärker ist total unkompliziert: einschalten, ein paar Minuten warten und Lala genießen. Auch eine Transe zollt eine Aufwärmphase idR mit besserem Klang.

    Ich habe außerdem einen Sansui AU-D11 MK II und der klingt schon verdammt ähnlich wie meine Röhre.

    Alternativ könntest Du Dich mal bei Luxman umschauen. Neuware ist teuer aber da gibt es auch einiges auf dem Gebrauchtmarkt… Und genau hinschauen, die haben auch Röhren und hybride in geschlossenen Gehäusen gebaut, man sieht es also nicht auf den ersten Blick.

    Ciao Chris

  • #34807

    bauerwilkins

    … oder aber Du wartest schön fein ab, bis die üblichen Vorschläge kommen. Selbstbau, Röhre, NAD 317, Luxman… und  am Ende bist Du genau so schlau wie zuvor…

  • #34814

    Rincewind

    Hallo!

    Ein sehr interessanter Ansatz: Bitte den Klang von Damals in einen technisch aktuellen Gerät von Heute…

    Eins Vorweg, eine Empfehlung für ein Gerät wird in diesem Beitrag nicht zu finden sein.

    Grundsätzlich war und ist der “Hausklang” bei HiFi Geräten ein Marketinginstrument. Daher geben sich die Hersteller die Mühe ihre Musik-Wiedergabe-Geräte (zumindest in höherpreisigen Segment) deutlich von Mitbewerbern auch über den Klang abzusetzen. Dabei müssen die Hersteller den aktuellen Bedarf des angestrebten Marktsegments beachten und ebenfalls die aktuellen Vorgaben aus den “Fachblättern”. Somit hat sich der Hausklang über die Jahrzehnte auch bei gleichen Hersteller stets den aktuellen Strömungen angepasst. Marken wie Yamaha oder Marantz sind hierfür sehr extreme Beispiele. Bei Marantz spielte zusätzlich der Inhaberwechsel eine wichtige Rolle. Ein heute noch sehr angesagter Marantz Receiver 2270 aus den 70ern klingt ganz anders als ein PM-80SE.

    Ich habe heute mir 30 Minuten Suche im Internet gegönnt, um für mich die Frage zu klären ob es Literatur gibt, in der der Bau von Musikverstärkern auch im Bezug auf den Klang erklärt wird. Nun ich wurde leider nicht fündig. Ja, es gibt Bücher, die sich mit dem Bau von Verstärkern beschäftigen, jedoch geht es dort um die Berechnung der Arbeitspunkte der Transistoren in der jeweiligen Schaltung, Temperaturstabalisierung des Arbeitspunktes und die Dimensionierung der Schaltung. Für PWM (Pulsweiten-Modulation) Verstärker (im allgemeinen Sprachgebrauch Class D genannt) findet man Informationen in den White Papers der Chiphersteller. Dennoch sagen diese White Papers nicht wie der Klang beeinflusst werden kann.

    Ist also das Klangtuning eine Geheimwissenschaft? Kann ich mir leider kaum vorstellen. Meine Annahme ist, dass vieles in diesem Bereich aus Erfahrung erwächst. Dieses Wissen wird sicherlich innerhalb einer Entwicklungsabteilung weiter gegeben. Ändern sich die Schaltungen oder die verwendeten Bauteile, müssen die bisherigen Erfahrungen auf das Neue übertragen werden um damit den “Hausklang” wieder in die neuen Geräte zu bringen. Zumindest soweit es technisch Umsetzbar ist.

    Wenn die Erfahrung im Verstärkerbau nicht öffentlich Dokumentiert ist, sondern über die Weitergabe zum Nachfolger fließt, dann ist das Wissen aus den 60ern bzw. 70ern mittlerweile aus biologischen Gründen ausgestorben. Spätestens Ende der 90er wurde die Weitergabe-Kette der Wissenden innerhalb der großen Hersteller unterbrochen, denn ab dieser Zeit die Entwicklungsabteilungen teilweise dicht gemacht wurden oder “gesundgeschrumpft” bis auf absolutes Minimum. Bei solchen Vorgängen gehen die Guten freiwillig zu erst.

    Wer waren die Guten in der Verstärker-Entwicklung? Es waren Personen, die nicht nur das theoretische und praktische Wissen der Elektrotechnik hatten sondern auch über musikalisches Interesse oder musikalisches Wissen verfügten. Dieses wird Heute in den Zeiten der Simultionsprogramme für Schaltungen kaum noch vorzufinden sein.
    Die Entwicklung einer Schaltung findet in unserer Zeit in der Regel am PC statt – Erst wenn die Simulation “grünes Licht” gibt, wird ein Vorserienexemplar der Platine physisch gebaut. Bei diesem wird gemessen wie Weit die physische Umsetzung mit der Simulation übereinstimmt. Dann finden manchmal Anpassungen statt um das Ergebnis der Simulation zu erreichen. (Der Entwickler muss gegenüber dem Management nachweisen, dass er das vorhergesagte Ergebnis erreicht hat.)

    Dieses hat es mit der Entwicklung in den bis Mitte/Ende der 80er Jahre nichts zu tun. Damals wurde auf Papier grob berechnet und anschließend ging man “zielgerichtet basteln”. Das Ergebnis erfreut heute noch die Good-Old-HiFi Fans.

    Es gibt also eine weitere Hürde, warum das Erfahrungswissen um den Klang selten geworden ist, nämlich die Arbeitsweise und die Abläufe in der Industrie von heute. Die Platinen werden von Automaten bestückt und gelötet, daher ist das “zielgerichtete Basteln” sehr kostspielig geworden und wird vermieden (siehe Oben: Simulation).

    Wenn heute jemand den Klang von “damals” oder die “Musikalität” im Verstärker sucht, kommt um ausprobieren nicht herum. Vielleicht sind hier die kleinen “HiFi-Manufakturen” aus Europa oder USA bzw. Japan besser als die Mainstream-Marken. Vielleicht ist ein China-Produkt (wo HiFi zum Prestige gehört) doch gut?

    Ein Besuch beim netten, kleinen HiFi Händler vor Ort kann gegebenenfalls eine Orientierungshilfe sein. Doch auch da ist zu beachten, dass die Auswahl der Geräte in den Regalen kaufmännischen Überlegungen geschuldet ist (übersetzt: Vorzufinden ist, was der Händler gut verkaufen kann -> Mainstream).

    Das Wort zum Freitag schrieb
    Rincewind

    • #34816

      derFiend

      Ein Besuch beim netten, kleinen HiFi Händler vor Ort kann gegebenenfalls eine Orientierungshilfe sein. Doch auch da ist zu beachten, dass die Auswahl der Geräte in den Regalen kaufmännischen Überlegungen geschuldet ist (übersetzt: Vorzufinden ist, was der Händler gut verkaufen kann -> Mainstream).

      Wenn wir jetzt schon ins völlig allgemeine kommen, muss ich an der Stelle mal widersprechen. Bei einem kleinen Händler wirst du eher “Exotenmarken” (also alles was sich eher nicht bei Amazon oder MediaSaturn gedöhns findet). Aus dem ganz einfachen Grund weil die Mainstreammarken kaum lohnenswerte Margen für einen echten “Fachverkäufer” abgeben. Von 8% Marge an einem Yamaha Verstärker kann keine Sau leben. Schon garnicht wenn der Kunde vorher was ausprobieren will, und Arbeitszeit bindet.

      Als “grabbelware” stehen die Marken dann aber gelegentlich doch dort, damit sich der Kunde die schnell unter den Arm klemmen kann und damit nach hause laufen…

  • #34815

    Michael M.

    @Rincewind

    Ich drück auf den imaginären gefällt mir Knopf, top Beitrag!

    Es wird schwierig für mich und ja ich bin jetzt wieder da wo ich nicht hin wollte. Ums Verstärker hören werd ich nicht rum kommen. Für mich bezahlbare Neuzeit Geräte sind eh überschaubar, die Suche nach der Nadel im Heuhaufen wird es schon mal nicht werden. 😀

    Egal, es freut mich trotzdem das ihr mir antwortet!

     

    mfg

    Michael M.

  • #34839

    Sparky

    Mahlzeit,

    einige der für mich wohlklingendsten Verstärker waren auf dem Messstand dermaßen besch***en, das man sich fragen musste, wie die Dinger unter elektrotechnischen Gesichtspunkten die Markteinführung geschafft haben. Verzerrungen, Leistungseinbrüche, etc.pp. …

    Man kann einen Verstärker aus dem Lehrbuch bauen und er wird anstandslos aus leise laut machen. Was danach folgt, ist wie Rincewind schon sagte, Praxiserfahrung. So doof das auch klingt, kann man das Ganze als “Instrument” betrachten, wo die Materialauswahl in manchen Bereichen das Klangbild in Nuancen beeinflussen kann.

    Noch lustiger wird das bei “Alteisen”, wo durch Alterung der Bauteile Arbeitspunkte und Durchlass Verhalten verändert werden, was dann nochmal Einfluss auf das Ganze hat.

    Ich kenne Fälle, da lebte das Gerät nach der (fachmännischen) Revision geradezu auf was Dynamik und Klirrverhalten angeht, aber auch andere, wo es dann hieß, der klingt ja jetzt ganz flach auf einmal.

    Auch gibt es ja solche Kandidaten, die z.B. einen kompletten “ReCap” ihrer Geräte vornehmen, da es “besser” klingende Elkos als die originalen gibt….. Da ist es wie mit den Additiven im Sprit, es macht was, wie viel, muss jeder selbst entscheiden.

    Als Elektrickser in der Industrie setze ich auf Industrieware, ein Kondensator für 10 Cent/Stk. ist merklich besser als einer für 0,1 Cent, einer für 10 Euro mit den gleichen Werten aber nicht proportional besser zum Preis. Als Selbstfrickler einiger Röhrenverstärker kann ich auch sagen, dass “Sounding” wie “damals” gut möglich ist, man muss die Schaltung dazu aber bewusst “schlechter” bauen in Hinblick auf die aktuell “angewandte Lehre”.

    Ein “reinblütiger” E-Techniker, der eine Schaltung mit Tabellenbuch und Simulator baut, wird eine sauber arbeitende Schaltung hinbekommen, die solide arbeitet und messtechnisch nicht zu beanstanden ist. Wie die dann aber “klingt” hängt davon ab, wie experimentierfreudig und musikalisch der Erbauer ist.
    In dem Punkt durfte ich feststellen, das sauber aufgebaute Schaltungen vom Konsumenten oft als “linear” und “analytisch” empfunden werden und solche, die eigentlich nicht das gelbe vom Ei sind, dann auf einmal “Schmelz” haben. Da muss man eben akzeptieren, dass Theorie und Praxis unterschiedlich sein können 😉

    Unter dem Strich, gerade was auch “Good old HiFi” angeht, lässt sich nicht sagen “Gerät X klingt so und so”, denn das ist dann auch von der Pathologie des Gerätes abhängig.

    Selber hören, gut finden, mitnehmen.

     

    Gruß,
    -Sparky

     

  • #34846

    Marc Issner

    Moin,

    ich halte das Thema hier für eine Glaubensfrage.

    Gute Beiträge von Rincewind und Sparky.

    Die ultimative Antwort bietet aber kein Text der Welt und auch keine Erfahrung der Welt!

    Jeder hört anders und jeder empfindet anders.

    Die richtig gute Sansuis von damals waren nahezu unerschwinglich! in heutige Währung umgerechnet sicher min. 5stellig. Daher würde ich persönlich heute nicht im breiten Segment nach vergleichbaren Produkten suchen.

    Einfach mal in einschlägigen Magazinen nach Nischenprodukten suchen hilft manchmal.

    Ich hab meine SAC Igel damals auf gut Glück gekauft, revidieren lassen und ich denke, die spielen auf nem guten Niveau. Ich durfte Axel Schäfer noch persönlich kennen lernen, guter Typ, denke ich.

    Udo hat min. eines seiner Produkte auch genutzt, daher war die kleine Manufaktur aus Essen mir ein Begriff.

    Ich persönlich glaube nicht, dass die Großserie vergleichbare Produkte zu annehmbaren Preisen liefert, aber wie gesagt, es liegt im Ohr des Betrachters.

    Mathias (DA) liefert da ähnliche Erfahrungen mit Hifi Akademie, denke ich.

    Gruß Marc

    • #34855

      Matthias (DA)

      Hiermit getan 😉

  • #34847

    Brandoni68

    Moin mitnanner,

    wenn es die Schaltpläne u.s.w. von so einem Sansui  noch gibt, kann man den denn nicht einfach nachbauen? Oder gibt es solche Bauteile heute nicht mehr?

    Grüße von einem “Nichttechniker”aus Ostfriesland

    • #34848

      Marc Issner

      Moin,

      ich behaupte einfach mal, dass wir mit Cloneboards zugeschmissen werden würden, wenn das so einfach wäre.

      Gruß Marc

  • #34851

    Michael M.

    @Sparky

    Das mit dem Instrument kann ich so Unterschreiben, denn nur so kann man es denk ich plausibel erklären.

    Dann gibt es ja auch noch Leute die glauben, da gehörte ich auch dazu also darf ich das, ein AVR mit Messmikrofon sei die Lösung aller Akustikprobleme. 😀

    Mein AU-9500 hörte sich nach der Rep. zumindest “besser” an, das ganze ist natürlich auch wieder sehr subjektiv zu betrachten. Da lagen gut 1 1/2 Monate zwischen den Höreindrücken. 😉

     

    Ich werde für mich irgendeinen Weg finden um mit den “Mistständen” aufzuräumen, nur wie, das muss ich erst noch rausfinden. 😀

     

    mfg

    Michael M.

     

  • #34854

    Matthias (DA)

    Hallo Michael,

    Was mir spontan einfallen würde wäre musical Fidelity, Nach meinem Geschmack furchtbar gesoundet und viel zu warm und energisch, bei manchen Liedern richtig schön, in vielen Fällen für mich extrem nervig. Aber es gibt Leute denen das gefällt und vielleicht solltest du es dir mal anhören. Mein Geschmack hat er für dich keinerlei Relevanz.

    ich kann deine Problematik sehr gut nachvollziehen, auch ich habe sehr lange gesucht bis ich einen passenden Verstärker gefunden habe. Irgendwann habe ich mich dann zufrieden gegeben und die hifiakademie Endstufe in der ersten Version genommen, eigentlich hätte ich es mir ein bisschen wärmer gewünscht, aber alle Alternativen haben für mich nicht fein genug aufgelöst und zu sehr brei produziert.

    Im Laufe der Jahre hatte ich auch einige sansui zu Besuch von den bekannten sansui Fanatikern aus dem Forum hier. 😉

    ich kann es sehr gut nachvollziehen, die Wärme war genau das was mir gefehlt hatte. Gleichzeitig habe ich aber immer irgendwie etwas von der Auflösung und von der durchhörbarkeit im Bass vermisst was meine alte hifiakademie mir geboten hat. Deshalb habe ich auch nie getauscht. Ich hätte den einen Wunsch nur durch einen anderen ersetzt.

    als meine Tante dann auf die Suche nach dem besten Verstärker für ihre Linie 54 ging haben wir auch im HiFi-Studio alles hoch und runter gehört, am Ende ist sie bei meinem hifiakademie als den großen Favoriten gelandet, selbst im Vergleich zu Endstufen für 3000 €.

    Nach kurzen Prozess ist meine hifiakademie bei ihr gelandet und ich habe mich wieder auf die Suche gemacht.

    Weiter dem Wunsch nach warmen Klang kombiniert mit schöner Auflösung und fein zeichnen.

    Gleichzeitig hat mein Nachbar der auch eine Duetta hat jahrelang versucht einen passenden Verstärker zu finden, wir hatten mehrfach wohlklingende Namen für 3000 € bei ihm im Wohnzimmer und immer hat irgendetwas gefehlt.

    Auf einmal gab es dann bei hifiakademie die neue Endstufe P6. Und ich muss sagen es liegen kleine Hifi Welten zwischen dem Vorgänger und dem aktuellen Modell

    für mich ist die Suche damit beendet, und auch mein Nachbar hat beherzt und glücklich zugegriffen. Auch im Forum hier gibt es ein paar Stille Fans die sehr viel Freude daran haben. Für mich die ideale Kombination aus Auflösung klaren zeichnen und kontrolliertem Bass, trotzdem aber eine wunderschöne Wärme, ich vermisse nichts mehr.

     

    Falls du mal im Raum rhein-Main bist kommt gerne mal zum Probehören vorbei, ansonsten gibt es aber natürlich auch die Möglichkeit sie einfach mal auf Verdacht zu bestellen und im schlimmsten Fall das Rückgaberecht zu nutzen.

    ich möchte nicht sagen dass es auf der Welt keinen besseren Verstärker gibt, aber ich persönlich habe bis 3000 € keinen gehört der mir besser gefallen hätte, Sansui eingeschlossen.

    Gute Suche!

     

    Matthias

     

    PS, die Analogie zum Instrument gefällt mir ganz hervorragend. Ich weiß dass es Philosophie Sache ist und dass einige Theorie Freunde immer behaupten werden dass ein Verstärker kein klang haben könnte, und es aus diesem Grund wahrscheinlich auch gar nicht hören.

    so oder so, die Metapher mit dem Instrument gilt auch ganz besonders für Lautsprecher. Und das was sparky da beschreibt, selbst wenn etwas mal messtechnisch vielleicht nicht perfekt ist macht genau das den Charakter aus der einen Lautsprecher wirklich schön macht.ganz sicher wäre Udo in der Lage mit den entsprechenden Bauteil Mengen sämtliche Modelle die er hat komplett glatt zu ziehen. Und ich weiß auch dass er es mehrfach schon ausprobiert hat. Die Seele zeigt sich aber besonders dann wenn etwas ein paar Eigenheiten hat, genau das schätzen wir an seinen Konstruktionen (und an ihm) 😉

     

     

  • #40455

    Michael M.

    Guten Morgen Freunde des Klanges! 🙂

    Einige Zeit ist nun vergangen, jetzt will ich euch nicht vorenthalten was dazwischen passiert ist.

    Zur Lautstärkeregelung von der Couch aus hab ich mir jetzt eine Pro-ject Pre Box S gekauft.

     

    Jetzt aber zum Verstärker… JA, der Sansui AU-9500 läuft wieder und wie! Ich hatte es ja eigentlich schon fast aufgegeben, eine geeignete Person zu finden, die meinen Sansui anständig revidiert. Irgendeinem HiFi-Techniker ohne Herz würde ich ihm nicht überlassen.

    Da kam ich durch Zufall mit einem Freund ins Gespräch, der erzählte mir das ihm gerade sein AVR eingegangen sein. Ein Kumpel seinerseits hatte den aber baldigst wieder flott gekriegt. Auf meine Frage ob er das auch mit einem Teil aus den 70er macht, kam nur trocken, frag ihn doch selbst.

    Angerufen, Termin ausgemacht und Sansui vorgeführt. Nachdem ich klar gestellt hatte das der Preis (fast) und auch die Dauer der Reparatur egal sei, nahm er sich des Eisenschweines an.

     

    Gut ein Monat später dann die erhoffte whatsapp Nachricht „Sansui läuft wieder, leicht war es aber nicht!“

    Insgesamt wurden über 60 Teile erneuert, Kondensator, Transistoren usw…

    Platinen wurde nach gelötet, bzw. Leiterbahnen gebrückt, ein paar waren ausgebrochen, passiert anscheinend des öfteren mal bei alten Platinen.

    Hauptschalter zerlegt und gereinigt.

    Ein nicht fachgerecht nachträglich montierter SchuKo Stecker wurde ordnungsgemäß verdrahtet.

    Alle Ströme wurde neu eingestellt und und und …

     

    Jetzt aber das Beste, der Sansui rockt nun dermaßen das es fast schon abartig ist! 😀

    Vor der Revision war ok, jetzt ists fantastisch, Bass Kontrolle ohne Ende, Mitten und vor allem Glasklare durchzeichnende Höhen, ich bin absolut begeistert.

    Linie 54 auf einem neuen sagenhaften Niveau, jetzt noch steigern, hmm, das wird schwer. 😉 Stinken tut er auch nicht mehr, da die alten Kondis weg sind…

     

    mfg

    Michael M.

  • #40461

    Matthias (DA)

    Toll, Glückwunach und viel Freude mit dem alten Neuen

  • #40594

    bauerwilkins

    Glückwunsch, ja der Sansui rockt. Schrub ich ja 😁. Schön, dass Du doch noch dieses Weg eingeschlagen hast.

    Möge er nun lange ohne Probleme Freude machen…

    Grüße Jörg

  • #40603

    Roman

    Guten Morgen Michael , ich beglückwünsche Dich zu Deinem ” neuen ” AU 9500 . Ein wirklich sehr schöner Schatz, der jetzt wieder auf Jahrzehnte begeistern wird .                                                                      Ich hatte nach der Revision meines Luxman L 550 , ebenfalls sehr aufwändig und kompromisslos in der Umsetzung , ein ähnliches Erlebnis was den neuen Lebensgeist angeht . Für mich mein Traumverstärker . Ich freue mich für Dich und wünsche Dir weiter viel Spaß mit diesem Ausnahmegerät.

    VG Roman

  • #40611

    Hesse

    Moin.

    Hachja, die Sansuis. Viel Spaß mit dem Oldtimer. Da war noch richtig Material drin und bei dem Gewicht kommt die gewissenhafte Hausfrau auch nie auf die Idee, darunter Staub zu wischen. Ein weiterer, positiver Aspekt des Eisenhaufens.

    Darüber hinaus sieht das Ding auch noch richtig geil aus.

    Aber Neuzeitverstärker, die ordenlich verarbeitet sind, gibt es auch noch. Der NAD 375 ist ein technischer und akustischer Leckerbissen und heute für 700 Euro, weil Auslaufmodell, sehr günstig zu haben. Meine beiden Sansuis stehen bei Freunden, da hurtig noch zwei Plattenspieler eine Heimat finden wollen und das Uher Royal Deluxe einen festen Standplatz eingefordert hat.

     

    Es lebe die analaoge Anarchie!

     

    Hesse

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