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Antwort auf: Auswahl DIY-Lautsprecher für Integration in Trockenbauwand und Board

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#35522
Cappu

Über das Thema könnte man nun leidenschaftlich diskutieren. Im Ergebnis ist es diesbezüglich aber egal, ob Onkyo oder Denon, Hauptsache, man kann die Entfernung auf 1 cm messen und einstellen.

Nach meinen Erfahrungen stellt sich umhüllender Surroundklang nur bei wirklich zentimetergenauer Einstellung ein. Auch wenn man sich ständig bewegt, kommt es auf die Beziehungen der LS untereinander an. Man hört auch nicht die zeitlichen Abweichungen, sondern die Phasenverschiebungen bzw. die damit verbundenen Auslöschungen. Dennoch ist der Abstand in cm die Stellschraube.

Daraus folgt auch, dass die Positionen nach der Einmessung / Einstellung unverlierbar zu markieren sind. Im Vorteil sind natürlich verschraubte Wand- und Decken-LS.

Desweiteren: Vorsicht bei AVRs, die nur auf 5 cm genau einmessen.

Den Zollstock benutze ich nur für die Aufstellung der LS und die Positionierung des Mikros.

Für die Einstellung halte ich ihn für ungeeignet, da erstens zu ungenau (hängt durch, lässt sich nicht fixieren etc.) und zweitens nicht klar ist, wo genau man denn nun messen soll. Je nach Trennfrequenz ist das der Hochtöner, der Mitteltöner oder der Bereich dazwischen.

Die Einmessung der Entfernung kann ein AVR auch mit Billigmikro als ersten Wurf deutlich besser, das ist ja auch (im Gegensatz zum Frequenzgang etc.) technisch kein Hexenwerk. Messtoleranzen sind solange nicht schädlich, sofern sie gleichmäßig auftreten, wovon beim gleichen Messdurchgang auszugehen ist. Man könnte jede Einstellung um 1 m oder 37 cm oder was auch immer ändern, das würde am Klang nichts ändern, da nur der relative Laufzeitunterschied von Belang ist und nicht der absolute Laufzeitwert.

Ich habe verschiedene Experimente zur Entfernungsmessung durch AVRs gemacht. Sofern die Ergebnisse plausibel sind, sind sie immer auch bis auf 1 bis 2 cm genau gewesen*. Das Feintuning kann dann per Gehör gemacht werden. Je klarer und räumlicher eine Quelle ertönt, desto richtiger. Das geht mit einem Stereosignal, welches man mit Dolby Surround etc. aufbläht, so dass es aus allen Lautsprechern ertönt. Auch die Phantommitte muss stimmen. Dazu eignet sich ein Radiosender in Mono. Bei der richtigen Einstellung rastet ein Sprecher oder auch Musik in der Mitte ein.

Ein Feintuning ist nach meinem Dafürhalten aber nur notwendig, wenn die Trennfrequenz zwischen 3 und 3,5 kHz liegt. Dort hat das Ohr seine höchste Ortungsempfindlichkeit und dort misst auch ein AVR die Entfernung. Sich im Übergangsbereich zwischen Mittel- und Hochtöner den richtigen Messpunkt herauszusuchen ist die einzige technische Herausforderung bei der Entfernungsmessung. In der Praxis kommt erschwerend hinzu, wenn unterschiedliche Lautsprecher verwendet werden oder diese in einem anderen Winkel zur Sitzposition ausgerichtet sind (z.B. Wand- und Decken-LS jeweils flach statt angewinkelt). Dann kann eine minimale Korrektur erforderlich sein.

Dennoch bekommt man das rein manuell per Zollstock gar nicht so genau hin. Evtl. könnte man ein Fadenmaß fixieren, aber wo geht das und wer macht das?

Zustimmung in Bezug auf die Nichtverwendung des EQs bei guten Lautsprechern. Die klingen in jedem Raum gut und sollten nicht verbogen werden.

 

*) So misst ein AVR auch Basslautsprecher im Gehäuse bis zur Membranmitte präzise ein, das ist schon mit dem Fadenmaß sehr aufwendig zu rekonstrieren gewesen. Nicht plausible Ergebnisse sind als Fehlermeldung zu werten. Die meisten AVRs zeigen dann den kleinstmöglichen Messwert an. Das ist ein Hinweis auf schlechte Bedingungen und somit von Vorteil. Man kann dann die Aufstellung oder die Position des Einmessmikros ändern.

 

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