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Hesse

    Hallo, Sergej.

    Ich bin jetzt nicht als der Freund von digitalen Eingriffen in ein Klanggeschehen bekannt, meine Profession ist der passive Lautsprecher mit entsprechender Modenreduzierung. Für meine Entwicklung benutze ich ab und zu ein DSP, neuerdings auch ein Lautsprechermanagment, jedoch nicht zur Raumanpassung, sondern nur, um das optimale Filterdesign zu kreiren. Das ist für eine 100%-tige Performance unerlässlich, spart Zeit und bringt Präzision.

    Ein Entwickler kann natürlich nicht, da gebe ich Udo recht, alle Raumgegebenheiten in seiner Konstruktion berücksichtigen, großvolumige Konstruktionen erzeugen immer Moden, wenn sie auf dem Bassreflexprinzip beruhen. Man kann sie aber durch mechanische Vorkehrungen, Gestaltung des Bassports, variablem Bassport, etc. begrenzen. Auch das Aktivkonzept hat hier deutliche Reserven, die man ausnutzen sollte. Bei passiven Lautsprechern geht das nur mit viel Aufwand bei der Resonanzdämpfung. Der Vorteil dort ist die Gültigkeit für alle Hörzonen und nicht nur dem digitalen Fenster.

    Dirac, auch kein Buch mit sieben Siegeln, wenn man sich mit der Dirac-Impulstheorie beschäftigt hat. Macht ja nichts anderes, als durch den Dirac-Stoß die akustische Umgebung “abzutasten” und das Klanggeschehen darauf einzustellen. Gegenschall bei Baumaschinen ist ein gutes Beispiel dafür, auch die Autoindustrie setzt Dirac bei der Reduzierung der Fahrzeuggeräusche und in der Strömungsakustik ein. Für Aktivlautsprecher eigentlich das ideale Instrument, die Nachteile der Raumakustik auszugleichen.

    Daher meine ich, dass Du auf jeden Fall mit Udo sprechen solltest, dass er Dir die Freigabe gibt, eine eigene Zielkurve auszuarbeiten und zu implementieren. Ansonsten sehe ich keinen Sinn in einem Aktivkonzept, bei teuren Fertigaktivlautsprechern wird Dirac mitgeliefert. Natürlich ist das für den Selbstbau nur schwer machbar, denn der Aufwand ist hoch. Eigeninitiative ist gefragt, die Grundlage perfekten Klangs aus Selbstbaulautsprechern.

    Das ändert aber nichts daran, dass die Einmessung auf Zielkurve nur für eine kleine Hörzone gilt, so what, man fährt beim Musikhören ja nicht mit dem Fahrrad durch die Stube. Nunja, es gibt ja die seltsamsten Angewohnheiten.

    Schönen Restsonntag und viel Spaß beim Hören.

    Hesse

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