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Antwort auf: Sparky´s Granduetta

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#4539
Sparky

Guten Abend,

jaaa…
1 Kilowatt Lestung aus dem Netz für 2x 65 Watt…. ist letztendlich ein Mikrowellenherd im Dauerbetrieb 😉
Vielleicht stell ich mir ne Ständerbohrmaschine in´s Wohnzimmer und deklariere es als Gewerberäume, dann kann ich Strom zum Industrietarif beziehen 😀

Aber wie Schlamperl richtig vermutet, dicke Kabel in der Straße, Installation im Haus auf neuestem Stand – dat gait!

@ Uwe:
Mit 10 Röhrenwatt Class A habe ich schon eine Duetta in großem Raum über 100dB getrieben, ohne dass die Leute schreiend weggelaufen sind. 65 Watt sind da MEHR als ausreichend für eine GD.
Habe erst letztens einen Prototypen von RaCo mit “nur” 50 Watt aus, ich glaube 833C waren es, an GD gehört – und da geht was! Später teilte er mit, die Dynamik noch mit besseren Siebkondensatoren gesteigert zu haben.

Ich selbst stehe ja auf “Sounden” meiner Projekte, träge Röhrengleichrichter/Elko/Drossel-Siebungen, spült alles so schön warm und weich… Der “Nostalgie-Röhrensound” wird nämlich weniger in den Röhren, als dem Drumherum gebildet.

Auch ist es eigentlich quatsch, von Röhren-Watt zu sprechen, denn Leistung bleibt Leistung.
Viel eher bedienen sich Röhren einiger “schmutziger” Tricks, um im Vergleich bei gleicher Leistung einfach “mächtiger” zu klingen als ein Transistor gleicher Leistung.

1) Röhren produzieren ein andres Klirrspektrum, welches zu Verzerrungen führt, die sich harmonisch zum Ausgangston addieren. Daher kann man dort ruhig mit Klirrfaktoren jenseits von gut und böse agieren, ohne dass sich gleich alle die Ohren zuhalten müssen. Mancher sagt sogar, die Musik würde “angereichert”. Anderen wiederum wird dann alles zu Fett, sie wollen gemäß HiFi-Gedanke eine neutrale Wiedergabe und die Aufnahme hören “wie sie ist”, alles Geschmackssache.

Kurzgesagt: Eine Röhre kann auch dann noch relativ gescheit klingen, wenn sie eigentlich schon überlastet ist, ein Transistor wird tonal schneller unangenehm

2) Eine Röhre Hat meist einen Ausgangsübertrager, das ist unter andrem ein Energiespeicher. “Lädt” die Röhre diesen mit einem Bassimpuls auf und verreckt dann auf halbem Wege, liefert er noch Restenergie, um den Bass ausrollen zu lassen. Er wird dann halt mehr “warm” und “weich”, was in Verbindung mit analytischen Lautsprecherchassis sehr gut klingen kann. Ein Transistor hat das nicht, bricht dieser zusammen, tut es auch parallel dazu das Tonsignal. Daher benötigt er eine höhere Ausgangsleistung, um auch “fette” Impulse sauber liefern zu können. Leider ist nirgendwo beschrieben, wie lange denn besagter Impuls dauern darf. Daher gibt es auch diese lustige Bezeichnung “PMPO”, die laut Typenschild aus einem 100 Watt Verstärker einen 2000 Watt Verstärker machen kann…. für ein paar µs halt 😉

Kurzgesagt: Eine Röhre “puffert” Energie im Übertrager und kann daher auch Impulse händeln, für die ihre Dauerleistung (RMS) eigentlich zu gering ist.

….Um die Frage einfach mal prophylaktisch zu beantworten 😀
Man sieht, keine Magie, nur Physik und das leicht zu täuschende Gehirn.

Gruß,
-Sparky

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