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Antwort auf: Duetta mit Handbremse laufen lassen?

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Sparky

N’Abend,

wer viel misst, misst Mist.
Es gibt keine Software-Lösung gegen Moden.
Eine Korrektur-Software kann diese nur ermitteln und dann die entsprechenden Frequenzen kastrieren,
bis das Mikrophon auf einen Wert kommt, von dem ein Programmierer gemeint hat, „das passt jetzt!“

Unter dem Strich bleibt etwas weg. Ob man das wahrnimmt, ob es einen stört, muss man hören. Der Programmierer, die Software und das Mikro hören nicht wie man selbst. Meiner Meinung nach kann man damit aus einem katastrophalen Setup ein annehmbares, aus einem guten aber kein exzellentes machen.

Das kann man nur selbst erhören und probieren. Solange das eigene Ohr sagt, dass etwas schön ist, ist es doch wumpe, was der Frequenzschrieb dazu sagt. Einige meiner messtechnisch katastrophalsten Röhrenverstärker wurden von den späteren Besitzern für ihren schönen „Röhrenklang“ gelobt.
Das ist halt „Hörgeschmack“ und der lässt sich nun mal nicht quantifizieren, messen und in einen Algorithmus implementieren.

 

Was effektive Modenbekämpfung angeht, muss man physikalisch Hand anlegen. Sprich, die Akustik des Raumes anpassen. Mann kann dann natürlich hardcore alles mit Eierkartons bekleben und den Raum mit Helmholtzresonatoren zumüllen, das hat aber wenig mit „wohnen“ zu tun.

Es gibt aber auch wesentlich subtilere Mittel. Ein Hochflorteppich hier, eine große Zimmerpflanze vor dem Fenster da, vielleicht eine Tagesdecke oder paar Kissen auf dem harten Ledersofa….
Entkopplungselemente unter die Boxen, wie Rincewind sagt….

Das sind alles kleine Kniffe, die aus dem Wohnzimmer keinen Weltraumbahnhof machen, aber was bringen am Ende. Und das ganz ohne die Musik zu beschneiden oder bei der Nasa einen Messtechnikkurs zu belegen.

Das Messgerät, auf das es am Ende ankommt, sitzt nämlich zwischen den Ohren 🙂

 

Gruß,
-Sparky

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