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Antwort auf: Welche Netzwerkleitung für zuhause?

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HortusNanum

Hallo zusammen,

ich habe das Thema bei mir gerade durch daher mal mein Senf dazu: Wenn man wegen Neubau oder Sanierung die Wände eh gerade offen hat, sollte man meiner Meinung nach überall Cat7 verlegen. Ich habe bei mir eine Cat7-Duplexleitung in jedes Zimmer und auf den Dachboden gelegt. Die sind etwas steifer als Cat5 oder 6, lassen sich aber problemlos durch ein 25er Leerrohr ziehen. Schutzrohre sind bei solchen Leitungen bei Im/Unterputzverlegung übrigens zwingend vorgeschrieben.
Die Leitungen laufen im Heizungskeller an einem Patchfeld zusammen, an das ein Gigabit-Sw*itch angepatcht ist. Die Dosen in den Zimmern sind Cat6, wenn ich also auf 10GBit umstellen will, muss ich so nur den zentralen Swi*tch austauschen. Die Patcherei war übrigens halb so wild. Das Auflegewerkzeug kostet bei Amazon nur ein paar Euro und der passende Durchgangstester ist auch gleich dabei.
Preislich macht der Unterschied zwischen Cat5 und Cat7 bei 100m-Rollen vielleicht 30 Euro aus, also kein Grund hier am falschen Ende zu sparen.

Natürlich kann man sagen dass Cat5 (Gigabit) auf absehbare Zeit noch reichen wird. 10GBit Hardware (Cat6) ist momentan auch noch ziemlich teuer. Cat7 ginge theoretisch sogar bis 20GBit, einige Kabel sogar bis 40GBit. Allerdings baue ich ein Haus nicht für 5 Jahre, sondern eher für 40. Man muss sich nur anschauen wie sich das in den letzten 20 Jahren entwickelt hat: 2000 hatten wir Internetanschlüsse mit 64 (ISDN) oder seltener 768kBit (T-DSL). Im Lan wurde weitgehend noch 10BaseT (10MBit) verlegt.  Heute reicht 100BaseT nur noch knapp für Netflix in 4k und der erste Streamingdienst, der auch 8k-Material anbietet ist nur eine Frage der Zeit.

Ich denke, dass die 10GBit-Technik in den nächsten 5 Jahren auch Einzug in Privathaushalte halten wird. Neuere WLAN-Standards, die schnellere Datenübertragungsraten und geringere Latenzen erlauben, benötigen immer höhere Frequenzen. Damit dringt man prinzipbedingt aber schlechter durchs Mauerwerk und die Reichweite der Funksignale sinkt. Vorteilhaft ist aber, dass sich so weniger Funkzellen überlappen, da das Funksignal ja an den Wänden endet, was ebenfalls der Bandbreite zugute kommt. Wenn der Nachbar nämlich auf dem selben Kanal funkt, stören sich die WLAN-Netze gegenseiting was negative Auswirkungen auf den Durchsatz hat.
Also wird man wohl mittelfristig einen Accesspoint in jedem Raum aufstellen müssen. Nur der will ja auch mit Daten versorgt werden und dazu braucht es dann wieder ein schnelles Kabel.

Soviel zur Neuverkabelung. Wenn man eine (Miet)Wohnung nur temporär verkabeln oder die Wände nicht aufstemmen will, würde ich dafür Patchkabel in entsprechender Länge nehmen und diese z.B. in Fußleisten verstecken. Aber auch da sind die normalen runden Cat6 nur geringfügig dicker als Cat5. Wenn wenig Platz ist, gibt es auch Flachleitungen in Cat6.

Viele Grüße und einen guten Rutsch,
Roland

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