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Antwort auf: Der Plattenspieler und ich

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#57005
Knutbox

Hallo zusammen,

der gute alte Braun Spieler meines Vaters ist bis heute einer meiner ersten Kindheitserinnerungen. Sonntags morgens, wenn die Brötchen dufteten, kam ich runter und dann lief nicht selten eine Beatles Scheibe auf dem Dreher, Udo Lindenberg, Boney M oder, mein Favorit, von Jean-Michel Jarre das Album „Musik aus einer anderen Zeit“. Natürlich gab’s auch Hänsel und Gretel, die in unbeobachten Momenten gerne mal eine Scratch Einlage hingelegt haben:-). Auch interessant ist nach wie vor ein Stück Papier in die Rillen zu halten und dem verzerrten Klang zu lauschen.

Heute dreht ein Dual 604 seine Runden in unserem Wohnzimmer. Ein gelungenes Gerät, optisch Geschmackssache aber technisch einwandfreie Mechanik. Ich liebe das Prozedere des Plattenauflegens. Ganz besonders in Zeiten unendlich verfügbarer Musik dank Spotify und Co. Ich nutze einfach beides, die schwarze Scheibe für den bewussten Genuss und Streaming für die Hintergrundberieselung. Schön, dass die Platte wiederkommt. Heute war ich noch in einer Drogerie mit dem orangenen ‚M‘ und habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass dort mittlerweile zwei Reihen Vinyl auf Kundschaft warten anstatt wie bisher eine. Wenn ich die Platten durchschaue fühle ich mich immer wie ein Exot und werde nicht selten von jüngeren Semestern merkwürdig angeschaut. Aber da mach ich mir nix vor, die finden das nicht doof sondern einfach nur cool:-)

Ob die Platte nun besser klingt oder nicht ist mir (fast) egal, das wichtigste ist ich kann die Musik wieder bewusster genießen. Wenn ich mir denke, dass auch ich statistisch irgendwie repräsentativ bin, dann geht es anderen wie mir. Vielleicht ist es auch nur ein Modetrend unter den Jüngeren, aber irgendwas sagt das doch über unsere Zeit aus! Die schwarze Scheibe bedeutet Entschleunigung in einer Leistungsgesellschaft, und das auch mit 45RPM 😉

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