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Antwort auf: Der Plattenspieler und ich

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Peterfranzjosef

Ich habe mich ca. 2010 vom letzten Plattenspieler getrennt, den ich zuvor auch schon nicht mehr oft in Gebrauch hatte.

Es war ein Dual 504-4 (?) mit einem teurem Ortofon-System.

Das Chassis war an eine ca. 20-25kg schwere MDF-Sandkiste angeschraubt. Meine Interpretation eines Masselaufwerkes, und jenseits von Schönheit.

Zeitweilig war das Chassis auch auf einem eigenen Wandregal installiert, um ja auch die Übertragung der letzten Bodenschwingungen zu eliminieren. Das konnte ich auch hören.

2006 oder 2007 hatte ich folgenden Gedankengang (wahrscheinlich war mir langweilig):

Masselaufwerk und Wandmontage zur Verminderung der Vibrationsübertragung, schweinsteures System zur Klangverbesserung. ABER kein Schutz der offenliegenden Abtastmechanik vor dem Luftschall/Druck!! Das ist nicht sehr konsequent.

Versuch: Haube aus 16mm Spanplatte zusammengekloppt, Fensterdichtband dran und dann auf den

Plattenspieler drauf.

Die Physik hatte auch diesmal keine Nachsicht: Befreit von Luftdruckschwankungen wars noch einen deutlichen Ticken besser. Wesentlich klareres Klangbild, luftiger und noch bessere Darbietung von Feinheiten.

Ja, und der Holzhaufen sah echt elend aus.

Die Handhabung der Haube erforderte Zielgenauigkeit und Vorsicht beim Aufsetzen.

Das kostete Zeit, die Musik lief schon an, bevor der Hörplatz besetzt war. Ein beschwingter Hörabend mit Single Malt o.ä. zur Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit war ohne wachsende Gefahr eines fehlerhaften Abnehmens oder Aufsetzen nicht möglich.

Der Prototyp war wirklich nicht praktisch.

Nun, Führungsstangen aus Edelstahl und einen Absenk/Hebemechanismus  wollte ich nicht basteln.

Abgesehen von der Ästhetik des zu erwartenden Konstruktes war der Plattenspieler bereits auf dem Ausrangiergleis gestanden. Er fand seinen Weg zu einem Platten-, und Single Malt Fan.

Klanglich wäre es schon auf CD-Niveau hinausgegangen.

Es war eine geile Zeit mit Plattenspielern, stöbern im Plattenladen, Plattenkisten zu Parties schleppen. Seitenlanger intensiver Kontakt zum anderen Geschlecht, mit (ahem) Unterbrechungen des Fummelfortschritts beim Umdrehen. (bin Jahrgang 1960)

War schön, ist aber rum. Macht nix.

„Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ und Leben und Leben lassen (angeblich in Bayern erfunden)

Ich verstehe sowohl Plattenspielerbesitzer, als auch die, die keinen mehr haben.

Aber die Emotionalität eines Plattenspielers kann wirklich kein anderes Gerät ersetzen.

Servus Peter

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