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Antwort auf: Messsysteme für den Hobby-Lautsprecherbauer

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#7999
Udo Wohlgemuth
Verwalter

Hallo Michael,
eigentlich bin ich recht froh, dass in diesem Forum noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Anderswo wimmelt es von Leuten, die einen Computer haben, sich ein fast kostenloses Messsystem draufspielen und schon Lautsprecher bauen können.

Zum einen brauchst du die Software (REW, Arta, …), dann ein Mikrophon mit Vorverstärker, einen klirrarmen Messverstärker und einen Raum, in dem du unter immer gleichen Bedingungen messen kannst. Die Kosten dafür liegen um die 300 Euro, wenn es halbwegs vernünftig werden soll.

Meist werden dann die „nackten“ Chassis in der Box gemessen und die Ergebnisse in ein Simulationsprogramm gegeben, um nicht Berge von Weichenbauteilen bereit halten zu müssen. Dumm nur, dass die anschließenden Messungen mit den passend gekauften Bauteilen nicht allzu viel mit der Simulation zu tun haben und schon wieder 50 bis 100 Euro verbraten sind.

Also legen wir mit reinem Messen los und kaufen uns doch die nötige Kollektion Bauteile, die besonders bei den Spulen (drei unterschiedliche Drahtstärken, zwei unterschiedliche Kerngrößen) richtig ins Geld geht. Nun, macht ja nichts, ist halt so beim Hobby.

Fertig gemessen, tolle Linie bekommen. Aufgebaut, angeschlossen und … klingt nicht. Wie kann das sein? Sieht doch auf dem Bildschirm so gut aus! Naja, die Linie entsteht durch das Zusammenspiel der Chassis, sagt aber nicht über eine sinnvolle Trennung und Phasenbeziehung aus.

Da sind wir beim wichtigsten Punkt, der Erfahrung. Also ein Buch gekauft (Joseph D’Appolito, 40 Euro) und gelesen. Ah, jetzt versteh ich es! Das Ganze ist komplex und es gibt kein Kochbuch, das zum perfekten Lautsprecher führt.

Bist du erst einmal so weit gekommen, kannst du beginnen, Lautsprecher selbst zu entwickeln, die nicht nur elektrische Anregungen in Töne verwandeln. Leider haben nicht viele Menschen das nötig Durchhaltevermögen und so ist die Anzahl der kompetenten Lautsprecher-Entwickler gering.

Gruß Udo

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