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Antwort auf: Projekt Isolde- Linie 54

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waterdrinkingman

Moinmoin,

eine schöne Gelegenheit, Duetta, Duetta Top und Linie54 miteinander zu vergleichen. Und schließlich an der L54 verschiedene Verstärker: sysmasym, rotel RA-940BX, hifiakademie und so ein neueres 2200€ Cambridge Endstufengerät…

Tja, da könnte man jetzt sehr viel über die Klangunterschiede schreiben. Und es bleibt in jeder Hinsicht subjektiv. Also, meine Erkenntnisse, im Indikativ und ohne weiteren Hinweis auf meine Urheberschaft freiheraus formuliert:

1) d’Appo und Nicht-d’Appo: praktisch kein relevanter Unterschied. Eventuelle Feinheiten werden maßgeblich durch Platzierung und Raum dominiert.

2) Alle drei ER4-Boxen sind ab Oberbass-Bereich nicht zu unterscheiden.

3) Duetta regt die tiefsten Frequenzen an, L54 betont im Vgl. dazu mehr den Kickbass-Bereich. Die Top kam am schlanksten rüber. Als ich wieder zu Hause war, hatte ich dasselbe Stück, welches die Duetta bei Matthias im Bass gut abgebildet hatte, gehört und siehe da: Bei mir kommen die tiefen Töne dann doch wieder. Das liegt also wieder einmal am Raum (okay, der ist auch 4x so groß und akustisch etwas präpariert).

4) Interessant, das erste Mal, dass ich bewusst Unterschiede bei Verstärkern ausmachen konnte. Symaysm ist mir zu sehr Weichspüler. hifiakademie und Rotel im MT/HT gleichauf, hifiakademie im Bass kontrollierter und straffer. Ist mir aber nicht den Aufpreis von 700€ (bezogen auf die Endstufe und i. Vgl. zum Rotel-VV) wert. Cambridge noch vlt. etwas klarer als hifiakademie. Ich wette, im Doppelblindtest wird man die nicht auseinanderhalten können. Bezogen auf die hifiakademie sehe ich hier jeden Cent, der 800€ übersteigt, als herausgeschmissenes Geld an. Hat mich aber neugierig auf weitere Verstärkervergleiche gemacht. Sehr wahrscheinlich gibt es auch ein Gerät, welches mir besser als der Rotelvollverstärker zusagt und dennoch nicht so viele wie eine hifiakademie kostet. Den Vollverstärker hatte ich eigentlich wg. Isolde mitgebracht, weil dieser auch eine Phonovorstufe drin hat. Zu Hause verwende ich die Rotel RB-960BX Endstufen, die im Bass kontrollierter klingen. Die sind aber auch etwas anders aufgebaut (kanalgetrennte Netzteile usw.).

5) Schöne Aufnahme von „Friday Night in San Francisco“ als Schallplatte mitgebracht. Die haben wir dann im A/B Vergleich Schallplatte vs. Tidal-Streaming gehört (zeitgleiches Starten und flottes Umschalten am Vorverstärker). Die waren nicht zu unterscheiden (hat, wenn ich mich recht erinnere, KEINER der Anwesenden hinbekommen), nur am seltenen Knacksen der Platte im Vgl. zum Gestreamten. Schallplatte bietet als Medium keinerlei der unter Fans verbreiteten sog. Vorteile. Vielmehr nur praktische (und auch finanzielle) Nachteile. Mag sein, dass es Aufnahmen gibt, die auf Nicht-Schallplatten nicht mehr erhältlich sind und dass deren Alternativen schlecht klingen. Am Medium als solches liegt das nicht. Werde die 180 Schallplatten, die bei mir herumliegen, mittelfristig verkaufen.

6) Duetta ist von den gehörten Boxen mein Preis-/Leistungs-Sieger, sofern die Box gut platziert werden kann. Die bei mir im Wohnzimmer anzuschließen, nehme ich lieber nicht in Angriff, nachher will ich die wohl noch haben… Sie ist praktisch sehr großvolumig. Mit den Sub-Ergänzungen, die ich bei (äußerst seltenem) Bedarf den Duetta Tops hinzuschalten kann, bin ich besser bedient, was die Optik, die Platzierung, die klangliche Flexibilität und auch die Gesamtkosten angeht. Werde hierzu meine 4x MDS08 in einzelne Gehäuse legen und raumoptimiert platzieren. DSP sei Dank.

7) Die Linie54 hat mich zudem neugierig auf die Linie53 gemacht. Kann mir vorstellen, dass die das richtige Bindeglied zwischen Duetta Top und Duetta wäre. Nun ja, kommt Zeit, kommt Gelegenheit…

Als generelle Anmerkung an alle, die noch mehr und noch mehr wollen: Anstatt häufiger die (Haupt-)Boxen zu wechseln, ist es sinnvoll, Zeit in das Verstehen und die Gestaltung der Raumakustik zu investieren.
Ich selbst kenne das Gefühl „geht da noch mehr?!“, „will mal wieder was bauen“ etc. zu Genüge. Jedoch – manchmal hilft „viel“ nicht viel…

Liebe Grüße vom Waterdrinkingman. (Andreas)

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