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Datenschutz und so

Dieses Thema enthält 17 Antworten und 7 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Monti vor 2 Wochen, 1 Tag.

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  • #30059

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Mensch Vadder,

    warst du wieder schnell! Ich wollte Rundmacher gerade schreiben, dass ich Kommentare abschicken kann. Aber das ist ja kein Wunder, wenn du zwischenzeitlich schon den begrabenen Hund ausgescharrt hast 😉

    Gruß Udo

  • #30061

    Vadder
    Keymaster

    Hi Udo,

    dafür hast Du jetzt die Aufgabe am Bein, bei jedem eingesandten Beitrag zu fragen, ob Kommentare erwünscht sind oder nicht.

    Gruß Vadder

  • #30062

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Ha,
    da füge ich einfach in die “Schreib deinen Bericht”-Seite einen kurzen Satz ein: Mit Einsendung deines Berichts erklärst du dich damit einverstanden, dass er von anderen kommentiert wird.

    Oder reicht das heute nicht mehr?

    Gruß Udo

    • #30411

      Shumway

      Hallo allerseits,
      nun ist das erste Wochenende seit zwei Monaten angebrochen, wo mir die DSGVO wieder etwas Luft zum atmen lässt.
      Und stelle hier fest, dass es einige Softwareproduzenten übertreiben. Wenn ich die Kommentierung von Beiträgen zulassen oder ablehnen muss, hat das mit so ziemlich allem zu tun, aber nicht mit der Datenschutzgrundverordnung. Diese schützt explizit das Recht auf freie Meinungsäußerung. Bezugnehmend auf Art. 6 Abs. 1 lit. b postuliere ich, dass die Kommentare ein Teil der Vertragsbedingungen sein könnte (Vertrag heißt Nutzungsbedingungen des Forums). Nur wenn der Autor die Veröffentlichung widerruft und die Löschung einfordert, wäre es sinnvoll auch die aufbauenden Kommentare zu löschen – damit dieses Vorgehen nicht wieder im Graubereich landet, wäre könnte man dies als weiteren Bestandteil der Nutzungsbedingungen gestalten.

      Beste Grüße,

      Gordon

  • #30205

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Matthias,
    bei der DSVGO ist noch so Manches in der Grauzone, die erst durch zukünftige Rechtssprechung schwarz oder weiß wird. Bei Fotos musst du dir die Einwilligung aller abgebildeten Personen einholen (dass ein Nicken reicht, halte ich für unwahrscheinlich), wenn du es anderen Personen in deinem Fotoalbum zeigen willst. Alternativ darfst du die Personen auch unkenntlich machen. Vor Kurzem wollte man das auch auf öffentliche Bauwerke ausweiten.

    Bei der Datenspeicherung zwecks Registrierung muss auf den Datenschutz hingewiesen und ein Haken gesetzt werden, das ist auch bei eingereichten Berichten ausreichend. Dumm ist dabei aber, dass Jugendliche unter 16 Jahren den Haken wegen nicht ausreichender Geschäftsfähigkeit noch nicht anklicken dürfen, also können sie sich hier nicht anmelden. In des Vaters Namen können sie auch nicht teilnehmen, der darf seinen Account nicht anderen überlassen.

    Mit praktischem Leben ist die Verordnung bisher nicht gefüllt, aber Google und Co haben es jetzt (scheinbar) etwas schwerer, Daten abzugreifen (das geht sogar über die Google-Fonts, die heute auf fast jeder Internetseite verwendet werden). Hindern wird es sie nicht, dafür ist zu viel Geld im Spiel. Die beiden reichsten Unternehmen der Welt haben keine Produkte, nur Adressen, die sie geschickt filtern, um sie dann anderen als 98 % Zielpublikum zu verkaufen. Die restlichen 2 % schaffen sie auch noch.

    Heute gab es im WDR-Markt einen Bericht über eine Barbie-Puppe, deren Stimme aus dem Internet kommt, wenn sie sich mit ihren Usern unterhält. Die Polizei braucht einen richterlichen Beschluss, wenn sie deine Wohnung abhören will, erschreckend ist, dass sich niemand für das Ausspionieren der Datensammler interessiert. “Ich hab doch nichts zu verbergen”. Wir reden mit unserem Fernseher, der Digital-Kamera, dem Kühlschrank, sogar dem Lichtschalter und der Heizung. Was war schon “1984”? Wir sind 34 Jahre weiter. Die Macht der Interessen stoppt die DSVGO nicht, dafür ist es längst zu spät. Doch durch die medial genüsslich verbreiteten Berichte über den Ärger vieler Vereine durch den Datenschutz wird den Menschen ein Feigenblatt auf die Augen geknallt: Sieh an, man lässt uns nicht allein.

    Gruß Udo

    PS: Ich weiß, Politik gehört hier nicht rein. Aber wenn niemand etwas sagt, haben wir auch vor uns selbst verloren.

    • #30412

      Shumway

      Moin,

      die Pflicht zur Einholung einer Einwilligung galt auch in den letzten Jahren. Hat etwas mit den Persönlichkeitsrechten zu tun, die stehen nicht nur in den Datenschutzgesetzen. Durch die Androhung stärkerer Sanktionen ist das jetzt durch die Medien aufgebauscht worden. Praktisch ist das natürlich schwer umzusetzen. Mal schauen, wie eindeutig oder schwammig die Richter darüber zukünftig urteilen. Und ob das, was bei den Urteilen rauskommt, mit dem realen Leben zu tun hat.
      Wenn es nach mir ging, wäre eine mündliche Einwilligung so lange gültig, bis ein mündlicher oder schriftlicher Widerruf eingeht – wahrscheinlich ist dies aber zu praktisch gedacht 😐

      Falls die Behörden wirklich ernst machen und nicht nur uns das Leben schwer machen wollen, werden die bekannten, großen Firmen aus Übersee sich noch Gedanken über ihr Geschäftsmodell machen müssen. Immerhin haben die schon ein wenig gezuckt und zumindest auf dem Papier was gemacht.

      Grüße, Gordon

      • #30420

        Monti

        Mahlzeit,

        na das war ja auch der Sinn der Veranstaltung. Immerhin hat der europäische Gesetzgeber diese Regelung vor 2 Jahren verabschiedet und plötzlich schrecken alle auf, dass Ihnen vorher keiner Bescheid gesagt hat. Wie immer…

        Ciao
        Chris

  • #30207

    derFiend

    Es nervt halt einfach das ansich “gut gemeinte” Gesetze inzwischen immer so formuliert werden, das sie selbst in Bereiche abstrahlen, die einen ganz normalen sozialen Umgang erschweren.

    Ansonsten gibt´s einfach ein “like” für Udos Beitrag 😉

    • #30413

      Shumway

      Hallihallo,
      “don’t panic!”.
      Das ist meine Aufgabe, der ich mich beruflich und sogar freiwillig diesem Thema angenommen habe!
      😉
      Also im Prinzip war vieles schon vorher da, nur von niemanden beachtet worden. So kommt jetzt sogar Aufregung über die Verwendung von Visitenkarten auf. Nach gesundem Menschenverstand, und sogar der gleichlautenden Meinung von Datenschutz-Juristen, sollte ziemlich klar sein wofür man Visitenkarten austauscht und das in der Folge auch eine Datenverarbeitung statt finden kann.
      Ein paar unschöne Neuerungen, einfach weil doof formuliert, tun sich im Hintergrund auf. Also zum Beispiel, dass jeder eine Risikoabschätzung machen muss – von Gesetzgeber und Behörden aber keine Anleitung dafür kommt. Daher neigen wir Datenschützer dazu, aufwändige Maximalmodelle zu nutzen, damit wir wirklich nichts falsch machen.

      Beste Grüße,

      Gordon

  • #30208

    Vadder
    Keymaster

    Moin Matthias und Udo,

    das ist noch nicht geklärt, weil in dem Bereich eine Gesetzeskonkurrenz herrscht. Nach allgemeiner Meinung gilt das KunstUrheberGesetz weiter und toppt als spezialgesetzliche Regelung die allgemeinere DSGVO. Zumindest bis ein Gericht anders urteilt…

    Danach dürfen Bilder von Personen ohne Einwilligung u.a. veröffentlicht werden wenn

    – die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen

    oder

    – Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben.

    Bleibt nur noch die Frage, ab wie viel Teilnehmern das Event darunter fällt 🙂
    Bei Portraits ist dennoch Zurückhaltung angesagt, bei Gruppenfotos eher weniger.

    Natürlich gilt das nur bei Beachtung der Menschenwürde, was für mich eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, für die Digital Natives mit Handy aber anscheinend oft nicht.

    Es bleibt spannend
    Vadder

  • #30211

    nymphetamine

    Und gleichzeitig lassen wir uns von amazon fire, alexa, google home, ok google und siri freiwillig und aus faulheit abhören.

    Ich weiß nicht, wie manche menschen nicht verstehen, dass diese devices alles abhören, um bei einem gewissen stichwort reagieren zu können…

    Ich habe “nur” ein windows phone und meine frau ei. Huawei… Auf beiden devices sind die srachassistenten deaktiviert… Alles andere kommt mir nicht ins haus.

    • #30414

      Shumway

      JA, meine Meinung und mein Vorgehen!!!!!!!!
      Wobei ich das Windows Phone, welches ich tatsächlich aus datenschutztaktischen Gründen angeschafft hatte, wegen mangelnder Pflege von Microsoft und der App-Hersteller, gegen ein olles iPhone getauscht habe …
      Ich meinem Alter weiß ich noch, wie sich ein Leben ohne Facebook, Twitter, Instagram und sogar ohne Handy anfühlt, und dass sich die Erde trotzdem weiter dreht 😮

  • #30212

    Sparky

    Moin,

    die allumspannende Überwachung hält man nur noch auf, wenn man global den Stecker zieht.
    Die Sprachassistenten sind das beste Beispiel, da die KI dazu nicht im eigenen Gerät, sondern einem Großrechner sitzt. Der muss also jedes Wort mithören und dann entscheiden, ob er seinen “Namen” gehört hat und dann das folgende als Befehl verarbeiten soll.

    Doch grundsätzlich ist alles, was eine Kamera / Mikrophon und Netzzugang hat, eine Wanze.
    Ist denn ein Haken “Aus” in der Software wirklich aus? Diverse Whistleblower-Berichte über Konzepte wie Prism und Co. sagen anderes aus. Zumindest fragt man sich, was all die smarten Geräte permanent so wichtiges mit dem Netz auszutauschen haben, wenn man sie nicht nutzt und sie trotzdem Traffic verursachen.

    Und da nutzt es nicht mal, sich selbst dieser Technik zu verweigern, denn man muss nur genug Besitzer von Smartphone und Co. im Alltagsumfeld um sich haben, damit ein Schattenprofil angelegt werden kann.

    Aber es gibt doch einen Trost: Diese Datenfluten schafft kein Mensch auszuwerten. Es sind Maschinen die das tun, die handeln nach ihrer Programmierung und klassifizieren stur nach Vorgabe. Ich selbst lasse mich dann doch lieber von einem “Toaster” verurteilen als von irgend nem Bob-Jim, dem gerade der Kaffee nicht geschmeckt hat und daher an Objektivität einbüßt 😀

    Gruß,
    -Sparky

    • #30415

      Shumway

      Hallo Sparky,
      wenn’s mal ein Großrechner wäre. Das sind verteilte “Intelligenzen” über tausende von kleinen Servern. Und die “KI” (wer hat diesen Begriff nach 30 Jahren eigentlich wieder in die Öffentlichkeit gebracht?) macht enorme Fortschritte. Es werden parallel zwei Ansätze des maschinellen Lernens verfolgt, die sich über neuronale Netze gestalten. Interessant ist das mangelnde Wissen, wie diese Netze an ihre Erkenntnisse kommen, also wir nicht wissen wie die Software “denkt”. Ich weiß nur noch nicht, ob ich das lustig oder beängstigend finden möchte.
      Daher ist der Unterschied egal, ob John Doe oder eine Maschine Festlegungen trifft. Im Zweifelsfall ist der Mensch der mit den Ergebnissen so unfähig oder ideologisch verbrettert, dass nichts Gutes dabei rauskommt.
      Ich empfehle den Film Brazil in der europäischen Langfassung von Terry Gilliam zu dem Thema 🙂
      Speichern und verarbeiten können die Schlapphüte auf jeden Fall den größten Teil des Datenverkehrs.

      Schöne Grüße,
      Gordon

  • #30213

    Vadder
    Keymaster

    Moin,

    ein Computer ist nur so objektiv, wie der Depp der die Programme geschrieben hat!
    Da steht Bob-Jim dann wieder die Tür offen…

    @Udo:
    Sollte diese Diskussion nicht nach Off Topic verschoben werden?

    Gruß vom Vadder

  • #30246

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Reiner,
    nach ein wenig üben hat es jetzt mit dem Verschieben geklappt.

    Gruß Udo

  • #30247

    Vadder
    Keymaster

    Du machst mich noch überflüssig 🙂

  • #30248

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Reiner,
    da kann ich dir aber überhaupt keine Hoffnungen machen. Wie soll ich denn den Frühdienst übernehmen 😉

    Gruß Udo

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