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Grundlagen zum Grundieren und Lackieren

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Dieses Thema enthält 8 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Jan vor 3 Tagen, 1 Stunde.

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  • #42460

    Jan

    Hallo Leute,

    dies ist mein erster Post im Forum, daher stelle ich mich erstmal vor. Ich bin verantwortlich für die Hörmöglichkeit in Norwegen, wo ich arbeite. Von der Ausbildung her bin ich kein Handwerker, und Werkzeug ist auch eingeschränkt – aber ich arbeite mich so langsam vor. Mein erster Lautsprecher war die SB417, den hat noch weitestgehend mein Nachbar (Tischler) gebaut. Danach ging es weiter mit anderen Modellen, diversen U_Dos sowie ein Paar RS 100 ACL, bei denen ich dann die Weichen selber gelötet und Gehäuse zusammengeleimt habe.

    Bisher habe ich die Holzoberfläche immer naturbelassen, und am Ende einfach Feinschliff, Osmo Arbeitsplattenöl drauf, dann ggf. 1-2-mal Nassschliff, und gut war es. Bei meinem aktuellen Projekt fürs Büro, einem Paar Chorus 51, habe ich mal was anderes versucht. Aktuell sieht es so aus (danke an Vadder für den Support beim Bilder-Formatieren!):

    Chorus 51 rechts I

    Chorus 51 rechts II

    Chorus 51 links

    Die Fronten und Rückseiten kamen direkt von Udo, drumherum habe ich mich an Eiche keilverzinkt auf Teilgehrung versucht. Die Gehrung ist am rechten Modell nicht ganz gelungen, daher habe ich von innen alles satt mit Leim abgedichtet. Und beim linken Gehäuse war ich dann beim Schleifen etwas zu euphorisch, da kommt schon die nächste Schicht vom Multiplex durch.
    Gut, so kann das nicht bleiben: ich würde den „Eichen-Teil“ gerne wie gehabt mit Öl anfeuern, die eingesetzte Front und Rückseite aber in matt-weiß lackieren. Am besten eine robuste Oberfläche, ich muss mich nicht drin spiegeln können.

    So, und da geht es dann los mit vielen simplen Fragen, wenn man sowas noch nie gemacht hat:

    – In welcher Reihenfolge das Ganze? Erst Grundieren und Lackieren, dann Ölen vermute ich, und die Eichenteile abkleben? Und für Zwischenschliffe immer das Abklebeband entfernen?

    – Was für eine Kombination von Lack und Grundierung haben sich bewährt? Dass ich nicht das billigste Sonderangebot im günstigsten Baumarkt nehme ist klar, aber: gibt es bestimmte Kombinationen, die besonders gut funktionieren? Ich habe ein paarmal den Verweis auf DurAcryl Fenster- und Türengrund gefunden, aber vielleicht gibt es ja noch andere bewährte Lösungen?

    – Muss man mit einer Rolle arbeiten, oder tut es bei der kleinen Oberfläche auch ein guter Pinsel? Und sollte man immer Verdünnen, damit man eine bessere Oberfläche bekommt?

    – Was habe ich vergessen?

    Ihr seht, jede Menge recht trivialer Fragen. Aber nachdem ich mir diverse Videos auf Youtube angesehen und in Foren gelesen habe, bin ich eher verwirrter als vorher.

    Danke für alle Tipps!

  • #42472

    Monti

    Hallo Jan,

    als erstes solltest Du Dich für den Lack entscheiden:
    1. Farbe?
    2. Matt oder glänzend?
    3. Wasser oder Lösungsmittel?

    Dann zum Lack die passende Grundierung nehmen. Wenn Du keine Lackierpistole hast, eignen sich matte Lacke i.d.R. besser, leicht verdünnt verläuft der Lack besser. Je nach Lack die passende Rolle oder Pinsel wählen. Was Du nimmst ist eher Geschmacksache. Am besten lässt Du Dich in einem Fachgeschäft vor Ort beraten, was die passendes im Sortiment haben.

    Beim Abkleben sehr sorgfältig arbeiten, es besteht aber trotzdem die Gefahr, dass Lack unter das Klebeband läuft. Wenn Du ein wenig übst, bekommst Du mit einem Rundpinsel mit einer drehenden Bewegung eine sehr saubere Kante ohne Abkleben hin. Das machen Maler auch so beim Fenster oder Scheuerleisten lackieren.

    Den Lack hinterher nicht mehr mit Osmo oder anderen Wachsen/Ölen behandeln, das Holz ist ja dann schon versiegelt. Du könntest nach dem Lackieren der Front besser die gesamte Box mit Klarlack lackieren. Das gibt auf der lackierten Fläche noch eine gewisse Tiefenwirkung und der Klarlack feuert das Holz auch ein wenig an. Der Klarlack muss natürlich auch zum Buntlack passen. Also keinen wasserbasierten Lack auf Lösungsmittel-haltigen und umgekehrt.

    Zwischenschliffe nicht vergessen! Je besser die Oberfläche vor jedem Lackiervorgang vorbereitet ist, desto besser wird das Ergebnis.

    Viel Erfolg
    Ciao
    Chris

  • #42475

    Hermann Hellweg

    Hallo Jan,

    ich bin zwar kein Lackierer oder Tischler, daher keine Gewähr auf Professionalität meiner Antwort. Ich habe gerade bei meiner RS100ACL als Soundbar ein ganz ähnliches Problem.

    zum Lackieren: ich stehe nicht auf Pinsel oder Rolle, da sieht man später immer etwas. Ich empfehle 2K Lack, aus der Dose, da gibt‘s einen prima Shop im www. Der Lack ist super robust, und du kannst dir jeden erdenklichen RAL Ton aussuchen. Ist eigentlich für den KFZ Bereich gedacht.

    Zur Reihenfolge: die Seitenteile ankleben, dann spachteln und schleifen, bis es gut ist. Dann mit Dickschichtfüller aus der Sprühdose grundieren, wahrscheinlich sind mehrere Durchgänge nötig. Immer mit Zwischenschliff wobei du immer feiner wirst mit den Schmiergelleinen. Anfangen kannst du mit einem 240er Korn. Ganz wichtig: das Schleifpapier auf ein Stückchen glattes Holz kleben, sonst wird die Fläche nie plan. Hältst du das Papier in der Hand, folgst du nur der Kontur des Gehäuses. Danach den Lack auftragen. Falls du Pech hast, kann man Lacknasen prima nass ausschleifen, dann musst natürlich wieder polieren. Zum Abkleben: wenn ich lackiere nehme ich für die Kante zum Lack immer popeliges Isolierband. Wenn man das gut andrückt, wird es nicht vom Lack unterwandert, wir Krepp oder Papierpaketband. Und man bekommt das Isolierband rückstandsfrei wieder ab.

    Für das ölen der Eiche muss der Lack natürlich sorgfältig abgeklebt werden. Aus dem Bauch heraus würde ich auch diese Reihenfolge einhalten. Öl neigt auch dazu, das Klebeband zu unterwandern. Auch Isolierband!!! Das liegt am Holz. Frag mich nicht, woher ich das weiß. Wenn du es dann plötzlich Ölflecken auf der Front hast, wird es mit dem Lackieren schwierig.

    Bei Interesse kann ich dir weitere Details geben. Bin mal gespannt, was du noch für Tipps bekommst, wie gesagt, ich habe einähnliches Problem.

    Gruss, Hermann

  • #42476

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Jan,

    so ganz versteh ich deine Frage nicht. In Norwegen gibt es doch nichts anderes als diese schöne, rote Farbe, die aus dem Eimer von oben direkt über jedes Landhaus gegossen wird 😉

    Gruß Udo

    • #42478

      Monti

      Hallo Udo,

      meinst Du Faluröd aus Schweden? Ich hab noch einen Eimer zu Hause, den ich mir aus Falun mitgebracht habe. War mal für den Schuppen gedacht. Gute Idee, die Farbe über das nächste Gehäuse zu gießen. 🙂

      Ciao
      Chris

  • #42479

    Jan

    Hallo allesamt! Vielen Dank für die Tipps, jetzt ist der Ablauf zumindest klar. Die Nutzung von Isolierband klingt gut, das werde ich mal probieren. Ein Fachgeschaeft habe ich auch in der Nähe, da werde ich die Tage mal vorbeischauen. Vielleicht haben die ja auch Ideen zum offensichtlich nicht ganz optimalen Lack-Öl-Übergang.

    Und falls es nicht klappt, folge ich einfach Udo’s Vorschlag, schleife einmal grob and und schütte 10 l rote Farbe drüber.

    Sobald ich weiterkomme, poste ich ein paar Bilder. Das kann allerdings etwas dauern, das Sortieren von Umzugsgut raubt gerade ordentlich Zeit. Schönes Wochenende!

     

  • #42481

    Rundmacher

    Hallo Jan,

    ein Malermeister welcher im industriellen Bereich manuelle Lackierarbeiten ausführt hat mir den Tipp gegeben einmal Tesa Professionell 4334 auszuprobieren.

    Das Zeug ist super, glatter Papierträger, einige Wochen ohne irgendwelche Veränderung leicht entfernbar. Ich habe keinerlei Farbunterwanderung an rauen Flächen oder Holz bemerkt, selbst schwarze Beize welche richtig farbintensiv ist wird geblockt.

    Gruß Rundmacher

    • #42483

      Jan

      Danke, da schaue ich doch mal, ob ich das hier auch bekomme!

  • #43004

    Jan

    So, das Wetter hier im Norden war absolut bombastisch, von daher waran alle Innenarbeiten erstmal ausgesetzt. Das Tesa-Band habe ich bekommen, und im lokalen Malerladen Grundierung und matte, weisse Farbe besorgt:

    Der Ladenbesitzer meinte zwar, die Grundierung koennte ich mir an sich sparen bei der Farbe und dem Holz, aber ich dachte mir, sicher ist sicher. Dazu noch eine kleine Rolle, und es konnte losgehen. Somit habe ich zweimal grundiert, und zwischendurch mit 400er Papier zwischengeschliffen. Das Ergebnis, naja, koennte vielleicht besser sein, aber fuer ein erstes Mal soll es reichen denke ich.

    Was mir aufgefallen war:

    – Lesen hilft. Die Farbe ist zwar wasserverduennbar (auf Oelbasis), das hatte mir der Verkaeufer gesagt. Die Grundierung allerdings nicht, das habe ich dann beim ersten Reinigungsversuch gemerkt. Das Zeug ist teuflisch, wo es draufkam klebte es fast wie Pattex und war nicht mehr wegzubekommen. Schliesslich habe ich mich mit einer Flasche Nagellackreiniger beholfen, was zu erheblichen Unstimmigkeiten gefuehrt hat…ist wohl auch nicht so billig das Zeug.

    – Wenn man kleine Rillen (zu sehen z.B. am Uebergang oben links im letzten Bild) per Pinsel mit Grundierung fuellt, so sieht man das nachher. Mal schauen, wie es nach dem Streichen aussieht, naechstes Mal fuelle ich es vorher mit Spachtelmasse oder Leim-/Staubgemisch.

    – Pinsel und Rolle abwechselnd verwenden scheint auch keine gute Idee zu sein. Bin am Ende bei der Rolle geblieben. Das ist auf der Vorderseite mit den kleinen Abstaenden zwischen den Treibern aber auch nicht ganz einfach. Ich frage mich, ob es im Prininzip nicht geschickter waere, erst zu Grundieren und dann die Oeffnungen zu fraesen.Gibt dann allerdings vermutlich auch Macken…

    – Beim Schleifen sollte man es nicht uebertreiben. Ich bearbeite sonst meist Eiche, bei der kann man recht brutal vorgehen. Grundierung ist da etwas empfindlicher, beim ersten Mal habe ich ganz ordentlich wieder abgetragen, das war nicht optimal.

    So, jetzt geht es mit der Farbe weiter. Die erste Schicht habe ich gestern aufgetragen, von daher heute abend mal schleifen, dann naechste Schicht usw.

     

     

     

     

     

     

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