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herausfordernde Situation…

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  • Dieses Thema hat 9 Antworten und 8 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 3 Monaten, 1 Woche von Matthias (DA).
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    • #60074
      Lebkoungcity

      Hallo zusammen,

      nach fast dreißig Jahren mit als Jugendlicher einfach mal so aus zwei 3-Wege-Bausätzen vom Conrad in zwei mal grob zum (mit einer Formel, die ich damals in irgendeinem Buch aus der Kleinstadtbücherei über Boxenbau gefunden habe) berechneten Volumen, will ich meinem JVC-Receiver (RX-206 https://www.hifi-wiki.de/index.php/JVC_RX-206) endlich(!!!) zwei Lautsprecher gönnen, die nicht nur einfach mal so zusammengestöpselt wurden. (Und deren Membranen mittlerweile teils scharfen Katzenkrallen zum Opfer gefallen sind…) Als Quelle sollen ein Dual CS728Q, der JVC CD-Player und ab und an der Fernseher dienen, dessen Stereo-Signal der Receiver per Cinch bekommt, wenn z.B. mal wieder einer der Konzertmitschnitte auf arte läuft.

      Und ich glaube ich bin hier im für mich passenden Teil der Selbstbau-Szene gelandet – ich hab‘ den Eindruck, daß es weniger um das allzeit Perfekte auf dem Papier geht, sondern um das, was eben vor Ort möglich ist und individuell gefällt. Letztendlich auschlaggebend für meinen Eindruck waren dann neben den Bausätzen und den Berichten, was ich hier in einem anderen Unterforum über Schallplatten gelesen habe, die denen gefallen, die hier sind – da wurden einige LPs genannt, die ich auch hier stehen habe (bis hin zu einem Live-Album mit unscheinbarem v.a. weißem Cover –> „You’re listening to 92.7 WLIR, THE radio-station on long island. And-ah, if you’re at home or in your car or something – turn OUT your lights!“). Es geht bei mir glaube ich relativ breit zu mit z.B. Rolling Stones, Beatles, Jethro Tull, CSN, Neil Young, Alex Harvey, Edgar Broughton, Pink Floyd, Rare Earth, Deep Purple, Black Sabbath, Iron Maiden, Motörhead, Savatage.

      Was klangliche Vorlieben angeht kann ich gar nicht so genau sagen, was mein Geschmack ist. Der Bass soll „erlebbar“ sein – auch wenn es sich durch Doppelhaushälfte (also Nachbarn) und wahrscheinlich die „Aufstellsituation“ (s.u.) in der Praxis wieder relativieren wird. Aber wie ich ihn beschreiben soll, damit tu‘ ich mich gerade schwer. Evtl. hilft den Experten ja die LP-Liste, um Worte dafür zu finden, wie diese Musik i.d.R. dargeboten wird 😉 Gegen Lautstärke hab‘ ich nichts (eigentlich im Gegenteil *lach*), aber der Raum und die Umstände bremsen mich da ja eh ein.

      Zum Raum hab‘ ich mal am Rechner ein paar Bilder gemacht und angehängt (die Platzhalter die die Position der Lautsprecher andeuten sollen hab‘ ich mal in einem augenfreundlichen Rot gehalten, damit sie besser auffallen). Das Zimmer waren ursprünglich wohl mal zwei Räume, davon zeugen noch Mauervorsprünge und ein verkleideter Stahlträger an der Decke, der das Zimmer in zwei Bereiche teilt. Nur der rechte (grüne) Teil kann/darf für die Lautsprecher genutzt werden. Das gesamte Zimmer hat etwa 32-33 m², der rechte Teil ~16 m“, bei ~4 m Breite, ~3,4 m Tiefe und ~2,45 m Raumhöhe. An der Seite, an der der Fernseher ist, steht ein Kaminofen, der im Winter auch täglich zum Beheizen vom ganzen Haus mitgenutzt wird (ist an die Heizungsanlage angeschlossen). Ich habe herumprobiert, wie es in der Ecke dort mit den Temperaturen aussieht und bin zum Schluß gekommen, daß es dort einfach viel zu heiß wird. (Nicht unbedingt nur wegen Brandgefahr bzw. notwendigen Abständen, aber den Chassis und dem Gehäuse tut es bestimmt auch nicht gut, regelmäßig schön aufgeheizt zu werden…) Der Fernseher samt TV-Bank ist gerade so weit genug weg. Direkt seitlich vom Sofa wird es nix wegen des Fensters auf der rechten Seite und der Raum muß zur linken Seite hin offen bleiben. Was noch blieb, war die Decke. Und das ist jetzt der Grund, weshalb ich es ein paar Tage gescheute habe, hier zu schreiben *g* Mir ist klar, daß es nicht ideal ist, (Stereo-)Lautsprecher an die Decke zu hängen (Abstrahlwinkel, „Wand-„Abstand und evtl. noch anderes, an das ich noch gar nicht gedacht habe). Aber zumindest kenne ich die Position der Balken, an die ich bedenkenlos einen Kleinwagen hängen könnte und zur ungefähren Position hab‘ ich schon Leerrohre für die Kabel gelegt (Unterputz). Eingeschränkt wird alles noch dadurch, daß die Lautsprecherunterkante maximal 37cm unter der Decke liegen darf, weil sonst das Fenster nicht mehr zu öffnen ist.

      Ich hatte auch schonmal den Gedanken, daß nur Hochtöner, Mitteltöner und evtl. ein kleinerer Bass an die Decke kommen, weil das Volumen spart und das dann durch einen Subwoofer zu ergänzen. Aber da muß ich gestehen, hab‘ ich nicht die leiseste Ahnung, ob sich das alles mit dem Receiver und allem anderen verträgt.

      In einem früheren Leben hab‘ ich mal Schreiner gelernt und ich hab‘ jetzt zwar keine Werkstatt oder eine vernünftige Kreissäge zur Verfügung, aber ich traue mir ohne weiteres zu, auch etwas trapezförmiges (oder noch „verrückteres“) zu konstruieren und zu bauen, so daß es besser unter die Decke passt und zumindest der Abstrahlwinkel Richtung Sofa zeigt, statt die Wand in Deckenhöhe zu bestrahlen. Genauso würde mich eine Aufhängung, die die Lautsprechergehäuse selbst – soweit mit vertretbarem Aufwand machbar – von der Decke entkoppelt, auch nicht vor unmögliche Herausforderungen stellen. Ich müsste dazu nur wissen, was realistisch sein könnte und was in der Praxis vergebliche Liebesmüh wäre.
      Ach ja, FreeCAD hatte ich mir irgendwann auch mal rein aus Neugierde angeschaut – soweit, daß es reicht, dürfte ich mich einarbeiten können 🙂

      So, und nun zum Budget. Mir wurden bei den Haushaltsberatungen ~500€ für die beiden Lautsprecher, also je ~250€, genehmigt. Evtl. kann ich noch ein wenig mehr über einen Nachtragshaushalt rausholen, aber das hängt wahrscheinlich davon ab, was ich bis dahin schonmal als Ergebnis präsentieren kann 😉

      Kurz und gut: Alles, was ich hoffentlich mit Eurer Hilfe, machen werde, wird eine wesentliche Verbesserung sein, im Vergleich mit dem, was da ist. Und: Ich will einfach bei all den Beschränkungen rausholen, was geht – der Aufwand soll sich zumindest soweit lohnen, daß ich mir sagen kann, daß es unter den Voraussetzungen einfach nicht besser ging. Oder um das höchste Lob zu bemühen, das hier in Franken zu hören ist: „Bassd scho!“

      Die Region wäre Nürnbeg/Fürth – das jetzt noch der Vollständigkeit halber 😀

      Also, schonmal vielen Dank an alle, die sich diese Pixelwüste angetan und gelesen haben!
      Ciao,
      Andy

       

    • #60078
      Andre

      Guten Morgen,

      jaja, der Selbstbau wirds schon richten.. 😉

      Ungewöhnliche Raumsituationen lassen sich heutzutag ja mit den lustigsten Plastikdosen bewältigen, aber vin dem, was man als Hifiist dann klangtechnisch erwartet ist das häufig weit entfernt.

      Ich verstehe dein Konzept, würde das aber nie so machen, da deie Bühne immer oben wäre und das würde mich beim Fernsehen extrem nerven.

      Natürlich kannst du da ein paar U_dos in eine Kiste an die Decke schrauben, aber Musikgenuss…. ich weiß nicht.

      Mein Rat wäre eher es mit einer großen Soundbar mit Subunterstützung zu probieren. Vor kurzem gab es ein solches Projekt.  Das hätte nach meinem Verständnis für deine Situation bessere Chancen für guten Klang zu sorgen.

      Grüße

      Andre

    • #60079
      Monti

      Hi Andy,

      also ich muss Andre zustimmen, an der Decke haben Lautsprecher nur was zu suchen, wenn die untere Ebene bereits ausreichend versorgt ist.

      Mir fallen spontan zwei Optionen ein:
      1. Lautsprecher auf Rollen, die zum Hören in die richtige Position gekullert werden und ansonsten in einer ungefährlichen Ecke stehen.
      2. zwei Onwall-Lautsprecher links und rechts neben dem Fernseher an der Wand. Dazu müsste aber vermutlich etwas mit dem Regal passieren oder der linke Lautsprecher findet Platz im Regal.

      Ciao Chris

    • #60080
      derFlo

      Servus Andy,

      ich bin jetzt zwar auch noch kein Urgestein mit jahrelanger Hörerfahrung, würde mich meinen Vorrednern aber bedenkenlos anschließen.

      Zwei schlanke Türmchen à la SB30 ACL auf Rollen dürften doch noch irgendwie Platz finden.

      Solltest du dir Udos Kreationen mal anhören wollen ohne knapp 500km auf Bochum zu fahren kannst du mir gern mal ne PN schicken.

      Grüße

      Flo

    • #60110
      Lebkoungcity

      OK, drei von drei Antworten von Leuten mit mehr Ahnung als ich geben mir den gutgemeinten Tipp, die Idee mit der Decke zu verwerfen. Jetzt könnte ich mich drüber beschweren, daß niemand in Lobhudelei ob meines Gedankenblitzes verfällt – oder ich überdenke das nochmal und komme zum Schluß, daß ich mich verrannt hatte. Was wäre jetzt vernünftiger? 😀

      Ich muß zugeben, daß ich mir erst nicht vorstellen konnte, eine Box ins Regal zu stellen. Aber warum eigentlich nicht? Maximal wären da jeweils HxBxT 90x39x33cm Platz. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann wären da grob 85 Liter Innenvolumen drin. Da sollte sich ja was machen lassen 🙂 Spontan könnte ich mir etwas wie die U_Do 53 in breiter und weniger hoch vorstellen. Wurde ja in etwa schonmal gemacht. Aber erstmal recherchieren, ob sie sich mit dem Receiver verträgt.

      Nur: Was ist dann auf der rechten Seite mit der Ofenhitze? Wieviel Temperatur kann einem Lautsprecher so zugemutet werden?

      Ciao,

      Andy

    • #60114
      MartinK

      Hallo Andy. Zur Temperatur: Im sonnendurchfluteten Raum hinter Glas kommt man schon mal auf 35-40 Grad. Im Auto wird es deutlich wärmer und schadet auch nicht.
      Tendenziell würde ich also sagen, dass es ok ist, solange es für Deine Möbel auch ist.
      Gruß Martin

    • #60120
      Peterfranzjosef

      Hallo Andy,

      in meiner Kindheit gab es Ofenschirme. Die waren aus Blech, sahen aus wie Werbeaufsteller, und wurden zwischen Hitzequelle und Schutzobjekt gestellt.

      Ähnliches hast Du auch beim Katalysator und Auspuff am Auto.

      Ich denke es würde nur eine relativ unauffällige Konstruktion erfordern, die sogar als Dekoobjekt oder Designidee gestaltet werden kann.

      Keinesfalls darftst Du Voll-, oder Leimholz für die Ofen zugewandte Seite nehmen, das wird nix, weil es in der Heizperiode ausgetrocknet wird, und auf der anderen Seite nicht. Da sind Risse, Schwund usw. vorprogrammiert.

      Servus Peter

       

    • #60159
      Lebkoungcity

      Hallo 🙂

      herzlichen Dank für Eure vielen Tipps und Hinweise!

      Was die Hitze angeht: Ich hab‘ die letzten Tage/Abende einfach mal einen großen Karton, der ganz grob die Maße von einem Lautsprecher wie dem U_Do 53 hat an die Stelle platziert und mittels Infrarotthermometer einfach mal gemessen. Eben um mal etwas mehr in der Hand zu haben als „Wird ganz schön heiß!“. Es waren etwa 65°C an der heißesten Stelle. Das ist zwar auch nicht gerade kühl, aber weniger, als ich befürchtet hätte. Und außerdem wird noch ein Regal wie auf der linken Seite besorgt, in das dann auch der rechte Lautsprecher einziehen darf. Dann ist zumindest von der Seite eh schon einiges an Wärme abgefedert.

      Und was soll ich sagen? Es werden zwei U_Do 53 – weniger hoch, ein Stück breiter.
      Ich hab‘ viel gelesen und ich hab‘ nichts gefunden, weswegen die Kombi mit meinem JVC nicht passen sollte. (außer: Der Verstärker würde bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit aufgedreht werden und lieferte fast nur noch Dauer-Gleichstrom, was dann die Wicklungen von den Chassis – Hochton zuerst – durchbrennen lassen würde. Hab‘ ich das im Groben so richtig verstanden? Aber das wäre schon so laut, daß ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, daß das wirklich passieren würde.) Wattangaben haben nur eine begrenzte Aussagefähigkeit, Impadenz ist sogar beides mal mit 8 Ohm veranschlagt und der Klirrfaktor vom Verstärkerteil ist im Vergleich mit anderen Verstärkern weniger beeindruckend, aber auf jeden Fall soweit OK.

      Hab‘ ich noch was vergessen?

      Ciao,
      Andy

    • #60173
      Knutbox

      Hallo Andy,

      nein du hast nichts vergessen. Die U_Do53 ist ein super Preis-Leistungs LS. Der große Bass sorgt für einen angenehm entspannten Auftritt. Nimmst du die U_Do73 oder 74 hast du zwei TiefMitteltöner, denen man etwas mehr Punch bei weniger Tiefe nachsagt. Ob dir die Info jetzt nützt ist aber eher fraglich. Und dein Verstärker hat vor 30Jahren 500DM gekostet. Das kann nicht so schlecht sein. Ist zwar kein Schwergewicht und genießt keinen legendären Ruf, aber das ist der U_Do53 egal. Wattangaben etc. sollten dich nicht abschrecken. Die Grundlagen hast du ja gelesen. Nur wenn du deinen 500qm Außenbreich bei der nächsten Gartenparty Volldampf beschallst, wird es evtl problematisch. Ist aber nicht direkt jedermanns Use-Case.

      Meine Empfehlung, sich erst mal nicht zu vielen Gedanken zu machen, jeder LS hat Vor- und Nachteile, los legen, Spaß haben, tolles Hobby finden und dann bei Lust und Laune aufrüsten und sich nach und nach eine eigene Meinung bilden.

      Bei mir werkelt auch eine U_Do4 (alte U_Do53) an einem alten Verstärker mit 30Watt. Alles gut!

      Viel Spaß beim Bau!

      Knutbox

    • #60178
      Matthias (DA)

      Moin, daumenregel:

      Klassische Verstärker nie mehr als halb aufdrehen. Dann sollte das ganze noch im sauberen und sicheren Bereich spielen. Im idealfall einfach die Ohren benutzen und aufpassen dass nichts verzerrt.

      Frohen Bau!

      Matthias

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