Home Foren Bau-Dokumentationen kleines Heimkino Schritt für Schritt – SB 12-8 und SB 24 Center als Anfang

  • Dieses Thema hat 2 Antworten und 2 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Wochen ag von Udo Wohlgemuth.
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    • #72257
      Christian Svenson

        Ich lese schon eine geraume Zeit mit, nun soll hier ein erster Baubericht folgen. Doch erstmal ein Dank an Udo und Euch Böxlebauer für zahlreiche Anregungen und Ideen, die letztlich mein uraltes Hobby wiederbelebt haben (die letzten Boxen habe ich wahrscheinlich vor 20 Jahren gebaut…).

        Nachdem ein neuer Fernseher angeschafft werden musste, dauerte es nicht lang, bis Stimmen aus der Familie (nicht nur meine eigene) laut wurden und Surround-Sound forderten. Gleichzeitig waren uns ein paar Schallplatten zugeflogen, so dass ich einen älteren Dual CS505 besorgt und aufgemöbelt habe. Fehlte nun nur noch ein neuer Verstärker, bei dem die Wahl nach ausgiebiger Beratung beim Hifi-Händler vor Ort auf den Denon AVR-S760H fiel.

        Nach – wie eingangs bereits erwähnt – längerem Mitlesen auf dieser Website, war zumindest schnell klar, dass “SB-” in der Typenbezeichnung stehen würde. Aufgrund der Wohnsituation (Altbau-Etagenwohnung mit 20m2 Wohnzimmer) fiel die Wahl auf die SB 12-8 als Rear und den SB24 Center als … na ja, Center. Wenn hier Filme geschaut werden, passiert das mit überschaubaren Pegeln, damit die Nachbarn nicht regelmäßig statt auf ein Glas Wein auf ein ernstes Wörtchen vorbeikommen müssen.

        Für die Mains habe ich mich noch nicht abschließend entschieden, ich gebe mir bis zum Sommer Zeit – bzw. komme ich vorher sowieso nicht zum Bauen. Aktuell spielen hier noch zwei Tannoy Reveal aus vergangenen Homestudiotagen. Zur Wahl stehen mehrere Optionen: SB 36 so modifiziert, dass sie auf der TV-Bank stehen können und der Hochtöner dabei auf Ohrhöhe kommt (also ca. 75 cm hoch und entsprechend tiefer), SB30 Center als Main  SB 15 ACL  in der “Marcel-Version” – also gefaltet und daher nicht so hoch wie das Original. Von allen drei Varianten erhoffe ich mir, dass sie in das optische und klangliche Gesamtbild passen und den Spagat zwischen Musikhören im klassischen 2.0-Format und den “alltäglichen” Filmgenuss bei moderaten Lautstärken auch ohne Subwoofer schaffen. Ein Sub bleibt eine Option für die Zukunft, aber immer mit einem Blick auf den Hausfrieden ;-).

        Die größten Modifikationen mussten die SB 12 über sich ergehen lassen. Das Sofa steht direkt an der Rückwand, die Rears müssen daher eingedreht werden bei möglichst geringem Wandabstand. In vollem Bewusstsein, dass Änderungen an der Lautsprechergeometrie zumindest im Bereich des Hochtöners bedeutende Auswirkungen auf Frequenzgang und Abstrahlverhalten haben können, habe ich mich entschieden, die Boxen als “Wedge” zu bauen und den durch die Schräge bedingten Volumenverlust durch mehr Höhe und etwas mehr Breite (2cm) zu kompensieren. Dass die wandnahe Aufstellung dabei auch seinen Einfluss auf den Tief-Mitteltonbereich haben würde, musste ich ebenfalls als Kompromiss hinnehmen. Ich würde im Schlaf nicht darauf kommen, Udo zu bitten, die Weiche zu modifizieren – und ich selbst kann das schlicht nicht. Da der AVR aber die Lautsprecher eh Einmessen würde und es sich “nur” um die Rears handelt, habe ich die Augen feste zugekniffen. Der Center dagegen wird strikt nach Bauvorschlag gebaut.

        Der Bericht aus dem Bastelkeller

        Gehäuse: Bei der Schallwand gibt es wenig Besonderes zu berichten – Ausfräsungen mit Fräszirkel, Lautsprecherausschnitt dann mit einer stufenlos einstellbaren Lochkreissäge hergestellt. Für die Aussparungen für die Lötfahnen des Hochtöners habe ich zu Raspel und Feile gegriffen. Die Ränder links und rechts habe ich mit einem Abrundfräser bearbeitet. Diese Entscheidung war optisch bedingt, etwaige Vorteile beim Thema Kantendiffraktion nehme ich wohlwollend tolerierend hin :-).

        Nach einigem Probieren waren die Gehäusegeometrie und somit die Zuschnittliste festgelegt. Die Schräge im hinteren Bereich würde gleichzeitig die Aufhängen an der Wand ermöglichen. Dabei ist die Rückwand leicht nach innen versetzt, so dass eine eine Art keilförmige Schiene entsteht, für die ich dann als Aufhängung einfach ein links und rechts mit 45° abgeschrägtes Brett verwenden konnte. Dummerweise passte das von Udo mitgelieferte Terminal nicht in die Rückwand, daher habe ich ein kleineres Anschlussfeld verwenden müssen. Ich weiß nicht, wie mir dieser Fehler passieren konnte, ich vermesse mich sonst NIE ;-).

        Im Nachhinein hätte ich die Lautsprecher noch stärker anwinkeln können, wenn man in der Mitte des Sofas sitzt, ist man schon recht stark off-axis.

        Finish: Das Gehäuse selbst habe ich grundiert und dann mit Möbelfolie beklebt. Ja, ich hätte gern lieber Furnier verwendet. Dagegen sprach aber, dass ich mit Furnier noch nicht gearbeitet habe und ein Blick in den Kalender vermuten ließ, dass sich der Zeitpunkt der Fertigstellung der Lautsprecher nicht mit meiner mir angeborenen Ungeduld würde vereinbaren lassen. Die Schallwand wiederum wollte ich weiß glänzend lackieren. Hier hatte ich einfach ein bisschen mehr Halbwissen angehäuft, so dass ich optimistisch war, dass ich hier ein verwertbares Ergebnis würde erzielen können. Die in den Bildern zu erkennende Oberfläche ergab sich durch zwei Schichten MDF Grundierung, 3 Schichten Weißlack gerollt, 2 Schichten Weißlack aus der Dose und 2 (oder waren es 3? hab ich vergessen) Schichten Klarlack Hochglanz. Ich wollte nicht komplett sprühen, daher die ersten Schichten gerollt. Stets Zwischenschliffe mit zunehmend feinerer Körnung (400-1200). Abschließend mit 2000er Papier kleinere Staubeinschlüsse weggeschliffen, dann mit Exzenterschleifer, Polieraufsatz und Autopolitur so weit auf Glanz poliert, wie es mir möglich war.

        Der Rest: war kein Voodoo, Weiche auf- und eingebaut, Schallwand aufgeleimt, Lautsprecher rein – und fertig.

        Beim Center war der Aufbau natürlich wesentlich leichter, Holz nach vorheriger Anpassung der Abmessungen auf Gehrung gesägt, zusammengeleimt, grundiert und Folie drauf. Die Schallwand habe ich analog zu den Rears bearbeitet. Hier fehlen leider Bilder von der Fertigstellung – das muss ich Eurer Fantasie überlassen. Sobald alle Lautsprecher am Start sind und auch die letzten optischen Optimierungen im Wohnzimmer stattgefunden haben, werde ich diesen Bericht mit Text und Bildern vervollständigen.

         

      • #72263
        Christian Svenson
        • #72269
          Udo Wohlgemuth
          Administrator

            Hallo Christian,

            das sieht doch schon mal gut aus. Um dir die Entscheidung für die Mains zu erleichtern: Die SB 30 Center reicht nicht ohne Sub, die SB 15 ACL hat zu wenig Membranfläche. Aber trotzdem bleibt nicht nur die SB 36 über, die SB 30 ACL passt auch.

            Gruß Udo

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