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SB 23/3 esage

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Dieses Thema enthält 18 Antworten und 9 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Matthias (DA) vor 5 Monate, 3 Wochen.

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  • #17436 Antwort

    Servus,

    Ich möchte die SB 23/3 etwas “anders” bauen, als ich das bisher gesehen habe. Das Gehäuse soll zweiteilig werden und der Bass sehr schlank, dafür 50cm tief.

    Macht das Sinn? Also geht das technisch? Die seitlichen Flächen werden dann natürlich ziemlich mächtig und um Resonanzen der Seitenwände zu vermeiden würde ich dann noch vier oder fünf Bretter quer einleimen. Gibt es da Einwände wegen schlechter Erfahrungen mit so einer Konfiguration?

    Hab mich heute mal bissl mit Sketchup beschäftigt. Ist ja ganz witzig. Die Bassbox würde dann so aussehen. Volumen 47,42l. Das Material ist durchweg 22mm MDF.

    SB23/3 Bass

  • #17439 Antwort

    Moin Stefan. Das sollte so gehen.
    Könntest noch drauf achten, dass die Verstrebungen keine gleichmäßigen Abstände haben.
    Und die Mitte der Front musst Du sauber treffen sonst sieht man das am Rand sehr unschön.
    Gruß Martin

  • #17440 Antwort

    Moin Martin,

    Mitte der Front treffen? Ich nehme an, Du meinst wegen des Kreisausschittes, weil man Ungleichheiten beim Randabstand, wegen der geringen Abstände, sofort wahr nimmt?
    Ich denke, das bekomme ich hin. 🙂

    Wegen der Verstrebungen und keine gleichmässigen Abstände. Ich habe das jetzt schön öfter mal gelesen und frage mich warum eigentlich? Vermutlich hat das wieder mal was mit möglichen Resonanzen zu tun.
    Ich frage mich, ob ich die Verstrebungen nicht einfach in unterschiedlichen Winkeln einkleben kann. So wie hier:

    Versteifungen mit 22er Platten

    LG, Stefan

  • #17441 Antwort

    Du lädst die Bilder in der Galerie hoch und verlinkst sie dann über den IMG Tag.

    Die Verteilung unterteilt die Resonanzflächen ungleichmäßig, sodass die Restresonanzen sich nicht konstruktiv überlagern und so verstärkt werden. Man muss allerdings sagen, dass der Effekt je nach Dicke des Wandmaterials mehr oder weniger stark eingesetzt werden muss. Mit beispielsweise 25mm MDF brauchst du vielleicht zwei Verstrebungen. Wenn nicht sogar eine reicht.

    Edit: Ich würde hinten eine Verstrebung an die Wand setzen und gut ist. Udo kann da sicherlich final weiterhelfen…

  • #17444 Antwort

    Das mit den Resonanzen und mit der Dicke des Gehäusematerials stimmt.
    Mehrere Versteifungen schräg geht auch. Das macht aber das Einbringen der Dämmung und der Weiche, sowie evtl spätere Anpassungen schwieriger.

  • #17445 Antwort

    Ok, also es müssen die großen Flächen der Seitenwände am Schwingen gehindert werden. Dafür sind die Verstrebungen. Die Verstrebungen führt hier scheinbar jeder als flache Platte aus, was wiederum dafür sorgt, das der Schall im Innern der Box weitere Angriffsflächen hat, die sich negativ auswirken können.

    Da frage ich mich, warum man nicht einfach Rundhölzer nimmt? Ich habe mit 22mm Material gerechnet. Dann genügen vielleicht 2x 20mm Rundhölzer zwischen den Seitenteilen um die im Zaum zu halten, oder?

    Also ich finde meine Idee mit den Rundhölzern statt platten besser, je länger ich darüber nachdenke 😀
    Wenn mir das keiner ausreden will, dann mache ich das.

    • #17451 Antwort

      Man kann sicherlich vieles machen, aber der Aufwand steht dabei meiner Meinung nach nicht im Verhältnis zum Nutzen. Plattenmaterial braucht man eh fürs Gehäuse, deswegen würde ich das auch gleich für die Verstrebungen nehmen.

  • #17448 Antwort

    Haben auch schon Leute gemacht. Jo bei seiner Linie 44 zB (ich glaube ich solle mir langsam Gedanken machen, dass ich das aus dem Kopf weiß) Platten machen das Gehäuse noch ein wenig steifer als Rundhölzer und sind leichter zu verbauen. Was du als negativ bei Platten beschreibst ist nicht herauszuhören und höchstens theoretischer Natur. Bei der Länge der Platten ist die Resonanzfrequenz außerhalb eines Bereiches der vom Bass angeregt wird. Außerdem dämpft die Verklebung des Brettes an drei Seiten massiv… etc etc kurzum, wenn du das unbedingt machen willst nur zu, frag nochmal Udo vorher, einen Unterschied macht das jedenfalls nicht.

  • #17452 Antwort

    Udo Wohlgemuth
    Keymaster

    Hallo Stefan,
    seit ungefähr 35 Jahren konstruiere ich Lautsprecher. In der Zeit habe ich ganz sicher nahezu alle guten Ideen ausprobiert, die ein Laie sich ausdenken kann. Wenn ich trotzdem Versteifungsbretter einklebe, wird das wohl die beste Version sein, die ich getestet habe. Völlig sinnlos ist es, zwei gleichgroße, gegenüberliegende Platten mit einem Stößel zu verbinden, der die Anregungen wunderbar weiterreicht.

    Gruß Udo

    PS: Im Bassgehäuse gibt es keinen Schall, sondern nur Druck. Und dem sind Rundhölzer vollkommen schnuppe 😉

  • #17453 Antwort

    Guck, wieder was gelernt 👍 Eine Frage habe ich aber dennoch: wirkt ein Brett nicht auch wie ein Stößel wenn es in der Mitte zweier Flächen verbaut ist?

    • #17454 Antwort

      Moin,
      Einfach an den Rand mit festkleben, dann braucht man nicht weiter drüber nachdenken…

      @stefan: zusätzliche Angriffsflächen sind sogar positiv, es soll ja explizit verhindert werden, dass stehende Wellen entstehen.

      Anyways, Du kannst da dem Udo vertrauen, der weiss schon was er treibt 😉

      Matthias

    • #17464 Antwort

      Servus,
      wenn zwei gegenüberliegende Wände eines Lautsprechergehäuses mit einem Rundholz – also nur jeweils an einem kleinen Punkt bezogen auf die Fläche – verbunden werden, verhindert diese Verbindung lediglich die Ausdehnung der Wände an dieser einen Stelle nach außen. Stell Dir ein Tetrapack mit Apfelsaft in der Sonne vor. Sollen jedoch Schwingungen verhindert werden – also Wellenbewegungen der Flächen – sollte die Verstrebung immer eine größere Länge der Fläche fixieren.
      Man könnte auch die Gehäusewände sehr dick wählen, aber das geht stark ins Gewicht und ins Geld.
      Ich persönlich mag sehr gern Bretter mit nicht symmetrischen Löchern, die als Verstrebungen mit jeweils vier Wänden verleimt sind. Je nach Grüße des Gehäuses lässt man sich einfach ein paar innen liegende Böden mehr zuschneiden und sägt zwei oder drei große runde, ovale oder rechteckige Löcher hinein. Das dadurch verlorene Innenvolumen muss natürlich ausgeglichen werden.
      Da Udo schon seit geraumer Zeit recht erfolgreich in dieser Brache tätig ist und seine Konstruktionen vor der Veröffentlichung probe hört, kannst Du seinen Angaben sicherlich vertrauen. Das soll nicht heißen, dass es keine Verbesserungsmöglichkeiten gäbe. Aber die muss ein Laie erst einmal finden. Zumal eine kleine Änderung an der einen Stelle oft auch größere Wirkungen an anderen Stellen bewirken.
      Letztendlich lässt sich jede Konstruktion auch soweit optimieren, dass sie preislich nicht mehr interessant oder mit vertretbarem Aufwand nicht mehr nachbaubar ist.
      Will sagen:“Fragen Sie den Fachmann, denn der weiß alles besser als Sie!“

      sommerliche Grüße

  • #17465 Antwort

    Danke an Emigrant für die einleitende Erklärung. Genauso habe ich mir das auch gedacht. Die Rundhölzer haben ja nur den Effekt, punktuell zu Verhindern, das die Wände da in Schwingung kommen.
    Das bei der Größe, die ich jetzt gezeichnet habe, bei 22mm Material die Flächen in “Wellen” bewegt werden. Nun ja… da braucht es schon viel Druck in der Kammer.

    Aber das ist alles sehr theoretisch. Will man es wirklich wissen müsste man da wohl mit aufwändigem Messequipment ran.
    Und ob ich jetzt zwei Versteifungsbretter reinklebe, oder die Bretter in einzelne Teile zersäge (quadratischer Querschnitt) und sinnvoll im Gehäuse verteile und damit die Wände zusammenhalte…
    Ich wage da zu bezweifeln, das ein Normalsterblicher den Unterschied hören könnte wenn man beide Versionen nebeneinander stellt.

    Da vertraue ich lieber auf Erfahrungswerte, denn auf Meßwerte und werde jetzt also Versteifungsbretter einkleben. Danke jedenfalls für die lebhafte Diskussion 🙂

  • #17467 Antwort

    Servus,

    die störenden Schwingungen der Seitenteile kann man nicht sehen, aber manchmal fühlen – sehr oft aber auch hören. Sollte sich irgendein Teil des Gehäuses sichtbar bewegen, sollte sich der Konstrukteur Gedanken machen, ob er nicht doch lieber Papierflieger falten oder Blumen züchten sollte. Tatsächlich ist es so, das mit steigender Frequenz des abzustrahlenden Tones die erforderliche Fläche und der Hub immer kleiner werden. Betrachte einmal eine Hochtonkalotte: selbst bei großen Lautstärken sind da keine Bewegungen mit dem bloßen Auge zu erkennen (ordnungsgemäße Trennung mal vorausgesetzt).
    Die Empfindlichkeit einer Gehäusewand zu Eigenschwingungen steigt mit dem Abstand von den Gehäusekanten. In die Kanten geleimte Versteifungen erhöhen zwar die mechanische Belastbarkeit des Gehäuses gegen Verzug, die Flächenschwingungen der Seiten werden so jedoch nicht wirksam gedämpft.

    Gürße

  • #17469 Antwort

    Moin,

    ich war bei meinem ersten Projekt auch zögerlich und hab mir über alles mögliche Gedanken gemacht.
    Im Rückblick kann ich dir den Rat geben, einfach zu bauen. Im Falle der Versteifungsbretter würde ich mich einfach an ähnlichen Bassgehäusen orientieren – z.B Contra 2.

    Ein paar Tipps, die sich für mich bewährt haben, hab ich aber auch:
    -Man kann nie genug Zwingen haben
    -Lötzinn mit Blei lässt sich sehr viel besser löten
    -Die Weiche würde ich einschrauben (Edelstahl- oder Messingschrauben) und nicht kleben, denn wenn man doch mal ran muss, dann ist das sehr lästig
    -Wenn man die Chassis nicht löten möchte, funktionieren Flachsteckerhülsen zum Quetschen auch prima
    -Terminals, die versenkt sind, sind beim Transport der Lautsprecher sehr viel praktischer als herausstehende Polklemmen

    Gruß
    Justus

  • #17470 Antwort

    Ich habe mein erstes MDS08 Subwoofer-Gehäuse extra aus 9mm Spanplatte gebaut (und das dann auch “provokant” gepostet, im blauen Froum, glaube ich, weiß nicht mehr), komplett ohne irgendeine Verstrebung. Klar klingt das hell, wenn man da mal anklopft. Na und? Auf die Bässe, bzw. den Klang hatte das alles keinerlei Auswirkung. Seitdem finde ich 22 oder gar 25mm Platten völlig übertrieben. Habe u.a. deshalb meine DuettaTop Stand (fast fertig) aus 12mm OSB und 4x3mm MDF Platten-Schichten zusammengebaut.

    Für die Front, bzw, dort, wo man was anschraubt, OSB oder MPX zu nehmen, macht m.E. Sinn, weil es weniger ausbricht als MDF oder gar Span. Meine Front ist OSB mit einer 3mm MDF Schicht. Da kommen Rampa-Muffen für die 5mm V2A-Schrauben rein.

    Aber alles ein Zehntel so wild mit der ganzen Gehäuseschwingerei usw. VG, Andreas.

  • #17479 Antwort

    Ich denke auch, das mit den Verstrebungen sollte man nicht überbewerten. Man schaue sich nur mal das erste Duetta Gehäuse aus der Klang und Ton an. Und dann mal die heutige Variante. Also ein paar Versteifungen rein und gut ist. Ist so wie bei den Lautsprecher-Kabeln. Vernünftigen Querschnitt, nicht allzu lang und aus Kupfer. Alles andere ist Udo. Hi, Verzeihung , natürlich Voodoo.
    Gruß Uwe

  • #17532 Antwort

    So, 21mm Birke Multiplex wird es jetzt.

    Volumina der Gehäuse:
    Bass = 45,89l
    HTMT = 2,25l

    Das sollte doch so ziemlich genau das sein, was Udo vorgegeben hatte. 🙂

    Irgendwelche Einsprüche?

    • #17536 Antwort

      Moin,
      Kein Einspruch, aber 18mm mpx reichen auch, spart Platz und Gewicht – und ein paar Groschen

      Frohen Bau 🙂

      Matthias

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